Beiträge von Rissa

    In den Leseproben (Amazon Blick ins Buch) steht drin, dass die Reihe von Ralph Sander übersetzt wurde (aus dem Englischen von...).

    Ralph Sander ist nicht nur Übersetzer, z.B. von Lynsay Sandy, sondern auch selbst Autor von den Kater Brown-Romanen.

    Vielleicht ist diese neue Reihe ja auch von ihm unter Pseudonym? Vom Genre her könnte es aber auch passen...

    Diese Tippfehler habe ich auch gar nicht gesehen, einfach drüberweg gelesen, und das, obwohl ich ebenfalls alle genannten Sätze mehrmals gelesen habe.


    Aber so geht es mir in Büchern auch. Tippfehler dieser Art, zusätzliche Buchstaben, die dann ein neues Wort ergeben, fallen mir in den seltensten Fällen auf (und ich baue selbst auch gerne solche Fehler ein, wenn ich tippe). Solche Fehler nerven, wenn man recht genau liest. Entweder hat der Lektor oder Korrektor nicht gut gearbeitet oder im Text waren vorher so viele Fehler drin, dass dies einfach die verbleibenden paar Prozent sind, die einfach immer bestehen bleiben - bei vielen ursprünglichen Fehlern eben mehr, bei wenigen eben weniger.


    Mich selbst stören sie aber eben deshalb nicht, weil ich wohl recht oberflächlich lese, mehr den Inhalt als die einzelnen Worte oder Buchstaben aufnehme. Deshalb nehme ich auch manche Stilblüte oder stilistische Schwächen einfach nicht wahr.


    Tempusfehler, fehlende Kommata oder auch sonstige merkwürdige Satzkonstruktionen (wie ständig vorkommende Partizipien) finde ich dagegen störend, weil sie das Aufnehmen der Bedeutung erschweren, insbesondere dann, wenn sie gehäuft vorkommen.

    Ja, das klingt etwas merkwürdig, ich hätte da wohl so etwas wie "Videos von sich im Alter von zwei Jahren" oder "Videos von sich, als sie ungefähr zwei Jahre alt gewesen ist" oder so ähnlich geschrieben, wobei das erste steifer, aber eleganter wäre.


    Aber zeitliche Genauigkeit ist heutzutage scheinbar nicht mehr relevant. So habe ich kürzlich in ein Ebook aus einem Kleinverlag reingelesen, zu dem das Taschenbuch schon 2015 erschienen war. Das Ebook soll schon überarbeitet gewesen sein. Von allen Seiten wurde mir das Buch empfohlen, es hat auch bei Amazon fast nur positive Bewertungen.

    Nun bin ich niemand, der regelmäßig an der Arbeit von Autoren herummosert, und Kleinigkeiten überlese ich schon mal, aber hier gibt es so viele Tempusfehler, die bei einem lektorierten Verlagsbuch einfach nicht hätten sein müssen, dass es mir dann doch aufgefallen ist. Denn bei Ereignissen, die vor der beschriebenen Handlung passiert sind (z.B. Rückblicke auf die Kindheit der Protagonisten) wird weiterhin der gleiche Tempus verwendet wie im normalen Erzähltext. Dabei gibt es doch für solche Fälle den Plusquamperfekt...


    Ein Beispiel vom Anfang des Buches, den man bei Amazons Blick ins Buch lesen kann. Ein junger Mann denkt an seine Schwertleite zurück:

    Zitat

    Denn die Zeremonie war nicht so verlaufen wie gewünscht: Am Abend zuvor hatte Wolfram, anstatt sich mit Gebeten auf die Weihe vorzubereiten, ausgiebig mit Freunden gefeiert und getrunken. So fiel er gleich zu Beginn der Festlichkeiten durch überlautes Schnarchen auf, was den Bischof wie auch seinen grimmig dreinblickenden Vater, Bernhard von Arsberg, launig stimmte.


    Kempf, Cornelia. Der Löwe des Kaisers: Der Aufstieg (German Edition) (Kindle-Positionen170-172). KaMeRu Verlag. Kindle-Version.

    Besser/korrekt wäre gewesen: So war er gleich [...] aufgefallen, was [...] launig gestimmt hatte.


    Weit bin ich noch nicht gekommen, etwa bis 10%, aber bis dahin kommt dies immer wieder vor.

    Vor sich hin schwären finde ich jetzt nicht allzu ungewöhnlich oder sogar falsch. Eine schwärende Wunde ist eine eiternde, entzündete.

    Aber man kann auch Probleme im übertragenen Sinne "schwären lassen", also sich nicht drum kümmert, so dass sie schlimmer werden.

    Ich bin mit dem Stil in "Sei geweiht der Hölle" von Alys Clare überhaupt nicht klar gekommen. Klang mir insgesamt zu modern für einen Krimi aus dem späten zwölften Jahrhundert, ohne dass ich es an konkreten Wörtern festmachen könnte. Und wenn ich mich auf den ersten gut 20 Seiten schon vom Stil genervt fühlte, kann ich mit meiner Lesezeit besseres anfangen.

    Das Buch habe ich letztes Jahr gelesen. So wirklich toll fand ich es auch nicht, aber da es so dünn war, habe ich es dann doch durchgelesen. Ja, die "Ermittlungsmethoden" waren mir auch zu modern, und die Hintergrundhandlung dient wohl nur zur Einordnung in eine Zeit, sonst hätte der Roman auch zu fast jeder anderen Zeit spielen können. Am Stil hatte ich jetzt nichts auszusetzen, aber in der Hinsicht bin ich auch nicht sehr aufmerksam bzw. sehr genügsam.

    Weiterverfolgen werde ich die Reihe wohl nicht, dazu hat mich das Buch zu wenig fesseln können.

    Ich bin bei der Onleihe Hessen. In Marburg zahlt man, falls das noch aktuell ist, nur einmalig eine kleine Anmeldegebühr, einen Jahresbeitrag gibt es nicht. Man muss seinen Wohnsitz aber in Hessen haben (früher: Im Landkreis Marburg-Biedenkopf, das wurde jetzt vor ein paar Jahren aber erweitert).

    Mit diesen beiden Büchern bin ich erstmal eine Weile beschäftigt. :wink:

    Ach, Das zweite Königreich kann man eigentlich ganz schnell lesen - zumindest brauche ich für die Gablé-Wälzer immer weniger Zeit als für halb so dicke anderer Autoren. Und dieses ist auch noch mein Lieblingsbuch von ihr.
    Die Herren der grünen Insel ziehen sich dagegen schon ein wenig, da sitze ich gerade am zweiten Band und komme nicht so recht vorwärts, auch ein Wälzer, wenn auch mit 768 Seiten rund 200 Seiten dünner als der erste.

    Es gibt verschiedene Onleiheverbünde, Thüringen hat z.B. die ThueBIBnet. Teilnehmer findest du hier:

    https://cms.onleihe.de/opencms…ehmerliste_2018-08-08.pdf

    Vielleicht ist da ja eine Bücherei aus deiner Nähe angeschlossen. (Zella-Mehlis ist übrigens der Geheimtipp, weil man sich dort auch anmelden kann, ohne in der Nähe zu wohnen).


    Wie viel es kostet schwankt stark, auch innerhalb eines Verbundes. Ich habe in Marburg (Onleihe Hessen) nur eine einmalige Anmeldegebühr zahlen müssen, andernorts zahlt man schon mal 10€ aufwärts.


    Ich finde schon, dass es sich lohnt. Man muss eben schauen, welche Bücher man gerne ausleihen würde, und das funktioniert wie bei Papierexemplaren: Leiht jemand ein Buch aus, kann jemand anders es nicht gleichzeitig haben. Aber dann muss man eben Vormerker setzen.


    Du kannst das auch mit dem Smartphone oder Tablet nutzen, ein Reader ist nicht zwingend notwendig, aber wesentlich angenehmer, wenn man längere Zeit lesen möchte.

    Hiyanha Die Täuferin bietet diverse Anachronismen und kleinere Unstimmigkeiten (Impfung beispielsweise). Daneben hat mir die Story nicht besonders zugesagt, so dass ich dem Buch nur zwei Sterne gegeben habe. Aber so viele Amazon-Rezensenten sind davon begeistert und loben die tolle Recherche...:roll:


    Canach Das ist nicht nur bei dem Manga so, sondern auch bei den Romanen. Das "Problem" ist, dass Clockwork eben nicht nur Uhrwerk bedeutet, sondern eben soviel wie Federwerk oder Aufziehmechanismus. Ein Clockwork-Angel wäre ein aufziehbarer Engel. Aber als schmissigen Begriff kann man das nun wirklich nicht bezeichnen, weshalb sich die Übersetzer wohl dazu entschieden haben, einen Kompromiss aus Teilübersetzung und Eigenkreation zu schaffen. Ich fand es auch albern, als ich von dieser merkwürfigen Wortneuschöpfung gehört hatte, aber da ich die englische Version des Romans gelesen habe, musste ich mich damit nicht herumschlagen.

    Ich habe nicht den Page, sondern den ersten Shine. Ich kann es jetzt nicht beschreien, aber ich glaube, die sollten bis auf das Licht ziemlich identisch sein.

    Tasten habe ich noch nie vermisst, der Touchscreen funktioniert auch nach vier Jahren und zehn Monaten noch anstandslos, Pixelfehler hat mein Shine nicht, und der Akku zeigt noch keine Ermüdungserscheinungen - ein einziges Mal hatte er sich verschluckt und war nach kurzer Zeit komplett entladen, aber gleich am nächsten Tag hatte er sich wieder berappelt.


    Wenn es wirklich nur ums Ausprobieren geht, dann wären wohl 35€ für den Page nicht zu viel. Ich glaube, anders herum wäre ich auch bereit, einen ähnlichen Betrag für einen einfachen, unbeleuchteten Kindle auszugeben, um meine ganzen Gratisebooks von Amazon bequem so lesen zu können, wie ich auch Papierbücher lese.

    „Land im Sturm“ ist ein Historicher Roman von Ulf Schiewe, der 2018 bei Knaur erschienen ist.

    Das Buch ist bei Lübbe Hardcover erschienen, nicht im Knaur-Verlag, der alle bisherigen Romane des Autors herausgebracht hat.


    Ich selbst bin noch ganz am Anfang des Buches, meine Meinung folgt dann irgendwann demnächst.

    Du hast aber schon gesehen das die TB- Ausgabe erst Mitte Oktober 2018 erscheint und somit noch der HC Preis zu Grunde gelegt werden kann. Vllt wartest du bist das TB erschienen ist und schaust dann nochmal nach, ob sich eventuell der EBook- Preis geändert hat.

    Nein, das entging mir tatsächlich. Dann nehme ich mal alles wieder zurück. :pale: Vielleicht warte ich dann noch etwas und schaue dann noch einmal. Irgendwie kam mir nicht in den Sinn, dass die TB-Ausgabe erst so viel später erscheinen könnte. Aber das erklärt den E-Book Preis für mich jetzt auch^^

    Es gibt tatsächlich etliche Bücher, die erst nach eineinhalb, zwei oder sogar noch mehr Jahren als günstigere Variante wie dem Taschenbuch herausgebracht werden. Und gerade bei Jugendbüchern dauert es da schon mal länger, bei Panem beispielsweise zwei Jahre, drei Monate aufwärts, bei Tintenherz hat es von 2003 bis 2010 gedauert, wenn die Informationen bei Amazon stimmen. Und so lange wird natürlich auch das Ebook teuer verkauft.

    Ich hab mal eine Frage zu den Preisen von E-Books. Ich hab echt kein Problem ~20 Euro für ein Buch auszugeben, allerdings frage ich mich, wie es zu rechtfertigen ist, dass ein E-Book 18 Euro kostet und das zugehörige Taschenbuch einfach nur 10 Euro. Eig. müsste das E-Book doch dann wenigstens auf dem Taschenbuchpreis sein? Allein schon weil es ungedruckt ist.

    Gibt es dafür tatsächlich eine Erklärung? Ich komme mir vor, als wolle sich jemand über mich lustig machen, weil ich keinen Platz in meiner Wohnung habe :lol:

    Hast du ein Beispiel?

    Mir ist das bisher so nicht aufgefallen. In der Regel gehen die Ebook-Preise in dem Moment auf oder unter das Taschenbuch-Niveau, in dem das Taschenbuch erscheint. Manchmal kommt es vor, dass man ein Buch schon kaufen kann, obwohl es offiziell noch nicht erschienen ist, und dann sind entsprechend auch die Ebook-Preise noch nicht angepasst, weil die natürlich einem fest einprogrammierten Zeitplan folgen.

    Ich habe das Buch letztes Jahr gelesen, und mir hat es auch nicht gefallen.


    Inhalt

    Ingelheim, zu Beginn des 9. Jahrhunderts: Johanna ist die Tochter eines angelsächsischen katholischen Priesters und einer sächsischen Heidin. Schon früh wird klar, dass sie ihrem älteren Bruder Matthias in Sachen Wissbegierde und Intelligenz in nichts nachsteht, während ihr Bruder Johannes von den Unterrichtsstunden überfordert ist. Als Matthias stirbt, gibt der Vater Johanna die Schuld an seinem Tod, glaubt er doch, dass Bildung den Männern vorbehalten sei und ihre Wissbegierde den Zorn Gottes herbeigerufen hat.

    Als Johanna nach Fürsprache einer ihrer Lehrer nach Dorstadt an die Domschule eingeladen wird, versucht ihr Vater, seinen Sohn Johannes als den Eingeladenen darzustellen. Doch Johanna weiß sich zu helfen.

    In Dorstadt jedoch kommt es zu Ereignissen, die niemand vorhersehen konnte…


    Meine Meinung

    Wenn man historische Romane liest, kommt man um gewisse Verreter dieses Genres einfach nicht herum. Gemeinsam mit Ken Folletts Die Säulen der Erde und Noah Gordonds Der Medicus ist Die Päpstin von Donna Woolfolk Cross eins der großen, international erfolgreichen Werke. Ich hatte schon viel von diesem Buch gehört, nicht nur inhaltlich, sondern auch, dass die Meinungen weit auseinander gehen. Auch wenn ich versucht habe, mich unvoreingenommen auf den Roman einzulassen, war mir dies nicht recht möglich, die Kritikpunkte hatte ich dann doch stets im Hinterkopf.

    Ich glaube auch nicht daran, dass es je eine Frau auf dem Papstthron gegeben hat. Dieser Punkt jedoch hat keinen Einfluss auf meine Wertung, denn auch eine fiktive Handlung kann in einem guten Roman so dargestellt werden, dass sie glaubwürdig erscheint.

    Was jedoch recht früh auffällt und was ich wirklich nicht ignorieren kann, sind die historischen Fehler und Anachronismen. Damit meine ich nicht die Änderungen und Anpassungen, die die Autorin im Nachwort selbst erwähnt, wie ein Angriff der Wikinger oder aber ein Kriegszug nach Rom, denn solche Anpassungen stören mich nicht, solange sie zur Handlung passen. Aber beispielsweise ein Hexenprozess hat in einem Roman über diese Zeit nichts zu suchen. Vielmehr hätte der Klerus versuchen sollen, den Menschen den Hexenglauben auszutreiben.

    Mein größter Kritikpunkt betrifft aber den eigentlichen Aufhänger der Geschichte: Die gesamte Handlung – ein Mädchen will Zugang zur Bildung und verkleidet sich deshalb als Mann und wird zum Mönch – entwickelt sich aus dem Bestreben Johannas, Wissen zu erlangen, während die Männerwelt es für ungehörig hält, dass eine Frau lesen kann, und dies sogar als Verstoß gegen Gottes Willen sieht. Tatsächlich war es aber zu dieser Zeit so, dass, abgesehen vom Klerus, weit mehr Frauen als Männer lesen konnte, Lesen sogar als Frauenbeschäftigung und als unmännlich angesehen wurde. Vielleicht war es nicht unbedingt normal, dass ein Mädchen aus dem Stand der Landbevölkerung lesen konnte, die Reaktion des Vaters wäre jedoch tatsächlich völlig übertrieben gewesen. Zudem wird im Roman auch eine Adelige für ihre Fähigkeit, lesen zu können, gerügt… Dass Frauen so einen schlechten Stand hatten, wie hier beschrieben, ist einfach nicht zutreffend, das würde eher in die Frühe Neuzeit als ins Mittelalter passen. Würde man diesen Fehler jedoch aus der Geschichte entfernen, dann würde der Aufhänger fehlen, denn Johanna hätte keinen Grund mehr, sich als Mann zu verkleiden, nur um Zugang zur Bildung zu erhalten.

    Daneben gibt es noch diverse kleinere Fehler. So hat ein Mann von etwa fünfundzwanzig Jahren, dessen Frau etwa im selben Alter ist, eine Tochter, die so alt ist wie Johanna zu diesem Zeitpunkt. Der Mann hätte also mit zwölf Jahren Vater werden müssen…

    Doch neben all diesen Kritikpunkten gibt es auch einige positive Dinge zu bemerken. So ist die Geschichte an sich durchaus spannend erzählt. Johanna erlebt diverse Abenteuer und trifft auf interessante Leute, immer mal wieder läuft sie Gefahr, entdeckt zu werden. Bis hin zum Finale konnte mich der Roman durchaus unterhalten. Der Schreibstil ermöglicht es, das Buch flüssig zu lesen, das Wort „Meter“, das mir mehrmals aufgefallen ist, schiebe ich mal auf den Übersetzer und hoffe, dass es nicht im Original zu finden ist.

    Unglaubwürdig fand ich dagegen wieder, dass Johanna selbst der Kirche und dem christlichen Glauben gegenüber sehr kritisch eingestellt ist und sich dennoch für eine kirchliche Laufbahn entscheidet. So wird sie von ihrer heidnischen Mutter über sächsische Götter unterrichtet, durch einen ihrer Lehrer, der ihr die griechischen Philosophen näher bringt, lernt sie, an der Glaubwürdigkeit der Kirche zu zweifeln. Und trotzdem wird sie, wie der Titel verrät, selbst zum obersten Vertreter der Kirche! Das passt irgendwie nicht.

    Mit der Charakterdarstellung hatte ich ebenfalls so meine Probleme, denn eine so extreme Einteilung in Gut und Böse habe ich bisher in kaum einem anderen Roman abseits des Romance-Genres vorgefunden.

    In ihrem Nachwort geht Donna W. Cross auf einige Dinge ein, die die Historie betreffen, insbesondere der Frage, ob es eine Päpstin gegeben haben könnte. Sie kommt zu dem Schluss, dass es so gewesen sein muss, dass die Faktenlage keine andere Deutung zulässt. Dies halte ich jedoch für problematisch, denn viele der genannten „Fakten“ sind schlichtweg falsch oder lassen zumindest auch andere Deutungen zu. Als Autor kann man zu seinen Vorstellungen stehen, sollte jedoch auch andere Möglichkeiten zulassen und die Leser nicht davon überzeugen wollen, dass seine Darstellung die einzig richtige ist.


    Fazit

    Ignoriert man die Tatsache, dass der Aufhänger der Geschichte aus der Luft gegriffen ist, und hat man kein Problem mit einer extrem einseitigen Charakterdarstellung, dann erwartet einen hier eine durchaus spannende Geschichte. Wer allerdings eine durchweg glaubwürdige Handlung und ein Mindestmaß an historischer Genauigkeit erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden.


    :bewertung1von5::bewertungHalb:



    Ergänzend dazu möchte ich noch die Lektüre dieser Internetseite empfehlen:

    http://www.pardoes.info/roanddarroll/PopeJoanHome.html

    Dabei handelt es sich um eine bereits 1988 als Hardcover veröffentlichte Dokumentation über die Untersuchung der Legende. Darin werden Quellen untersucht, die scheinbar belegen, dass es eine Päpstin gegeben hat, tatsächlich aber oft "ergänzte" Abschriften älterer Texte aus späterer Zeit sind, auch andere Belege werden analysiert und mit der politischen Situation der jeweiligen Zeit in Kontext gesetzt, mögliche Gründe für die Erfindung einer Päpstin genannt etc. Wer des Englischen mächtig ist und sich für das Thema interessiert sollte einen Blick darauf werfen, ich fand den Text großartig geschrieben, und er hat mich in dem Glauben bestätigt, dass es zumindest im Handlungszeitraum des Romans keine Päpstin Johanna gegeben haben kann.

    Die gute Frau kann nicht mehr feststellen, dass die Marmelade süß und sauer ist. Aber ein fruchtiger Geschmack wird durch die olfaktorische Sinneszellen wahrgenommen, und die sitzen in der Nase, nicht auf der Zunge.