Beiträge von ClaudiasBuecherregal

    Frieda Räther kann sich bei diesem Lärm nicht konzentrieren. Sie versucht verzweifelt einen weiteren romantischen Vampirroman zu schreiben, aber bei der vorhandenen Geräuschkulisse ist das einfach nicht möglich. Ihre Vermieter wohnen direkt über ihr, sind schwerhörigen und schreien sich daher den ganzen Tag über an, die Flugschule in der Nähe mit ihren Hubschraubern und anderen Maschinen tut ihr übrigens und der Nachbarshund bellt außerdem auch noch alles und jeden an (natürlich handelt es sich dabei um einen Dackel, von denen ist man ja auch nichts anderes gewohnt). Frieda wünscht sich einfach nur Ruhe, damit sie endlich ihren Roman beenden kann. Für einen kurzen Zeitraum scheint sich ihr Wunsch zu erfüllen, denn ihre Vermieter werden ermordet und ein Hubschrauber der Flugschule explodiert - nur dem Dackel geht's noch gut und so bellt er fleißig weiter. Die gewonnene Ruhe wird aber bald durch Kommissar Weniger zerstört, der Frieda nicht von seiner Verdächtigenliste streichen kann, da sie die einzige Verbindung zwischen den Vorfällen zu sein scheint. Wer hat das alte Ehepaar ermordet, wer ist für die Explosion des Hubschraubers verantwortlich und ist Frieda wirklich darin verstrickt? Die Ermittlungen beginnen ...


    Zitat

    "Er wusste noch nicht genau, wie sie in das Szenario passte, und welche Rolle sie in Zukunft spielen mochte, aber er folgte seinen Instinkt, der auch sechs Jahre vor der Pensionierung nichts von seiner Zuverlässigkeit verloren hatte. Im Gegenteil." (Seite 101)


    Simone Ehrhardt beschreibt ihre Protagonisten Frieda Räther und Kommissar Weniger sehr liebevoll. Obwohl Frieda ziemlich reizbar und kratzbürstig erscheint, kommt sie trotzdem sympathisch rüber. Die Wortduelle zwischen ihr und dem Kommissar bieten oftmals den ein oder anderen unterhaltsamen Schlagabtausch. Des Weiteren verbindet die Autorin ihren Krimi mit Humor und mit kleinen Episoden aus dem Vampirroman der Protagonistin.


    Ich habe während des Lesens die ganze Zeit überlegt, welche Verbindung es zwischen dem Mord und der Explosion geben könnte und was Frieda Räther damit zu tun hat. Trotzdem vermochte das Buch es nicht mich zu fesseln. Die Auflösung kam unerwartet, die Vorkommnisse sind aber nachvollziehbar und könnten sich in der Realität auch so abgespielt haben.


    Den Schreibstil von Simone Ehrhardt fand ich ganz in Ordnung. Die meisten Passagen ließen sich gut lesen, ich bin nur öfter durch Rechtschreibfehler ins Stocken geraten und dass der Kommissar "Weniger" heißt, hat manchmal auch zu kurzen Unterbrechungen beim Lesen geführt, da ich den Namen manchmal als das Wort "weniger" gelesen habe. Die Schriftart ist mir persönlich zu groß. Ich bin definitiv kein Fan von kleiner Schrift, aber dieses Buch hat schon eine sehr große Schrift, die mich beim Lesen gestört hat. Das Cover zeigt neben dem Titel ein Bild, welches sich mir nicht erklärt. Auf meine Nachfrage hin hat mir die Autorin erklärt, dass das Bild rechts unten die Innenstadt von Mannheim darstellt. Ich habe mir daraufhin im Internet einen Stadtplan von Mannheim angeschaut und tatsächlich ist die Innenstadt in kleine Quadrate aufgeteilt und besitzt auf der einen Seite einen Halbkreis. Als jemand, der zu Mannheim keinerlei Verbindung besitzt, hatte sich mir dieses nicht selbst erschlossen, aber die Idee gefällt mir sehr gut.



    Fazit:
    Es handelt sich um einen soliden Krimi, der vor allem Mannheimer interessieren könnte, da der Roman in dieser Stadt spielt und sämtliche Schauplätze dort zu finden sind. Mir hat leider ein bisschen Spannung gefehlt, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, weiteres von Simone Ehrhardt zu lesen. Das Buch erhält von mir 3 von 5 Sternen.




    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Karin Schaeffer ist 33 Jahre alt und hat ihre Karriere als Detective bereits beendet. Sie hatte einen Mörder gejagt, der von den Medien als Domino-Killer betitelt wurde, da er bei jedem Mord mit Hilfe von Dominosteinen einen Hinweis auf sein neues Opfer hinterließ. Dann aber wendete sich das Blatt und der Serienkiller jagte ihre Familie und tötete ihren Mann und ihre kleine Tochter brutal. Seitdem fühlt sie sich nicht mehr in der Lage zu arbeiten und versucht diesen schweren Schicksalsschlag und die damit verbundenen Depressionen mittels einer Therapie zu verarbeiten. Als die Polizei ihr mitteilt, dass Martin Price, der Killer, aus dem Gefängnis ausgebrochen sei, ist ihr sofort bewusst, dass er sein Werk vollenden will, in dem er auch sie umbringt. Sie will sich gar nicht davor schützen, denn ein Mord an ihr würde immerhin bedeutet, dass sie wieder bei ihrem geliebten Mann und ihrer Tochter wäre und dass ihr Leid ein Ende hätte. So erwartet sie den Killer und will sich ihrem Schicksal ergeben, bis sie begreift, dass der Killer nach ihrem Mord nicht aufhalten wird zu töten und vielleicht weitere Familienangehörige von ihr sterben müssen. Diese Feststellung führt dazu, dass sie ihren Lebenswillen schlagartig zurück erhält und versucht, sich gegen den Killer und seinen morbiden Plan zu wehren.


    Nachdem Kate Pepper in den letzten Jahren etliche Thriller geschrieben hat, die alle von einander unabhängig waren [5 Tage im Sommer (2005), 7 Minuten zu spät (2006), 48 Stunden (2007), 3 Wochen bis zur Wahrheit (2007)] ist Der Domino-Killer (2010) ihr erstes Buch, welches fortgesetzt wurde und zwar mit dem Roman Es ist niemals vorbei (2011). Es handelt sich dabei um ihre Karin Schaeffer-Reihe.


    Kate Pepper nimmt sich am Anfang des Buches extrem viel Zeit ihre Protagonistin Karin Schaeffer und den Domino-Killer Martin Price genaustens zu beschreiben. Ungefähr 100 Seiten lang bewegen sich die meisten Geschehnisse in der Vergangenheit und werden dem Leser durch Karin Schaeffers Erinnerungen dargeboten. Zum Teil ist dieses hilfreich, da der Leser so ein komplettes Bild der beiden erhält, zum anderen erwartet man aber eigentlich von einem Thriller, dass er schneller einen Spannungsbogen aufbaut. Unter der Berücksichtigung, dass der Roman fortgesetzt wird, ist es allerdings verständlich, dass die Autorin zunächst das Gesamtbild der Charaktere vorstellen möchte und das gelingt ihr sehr gut. Die Depressionen und das Leid, welche Karin Schaeffer widerfahren sind, werden glaubhaft geschildert, genauso wie ihr innerer Kampf aus diesen auszubrechen oder sich einfach dem dunklen Nichts hinzugeben. Die Vorgeschichte von Schaeffer und Price ist ebenfalls sehr interessant. Hier erhält der Leser alle Infos darüber, wen der Serienkiller getötet hat und auch die Art und Weise, die erklärt, warum er der Domino-Killer genannt wird. Diese dort umgesetzten Ideen sind sehr gut für einen Thriller geeignet und aus dem Material hätte man bereits ein eigenes Buch schreiben können. Aufgrund dessen habe ich mich auch nicht vom dem geringen Spannungspotential aufhalten lassen und weiter gelesen.


    Zitat

    "Ich wusste, was ich wollte. Ich wollte, dass er mich fand. Dann wäre all das endlich für immer vorbei." (Seite 17)


    Ab der Mitte des Buches wird das Buch auch spannender. Es gibt neue Entwicklungen in der Gegenwart und einige überraschende Wendungen, die ich nicht vorher gesehen habe. Anderes hingegen habe ich erwartet und es ist genauso eingetroffen. Mir ist es schwer gefallen das Buch zu bewerten. Der Schreibstil gefällt mir gut, Kate Pepper beschreibt die Gefühlswelt sehr gut und die Idee mit den Domino-Steinen finde ich großartig und klasse umgesetzt. Allerdings erwarte ich von einem Thriller wirklich etwas mehr Spannung.


    Zitat

    "Ich hatte ihn erwartet, sein Kommen freudig begrüßt, mich erst dem Messer und dann dem Kuss ergeben. Aber etwas in mir weigerte sich, mir die Dominosteine in den Mund schieben zu lassen. Pure Sturheit. Ekel. Eine innere Grenze. Irgendetwas." (Seite 34)



    Fazit: Eine tolle Idee, deren Umsetzung für einen Thriller leider zu wenig Spannung bietet. Allerdings wurde ein guter Auftakt zur Karin Schaeffer Reihe geschaffen und ich bin auf die Fortsetzung gespannt. Das Buch erhält von mit 3 von 5 Sternen.

    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Julia ist 28 Jahre alt und seit 3 Jahren Single. Unglücklicher Single natürlich, denn "Glücklicher Single" ist für sie ein Widerspruch in sich. Sie hat es satt alleine zu sein und da die Wahrscheinlichkeit, dass ihr Traummann einfach irgendwann vor ihrer Tür steht und klingelt recht gering ist, ergreift sie selbst die Initiative. 12 Monate wagt sie ein Single-Experiment, bei dem sie jeden Monat eine andere Strategie anwenden will, um Mr. Right zu finden. Ihre Erfahrungen veröffentlicht sie auf dem eigens dafür erstellten Blog http://www.das-single-experiment.de/.


    Vorab kann ich gleich festhalten: Natürlich erfindet Juli Rautenberg das Rad nicht neu. Sie selbst ist auf die 12 verschiedenen Mottos ihrer Traummannsuche durch Frauenzeitschriften, das Internet, Freunde und bisherige Erfahrungen aufmerksam geworden und wirklich etwas Neues ist nicht dabei, eher so die typischen Anlaufstellen, wenn man seinen Beziehungsstatus ändern will. Auch die Erfahrungen, die Juli bei diesem Experiment sammelt sind recht bekannt. Das meiste hat man schon einmal selbst erlebt oder eine Freundin, anderenfalls kennt man es aus Büchern oder aus Filmen. Ich habe aber auch keine revolutionäre Entdeckungen erwartet, sondern wollte einfach gut unterhalten werden und das hat Juli Rautenberg definitiv geschafft.


    Zitat

    "Macht hoch die Tür, die Tor macht weit,
    die Torschußpanik macht sich breit." (Seite 36)


    Ihre Monats-Mottos sind das Who-is-Who unter den Strategien "Wie lerne ich einen Mann kennen?", wenn wir mal davon ausgehen, dass es sich um Personen handeln würde und das "Who" damit angebracht wäre. Altbekanntes, Dauerbrenner oder neumodischer Kram - die Mottos sind vielfältig. Da wäre u.a. das Verkuppeln, Liebe am Arbeitsplatz, Speeddating, Singlepartys oder auf Exfreunde zurückgreifen. Die Theorie bietet da eine Vielzahl an Möglichkeiten, viele scheitern allerdings in der Praxis. Das Resultat des Experiments wird bereits durch den Titel verraten: 12 Monate - 17 Kerle - und ein Happy End. Das lässt dann doch zumindest etwas hoffen.


    Zitat

    "Ich habe gelogen, als ich sagte, essen sei mein größtes Hobby. Ich hatte die Selbsterniedrigung vergessen." (Seite 15)


    Ich würde behaupten, Juli ist eine typische Frau, zumindest in Bezug auf ihr Verhalten Männern gegenüber und dem Versuch aus dem Single-Dasein auszubrechen. Sie erfüllt ziemlich viele Klischees, aber ich befürchte das machen in diesem Zusammenhang viele Frauen, auch wenn sie es selbst gar nicht wollen. Wer kann sich schon komplett davon frei machen, den Nachnamen eines Mannes bereits nach dem 1. Date an den eigenen Vornamen angehängt zu haben, um zu schauen, ob es gut klingt? Oder auf einen Anruf zu warten, nachdem der Mann behauptet hat, er würde anrufen, da ihm die Verabredung sehr gefallen habe? Oder sofort an sich zu zweifeln und die Probleme immer bei sich selbst zu suchen, obwohl der Mann eindeutig der "Schuldige" ist? Die Traummannsuche ist schon nicht leicht.


    Zitat

    "[Ich] hatte die beschissensten zwei Stunden meines bisherigen, kümmerlichen Daseins. Ich habe Lebenszeit vergeudet, und schon das sollte ich ihm in Rechnung stellen, von der Frikadelle, die ich seitdem am Ohr herumtrage, ganz zu schweigen." (Seite 112)


    Das Buch ist wirklich humorvoll und unterhaltsam geschrieben. Gerade dadurch, dass es vieles Bekanntes behandelt, fühlt man sich Juli nahe und lacht und fühlt mit ihr. Der Schreibstil ist toll und die Kapitel lassen sich eins nach dem anderen entspannt weglesen. Ich fand es auch sehr positiv, dass Juli nicht krampfhaft jeden Tag auf dem Blog berichtet hat, sondern nur dann, wenn es wirklich etwas zu berichten gab.


    Zitat

    "Das ist kein Bad-Hair-Day, das ist ein Bleib-lieber-zuhaus'-du-Vogelscheuche-Tag." (Seite 196)


    Der Roman ist meiner Meinung sowohl für Singles als auch für vergebene Frauen bestens geeignet. Singles werden sich freuen, dass es nicht nur ihnen so geht, sondernd dass Juli die gleichen Pleiten-Pech-und-Pannen durchmacht und vergebene Frauen werden sich immer wieder freuen, dass sie vom Markt verschwunden sind und diese Erfahrungen nicht mehr machen müssen.


    Zitat

    "Es ist anstrengend, die Liebe zu suchen. Aufregend, lustig, abwechslungsreich und manchmal deprimierend, aber irgendwie auch anstrengend." (Seite 197)


    Fazit:
    Das Buch hat mich durch seinen lockeren, humorvollen Schreibstil überzeugt. Es macht wirklich Spaß Julis Kampf gegen das Single-Dasein zu verfolgen und ich kann das Buch daher nur empfehlen und vergebe 5 von 5 Sternen.


    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Emmi kann sich nie über Langeweile beklagen und das ändert sich auch nicht in dem zweiten Band um die sympathische Protagonistin. Sie ist gerade 12 Jahre alt geworden, hat seit 7 Wochen einen festen Freund und seine Schwester ist ihre beste Freundin. Außerdem gründet sie eine Mädelsband, ihre Mutter hat vor 3 Monaten Zwillinge geboren, ihr Hund soll zum Film und als ob das nicht schon reichen würde, verhält sich ihr Freund ihr gegenüber auf einmal merkwürdig und die Schule darf sie auch nicht vernachlässigen, obwohl diese zurzeit wirklich keine hohe Priorität hat.


    Dieser Roman ist der Nachfolgeband von Emmis verliebtvermopste Welt, welchen ich aber bisher nicht gelesen habe. Es gibt zwar einige Anspielungen auf den ersten Band, aber trotzdem ist Emmis verliebtverrockte Welt auch ohne den Vorgänger verständlich.


    Der Roman wird aus der Ich-Erzählperspektive geschildert und zwar aus Emmis Sicht. Ihr Leben ist momentan sehr actiongeladen und so wird auch die Geschichte präsentiert. Es gibt keine Zeit zum Verschnaufen, ein neues Ereignis jagt das nächste und der Leser bekommt durch Emmis Perspektive alles hautnah und temporeich mit. Wie jede 12-Jährige macht Emmi in kurzer Zeit etliche Hochs und Tiefs durch. Zu den normalen Streitigkeiten mit Freund/Freundin kommt bei Emmi aber noch hinzu, dass sie scheinbar kleine Katastrophen und Peinlichkeiten magisch anzuziehen scheint. Das ist zwar für Emmi ziemlich unschön, aber der Leser wird dadurch bestens unterhalten.


    Zitat

    "Das ist mir alles viel zu kompliziert, ich glaube, in Zukunft lerne ich lieber Vokabeln, das ist im Gegensatz zu dem ganzen Liebesmatsch ja ein Vergnügen." (Seite 152)


    Emmis Erlebnisse sind alle realitätsnah und nachvollziehbar. Besonders junge Mädchen ab 10 Jahren werden sich sicherlich gut mit ihr identifizieren und sich in sie hinein versetzen können. Der Roman überzeugt durch einen lockeren, unterhaltsamen Schreibstil und ein tolles Cover, welches der Zielgruppe entsprechend gestaltet wurde. Die Seiten haben ebenfalls schöne Illustrationen am Rand erhalten. Des Weiteren passen die beiden Bücher optisch gut zusammen, was für mich als Serienliebhaber ganz wichtig ist.



    Fazit:
    Emmi rockt ihre Welt auf eine chaotische aber sehr liebenswerte Art und Weise, die junge Mädchen begeistern wird. Ich kann das Buch sehr empfehlen. Das Buch erhlät von mir alle 5 Sterne.


    An der Küste des Atlantiks liegt das kleine Dorf Plouerbecane, welches durch seinen altmodischen Charme besticht. Marthe Simonet lebt dort. Sie ist in ihren Sechzigern und frisch pensioniert, was für sie aber nicht bedeutet, dass sie nun die Füße hochlegen kann. Sie ist im Ort sehr engagiert und gibt Kindern Nachhilfe oder hilft in der Bücherei aus. Hans von Scharnbeck hingegen lebt zwar ebenfalls in Plouerbecane, bringt sich allerdings überhaupt nicht in das Dorfleben ein und würde aber am liebsten für immer auf seinem Boot leben und nicht mehr an Land gehen. Die beiden haben dementsprechend keinerlei Berührungspunkte im Leben - bis eines Tages ein Teil des Dorfes für einen Freizeitpark weichen soll. Einige Bewohner wollen ihre Häuser jedoch nicht verkaufen und so beginnt ein Kampf, dem sich sowohl Marthe als auch Hans anschließen.


    Zitat

    "Was im Augenblick zählte, war Solidarität, da musste man über Differenzen und Animositäten hinwegschauen." (Seite 49)


    Bertina Henrichs Werk besticht vor allem durch ihren wunderschönen Erzählstil. Die Sprache ist oft sehr bildhaft und bezaubernd, es sei denn Henrichs berichtet gerade über Hans von Scharnbeck, denn zu ihm passt so eine erlesene Sprache einfach nicht und dieses berücksichtigt die Autorin. Ansonsten überzeugt ihr Werk durch die sorgfältig ausgewählte Sprache und die liebevoll erdachten Charaktere.


    Die Idee, zwei Protagonisten wie sie unterschiedlicher nicht sein konnte, durch ein gemeinsames Ziel auf einander prallen zu lassen und den Leser dabei zu schauen zu lassen, wie sie sich gegenseitig beschnuppern, Vorurteile ablegen und sich Zeit nehmen den anderen und seine Beweggründe zu verstehen, gefällt mir sehr gut und wurde von der Autorin wirklich toll umgesetzt. Die Handlungen und Reaktionen sind alle nachvollziehbar und stimmig und die Beschreibungen der Umgebung sehr idyllisch.



    Fazit: Der Roman lebt durch die besondere Ausdrucksweise der Autorin, lediglich die Geschichte an sich konnte mich nicht immer fesseln. Wer sich aber für ausdrucksstarke Sprache begeistern kann, wird das Buch lieben. Das Buch erhält von mir 4 von 5 Sternen.


    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Neva ist gerade 16 Jahre alt geworden und lebt in Heimatland, welches unter einer Energiekuppel liegt. Niemand darf diese Protektosphäre verlassen und die Regierung behauptet, dass es außerhalb kein Leben mehr gebe und die Kuppel zur Sicherheit der Bevölkerung erschaffen wurde. Neva empfindet sie aber eher als Gefängnis und hat viele Fragen, die sie nicht stellen darf. Alles wird tot geschwiegen - warum ständig Menschen verschwinden, was wirklich ausserhalb dieser Protektosphäre liegt, wie das Leben vor dem Bau der Energiekuppel war oder warum die Regierung jeden und alles kontrolliert.


    Das Leben in Heimatland ist ziemlich trostlos. Durch das Abschotten der Außenwelt werden die Ressourcen immer knapper. Alles wird mehrfach recycelt und viele Technologien sind verschwunden. So gibt es keine Flugzeuge mehr, viele Lebensmittel und Materialien sind ebenfalls nicht mehr verfügbar. Des Weiteren nimmt die Bevölkerung stetig ab. Um dem entgegen zu wirken hat die Regierung verkündet, dass Menschen mit 16 volljährig sind und sich vorpflanzen sollen. Zu diesem Zwecke gibt es auch keine Verhütungsmittel mehr auf dem Markt zu erwerben. Außerdem bestimmt die Regierung den auszuübenden Beruf, sie verwaltet alle verfügbaren Ressourcen und entscheidet sogar über den Einsatz von Regen. Ziel ist es eine Gleichheit in der Bevölkerung zu erschaffen, die sowohl das Aussehen als auch den Charakter der einzelnen Menschen betrifft. Neva entwickelt immer größere Zweifel an der Regierung und an der Sinnhaftigkeit der Protektosphäre. Sie hat nur zwei Möglichkeiten, sich dem System zu unterwerfen oder Widerstand zu leisten. Sie tritt in die Fußstapfen ihrer verschwundenen Großmutter und entscheidet sich für letzteres, was für sie lebensbedrohliche Konsequenzen haben wird.


    Zitat

    "Mein Netz aus Lügen wächst.
    Bald weiß ich nicht mehr, was die Wahrheit ist."
    (Seite 185)

    Bei Neva handelt es sich um einen dystopischen Jugendroman. Scheinbar ist dieses Thema mittlerweile zu einem Trend geworden, den ich bisher aber verpasst habe. Dieser Roman war für mich der erste, der sich um beängstigende Zukunftsvision dreht, daher kann ich ihn auch nicht mit ähnlichen Werken vergleichen. Für mich ist diese Thematik neu und höchst interessant, denn einige Vorkommnisse sind gar nicht so unwahrscheinlich, wenn man sich die aktuelle Entwickelung der Gesellschaft anschaut, was solche Romane noch viel erschreckender wirken lässt.


    Der Schreibstil von Sarah Grant hat mir sehr gut gefallen. Ihr Roman ist flüssig zu lesen und die Entwicklung des Charakters von Neva wurde gut beschrieben, von den ersten Zweifeln am System, über den ersten kleinen Widerstand und das endgültige Aufgeben ihres bisherigen Lebens, in der Hoffnung, dass es außerhalb der Kuppel mehr zu bieten hat. Das beklemmende Gefühl, welches für Neva Alltag geworden ist, überträgt sich gut auf den Leser, welcher selbst dazu animiert wird über diese Situation nachzudenken. Was würde man selbst tun, wenn man in dieser Protektosphäre gefangen wäre. Würde man den leichten Weg nehmen und sich dem vorgeschriebenem System beugen oder für seine Freiheit und seine Individualität kämpfen?


    Der Roman bleibt die ganze Zeit über spannend. Immer wieder geht es kleine Erfolge für Neva und die anderen Widerständler, gefolgt von Rückschlägen und gefährlichen Situationen. Ich war daher bis zum Ende nicht sicher, wie der Roman ausgehen würde, auch wenn ich natürlich eine Vermutung hatte. Es tauchen immer wieder neue Charaktere auf, Neva muss Menschen vertrauen, wird dabei oft enttäuscht und kann es doch nicht ohne fremde Hilfe schaffen. Diese Hin- und Hergerissenheit verleiht dem Lesen das nötige Spannungsgefühl.


    Die Covergestaltung ist dem PAN Verlag sehr gut gelungen. Mir gefällt es sehr, dass der Titel besonders geprägt und deshalb spürbar erhöht ist. Außerdem passt die Schneeflocke hervorragend zur Geschichte, da Neva von ihrer Großmutter immer so genannt wurde.


    Ich hätte mir lediglich etwas mehr Tiefgang an einigen Stellen gewünscht. Nevas Mutter und ihre Großmutter spielen zum Beispiel eine wichtige Rolle, werden aber nicht so stark eingebunden, wie es ihre Charaktere eigentlich ermöglicht hätte, und auch über die Denkweise des Vaters dem System gegenüber hätte ich mir mehr Informationen gewünscht


    Fazit: Der Roman behandelt ein interessantes Thema, welches sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene gut umgesetzt wurde, und damit definitiv lesenswert ist. Das Buch erhält von mit 4 von 5 Sternen.


    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Wem kommt es nicht bekannt vor: Mann (oder Frau) erhält ein Schreiben einer Behörde oder einer Versicherung und muss es dreimal lesen, um auch nur einen kleinen Bruchteil davon zu verstehen. Natürlich trifft dieses nicht auf alle Schreiben zu, aber bei etlichen fragt man sich wirklich, ob der Verfasser sich besonders Mühe gegeben hat, den Brief kompliziert auszudrücken, mit Fachbegriffen um sich zu schmeißen und auf so viele Paragraphen irgendeines Gesetzes zu verweisen wie nur möglich.


    Urban Priol präsentiert uns mit diesem Hörbuch 38 Tracks, die zwischen 16 Sekunden und 5:48 Minuten lang sind, und sich alle um das beliebte Beamtendeutsch drehen. Die Themen sind dabei unterschiedlich, so werden z.B. Versicherungsfälle vorgetragen oder Bezug auf die Regierung nebst Steuern genommen. Das Booklet verrät, dass viele Vorfälle dem Internet entnommen wurden, einiges ist neu erdacht und bedeutende Gedichte wie Erlkönig von Johann Wolfgang von Goethe wurden genauso in die Beamtensprache transferiert wie Liebesschwüre. Abschließend gibt es noch Tipps, wie man sich besonders gewählt ausdrucken kann. Um einige Wortbeispiele zu nennen, möchte ich Witterungsschutz, Personenvereinzelungsanlage und Abstandeinhaltungserfassungsvorrichtung erwähnen.

    Am Ende meiner Rezension werde ich die Begriffe aufklären.



    Normalerweise mache ich immer noch etwas nebenbei, wenn ich einem Hörbuch lausche, und sei es nur im Internet surfen, als Frau ist man ja schließlich multitaskingfähig. Ich habe aber schnell gemerkt, dass das bei diesem Hörbuch nicht klappt, denn man muss genau hinhören und das Gesagte auf sich wirken lassen. Also habe ich PC PC sein lassen und es mir auf der Couch bequem gemacht. Das hat sich auch gelohnt, denn das Hörbuch konnte mich sehr gut unterhalten. Als Reaktion darauf musste ich oft laut auflachen, wobei mir die Schilderungen von Versicherungsfällen am meisten zugesagt haben. Es ist manchmal wirklich unglaublich und auch sehr erschreckend, was Leute sich einfallen lassen, bzw. wie unfähig einige Menschen sind sich korrekt auszudrücken.


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    Als Vorlage diente das Buch mit dem gleichnamigen Titel,
    welches im Mai 2010 erschien.


    "Besteht ein Personalrat aus einer Person, erübrigt sich die Trennung nach Geschlechtern" Umständlich schön, unfreiwillig komisch, aber immer streng nach dem Buchstaben des Gesetzes: Ein prall gefülltes Buch mit Höhepunkten der Behördenprosa. Wir haben es immer gewusst: Die wahren Sprachschöpfer sitzen in unseren Amtsstuben und in den Ministerien, die Gesetzestexte verfassen. Die Fülle der ambitionierten Wort- und Sprachspiele lässt manchen Lyriker und verdienten Prosaisten erblassen. Hier noch ein paar Kostproben: "Die einmalige Zahlung wird jedem Berechtigten nur einmal gewährt." "Der Tod stellt aus versorgungsrechtlicher Sicht die stärkste Form der Dienstunfähigkeit dar." "Ehefrauen, die ihren Mann erschießen, haben nach einer Entscheidung des Bundessozialgerichtshofs keinen Anspruch auf Witwenrente." (Quelle: Eichborn Verlag)


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    Sehr gut hat mir der Sprecher Urban Priol gefallen. Ihm kann man gut zu hören und viele Parts hat er mit unterschiedlichen Stimmen gesprochen, so dass ein bisschen Abwechslung vorhanden war. Des Weiteren wurden Pointen gut ausgearbeitet und tolle Akzente gesetzt. Ich bin daher froh, dass ich das Hörbuch gehört und nicht das Buch gelesen habe, denn ich glaube durch die Vertonung ist der Inhalt für mich noch reizvoller geworden.


    Fazit: Die meisten Beispiele der Beamtensprache sind mir bisher nicht im Internet begegnet. Daher waren sie für mich neu und durch die tolle Vortragsweise von Urban Priol sehr lustig. Das Hörbuch konnte mich dementsprechend gut unterhalten. Das Buch erhält von mir 4 von 5 Sternen.


    PS: Wie versprochen noch schnell die Aufklärung der "Fachausdrücke":

    Zitat

    Witterungsschutz - z.B. Regenschirm

    Personenvereinzelungsanlage - Drehkreuz z.B. in einem Supermarkt

    Abstandeinhaltungserfassungsvorrichtung - Querstreifen auf der Autobahn

    • Verlag: Eichborn (April 2011)
    • Audio: 1 CD - 48 min
    • Sprache: Deutsch
    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Sophies Leben verläuft in geordneten Bahnen und sie kann sich weiß Gott nicht beschweren, bieten ihre Eltern ihr doch ein sorgenfreies Leben, sie besitzt genügend Freunde und eine beste Freundin, außerdem ist sie auch noch in der Schule gut. Ein Leben ohne Probleme also - bis sie sich eines Tages mit einer großen Wunde am Kopf in einem dunklen Raum wieder findet. Wo ist sie, wer hat sie hierher gebracht und vor allem warum? Viele Fragen beschäftigen Sophie, die sich kaum an die letzten Stunden erinnern kann. Währenddessen beginnt die Suche nach ihr und der Wettlauf gegen die Zeit, als ihre blutverschmierte Kleidung gefunden wird.


    Der Jugendroman beginnt mit einem kurzen Epilog, der aus Sophies Sicht geschildert wird. Viel erfährt der Leser dort allerdings noch nicht, denn wie in meiner Kurzbeschreibung bereits gesagt, weiß Sophie selbst nicht, was passiert ist. Verwundert hat mich, dass sich die Handlung des Buches erst auf Seite 97 wieder mit Sophie Gefangenschaft beschäftigt. Fast die Hälfte des Buches geht also auf ihre Freundin Nina und ihr Leben sowie einige gemeinsame Erinnerungen ein. Das fand ich etwas ungewöhnlich. Zwar werden einige der Erkenntnisse, die der Leser durch diese Seiten erfährt, später wieder aufgegriffen, aber ich hätte mir schon früher weitere Einblicke in Sophies aktuelle Situation gewünscht.


    Sophie lebt in einem Dorf und wie es dort nun einmal üblich ist, mischen sich alle Menschen gerne in Dinge ein, die sie nichts angehen. So ist schnell ein erster Verdächtiger gefunden, der gerade erst in dieses Dorf gezogen ist und eine kriminelle Vergangenheit besitzt. Ulrike Bliefert streut allerdings immer wieder Indizien ein, die eine weitere Person als Täter durchaus zu lassen. Das Ende hingegen kam überraschend und war absolut nicht vorherzusehen, wie es sich für einen Thriller gehört.


    Der Schreibstil hat mir gut gefallen, da das Buch flüssig zu lesen war. Es ist definitiv ein Jugendbuch, aber auch Erwachsene können es problemlos lesen. Das Ende fand ich allerdings etwas knapp und der Grund für Sophies Verschwinden ist zwar zum größten Teil nachvollziehbar aber die Auflösung bzw. das Ende hat mich schon verwundert und es ging zu schnell. Außerdem hat mich der Sinn bzgl. der Handlung des Täters am Ende des Jugendthrillers etwas irritiert und irgendwie nicht zufrieden gestellt. Viel mehr kann ich dazu nicht schreiben, da ich sonst das Ende verraten müsste.


    Bitterherz ist als tolle Klappbroschur mit einem schönen Cover erschienen. Des Weiteren passt der Titel hervorragend zum Inhalt. Da es sich um ein Jugendbuch handelt, habe ich es auch als solches bewertet und nicht als Erwachsenen-Thriller angesehen.


    Fazit:Der Jugendthriller hat ein überraschendes Ende, allerdings hätte ich mir etwas mehr Spannung erhofft. Trotzdem hat Ulrike Bleifert einen tollen Schreibstil und der Roman ist definitiv lesenswert für seine Zielgruppe. Das Buch erhält von mir 4 von 5 Sternen.


    • Broschiert: 208 Seiten
    • Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: 1. (5. Januar 2011)
    • Sprache: Deutsch
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 15 Jahre
    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Arthur ist 14 Jahre alt und liest gerne. Mit 5 Jahren hat er die Bekanntschaft des Bücherwurms gemacht und etliche Jahre später hilft er ihm in seinem Buchladen aus und lernt dadurch auch Larissa, die Enkelin des Bücherwurms kennen. Eines Tages wird dem Buchhändler ein altes, wertvolles Buch gestohlen und da hört Arthur zum ersten Mal etwas über die 13 Vergessenen Bücher, die seit Jahrhunderten gesucht werden und dem Besitzer die Macht verleihen würden die Welt zu beherrschen. Das gestohlene Buch ist eins dieser 13 Bücher und trägt den Titel "Das Buch der Antworten". Es gibt eine Spur, die nach Amsterdam führt. Daher machen sich Arthur und Larissa sofort auf die Suche und fahren in die holländische Hauptstadt ohne sich bewusst zu sein, was es mit den Büchern wirklich auf sich hat und welche Gefahren dabei auf sie lauern. Mit dem Fortschreiten ihres Abenteuers erfahren sie immer mehr über diese magischen Bücher und treffen Verbündete und Feinde, aber wer gehört welcher Seite an ...?


    Zitat

    Manche Bücher sind anderes als andere Bücher.
    Manche Bücher haben magische Kräfte.
    Und manche Bücher können den Lauf des Schicksals beeinflussen.
    (Klappentext des Buches)


    Jacob Weigert intoniert den ersten Band der Arthur-Trilogie von Gerd Ruebenstrunk. Das Buch habe ich kürzlich erst gelesen und für großartig befunden. Ich habe es sehr genossen nun auch noch das Hörbuch davon zu hören. So bin ich über viele Hinweise gestolpert, die der Autor vorab in die Geschichte eingebaut hat und die später aufgelöst wurden bzw. dann Teil des Ganzen geworden sind. Allerdings wurde der Roman für die Hörbuchfassung etwas bearbeitet und gekürzt, was zwar nachvollziehbar ist, aber dazu geführt hat, dass es nicht mehr ganz so flüssig ist, wie der Roman selbst. Es fällt zwar nicht immer auf, aber an einigen Stellen ist es nicht mehr so harmonisch wie die Vorlage. Trotzdem ist die Geschichte immer noch fantastisch, temporeich und fesselnd.


    Am Anfang fiel es mir nicht so leicht die Stimmen der Charaktere zu unterscheiden, die alle von Jacob Weigert gesprochen werden. Das hat sich aber nach einer Weile gegeben und anschließend konnte er mich durch seine verschiedenen Intonationen begeistern. Besonders die Stimmfarbe die er den Verbrechern und den italienischen Personen verleiht, fand ich grandios. Ansonsten hat Jacob Weigert eine tolle, harmonische Stimme, der man sehr gerne zuhören mag und die den Hörer an die Geschichte fesselt.


    Das Hörbuch hat eine Gesamtspielzeit von 04:39:29 und besitzt zum Glück das tolle Cover des Romans, welches mich sehr begeistert hat. Dasselbe Cover ziert auch das Booklet, welches nicht nur eine Übersicht über die einzelnen Kapitel der CDs bietet, sondern auch eine Straßenkarte von Amsterdam, in der die Schauplätze des Hörbuches eingezeichnet sind. So kann man den Part der Geschichte, der sich in Amsterdam abspielt gut nachvollziehen, was mir sehr gut gefällt. Das Hörbuch hat eine kleine Musikuntermalung am Anfang und am Ende der Geschichte von Ulrich Maske, die ich allerdings überflüssig und nicht so schön finde.


    Hörbeispiel:
    Arthur und die Vergessenen Bücher
    4:12 min. - 256 KBits/s


    Fazit: Der fantastische Roman wurde großartig intoniert und das Hörbuch ist somit sowohl für junge Hörer als auch für Erwachsene sehr zu empfehlen. Es erhält daher 4 von 5 Sternen von mir.

    • Audio CD: 4 CDs
    • Verlag: Jumbo Neue Medien & Verlag GmbH (29. Juli 2010)
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 11 Jahre
    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    "Was haben wir Frauen uns nicht alles einreden lassen müssen, das wir sogar an der Vertreibung aus dem Paradies schuld seien. Vielleicht war das alles nur ein schlechter PR-Gag im Sommerloch der Paradieses? Die Missverständnisse zwischen Frau und Mann liegen viel weiter zurück, als wir Menschen denken können, sie entstanden nämlich beim ersten Blind Date der Geschichte. Nichts anderes war es als Eva auf Adam traf. Dazu kamen noch die Engel, die es teuflisch dick hinter ihren Öhrchen hatten. Genau an diesem Tag, wo die Weltgeschichte ihren ersten Eisprung hatte, spielten sie dem lieben Gott, ein paar besonders derbe Streiche. Das folgende Donnerwetter, löste bei ihm, der sehr sensible ist, Migräne aus. In so einem Chaos, soll die Menschheit entstanden sein? Hätte Eva, nicht noch schnell die Handtasche erfunden, eine Art Musterkoffer mit Toys für sie und ihn. Ohne Apfel und Schlange, würden wir heute noch unter einem Baum im Paradies sitzen und auf unsere Entstehung warten!" (Klappentext)


    Das Buch beginnt mit einem sechsseitigen Vorwort. Bei dem Gedanken daran müsste ich innerlich schon genervt aufstöhnen, denn ein Vorwort ist für mich meistens eine unnötige "Qual", allerdings wurde ich dort von Elfi Schneider überrascht und sie hat mich das erste Mal zum lauten Auflachen gebracht. Wer meinen Blog schon länger liest, der weiß, dass mich lustige Bücher meistens enttäuschen und mich selten wirklich gut unterhalten. Die ersten 30-40 Seiten waren dann auch eher diese typische Erlebnis für mich: Ganz nett geschrieben, aber eben leider keine Kracher. Dann drehte die Autorin aber auf und es gab unzählige Lacher. Ich war sehr begeistert, denn ich kann mich nicht an ein anderes Buch aus letzter Zeit erinnern, dass mich dazu brauchte laut zu lachen.


    Zitat

    Wir [mein Partner und ich] hatten immer öfter Smogalarm, bedeutet: dicke Luft und kein Verkehr. (Seite 93)


    Das Buch ist eine Mischung aus Sprüchen, kurzen Absätzen und kleinen Geschichten, alle um das Thema Männer & Frauen. Mir haben die kurzen Geschichten am besten gefallen, dort hat die Autorin mich oft mit ihrer erfrischenden, ehrlichen Art überrascht und durch ihren Wortwitz überzeugt (z.B. "Das wir alle vom Affen abstammen, wissen wir mittlerweile alle, das waren haarige Zeiten [...]." Seite 46). Der Roman beinhaltet aber auch ein paar ernste und nachdenklich stimmende Inhalte, die gefühlvoll aufgeschrieben wurden.


    Inhaltlich kann man sich sehr gut an den Kapitelüberschriften orientieren, die eigentlich für sich selbst sprechen. Da wäre z.B. Diät, Orgasmus on the Rocks, Abgeschminkt und Frauenbewegung unter der Rubik Die frechen Früchtchen oder Einnachtsfliege, Ausverkauf, Lebenslänglich und Meno-Päuschen unter der Rubik Reife Frauen. Die Geschichten wirken sehr authentisch, obwohl die Autorin am Ende offen hält, ob alle Geschichten wirklich auf ihren eigenen Erfahrungen beruhen. Vom Prinzip her ist das aber auch egal, denn das Lesen macht so oder so Spaß.


    Fazit: Mich konnten nicht alle Geschichten in diesem Buch begeistern, aber allein dadurch, dass es mich mehrfach zum lauten Lachen gebracht hat, hat dieses Buch von mir 4 von 5 Sternen verdient, obwohl es für meinen Geschmack auch etliche Passagen gab, die lediglich ganz okay waren. Leser, die generell bei Büchern schnell lachen können, werden sicherlich begeistert sein, solange sie der nackten Wahrheit über Männer & Frauen inkl. Sexualität offen gegenüber stehen.

    • Taschenbuch: 132 Seiten
    • Verlag: Wagner Verlag, Gelnhausen; Auflage: 1. (29. Januar 2010)
    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Wer kennt sie nicht, die Märchen der Gebrüder Grimm. Vielen von uns kennen die Geschichten sogar auswendig und sind sehr vertraut mit den Inhalten. Aber können wir sicher sein, dass die Ereignisse sich wirklich so zugetragen haben? Vielleicht wurde bei der mündlichen Weitergabe einiges verwechselt oder Erinnerungen waren getrübt, bevor diese Märchen von den Gebrüder Grimm schriftlich festgehalten wurden. Schneewittchen und die sieben Geißlein besteht aus 28 Neuerzählungen, in denen die (für mich bisher größtenteils unbekannten) Autoren eine neue Perspektive auf die Geschichten bieten.


    Zitat

    "Als Kind nimmt man es hin, dass Gut und Böse ihre klar verteilten Rollen spielen [...]. Doch als Erwachsener [...] hat man gelernt, dass Dinge oft nicht so einfach sind, wie sie den Anschein haben. Die Märchen von damals rücken [...] plötzlich in ein völlig neues Licht." (Seite 7)


    In der Anthologie gibt es ein Wiedersehen mit allen bekannten Protagonisten der weltberühmten Märchen. Ein paar Geschichten möchte ich hier kurz erwähnen:


    • ein Wolf, der vielmehr als Opfer der Gesellschaft statt als Täter anzusehen ist
      (Mario Schubert - Der Fall Wolf gegen Sieben Geißlein)
    • eine Müllerstochter, die alles anbot, um nicht selbst spinnen zu müssen, sogar sich selbst
      (Su Moss - Vom wahren Vater)
    • eine Frau Holle, die sich gemobbt fühlt
      (Brigitte Schubert - Land ohne Schnee)


    Die Märchen dieser Anthologie lassen sich als neuaufgelegt - quasi reloaded - bezeichnen. Einige Geschichten wurden ins neue Jahrtausend transportiert. So tauchen in diesen Märchen internetfähige Handys auf oder es geht um Speed-Dating, Chatten oder Genmanipulation. Bei anderen Geschichten wurde die Erzählperspektive geändert, so wird das Märchen z.B. nicht aus Schneewittchens Sicht, sondern aus der der Königin präsentiert oder der Wolf erzählt das Rotkäppchen-Märchen neu. Andere Geschichten bestehen aus einen Patwork von Figuren aus mehreren Märchen. Auf jeden Fall ist nichts mehr wie wir es von den Gebrüder Grimm gewohnt sind, aber dafür gibt es viele witzige, zum Teil ironische Begebenheiten, die die Märchen neu aufleben lassen und den Leser nicht wie sonst mit einer Moral am Ende zurück lassen, sondern mit einem Schmunzeln auf den Lippen und das ist auch gut so, denn Moral sollten Erwachsene bereits gelernt haben, aber Lachen kann man nie genug.


    Das Design des Buches gefällt mir sehr gut. Es ist als schöne Hardcover-Ausgabe mit Lesebändchen erschienen und das Cover ist genauso liebevoll gestaltet, wie die Illustrationen auf den einzelnen Seiten, welche von Lydia Pollakowski gezeichnet wurden.


    Fazit: Dieses Buch bietet märchenhafte Unterhaltung für Erwachsene und verblüfft mit neuen Erkenntnissen über die wirklichen Geschehnisse in diesen Märchen. Das Buch erhält von mir 4 von 5 Sternen.


    • Gebundene Ausgabe: 197 Seiten
    • Verlag: Fhl Verlag Leipzig; Auflage: 1., Auflage (10. Juni 2010)
    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Arthur ist 14 Jahre alt und liest gerne. Mit 5 Jahren hat er die Bekanntschaft des Bücherwurms gemacht und etliche Jahre später hilft er ihm in seinem Buchladen aus und lernt dadurch auch Larissa, die Enkelin des Bücherwurms kennen. Eines Tages wird dem Buchhändler ein altes, wertvolles Buch gestohlen und da hört Arthur zum ersten Mal etwas über die 13 Vergessenen Bücher, die seit Jahrhunderten gesucht werden und dem Besitzer die Macht verleihen würden die Welt zu beherrschen. Das gestohlene Buch ist eins dieser 13 Bücher und trägt den Titel "Das Buch der Antworten". Es gibt eine Spur, die nach Amsterdam führt. Daher machen sich Arthur und Larissa sofort auf die Suche und fahren in die holländische Hauptstadt ohne sich bewusst zu sein, was es mit den Büchern wirklich auf sich hat und welche Gefahren dabei auf sie lauern. Mit dem Fortschreiten ihres Abenteuers erfahren sie immer mehr über diese magischen Bücher und treffen Verbündete und Feinde, aber wer gehört welcher Seite an ...?


    Zitat

    Es war ein ganz schön undankbarer Job, die Welt (oder zumindest die Vergessenen Bücher) vor dem Zugriff der Böse zu retten. (Seite 151)


    Kennt ihr folgende Situation?
    Ihr habt ein Buch und freut auch total auf dieses. Um euch herum haben das Buch schon etliche gelesen und den meisten hat es super gut gefallen. Eure Erwartungen werden damit immer größer aber gleichzeitig auch die Angst, dass euch das Buch nicht gefällt. Ihr traut euch schon fast gar nicht mehr das Buch zu lesen, denn so lange es noch ungelesen im Regal liegt, könnt ihr euch immerhin noch einreden, dass es euch gefallen wird. Lest ihr es dann aber wirklich, müsst ihr damit rechnen, dass das Buch euch evtl. enttäuscht zurück lässt.


    Genauso ging es mir mit dem ersten Band der Arthur-Trilogie von Gerd Ruebenstrunk. Die Vorfreude war riesig, genauso aber auch die Befürchtung, dass es mir evtl. nicht gefallen würde, dass ich evtl. nicht in die Geschichte finden könnte. Da ich den Roman mittlerweile gelesen habe kann ich sagen, dass die Befürchtung total unbegründet war. Ruebenstrunk schreibt so klasse, dass man bereits nach den ersten paar Seiten von der Geschichte gefesselt wird. Der Schreibstil ist sehr flüssig und natürlich kindgerecht, schließlich ist das Buch bereits ab 10 Jahren empfohlen, aber dabei nicht zu einfach gehalten, als dass sich ein Erwachsener daran stören würde.


    Zitat

    Manche Bücher sind anderes als andere Bücher.
    Manche Bücher haben magische Kräfte.
    Und manche Bücher können den Lauf des Schicksals beeinflussen.
    (Klappentext)


    Des Weiteren liebe ich Bücher, in denen es wieder um Bücher geht und finde die Idee, dass diese 13 Bücher etwas Besonderes an sich haben und Macht verleihen richtig gut. Zufälligerweise war ich selbst erst vor 2 Wochen in Amsterdam und bin somit selbst durch etliche Straßen gelaufen, die auf Arthurs Weg aufgezählt werden. Das fand ich sehr amüsant und kann daher auch bestätigen, dass der Autor gut recherchiert hat und es diese Orte und Straßenzüge wirklich gibt.


    Das Buch bietet tolle Charaktere, die zum Teil etwas geheimnisvoll bleiben oder eine große Entwicklung durchmachen, wie z.B. Arthur selbst. Zu erst ist sein Verhalten zu Larissa etwas angespannt und er kann sie nicht gut leiden. Je mehr Zeit die beiden aber zusammen verbringen, desto bewusster wird ihm, dass er sie doch ganz gern hat. Hat er am Anfang des Buches ständig Angst und versucht nur über seinen Schatten zu springen, um sich vor Larissa oder anderen Personen nicht zu blamieren, so wird er im Verlauf der Geschichte immer mutiger und wächst mit seinen Aufgaben. Trotzdem wird er nicht leichtsinnig, sondern versucht die Gefahren immer einzuschätzen.


    Das Buch ist extrem temporeich, spannend und geheimnisvoll, aber auch schön und detailliert beschrieben, sowie gefühlvoll. Eine wirklich tolle Mischung, die es fast unmöglich macht, das Buch zwischendurch wegzulegen.


    Dem Verlag muss ich erneut ein Kompliment für die großartige Ausstattung des Buches machen. Es ist als wunderschöne Hardcover-Version mit Lesebändchen erschienen. Der Roman erhält einige Illustrationen, die fantastisch gezeichnet wurden und ihre Einfachheit macht sie perfekt für diese Geschichte. Schöne Bleistiftzeichnungen, entsprechend in schwarz-weiß, nichts Kitschiges oder Übertriebenes. Das gefällt mir richtig gut. Eine entsprechende Illustration findet sich auch auf dem Cover selbst wieder, welches in grün gehalten ist mit dem Titelaufdruck in goldener Farbe. Ein weiteres Detail, welches ich an diesem Buch liebe sind die Ecken. Es sieht so aus, als wenn dort metallene Ecken vorhanden sind, wie es früher öfter bei alten, geheimnisvollen Büchern der Fall war. Die Ecken haben sogar eine besondere Prägung, so dass man sie erfühlen kann. Die Rückseite besitzt ebenfalls solche Ecken, allerdings sind sie dort nicht erfühlbar, was ich etwas schade finde, aber das ist nun wirklich "Meckern auf höchsten Niveau". Das Buch ist ein Augenschmaus, so dass ich es beim Lesen des Öfteren zugeschlagen habe und einfach immer wieder das Cover angeschaut und drüber gestrichen habe. Außerdem bin ich dem Verlag sehr dankbar, dass die beiden Nachfolgebände, die bereits erschienen sind, dieses tolle Design übernommen haben.


    Fazit: Wer das Buch nicht liest, ist wirklich selbst schuld. Es ist fantastisch, faszinierend und fesselnd und ich bin sehr auf die weiteren Teile der Trilogie gespannt.Das Buch erhält von mir 5 von 5 Sternen.


    • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
    • Verlag: arsEdition (16. Juli 2009)
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 11 Jahre
    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:


    Alice Cooper lebt mit ihrem Freund in einer englischen Kleinstadt und dachte, sie hätte in Nathan ihren Traumprinzen gefunden. Sie führen zwar eine Wochenendbeziehung, da Nathan in London arbeitet und die Woche über auch dort lebt, aber trotzdem sind die beiden sehr glücklich miteinander. Ihr Freund scheint sich aber nach ein paar Jahren in einen Frosch zu verwandeln (sollte es nicht eigentlich immer umgekehrt sein?). Ein wirklich sehr einfallsloses Weihnachtsgeschenk ist der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt. Alice reicht es! Sie betrinkt sich mit ihrer besten Freundin und benutzt fortan den Kalender, um ein persönliches Wörterbuch anzulegen. Da ist es ist auch nicht verwunderlich, dass bald ein weiterer Mann auf der Bildoberfläche auftaucht.


    Ich hatte vorher noch kein Buch von Sarah Harvey gelesen, trotzdem verband ich mit ihr bereits leicht unterhaltende Frauenromane und dieses trifft auch ziemlich gut auf „Kann ich den umtauschen“ zu. Alice ist fast 30 Jahre alt. Sie wird sympathisch beschrieben, kommt allerdings oft auch kindlich und naiv rüber. Die Freundschaft zu ihrer besten Freundin Flo hingegen wird sehr glaubhaft präsentiert und man spürt die Verbundenheit der zwei Frauen.


    Der Schreibstil ist einem Frauenroman entsprechend leicht gehalten. Manche Passagen sind wirklich witzig und lassen einen schmunzeln, andere sind eher langatmig. Die Story an sich ist leider größtenteils vorhersehbar. Das Cover schreit auch bereits „Frauenroman“ durch den rosafarbenen Hintergrund und dem Motiv des Froschkönigs.


    Es gibt ein paar Frauenromane, die mich wirklich begeistern können. Dieser war mir aber oft zu kurzweilig und zu einfach gehalten. Er hat mich nicht fesseln können, obwohl er teilweise unterhaltsam ist, aber eben nicht tiefgründig sondern vorhersehbar. Das Buch erhält daher von mir nur 2 von 5 Sternen.



    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: Serie Piper (März 2011)
    • :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Alex ist 14 Jahre alt und sein Leben ist nicht gerade einfach. Seinen Vater hat er nie kennen gelernt, er zahlt keinen Unterhalt und daher muss seine Mutter sehr viel arbeiten. Trotzdem bleibt das Geld knapp und Alex muss sich oft um seine sechsjährigen Zwillingsbrüder kümmern und seine Mutter unterstützen. Das ist für ihn aber auch selbstverständlich und kein Problem. Dann jedoch eskaliert die Situation, als seine Großmutter mütterlicherseits verstirbt, das Jugendamt plötzlich vor der Tür steht und seine Mutter 2 unbekannte Briefe erhält. Das alles bringt das Fass zum Überlaufen und am Morgen des ersten Schultages der Zwillinge ist Alex' Mutter nicht mehr in der Lage aufzustehen und sich um ihre Kinder zu kümmern, da ihr alles zu viel wird.


    Der Zustand seiner Mutter verändert sich nicht und Alex versucht alles, um die Familie über Wasser zu halten. Aber wie soll er

    • seinen Brüdern verschweigen, wie schlecht es ihrer Mutter geht?
    • es schaffen, dass das Jugendamt nicht misstrauisch wird?
    • für Lebensmittel sorgen, wenn kein Geld da ist?
    • Waschen, Einkaufen, Kochen, Putzen, die Schule besuchen?
    • es schaffen, dass seine Mutter aus ihrem Bett zurück ins Leben zu holen?


    Zitat

    "Niemand durfte Verdacht schöpfen. Alles musste so wirken,
    als wäre alles in bester Ordnung." (Seite 52)


    Der Jugendroman ist großartig geschrieben. Man fühlt sofort mit Alex mit, kann teilweise mit ihm lachen, aber oft tut er einem einfach leid, denn er bürgt sich viel zu viel auf. Er wird sehr glaubwürdig präsentiert, wie er mutig, stark und tapfer sein möchte, gleichzeitig aber an der zu großen Aufgabe zu zerbrechen droht. Er unternimmt alles um seine Familie zu retten und lässt sich dafür viel einfallen und trickst sich durch etliche Alltagssituationen.


    Der Schreibstil von Christoph Wortberg ist hervorragend und ich kann dem Klappentext nur zustimmen, dass Buch ist "atmosphärisch dicht erzählt, spannend". Auch wenn das Buch teilweise witzig ist und es etliche Situationen zum Schmunzeln gibt, so stimmt es einen hauptsächlich nachdenklich und traurig. Der Roman ist so realitätsnah geschrieben, dass ich überzeugt bin, dass es einigen Jugendlichen genauso ergeht wie Alex und das ist einfach furchtbar. Das Buch hat eine Altersempfehlung von 13-15 Jahren. Jüngeren Lesern würde ich es wirklich nicht empfehlen, da es schon einige brutale, "verstörende" Szenen gibt. Allerdings bin ich überzeugt, dass es auch für Erwachsene interessant ist. Mich selbst hat es jedenfalls fesseln und begeistern können.


    Fazit: Faszinierendes Werk, das aufzeigt, dass der normale Alltag nicht für alle "easy" ist. Das Buch erhält daher von mir 5 von 5 Sternen.


    • Taschenbuch: 238 Seiten
    • Verlag: Beltz; Auflage: 1., Lizenzausgabe (7. März 2011)
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 15 Jahre
    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    R ist ein Zombie. Ursprünglich besaß er einen anderen Namen, aber daran kann er sich nicht mehr erinnern. Das ist keineswegs ungewöhnlich für Zombies, die in der Regel keine konkreten Erinnerungen mehr an ihr früheres Leben haben. R befindet sich am Anfang des Zerfalls, daher sieht er für einen Zombie noch ganz gut aus, lediglich seine graue Haut, der unangenehme Geruch und die dunklen Ringe unter seinen Augen sind etwas störend. Er lebt mit anderen Zombies in einem verlassenen Flughafen, hat eine Zombiefrau und Zombiekinder, wobei keine besonderes große Zuneigung oder gar Liebe zwischen ihnen herrscht. Als R allerdings Julie kennen lernt, regen sich doch noch Gefühle im Zombie.


    Für mich war dieser Roman mein erster Zombie-Kontakt, wobei von vornherein klar war, das es sich nicht um ein wirkliches Zombie-Buch handeln wird und der Leser merkt sehr schnell, dass auch R kein Stereotyp darstellt. Der Roman wird aus der Sichtweise von R erzählt, und der Leser bekommt einige Infos über Zombies und deren Gewohnheiten. So erfährt man, dass sie Menschen fressen, besonders gerne am Gehirn naschen, kaum reden, dafür aber stöhnende Laute von sich geben und ansonsten einfach nur herumstehen. R ist anders. So bringt er eines Tages von einem Beutezug die schöne Julie, einen Menschen, mit nach Hause und versucht eine Beziehung mit ihr aufzubauen. Er gibt sich große Mühe sich gut um sie zu Sorgen, strengt sich an mit ihr zu sprechen und beschützt sie vor den anderen Zombies, die sie lediglich als Nahrungsmittel betrachten.


    Zitat

    "Das sei die Ironie, wenn man ein Zombie ist: Alles ist komisch, aber man hat nichts zu lachen, weil einem die Lippen verrottet sind." (Seite 13)


    Das Buch hat mich leider gar nicht überzeugen können. Mir hat weder die Handlung, noch der Schreibstil oder die verwendete Sprache gefallen. Meine Rezension soll allerdings niemanden davon abhalten das Buch selbst zu lesen, denn die vielen anderen Rezensionen zeigen, dass das Buch durchaus begeistern kann. Es ist auch auf einigen Blogs schon zum Buch des Monats gekürt worden, aber meinen Geschmack hat es leider gar nicht getroffen. Das langsame, gequälte Sprechen der Zombies hat mich schnell genervt und auch inhaltlich finde ich nicht alles stringent. So vergisst R seinen eigenen Namen, ein wirklich wichtiger Sachverhalt im Leben eines Menschens, erinnert sich hingegen aber an Bands und Liedtexte, die keinen so hohen Stellenwert haben.


    Mir fehlte die Spannung, das Gefühl ans Werk gefesselt zu werden und die Darstellung der Liebesgeschichte zwischen M und Julie konnte mich ebenfalls nicht überzeugen. Auch die Ironie oder der schwarze Humor, den andere lobend erwähnt haben, konnte mich nicht begeistern. Ich musste mich wirklich zwingen, das Buch zu Ende zu lesen, was ich sehr schade fand, da ich mir durch die Kurzbeschreibung viel mehr von diesem Roman erhofft hatte.


    Fazit: Meinen Geschmack traf das Buch leider überhaupt nicht, aber jeder sollte sich selbst davon ein Bild machen. Von mir erhält das Buch nur einen von 5 Sternen.

    • Gebundene Ausgabe: 298 Seiten
    • Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (21. Februar 2011)
    • :bewertung1von5:
  • LeseBlüten Prosa 2010

    Die Anthologie LeseBlüten Prosa 2010 haben 41 Autoren mit ihren 58 Kurzgeschichten wunderschön gestaltet. Was diese Sammlung besonders macht ist ihre Vielfalt. Die Vielfalt an Schreibstilen, Themen, und an Genres. So findet der Leser hier Krimis, Liebesgeschichten oder Fantasy. Des Weiteren gibt es Geschichten, die einen schmunzeln lassen, richtig gut unterhalten oder nachdenklich stimmen.


    Mich konnten nicht alle 58 Kurzgeschichten begeistern, aber das wäre auch sehr unwahrscheinlich. Allerdings fand ich die meisten Storys wirklich toll und daher bin ich von der gesamten Anthologie begeistert. Außerdem vermute ich, dass jedem Leser andere Geschichten sehr gut gefallen, also ist für jeden etwas dabei und jede Geschichte hat ihre Daseinsberechtigung.


    Besonders bemerkenswert finde ich die Aufmachung des Buches. Es ist das Erstwerk des noch recht jungen Piepmatz Verlages und allein das Cover zeigt schon, wie viel Liebe investiert wurde. Die Schriftart des Textes ist ziemlich klein, aber trotzdem gut lesbar, und somit passt einfach noch mehr Inhalt in dieses schöne Buch.


    Fazit: Das Buch ist ideal, wenn man Abwechslung mag und / oder nicht so viel Zeit zum Lesen hat. Das Buch wird definitiv für eine schöne Leseunterhaltung sorgen. Das Buch erhält daher 5 von 5 Sternen.


    • Broschiert: 256 Seiten
    • Verlag: piepmatz Verlag; Auflage: 1. (13. Dezember 2010)
    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
  • Mirjam Mous - Boy 7

    Stell' die folgende Situation vor:Du kommst zu dir und weißt nicht wo du bist, wer du bist, wie du auf diese Grasebene gekommen bist, woher du die Schürfwunden hast und auch sonst fehlt jegliche Erinnerung. Das einzige was du findest ist ein Rucksack, den du verzweifelt nach Indizien durchsuchst. Aber er enthält keinen Ausweis, nichts persönliches. Allerdings findest du ein Handy und ein kleiner Hoffnungsschimmer keimt auf. Woher solltest du auch wissen, dass alle Kontakte im Handy gelöscht sind und du lediglich eine von dir selbst verfasste Mailbox-Nachricht vorfindest, die sagt, dass du unter keinen Umständen die Polizei anrufen darfst.


    So ergeht es einem Jungen, der sich selbst erst einmal den Namen Boy 7 verleiht. Er versucht seine letzten Schritte nachzuvollziehen, um zu begreifen was genau mit ihm passiert ist. Dabei trifft er auf einige nette Menschen, die ihm selbstlos helfen, aber sind diese wirklich auf seiner Seite? Sein Vertrauen wird immer wieder erschüttert und auf die Probe gestellt. Letztendlich erkennt er: Vertraue niemandem. Nicht einmal dir selbst.


    Zitat

    "In einem vertrauten Umfeld achten die Leute selten oder nie auf ihre Umgebung. Wenn unser Nachbar plötzlich vom Erdboden verschwunden wäre, hätte das bestimmt jemand gemerkt. Aber als er seinen Schnurrbart abrasiert hat, ist es mir nicht aufgefallen. Der Nachbar war noch da, also dachte sich mein Gehirn den Schnurrbart von allein dazu." (Seite 158.)


    Mirjam Mous hat einen Jugendthriller erschaffen, der Erwachsene genauso in den Bann zieht. Der Leser wird sofort ins rasante Geschehen geworfen, bekommt keine Zeit zum Verschnaufen und erlebt die Gefühle von Boy 7 selbst: Den Zweifel, die Hoffnung, das Misstrauen und die Gier nach Erklärungen. Man fiebert mit, möchte ihm Hilfestellungen geben und ist genauso gespannt, was mit ihm passiert ist, wie er selbst.


    Der Schreibstil der Autorin ist klasse. Das Buch lässt sich flüssig lesen und die Spannung bleibt die ganze Zeit aufrecht erhalten. Die Handlungen sind alle in sich schlüssig und das Ende des Buches klärt alle Fragen auf, wofür ich der Autorin sehr dankbar bin. Die Erklärung für Boy 7's Situation finde ich erschreckend, aber leider nicht abwegig. Sie bietet definitiv Diskussionsstoff und das Buch würde sich auch als aktuelle Schullektüre eignen.


    Fazit: Das Buch bietet spannende Unterhaltung und zwar nicht nur für Jugendliche. Lasst euch einfach von dem Roman fesselnd und entdeckt die erschreckende Wahrheit. Das Buch erhält von mir 5 von 5 Sternen.


    • Broschiert: 268 Seiten
    • Verlag: Arena (Januar 2011)
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 11 - 12 Jahre
    • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    Penelope berichtet im Tagebuchstil über ihre Zeit in einer Psychiatrie. Wegen eines Selbstmordversuches wurde sie in diese Klinik eingewiesen und wird dort nun wegen Depressionen und Panikattacken behandelt. Sie ist Ende zwanzig, studiert, hat kein Geld, keine Wohnung und keinen Job, aber trotzdem lässt sie sich nicht unterkriegen und versucht ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken.


    Penelope Papst schreibt unter einen Pseudonym eigene Erfahrungen zum Thema Depressionen auf. Sie verarbeitet dabei selbst Erlebtes verbunden mit Fiktion. Am Anfang ihrer Therapie fragt sie sich, wie sie bloß in das Ganze hineingeraten konnte und warum sie es nicht hat kommen sehen. Es werden Gespräche mit Therapeuten wiedergegeben, Erlebnisse mit anderen Menschen, die z.B. unter Schizophrenie leiden, und die Entstehung von Gefühlen wie Freundschaft und Zuneigung, die Penelope während ihres Aufenthaltes erlebt. Schön finde ich, dass sich ein paar Seiten mit ihrem Leben nach dem Verlassen der Klinik beschäftigen. Dort erfährt der Leser, ob die Therapie erfolgreich verlief und wie sich Penelopes Leben entwickelt hat.


    Zitat

    "Ich sehe zu den Sternen hoch und Frage mich, ob ich noch tiefer fallen kann oder ob ich den Boden bereits erreicht habe." (Seite 18.)


    Der Schreibstil ist flüssig, allerdings waren mir in einigen Passagen die Sätze etwas zu kurz, so dass es dann abhakt wirkte. Das hat sich zum Glück nicht durch den gesamten Roman durchgezogen, somit ließ sich das Buch gut lesen. Es gab sogar ein paar sprachliche Highlights. Gut gefallen hat mir außerdem, dass alle auftauchenden Handlungsstränge in dem Roman auch zu Ende geführt werden. So blieben keine offenen Fragen zurück und der Leser erhält alle Erklärungen, die er sich während des Lesens gewünscht hat.


    Fazit: Das Buch lässt sich gut und schnell lesen und schildert die Erfahrungen einer Patientin in einer Psychiatrie glaubhaft. Es hat mich allerdings nicht fesseln können, sondern ist eher etwas zum schnellen Weglesen. Daher erhält das Buch von mir 3 von 5 Sternen.


    • Broschiert: 144 Seiten
    • Verlag: Books on Demand; Auflage: 2. Auflage. (15. Oktober 2010)
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