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Beiträge von dreamworx

    Die drei Schwestern Finola, Ali und Zennie werden ausgerechnet alle in der gleichen Woche von ihren Männern verlassen. Ali steckt mitten in den Vorbereitungen, als sie über den Bruder ihres Zukünftigen Glen von der Absage der Hochzeit erfährt. Die erfolgsverwöhnte Fernsehmoderatorin Finola wird von ihrem Mann Nigel wegen einer Jüngeren verlassen, während Zennie mit Clark nicht mal über das dritte Date hinauskommt. Die ewige Leier ihrer Mutter Mary Jo mit ihrem Wunsch nach Enkelkindern hängt allen drei zum Hals raus und ist nun sowieso obsolet. Da die Schwestern etwas Luftveränderung nötig haben, statten sie ihrer Mutter einen Besuch ab, um ihr für einen bevorstehenden Umzug beim Entrümpeln zu helfen. Die gemeinsame Zeit verändert die Schwestern und ihr Leben nachhaltig…


    Mit „Die Liebe der Sonnenschwestern“ hat Susan Mallery wieder mal ins Schwarze getroffen, denn mit flüssig-leichten, bildhaften und gefühlvollen Worten erzählt sie die Geschichte dreier Schwestern, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben stehen und lädt den Leser ein, diese einen Teil ihres Weges zu begleiten und näher kennenzulernen. Durch wechselnde Perspektiven schaut man abwechseln Fiona, Zennie oder Ali über die Schulter und erfährt dabei auch viel über ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Der Druck der Mutter auf die Frauen in Bezug auf Nachwuchs wird gut dargestellt und kann wohl von vielen nachvollzogen werden, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Die Autorin lässt ihre so grundverschiedenen Hauptprotagonisten, die an einem Scheideweg stehen und ihr Leben neu reflektieren müssen, sehr realistische Züge zeigen und auch die langsame Annäherung innerhalb des Familienkreises ist sehr gefühlvoll und ehrlich dargestellt. Der Leser steht den Frauen nicht nur während ihrer Findungsphase bei, sondern darf auch miterleben, wie sie sich mutig und stark mit sich selbst auseinandersetzen und sich gegenseitig unterstützen, wobei sie immer enger zusammenwachsen.


    Die Charaktere sind liebevoll skizziert, wirken aufgrund ihrer Ecken und Kanten sehr lebendig und glaubwürdig. Dem Leser fällt es leicht, in das Leben der Frauen einzutauchen und mit ihnen eine schwierige Lebensphase zu teilen. Finola ist die Erfolgreiche, Coole und Starke, die alles hat und die nichts umhaut. Bis ihr Ehemann ihr einen Strich durch die Rechnung macht und sie ihr ganzes Leben in Frage stellt. Die sportliche Zennie hat einen aufreibenden Beruf als OP-Schwester, eine Beziehung ist für sie ein Klotz am Bein, und Männer sind ihr sowieso suspekt. Vielleicht sollte sie mal die Richtung wechseln? Ali schwebte auf einer rosa Wolke wegen ihrer Hochzeit, doch dann erweist sich ihr Verlobter als Hasenfuß, der auch noch seinen Bruder Daniel vorschickt, um der Ehe zu entgehen. Schlimmer geht’s nimmer und lässt Ali in ein Loch fallen, aus dem sie erst langsam wieder zum Vorschein kommt. Mary Jo ist eine resolute, aber herzensgute Frau, die ihre Töchter liebt, aber selbst auch noch Träume hat.


    „Die Liebe der Sonnenschwestern“ ist durchweg ein sehr kurzweiliger gefühlvoller Familienroman über Trennungen, veränderte Lebenswege, schwere Entscheidungen und neue Chancen. Toll erzählt und jede Minute wert. Absolute Leseempfehlung!


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    Die 1915 geborene Maria verlebt mit ihren sieben Geschwistern ihre Kindheit im sauerländischen Lendringsen. Während die Nationalsozialisten in Deutschland auf dem Vormarsch sind, findet sie In Maximilian die Liebe ihres Lebens und heiratet ihn. Als der Krieg ausbricht, muss auch Maximilian zum Frontdienst und landet in Russland. Maria und ihre Familie gehen in diesen harten und grausamen Zeiten ein gefährliches Risiko ein, denn sie verstecken jüdische Freunde und Bekannte. Mit dem Einmarsch der Allliierten wird der Krieg endlich beendet, doch die Zeiten sind weiterhin unruhig. Maria hat den Krieg irgendwie überlebt und beginnt in der Nachkriegszeit damit, nach vorne zu schauen und ihr Leben auf neue Füße zu stellen, allerdings muss sie dafür ein großes Opfer bringen. Viele Jahrzehnte gehen ins Land, bis die Schwedin Malin im Haus ihres verstorbenen Großvaters alte Fotos und Tagebücher ihrer deutschen Urgroßmutter Maria findet. Sie erhofft sich darin Antworten auf die Frage, warum die Familie zerbrach, denn bis heute wird darüber Stillschweigen gewahrt.


    Uta Baumeister hat mit „So weit der Himmel dich trägt“ einen wunderbaren und emotionalen Roman vorgelegt, der sich mit der dunkelsten Zeit deutscher Geschichte beschäftigt und in dem die Autorin Teile ihrer eigenen Familienbiografie mitverarbeitet hat. Kraftvoller pragmatischer Erzählstil wechselt sich mit gefühlvollem ab, um dem Leser die furchtbaren Kriegsjahre, die Maria durchleben musste sehr bildhaft und authentisch zu verdeutlichen. Sicher hat man solche Erfahrungsberichte oft gehört oder gelesen, besonders werden sie erst, wenn man als Leser realitätsbezogene und nachweisbare Geschichten hört, da die Verluste, die Entbehrungen, die Ängste sowie die gemachten Erfahrungen und das durchlebte Leid immer wieder verschieden ist. Gerade das macht sie so greifbar und vor allem nachvollziehbar. Der historische Hintergrund ist sehr gut dargestellt und gibt dem Leser einen konkreten Eindruck über Hitlers Machtergreifung. Durch die wechselnden Perspektiven, die zum einen den Werdegang von Maria aufzeigen, zum anderen Enkelin Malin bei den Nachforschungen über die Familiengeschichte begleiten, baut sich unterschwellig eine gute Spannung auf, die bis zum Ende gehalten wird. Gleichzeitig gibt dieser Wechsel dem Leser zwischen dem harten und leidvollen Vergangenheitspart und der Gegenwart eine kurze Atempause, denn die Schilderungen sind so prägnant, dass sie an die Nieren gehen und man regelrecht mitleidet. Zudem hat die Autorin diverse Tagebuchauszüge und Briefe wunderbar in ihre Handlung integriert, wodurch sie noch glaubhafter wirkt.


    Die Charaktere sind sehr lebendig ausgestaltet und lassen den Leser mit ihren menschlichen Ecken und Kanten recht nahe an sich heran, so dass er ebenfalls Teil der Handlung wird und mit ihnen leiden, hoffen und bangen kann. Maria ist eine mutige und starke Frau, die sich durch schwierige Zeiten durchkämpfen musste und deren Entscheidungen nicht immer nachvollziehbar waren, jedoch ihr Leben geprägt haben. Malin besitzt nicht nur ein offenes und freundliches Wesen, sondern ebenso eine gesunde Neugier. Elfriede ist eine Frau ihrer Zeit, die Hitler als den Retter ansieht und ihm blindlings folgt. Erna und Fritz sind Marias Eltern, die sich in beeindruckender Weise um ihre Freunde kümmern ohne Rücksicht auf Schwierigkeiten, in die sie damit geraten könnten. Aber auch Marlen, Krister, Agga, Sara und Ben spielen einen wichtigen Part in dieser Geschichte.


    Mit „So weit der Himmel dich trägt“ kämpft Uta Baumeister nicht nur gegen das Vergessen, sondern lässt den Leser auch ein Stück ihrer eigenen bewegenden Familiengeschichte miterleben, der emotional aufwühlt, nachdenklich stimmt und als Warnung im Hinterkopf verbleibt, dass sich dies nie wiederholen darf. Absolute Leseempfehlung!


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    Bei einem Barbesuch anlässlich ihres 40. Geburtstages, den Laura für ihre Mutter Nelli organisiert hat, trifft Nelli auf den 24-jährigen Luca, der sich mit Freunden ebenfalls dort aufhält. Nelli, die seit 5 Jahren geschieden ist, lässt sich leicht angesäuselt auf ein Abenteuer mit dem wesentlich jüngeren Mann ein und verbringt die Nacht mit ihm. Als sie sich morgens peinlich berührt davonstehlen möchte, hat sie nicht mit der Hartnäckigkeit von Luca gerechnet, der sie unbedingt wiedersehen will. Was soll’s, eine kleine Affäre kann nicht schaden, denkt sich Nelli, doch schon bald lädt Luca sie ein, ihn auf einen Kurzurlaub nach Italien zu begleiten, um seinen Großvater in Tabbino nahe Piacenza zu besuchen. Nelli gefällt es sofort in dem malerischen Ort, der vor allem für seine Tomaten berühmt ist, und stößt bei ihren Erkundungsausflügen auf den Italiener Roberto, der bei ihr sofort mehr als einen bleibenden Eindruck hinterlässt…


    Mit „Liebe ist tomatenrot“ schreibt sich Ursi Breidenbach schon mit den ersten Zeilen ins Herz des Lesers, dem sie nicht nur eine zauberhafte Geschichte präsentiert, sondern mit einer locker-leichten, humorigen und bildgewaltigen Erzählweise zu einer Kurzreise ins wunderschöne lebensfrohe Italien einlädt, wo sich schon aufgrund des Singsangs der italienischen Sprache und der Düfte von Tomaten, Zitronen und Kräutern sowie anderer Köstlichkeiten sämtliche Sinne des Lesers aktivieren. Das fiktive Dorf Tabbio klingt wie ein Märchenort, verwunschen, abgeschieden, verschlafen und doch so voller Lebensfreude, Emotionen und Familiensinn, die ansteckend sind und die Seele des Lesers wirklich in den Urlaubsmodus versetzen und zum Schwingen bringen. Ob es die wunderschöne Casetta ist oder das Beisammensein im Familienkreis, wo die Dialoge nur so hin und her geworfen werden, der Leser fühlt sich schnell als Teil des Ganzen und merkt, wie sich die unbändige Lebensfreude regelrecht überträgt, er in Tomatensoße und Pasta schwelgen kann und in den Entspannungsmodus fällt, um seine Aufmerksamkeit auf die verschiedenen Beziehungsgeflechte innerhalb der Familie zu richten und die Entwicklungen mitzuverfolgen. Die Autorin beschreibt zudem wunderbar die Zweifel einer Frau, die sich mit einem jüngeren Mann eingelassen hat. Für Männer ist das selbstverständlich, während Frauen sich um alles Mögliche sorgen, vor allem darüber, wie das nach außen wirkt. Aber auch Frauen haben ein Recht darauf, sich zu nehmen, was ihnen angeboten wird und sollten sich nicht darum scheren, was andere über sie denken, denn meistens steckt doch nur Neid dahinter.


    Die kreierten Charaktere sprühen voller Leben und wirken mit ihren sehr menschlichen Eigenschaften sehr authentisch und glaubwürdig, der Leser kann gar nicht anders, als sie in sein Herz zu schließen, sich ihnen nahe zu fühlen und mit ihnen eine wunderbare Zeit zu verbringen. Nelli ist eine gestandene Frau, die sich nach der Scheidung in die Arbeit gestürzt und das übrige Leben völlig ausgeschlossen hat. Kein Wunder, dass sie nach Aufmerksamkeit lechzt und diese auch genießt, wären da nicht die ständigen leisen Stimmen wegen dem Altersunterschied und ihre Zweifel. Sie ist eine anziehende und liebenswerte Frau, die sich dessen gar nicht mehr bewusst ist. Roberto ist ein Mann mit Lebenserfahrung, offen, ehrlich und mit viel Sensibilität ausgestattet. Guilia ist die Lebensfreude pur, die man einfach lieben muss. Aber auch Luca, Doris, Hans, Alba oder Kotzbrocken Tristan spielen ihre Rollen in dieser Geschichte ausgesprochen gut.


    „Liebe ist tomatenrot“ ist wunderbar unterhaltsam, gefühlvoll und mit jeder Menge „Dolce vita“ gespickt. Unbedingt lesen und den Kurzurlaub genießen! Ursi Breidenbach zeigt, wie es geht – absolute Leseempfehlung!


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    Finn Matthiesen hat der Apfelplantage seiner Familie schon früh den Rücken gekehrt, um sich als Finanzinvestor einen Namen zu machen und in der Heimat rar. Viele Affären und die Jagd nach Geld waren ihm immer wichtiger, auch um die Vergangenheit hinter sich zu lassen. Als er beruflich auf die alleinerziehende Mutter und Reedereibesitzerin Maike trifft, deren kleines Unternehmen er aufkaufen möchte, drängt sich die Vergangenheit mit Macht wieder in Finns Leben. Er hatte vor Jahren eine Liebelei mit Maike, und ihre kleine Tochter Anna erinnert ihn an seine tote Schwester Caroline. Als sein Bruder Tom ihm dann noch erzählt, dass er vermutet, Caroline sei noch am Leben, setzt das kleine Erinnerungsfetzen in Finns Kopf frei. Doch wird er das Geheimnis aus der Vergangenheit lüften können?


    Valentina May hat mit „Raureif“ den zweiten Teil ihrer Familiensaga und deren altes Geheimnis vorgelegt, die im Alten Land vor den Toren Hamburgs beheimatet ist und wo sich alles um die wunderschönen Apfelplantagen dreht. Der flüssig-leichte und gefühlvolle Schreibstil lässt den Leser schnell wieder in die Geschichte eintauchen. Diesmal dreht sich die Geschichte rund um Tom und Imkens Bruder Finn, der schon lange nichts mehr mit der alten Plantage zu tun haben will, was sicherlich auch in der Vergangenheit begründet liegt, die die Autorin langsam Fragment für Fragment offen legt. Der Leser schaut Finn bei seinem Job als Finanzinvestor über die Schulter, der mit Zahlen jongliert und ohne jede Regung eiskalt Unternehmen aufkauft, um sie meistbietend weiter zu veräußern. Die farbenfrohen Schilderungen der Landschaft und der Schiffe lassen schöne Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen, während er dem Schicksal von Finn und Maike folgt. Ebenso spannend wie das alte Familiengeheimnis um Caroline ist auch die sich anbahnende Beziehung zwischen Finn und Maike, die sich aus der Vergangenheit schon kennen. Schön war auch das Wiedersehen mit altbekannten Protagonisten aus dem ersten Band, die ein Gefühl von Vertrautheit wecken.


    Die Charaktere sind mit menschlichen Zügen glaubwürdig und lebendig in Szene gesetzt, so hat der Leser leichtes Spiel, sich in sie hineinversetzen zu können und mit ihnen den Ereignissen entgegen zu fiebern. Finn ist als Finanzinvestor ein ausgekochtes Schlitzohr, kalt wie eine Hundeschnauze und nur auf seine persönliche Gewinnmaximierung fixiert. Frauen sind für ihn Zeitvertreib, bloß keine Gefühle investieren, das könnte ihn aus dem Takt bringen. Doch dann geht eine Veränderung mit ihm vor, die glaubhaft von der Autorin dargestellt wird. Maike ist eine liebevolle Mutter und mit Herz und Seele Reederin, doch sie weiß auch um die harte Konkurrenz, die ihr das Leben schwer macht. Tom ist Finns Bruder, der die Apfelplantage im Alten Land führt. Er ist zurückhaltend und wortkarg, während Schwester Imken eine freundliche und warmherzige Frau ist, die versucht, die Familie irgendwie zusammenzuhalten.


    „Raureif“ ist eine gelungene Fortsetzung der geheimnisvollen Familiengeschichte, die Konflikte, alte Erinnerungen und eine neue Liebe in sich vereint, aber auch den Spannungslevel um das alte Geheimnis um Caroline weiter aufrecht erhält, das hoffentlich mit dem heißersehnten dritten Teil endlich gelüftet wird. Verdiente Leseempfehlung!


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    Obwohl das Wort „Liebe“ Penny schon die Augen rollen lässt, arbeitet sie als Standesbeamtin auf der Insel Usedom und führt Tag für Tag neue Paare der Ehe zu, wobei sie davon überzeugt ist, dass viele von ihnen sich besser nie getroffen hätten und die Scheidung nur noch reine Formsache ist. Mit den beiden Männern Pit und Heiner verbindet sie eine rein platonische Freundschaft und sonst nichts. Als mit Journalistin Verena „Frischfleisch“ für die Herrenwelt auf der Insel auftaucht und sowohl Pit als auch Heiner schon bald nicht nur an deren Lippen hängen, muss sich Penny eingestehen, dass dies sie ganz gewaltig stört…


    Lena Johannson hat mit „Liebesquartett auf Usedom“ einen turbulenten und gefühlsbetonten Kurzroman vorgelegt, der den Leser nicht nur auf die schöne Ostseeinsel Usedom beamt, wo er die Nase in die salzige Meeresluft stecken kann, sondern auch in den Beziehungsreigen, der dort stattfindet. Mit Penny hat die Autorin einen harten Brocken erschaffen, denn bei dem Wort „Liebe“ bekommt sie Schnappatmung und nimmt Reißaus. Mit amüsanten Akzenten und locker-flockigem Erzählstil lässt die Autorin den Leser an den Verwicklungen teilhaben, die mit Ankunft der „Konkurrenz“ auf der Insel stattfinden und Penny zu Gefühlen hinreißen lassen, die sie selbst nicht für möglich gehalten hat. Da wird einmal mehr deutlich: Freundschaft zwischen Männern und Frauen ist ein schwieriges Konzept! Und sobald jemand die Freundschaft „stört“, machen sich Besitzdenken und Eifersucht breit, was so manche Freundschaft sprengen kann. Pennys Gedankengänge und ihre Aktionen bringen dem Leser ein Grinsen ins Gesicht, während er insgeheim wettet, ob sie wohl erfolgreich sein wird.


    Die Charaktere sind ausgesucht liebevoll in Szene gesetzt und mit menschlichen Eigenschaften zum Leben erweckt worden. Der Leser schließt sie sofort ins Herz und darf bei ihren Unternehmungen Mäuschen spielen. Penny wirkt recht cool und abgeklärt, sie hat schon zu viele Ehen den Bach runtergehen sehen und sich deshalb einen Schutzschild gebaut. Als überzeugter Single kommt Liebe ihr nicht mehr in die Tüte. Pit hat schon eine Ehe erfolglos hinter sich gebracht und braucht diese Erfahrung nicht noch einmal, während Heiner der Karrieretyp ist, der nur sein Geschäft und die Finanzen im Kopf hat. Verena ist eine aufgeschlossene und neugierige Frau, die keine Berührungsängste kennt und schnell Anschluss findet.


    „Liebesquartett auf Usedom“ ist ein witziger Kurzroman über Freundschaften zwischen Männern und Frauen und wie sehr man sich doch oftmals Dinge einredet, die eigentlich doch ganz anders sind. Sehr kurzweilig und perfekt für einen Nachmittag in der Hängematte!


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    Das Leben ist kein Ponyhof! Das muss Hannah Jannsen einmal mehr feststellen, denn sie ist nicht nur genervt von ihren Gästen und der Arbeit in ihrer kleinen Pension auf Amrum, auch die anstehenden Umbau- und Renovierungsarbeiten schlagen ihr auf den Magen, denn eigentlich wollte sie immer ein kleines heimeliges Café führen, in dem sie ihre Gäste mit allen erdenklichen Leckereien verwöhnt. Kurzentschlossen fängt Hannah an, ihren Traum greifbar zu machen und den Umbau der Pension in ein Café zu planen. Der Fund des alten Backbuches ihrer Uroma verschlägt Hannah voller Elan direkt in die Küche, um all die Köstlichkeiten auf ihre Tauglichkeit zu prüfen. Während sie bei der Umsetzung ihrer Pläne durch Freunde tatkräftig unterstützt wird, spuckt ihr Verlobter Lennard ihr in die Suppe, denn er ist so gar nicht begeistert von ihrem Vorhaben…


    Susanne Oswald hat mit „Verliebt im Café Inselglück“ einen unterhaltsamen und gefühlvollen Roman vor dem Hintergrund der schönen Nordseeinsel Amrum vorgelegt. Der locker-flüssige Schreibstil lässt den Leser schnell in die Handlung eintauchen und Hannah bei ihrem Großprojekt und Lebenstraum vom eigenen Café zur Seite stehen, während er sich die salzige Luft um die Nase wehen lässt und in einer kurzen Auszeit wähnt. Die Autorin spiegelt mit ihren farbenfrohen Beschreibungen nicht nur das Inselgefühl wunderbar wieder, sondern lässt dabei auch während der Lektüre schöne Bilder vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Auch die aufgeführten Köstlichkeiten, die während Hannahs Backwahn entstehen, verführen die Sinne, lassen den Magen dauerhaft knurren und von dem Genuss dieser Leckereien träumen. Die Vermischung von Fiktion und Wahrheit ist der Autorin in dieser Geschichte sehr gut gelungen, aber auch das Einbringen von aktuellen Themen des Zeitgeschehens lassen die Handlung glaubhaft wirken. Kurzweilig lässt die Autorin den Leser an Hannahs Umbauphase hautnah teilhaben, bei der sie gleichzeitig den guten Zusammenhalt und die Unterstützung des Freundeskreises vermittelt, die alle mit anpacken, um Hannahs Traum zu realisieren. Gleichzeitig vermittelt sie unterschwellig die Botschaft, dass es nie zu spät ist, seine Pläne zu realisieren, wenn man nur mutig genug ist.


    Die Charaktere sind lebendig in Szene gesetzt und wirken mit ihren menschlichen Eigenschaften glaubwürdig und authentisch. Der Leser kann sich mit ihnen identifizieren, was das Mitfiebern und –fühlen erleichtert und die Lektüre zum Genuss macht. Hannah ist eine warmherzige und sympathische Frau, die verantwortungsbewusst die Pension ihrer Eltern übernahm, obwohl sie ganz andere Träume hat. Mutig krempelt sie die Ärmel hoch und darf sich der Unterstützung ihrer treuen und zupackenden Freundinnen Finja und Elisabeth gewiss sein. Lennard wirkt irgendwie fehl am Platz, sein ständiges Lamentieren sowie seine unterkühlte Art machen ihn nicht gerade sympathisch. Tahmineh ist eine zurückhaltende und scheue junge Iranerin, die einiges durchmachen musste und endlich angekommen zu sein scheint. Aber auch Jan, Holke und Fiete versprühen Inselcharme und Wohlgefühl.


    „Verliebt im Café Inselglück“ ist ein unterhaltsamer Roman mit Wohlfühlcharakter und jeder Menge Inselzauber, der nicht nur mit leckeren Köstlichkeiten aufwartet, sondern auch mit Herz. Leseempfehlung!


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    Der Gutshof ihrer Großeltern in der Eifel wird Paulas neue Heimat und Arbeitsstätte, nachdem sie der lärmenden Großstadt den Rücken zugekehrt hat. Die Ruhe auf dem Land lässt Paula runterkommen und ihre Träume in Angriff nehmen, denn sie möchte den Biomarkt mit eigenen Produkten wie eigenem Ziegenkäse, selbstgemachtem Apfelaufstrich und eigens gebrannten Likören erobern. Zusätzlich sollen es noch Blockhäuser für Feriengäste geben, die Tischler Theo fertigen soll. Leider liegt Paula die nötige finanzielle Weitsicht überhaupt nicht, so dass sie schon recht bald vor großen Problemen steht. Nicht nur Hofarbeiter Finn steht ihr in ihrer schweren Stunde zur Seite, sondern auch Theo erweist sich als Fels in der Brandung und treibt zudem Paulas Herzschlag gefährlich nach oben…


    Cordula Gravensteiner hat mit „Obstblütenträume“ einen gefühlvollen und unterhaltsamen Liebesroman vorgelegt, der den Leser mit einem flüssig-leichten und warmherzigen Erzählstil in die wunderschöne Eifel entführt, um dort Paulas Neustart mitzuerleben und in Gerüchen und Düften zu schwelgen, die einem während der Lektüre die Sinne vernebeln. Realistisch stellt die Autorin die Schwierigkeiten dar, die mit der Verwirklichung von Paulas Traum einhergehen: die Umstellung auf Bio, die finanziellen Risiken, aber auch Dinge von der Pike auf zu lernen, mit denen man bisher keinerlei Erfahrung hatte. Dem gegenüber steht Paulas Enthusiasmus, sie brennt für das, was sie tut und erkämpft sich jeden Millimeter. Überhaupt wird in dieser Geschichte ganz eindeutig hervorgehoben, wieviel Mut und Kraft es braucht, etwas völlig Neues, Unbekanntes in Angriff zu nehmen und dass auch nicht immer alles glatt läuft. Die Autorin holt mit ihren Worten nicht nur wunderschöne Landschaftsbilder im Kopf des Lesers hervor, auch die aufgeführten Köstlichkeiten kitzeln die Sinne des Gaumens und der Nase.


    Die Charaktere sind lebendig in Szene gesetzt und wirken wie Menschen, die man schon jahrelang kennt. Deshalb fällt es nicht schwer, sie mit ihren individuellen Ecken und Kanten ins Herz zu lassen, denn sie wirken glaubwürdig und authentisch, so dass man mit ihnen fühlen darf. Die 30-jährige Paula ist eine Frau mit Herz und Schnauze und die geborene Kämpferin. Sie lässt sich durch Rückschläge nicht unterkriegen und auch, wenn sie kurzfristig mal in ein Loch fällt, steht sie auf, richtet ihr Krönchen und geht wieder mutig voran. Finn ist Geselle an Paulas Hof und steht seiner Chefin immer zur Seite. Tischlermeister Theo ist ein Naturbursche, der gerne mit den Händen arbeitet. Er ist zuverlässig und verantwortungsbewusst, ist aber ein gebranntes Kind durch Erfahrungen in der Vergangenheit. Oma Claire ist eine weise Perle mit ausgezeichneten Kochkünsten. Ebenso überzeugen weitere Protagonisten mit ihren Episoden und machen die Geschichte rundum gelungen.


    Mit „Obstblütenträume“ ist der Autorin eine schöne und kurzweilige Wohlfühlgeschichte gelungen, die neben wunderbaren Landschaftsbeschreibungen auch eine Handlung wie aus dem realen Leben bietet, wobei sowohl die Liebe als auch die Gaumenfreuden nicht zu kurz kommen. Verdiente Leseempfehlung!


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    Bianca Massinelli führt das auf dem Weingut ihrer Familie gelegene Restaurant Fiore mit geschickter Hand und einem Ideenreichtum an frischen Gerichten, wodurch sie sich inzwischen einen sehr guten Ruf erworben hat, der für einen steten Strom hungriger Gäste sorgt, die das Besondere lieben. Doch ausgerechnet, als sich ein Restauranttester angekündigt hat, lässt sie ihr Chefkoch Carlo samt kassiertem Vorschuss im Regen stehen. Allein kann Bianca die Küche nicht stemmen, da sie immer noch mit den Spätfolgen eines lange zurückliegenden Unfalls zu kämpfen hat, aber sie hat Glück im Unglück, denn ein Hotelgast namens Nando Branconi entpuppt sich als Sternekoch und hilft kurzerhand in der Küche aus. Dabei kommen sich Nando und Bianca näher, das scheint allerdings jemandem ein Dorn im Auge zu sein, denn plötzlich wird das Restaurant sabotiert. Auch Biancas Nachforschungen nach dem Unfallfahrer, dem sie ihre Einschränkungen zu verdanken hat, gestalten sich schwierig. Wird sie je erfahren, wer sie angefahren hat?


    Constanze Wilken hat mit „Biancas Geschichte“ den zweiten Teil ihrer Dilogie „Die Schwestern der Villa Fiore“ einen wunderbar warmherzigen und gefühlvollen Nachfolgeband vorgelegt, der dem Vorgänger in Nichts nachsteht. Der flüssig-leichte, farbenfrohe und anrührende Erzählstil entführt den Leser schnell in die wunderschöne Toskana, um im Massinelli-Haushalt einzuziehen und Bianca und ihr Schicksal näher kennenzulernen. Bildhafte Beschreibungen lassen nicht nur herrliche Landschaften vor dem inneren Auge vorbeiziehen, sondern fangen auch das Flair des Restaurantambientes ein und die italienische Lebensfreude sowie die Leidenschaft für genussvolle Speisen ein, die einem schon beim Gedanken daran das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Wechselnde Erzählperspektiven lassen mal Bianca, mal Nando zu Wort kommen und erlauben dem Leser einen tieferen Einblick in die Geschehnisse, die Gedanken- und Gefühlswelt der Akteure, aber auch Teresa darf aus dem Nähkästchen ihrer Vergangenheit plaudern. Die Autorin transportiert in gefühlvoller Weise aber auch den Familienzusammenhalt der Massinellis sowie Biancas Trauma seit dem Unfall, das sie bisher nicht überwunden hat und unter dessen Auswirkungen sie bis heute körperlich leidet. Der Spannungsbogen, zu Beginn noch gemächlich angelegt, steigert sich im Verlauf der Handlung deutlich auf ein schönes Niveau und veranlasst den Leser, sich von den Seiten gar nicht mehr zu trennen.


    Die Charaktere sprühen vor Lebendigkeit und italienischem Charme, wirken glaubwürdig und der Realität entsprungen. Der Leser fühlt sich ihnen wie bei alten Freunden sofort eng verbunden und hadert, hofft und fiebert mit ihnen. Bianca ist mit Leib und Seele Gastgeberin und Köchin, sie liebt es zu verwöhnen und zu experimentieren, um die Gaumen der Gäste zu erfreuen. Dabei ist sie zurückhaltend und innerlich auch zerrissen, denn aufgrund ihres Handicaps ist sie voller Selbstzweifel, doch sie strahlt auch Stärke und Güte aus. Als Koch ist Nando eine Perle, doch mit seinem Einfühlungsvermögen und seiner Warmherzigkeit tut er sich noch mehr hervor, dabei hat er in seiner eigenen Familie so manche Baustelle, die ihm das Leben schwer macht. Seine Ex-Frau Arianna ist eine Schlange, die nur an sich denkt. Elena macht in ihrer Eifersucht einige Dummheiten, die unverzeihlich sind. Sara ist unnahbar, hat selbst einige Leichen im Keller und schimpft sich doch Biancas Freundin. Aber auch die Massinellis, allen voran Nonna Teresa, haben einiges zu dieser Geschichte beizutragen, so dass man sich gar nicht von ihnen trennen mag.


    Mit „Biancas Geschichte“ der „Schwestern der Villa Fiore“ ist Constanze Wilken wieder ein ganz besonderes Buch gelungen, das den Leser nicht nur mit italienischem Flair und tollen Akteuren wunderbar unterhält, sondern sich während der Lektüre klammheimlich ins Herz schleicht und dort einnistet. Absolute Leseempfehlung für eine zauberhafte und warmherzige Geschichte voll Dolce Vita!


    Einfach wunderschön für :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Wenn man den Träumen Leben schuldet

    Isabel arbeitet in London als Controllerin bei einer Investmentbank. Gerade hat sie sich eine teure Eigentumswohnung geleistet, in der sie zukünftig mit ihrem Verlobten Jack leben möchte. Doch als der sie mit einer Kollegin betrügt und dann auch noch ihre geliebte Großtante Ada stirbt, zieht es Isabel den Boden unter den Füssen weg. Sie nimmt sich vier Wochen Urlaub und reist in die Toskana zur Testamentseröffnung, bei der sie erfährt, dass sie das schöne Bauernhaus nebst eigenem Weinberg nur zur Hälfte erbt. Der andere Teil geht an ihre ehemalige Jugendliebe und besten Freund Neri, der als Sohn des Grafen von Torrelupo eine besondere Stellung hat, an der damals die Beziehung zu ihm zerbrochen ist und Isabel seither keinen Schritt mehr auf toskanischen Boden gesetzt hat. Kaum hat sich Isabel in dem alten Haus ihrer Tante niedergelassen, stürmen die Erinnerungen von damals auf sie ein, als sie jeden Sommer dort verbracht hat. Aber auch Neris Anwesenheit fördert einige Bruchstücke zutage, die Isabel bis heute nicht verwunden hat…


    Lisetta Renzi hat mit „Das Haus der verlorenen Träume“ einen unterhaltsamen Liebesroman vorgelegt, dessen Geschichte die malerisch-romantischen Toskana als Hintergrundkulisse hat. Der eingängig-flüssige und gefühlvolle Erzählstil verführt den Leser sofort und lässt ihn gemeinsam mit Isabel eine nostalgische Reise antreten, in denen nicht nur alte Erinnerungen eine Rolle spielen, sondern auch gewichtige Entscheidungen endlich fällig werden. Besonders hervorzuheben sind die den Kapiteln vorangestellten Beschreibungen über einzelne Gegenstände und Raumgestaltungen, die ganz wunderbar zur Thematik des jeweiligen Inhalts passen und gleichzeitig schöne Tipps geben, die eigenen vier Wände gemütlich zu gestalten. Der Zauber der Toskana und seiner Weinberge sowie die italienische Lebensfreude seiner Bewohner werden durch farbenfrohe Beschreibungen an den Leser übertragen, der den würzigen Geruch von besonderen Kräutern, Käse und Wein alsbald in der Nase hat und sich wünscht, in einer lauen Sommernacht mit den Protagonisten an einem Tisch zu sitzen und es sich gutgehen zu lassen. Die Geschichte birgt zwar keine großen Überraschungen, transportiert aber ein wunderbares Gefühl von Urlaub und Fernweh.


    Die Charaktere sind liebevoll in Szene gesetzt und bestechen mit ihren individuell angelegten Eigenschaften durch Glaubwürdigkeit und Authentizität. Der Leser fühlt sich von Beginn an wohl mit ihnen und kann ihre Gefühle und Handlungen gut nachvollziehen. Isabell ist eine Frau, die gern die Kontrolle behält und nichts dem Zufall überlässt. Sie hat Angst vorm Fliegen und vorm Tauchen, beschäftigt sich lieber mit Zahlen und Dingen, die keinerlei Emotionen hervorrufen. Eigentlich ist sie aber ein sehr gefühlvoller Mensch mit einem guten Auge für Details, doch dies hat sie jahrelang unterdrückt. Je länger sie sich in der Toskana aufhält, umso emotionaler und offener wird sie wieder für die Dinge, die sie einmal geliebt hat. Neri ist ein attraktiver junger Mann, der gern mit den Händen arbeitet. Von Kindheit an wurde er mit einem gewissen Standesdünkel erzogen, der ihm oftmals im Weg steht. Er ist fleißig, beliebt und hat eine gute Antenne für die Gefühle anderer. Aber auch Giovanna, Kate, Jack und Bardo sind für den Verlauf der Geschichte nicht unwichtig.


    „Das Haus der verlorenen Träume“ ist ein gefühlvoller Liebesroman, den man am besten im Italienurlaub oder in einer Hängematte unter einem schattigen Baum genießen sollte, um dabei ins Träumen zu geraten. Schöne Wohlfühlgeschichte mit Leseempfehlung!


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    1938. Der Zweite Weltkrieg steht kurz bevor und sowohl die adligen Inghams als auch die Dienstbotenfamilie Swann hoffen noch darauf, dass England sich nicht einmischen wird. Doch die Hoffnung ist vergebens, einmal mehr sind sie gefordert, sich um den Zusammenhalt der Familie sowie um das allgemeine Überleben ihrer Mitmenschen zu kümmern. Derweil müssen sie zusehen, wie ihre Kinder und Enkel zum Kriegsdienst eingezogen werden und können nur beten, dass der Krieg bald endet und alle wohlbehalten in den Schoß der Familie zurückkehren werden…


    Barbara Taylor Bradford hat mit „Jahre des Schicksals“ den dritten Teil ihrer historischen Familienreihe um CavendonHall vorgelegt und sich diesmal die Zeit des Zweiten Weltkriegs sowie der Belastungen und Entwicklungen in den beiden Familien annimmt. Der Leser zieht gern wieder nach Yorkshire in den Familiensitz der Ingrams ein und darf sich bei einem Tässchen Tee für die nächste Zeit ganz auf die Aktivitäten der Bewohner konzentrieren. Mit flüssig-leichten und farbenfrohen Worten führt die Autorin den Leser in eine emotionale Geschichte, denn die Zeiten stehen auf Krieg und setzen den einzelnen Familienangehörigen aufs Schärfste zu. Die Inghams sind nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Landbewohner verantwortlich, deren Wohl sie ebenfalls verpflichtet sind. Aber auch die einschneidenden Veränderungen innerhalb der Familie, die Sorge um die Kinder und Enkel, die zum Kriegsdienst einberufen werden, werden sehr einfühlsam und glaubhaft geschildert. Die bildhaften Beschreibungen lassen die Handlung während der Lektüre vor dem inneren Auge des Lesers wie einen Kinofilm ablaufen, so dass man das Gefühl hat, bei allem hautnah dabei zu sein. Überraschende Wendungen tragen außerdem dazu bei, die Spannung immer wieder zu steigern.


    Die bereits bekannten Charaktere wurden glaubhaft weiter entwickelt und neue gut inszeniert eingeführt. Der Leser hat das Gefühl, zu Gast bei alten Freunden zu sein und an ihren Schicksalen teilzuhaben. Wie in vielen Familien üblich, gibt es auch hier einige Intrigen, Neid, Liebesbande, Verluste und einiges mehr, was durchlebt werden will. Die ungewöhnlichen Bande und der Zusammenhalt zwischen den Ingrams und ihren langjährigen Dienstboden sind eng und lassen die herrschaftliche und bürgerliche Seite oftmals verschwimmen, vor allem jetzt in den Kriegsjahren, die ihnen gemeinsam einiges abverlangt. Als Leser hofft man, dass Daphne, Charlotte, Dulcie und Cecily mit ihren Familien heil durch den Krieg kommen werden und keine Verluste zu beklagen haben.


    „Jahre des Schicksals“ ist ein unterhaltsamer und schöner Schmöker, der den Leser à la „Downton Abbey“ abtauchen lässt und kurzweilig sowie spannend eine turbulente Zeit mit den Familienangehörigen erleben lässt. Verdiente Leseempfehlung.


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    1958. Die berühmte Operndiva Maria Callas hat jahrelang ihre Stimme zu Höchstleistungen gezwungen, doch nun fordert der Körper seinen Tribut und zahlt es ihr mit dem baldigen Versagen ihrer Stimme zurück. Eine Erholungsphase ist nicht in Sicht, denn Maria ist ein gefragter Star, der auf den Bühnen der Welt für ausverkaufte Häuser sorgt. Als sie dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis begegnet, entbrennt zwischen den beiden eine gefährliche Liebesbeziehung, obwohl beide noch mit ihren jeweiligen Partnern verheiratet sind. Onassis und Maria sind jahrelang fast unzertrennlich, bis er die ehemalige amerikanische First Lady Jackie Kennedy trifft und diese 1968 heiratet. Für Maria Callas kam dies einem Todesstoß gleich, von dem sie sich nie richtig erholte…


    Michelle Marly beleuchtet mit „Die Diva“ die explosive Liebesbeziehung zwischen der weltbekannten griechisch-amerikanischen Sopranistin Maria Callas und dem berüchtigten Reeder Aristoteles Onassis. In ihrem Roman mit autobiographischen Zügen lässt Marly in flüssigen und einfühlsamen Worten die charismatische, die Göttliche „La Divina“ Maria Callas für die Zeitspanne von 1958 bis 1969 wiederauferstehen. Der Leser begibt sich auf eine Zeitreise in die Mitte des letzten Jahrhunderts, um die Begegnung zweier schwieriger Persönlichkeiten und ihre teils recht ungesunde Beziehung mitzuerleben, die sich in der schillernden Welt des glamourösen Jet Sets bewegen und deren Verhalten nie unauffällig und unkommentiert blieb. Die Autorin stellt dabei die besondere Abhängigkeit Marias heraus, die schon seit ihrer Kindheit unter Ablehnung, Verlustängsten und dem Ehrgeiz anderer litt. Die Autorin lässt den Leser während der Lektüre hinter die Kulissen der Opernwelt schauen und gewährt auch einen tiefen Blick in das Seelenleben ihrer Protagonistin. Mit der farbenfrohen Erzählweise erreicht Marly einmal mehr, dass der Leser sich eher mittendrin statt nur dabei fühlt und sowohl die Operndiva als auch den exzentrischen Reeder von einer etwas persönlicheren Seite kennenlernt, was nicht nur kurzweilig, sondern auch sehr spannend ist.


    Die Charaktere hat Marly wunderbar eingefangen und lebendig werden lassen. Sie verströmen den elitären Flair eines glamourösen Paares, lassen aber auch einen Blick in ihre Seelen zu, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Maria Callas wurde schon in ihrer Kindheit durch den Weggang des Vaters und den Drill der Mutter geprägt. Sie konnte es nie jemandem recht machen, setzte deshalb an sich selbst extrem hohe Maßstäbe. Ihr außergewöhnliches Talent machte sie an den Opernhäusern dieser Welt zu einem Star der Superlative. Doch auch als gefeierter Star war sie eine Frau, die unter Verlustängsten und Ablehnung litt, die hemmungslos und mit jeder Faser ihres Herzens bis zum Exzess liebte, aber auch so unsäglich unter der Trennung litt und nie darüber hinweg kam. Onassis war ein Selfmade-Billionaire, der mit Kunst nichts am Hut hatte und Frauen als schmückendes Beiwerk betrachtet. Nicht gerade attraktiv, aber unermesslich reich war er ein egozentrischer Playboy, dem eine Frau nicht reichte. Seine Beziehung zu Maria war allerdings anders, denn sie stammten aus ähnlichen Verhältnissen und verdankten ihren Erfolg unermüdlichem Fleiß und harter Arbeit, gerade deshalb passten sie so gut zusammen.


    „Die Diva“ ist ein tiefgründiger, gut recherchierter Roman mit autobiographischen Zügen über einen wichtigen Lebensabschnitt des Jahrhunderttalents der Opernszene, Maria Callas. Ihre unglückliche Liebesbeziehung zu Aristoteles Onassis berührt ebenso wie ihre göttliche Stimme. Nach dieser Geschichte hört man einige ihrer Interpretationen mit anderen Ohren. Absolute Leseempfehlung!


    Wunderbare :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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    17. Frawina, Thomson - 16
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    20. Leen, the-black-one - 13
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    25. *sophie, Bast, countrymel, E-Krimi, xxmarie91xx - 8
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    27. Motte, Lilias, Annett, pescador - 6
    28. Melanie512, Valrike, Narenda _, Mellojello - 5
    29. Struppi, Break Free - 3
    30. Carojenny, Mariexy- 2
    31. Yvonne80, aleXi.s - 1

    Als ihr Vater ihr mitteilt, dass ihre Großmutter in Österreich im Sterben liegt, packt Leonie in Berlin sofort ihre Sachen und lässt Berlin sowie Freund Marian nebst ihrem gemeinsamen Café hinter sich, um Abschied von ihrer Oma zu nehmen, aber leider kommt sie zu spät. Ein Gespräch mit dem Pfarrer macht Leonie deutlich, dass sie so gut wie gar nichts über ihre Vorfahren weiß. Der Fund eines Briefes sowie alter Bilder im Nachlass ihrer Großmutter macht Leonie neugierig und lassen sie mit Unterstützung ihres Vaters Vincent und dem Pfleger Jan Nachforschungen über ihre eigene Verwandtschaft anstellen. So trägt Leonie nach und nach die Geschichte ihrer Familie zusammen und erfährt dabei ein dunkles Geheimnis…


    Eva Grübl-Widmann hat mit „Zeit der Dornen“ einen unterhaltsamen und kurzweiligen Roman vorgelegt, der den Leser zu einer abenteuerlichen Reise einlädt, um unbekannte und verschollene Menschen aufzuspüren und mit der Hauptprotagonistin Leonie einiges über ihre eigene Familiengeschichte zu erfahren. Der Schreibstil ist flüssig-leicht und gefühlvoll, der Leser schaut Leonie bei ihren Aktivitäten über die Schulter und lernt dabei ihre Gedanken- und Gefühlswelt kennen. Wechselnde Zeitperspektiven lassen den Leser mal die Gegenwart im Jahr 2000 mit Leonie und deren Suche verbringen, mal bringen Rückblenden in die Vergangenheit zu Beginn des 20. Jahrhunderts komplizierte und dramatische Familienverhältnisse sowie allerlei Schwierigkeiten zum Vorschein, die nach und nach ein vollständiges Bild ergeben. Die von Grausamkeit geprägte Kindheit der beiden Brüder Hans und Valentin geht dabei sehr zu Herzen. Die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse der damaligen Zeit wurden von der Autorin gut mit ihrer Handlung verwoben.


    Die Charaktere sind differenziert ausgestaltet, wirken aber leider distanziert und unnahbar, so dass es dem Leser schwer fällt, eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und ihr Schicksal eher aus der Ferne beobachtet. Leonie ist eine energische und zielgerichtete Frau, die jede Herausforderung annimmt, die sich ihr bietet und nicht aufgibt, bis sie am Ziel ist. Aber sie wirkt auch etwas spröde, so dass sie dem Leser immer ein wenig fremd bleibt. Die beiden Brüder Valentin und Hans mussten eine tragische Kindheit durchleben, welches sie ihr ganzes Leben begleitet. Ebenso spielen Jan, Anna-Maria, Erwin und Stanislas eine gewichtige Rolle in der Geschichte, die einige Dramatik aufweist.


    „Zeit der Dornen“ ist ein durchaus kurzweiliger und unterhaltsamer Roman über ein altes Familiengeheimnis, jedoch fehlt es den Protagonisten an Wärme und Ausstrahlung, die das Lesevergnügen eintrübt und somit die Geschichte nur halb so spannend und lesenswert macht. Schade!


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    60er Jahre Hamburg. Der Zweite Weltkrieg liegt bereits einige Jahre zurück und hat der Familie Nieland einige Verluste eingebracht. Nun befindet sich Deutschland mitten im Wiederaufbau und im Wirtschaftswunder, was auch Veränderungen für die Familien Nieland und Timmlein mit sich bringt. Sofie Timmleins Enkelin Isabel möchte eine ernstgenommene Journalistin werden, während ihre Cousine Rosa sich als Schauspieler einen Namen machen möchte, doch dann wird sie unfreiwillig durch die Grenzmauer, die Deutschland in Ost und West teilt, von ihrer Familie getrennt und versucht alles, um wieder in den Schoß dieser zurückzukehren, was sich als gefährlich und gar nicht so einfach herausstellt. Die Sturmflut 1962 verlangt den beiden Familien noch einmal alles ab, denn auch diesmal bleiben sie nicht von Überraschungen verschont…


    Charlotte Jacobi hat mit „Sturm über der Villa am Elbstrand“ den finalen Teil ihrer Hamburg-Trilogie vorgelegt, der wieder einmal mit einigen Verwicklungen, sehr guter historischer Hintergrundrecherche und vielen Spannungsmomenten aufwarten kann. Der Erzählstil ist flüssig, bildhaft und fesselnd, nach wenigen Zeilen hat sich der Leser erneut in der Elbstrandvilla in Hamburg eingelebt und verfolgt voller Neugier die Entwicklungen und Machenschaften der Hausbewohner nach einem Zeitsprung von mehreren Jahrzehnten. Sehr gelungen werden für Erstleser viele Informationen aus den ersten beiden Bänden als Randnotizen eingeflochten, so dass der Leser der Handlung durchgängig folgen kann. Die akribische Recherche des historischen Hintergrunds ist auch diesmal wieder exzellent, so werden viele Details rund um die große Flut in die Handlung mit eingebracht, aber auch der Mauerbau, die Anti-Atomkraftmärsche sowie der Hamburg-Besuch der Beatles finden sich in der Geschichte wieder. Viele bekannte Namen der damaligen Zeit tauchen im Rahmen des politischen und gesellschaftlichen Lebens der damaligen Zeit auf und zeugen einmal mehr von der guten Hintergrundrecherche. Überraschende Wendungen machen die Geschichte durchweg spannend und aufgrund der bildreichen Erzählweise hat der Leser während der Lektüre das Gefühl, nicht nur das Leben einiger Familienmitglieder zu beobachten, sondern hautnah bei einem Stück Zeitgeschichte mit dabei zu sein.


    Die bekannten Charaktere haben den Jahren angepasst eine glaubwürdige Entwicklung hingelegt, die Enkelgeneration ist liebevoll und lebendig neu inszeniert, so dass sie dem Leser ebenso schnell ans Herz wachsen, wie die „alten Hasen“. Sofie Timmlein ist inzwischen eine geachtete und angesehene Zahnärztin, was sie ihrer eigenen Hartnäckigkeit, ihrem Fleiß und ihrer Ausdauer zu verdanken hat, aber auch ihrer Hilfsbereitschaft und ihrem Gerechtigkeitssinn. Auch Anna steht noch mit beiden Beinen im Leben und hat von ihrer resoluten Art nichts verloren. Isabel besitzt eine gesunde Neugier und gebärdet sich teilweise wie ein Pitbull, während sie Nachforschungen betreibt und den Dingen auf den Grund geht. Rosa ist eine Künstlerseele, die sich in arge Schwierigkeiten bringt. Aber auch Willy, Timon und Burkard machen diese Geschichte rundum spannend und zu einem krönenden Abschluss der Familiensaga.


    Mit „Sturm über der Villa am Elbstrand“ heißt es Abschiednehmen von liebgewonnenen Protagonisten. Das Buch besticht durch eine akribische Hintergrundrecherche sowie der Entwicklung einer Familie über mehrere Jahrzehnte, wobei die schicksalshafte Erlebnisse der Vergangenheit bis in die Zukunft reichen. Spannende und kurzweilige Lektüre, die man nicht aus der Hand legen kann und somit eine Leseempfehlung verdient.


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    Als Sohn eines Malers wächst Raffael Sanzio nach dem frühen Tod seines Vaters bei seinem Onkel in Urbino auf und erhält schon bald aufgrund seines großen Maltalents den Meisterstatus. Schon bald, nachdem sein Jugendfreund Daniele sich verabschiedet hat, um in Rom Priester zu werden, muss Raffael aus politischen Gründen fluchtartig seine Heimat verlassen und macht sich auf den Weg nach Perugia, um dort unter seinem Vorbild Vannuci zu arbeiten. Über einen Mäzen gelangt Raffael erst nach Siena, dann nach Florenz und Rom, wo er sich in die Bäckerstochter Margherita Luti verliebt, die von da an als seine Muse gilt. Papst Julius II. beauftragt Raffael für einige Altarbilder, wo dieser auch auf Leonardo da Vinci und Michelangelo trifft, die bereits als Maler in den Diensten des Papstes stehen…


    Noah Martin hat mit „Raffael – Das Lächeln der Madonna“ einen fulminanten historischen Roman vorgelegt, der Fiktion und Realität auf wunderbare Weise miteinander verschmelzen lässt und den Ausnahmekünstler Raffael sowie die spannende Zeit der Renaissance wieder zum Leben erweckt. Der Erzählstil ist flüssig, farbenprächtig und fesselnd, schon mit den ersten Zeilen wird der Leser in die italienische Hochrenaissance zurückversetzt, wo er den begabten Maler Raffael Sanzio schon in jungen Jahren kennenlernt und ihm bei seiner Entwicklung zu einem der bedeutendsten Künstler seiner Zeit begleiten darf. Währenddessen gibt der Autor mit viel Kunstverstand und sehr gut recherchiert die gesellschaftlichen Entwicklungen dieser Zeit wieder und malt mit Worten das Bild einer Epoche voller Machtkämpfe, den Einfluss der Kirche sowie politischer Umbrüche, wobei er wahre Begebenheiten mit Fiktion auf sehr gekonnte Art miteinander verbindet. Dabei bedient er sich auch bekannter Persönlichkeiten wie den Borgias oder Leonardo da Vinci und Michelangelo, die Raffaels Leben und Wirken auf prägende Weise gekreuzt haben. Gleichzeitig lässt Martin auch Raum für Raffaels Liebe zu Margarethe Luti und den Werdegang seines erfundenen Jugendfreundes Daniele.


    Die Charaktere sind fein gezeichnet und sprühen voller Leben, wirken glaubwürdig und authentisch in ihren Eigenschaften, so dass der Leser sie gern durch die Seiten begleitet. Raffael ist schon in jungen Jahren als Maler ein Ausnahmetalent, der alles seiner Kunst unterordnet. Er gerät politisch immer wieder zwischen die Fronten, dabei ist er ein Mann, der trotz seines Talents auf dem Boden geblieben ist. Sein Herz hat er an Margherita Luti verschenkt, die ihm Zeit seines Lebens eine Muse war, doch geheiratet hat er nie. Michelangelo, ebenfalls ein herausragender Maler, ist herablassend und abweisend. Er lässt keine andere Künstlerbegabung neben seiner eigenen gelten, was auf einen gewissen Neid und Unsicherheit hindeutet, die er geschickt durch seine arrogante Art zu kaschieren sucht. Leonardo da Vinci war für Raffael ein Lehrmeister. Aber auch Daniele, Piero Petrucci und Margherita Luti spielen eine bedeutende Rolle in Raffaels Leben und dieser Geschichte.


    Mit „Raffael – Das Lächeln der Madonna“ hat Noah Martin eine opulente und packende Hommage an den Maler Raffael Sanzio erschaffen, die den Leser Geschichte hautnah miterleben lässt und dem Künstler über die Schulter sehen darf. Wunderbar inszeniert, absolute Leseempfehlung für einen Romangenuss der Extraklasse!


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    Die 25-jährige Poppy hat das große Glück, mit Jamie die Liebe ihres Lebens gefunden zu haben. Doch dann fällt ihr Leben in tausend Scherben, als er an ihrem ersten Hochzeitstag bei einem Überfall erschossen wird. Poppy kann sich eine Zukunft ohne Jamie gar nicht vorstellen, in ihrer Trauer entschließt sie sich, Jamies Wunschliste abzuarbeiten, um ihm gedanklich nahe zu sein und langsam selbst wieder ins Leben zurückzufinden. Mit der Eröffnung eines eigenen Restaurants realisiert Poppy seinen ersten Traum und merkt dabei, wie sehr es ihr selbst Zufriedenheit verschafft. Doch es warten noch weitere Wünsche darauf, von Poppy realisiert zu werden. Dabei bekommt sie Unterstützung von Cole, der für sie kein Unbekannter ist…


    Devney Perry hat mit „Ein Sonnenstrahl im Regen“ einen unterhaltsamen und anrührenden Roman vorgelegt, der den Leser auf eine Achterbahn der Gefühle schickt. Der Schreibstil ist flüssig, emotional und bildhaft, so dass der Leser schon mit den ersten Zeilen in die Geschichte eintauchen kann. Wechselnde Perspektiven machen nicht nur die Gedanken- und Gefühlswelt von Poppy deutlich, sondern geben dem Leser auch einen Einblick in Coles Leben. Schon im Prolog schlittert der Leser mit Poppy von himmelhochjauchzenden Glücksmomenten in ihrem Eheleben in die grausame Fratze des schrecklichen Verlustes und muss einmal mehr feststellen, wie nahe Glück und Unglück doch beieinander liegen. Der Autorin gelingt der Spagat, gefühlvolle Szenen nicht ins klischeehafte abdriften zu lassen, alles ist gut nachvollziehbar und löst beim Leser nicht nur Emotionen aus, sondern auch Gedanken daran, wie es einem selbst in der einen oder anderen Situation ergehen würde. Mit sensibler Hand führt sie den Leser durch Themen wie Verlust, Trauerbewältigung und das Finden einer neuen Liebe. Die farbenfrohen Schilderungen des Restaurants lassen während der Lektüre schöne Bilder im Kopf entstehen und den Wunsch, dort einmal zu Gast sein zu dürfen und dem einen oder anderen über den Weg zu laufen.


    Die Charaktere sind liebevoll in Szene gesetzt und wirken mit ihren ganz persönlichen Eigenheiten sehr glaubwürdig und lebendig, so dass der Leser sich mit ihnen wohlfühlt und gern einige Zeit mit ihnen verbringt. Poppy hat mit 25 Jahren einen Schicksalsschlag zu verdauen, den man sich kaum vorstellen kann. Sie ist freundlich, liebevoll, hilfsbereit und eine Kämpfernatur, die sich weder unterkriegen lässt und noch schnell aufgibt. Cole ist ein liebenswerter, einfühlsamer und rücksichtsvoller Mann, fast könnte man sagen ein Traumprinz, wie man ihn sich nicht schöner backen könnte. Jimmy macht oftmals den „Lauten“, jedoch hat er ein großes Herz. Aber auch Finn, Randall und Melissa geben der Handlung abwechslungsreiche Momente.


    „Ein Sonnenstrahl im Regen“ ist ein gefühlvoller Liebesroman, der neben allem Herzschmerz auch mit Humor aufwarten kann und aufzeigt, dass das Leben neben aller Trauer immer noch ein Ass im Ärmel hat und für Überraschungen sorgt. Verdiente Leseempfehlung!


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    Im Königreich Juda hat die Anbetung von Götzen Einzug gehalten. Für einen bevorstehenden Krieg lässt König Ahas mitten in der Nacht seine beiden Söhne aus dem Bett holen, um dem Gott Moloch ein Opfer darzubringen für einen günstigen Kriegsausgang. Der junge Hiskia muss so mitansehen, wie sein älterer Bruder, der erstgeborene Eliab getötet wird. Als der Krieg als verloren gilt, ist der königliche Priester Uria gezwungen, erneut eine Opfergabe für Moloch durchzuführen, bei der erneut alle Erstgeborenen den Feuertod finden sollen. Diesmal wäre auch Hiskia zum Opfer gefallen, doch das Leben des jungen Prinzen wird durch seine Begegnung mit Jahwe gerettet. Mit Unterstützung seines Onkels Secharja studiert er die Lehren des Gottes Israel und beginnt, an ihn zu glauben. Die Verhaftung Secharjas beschert Hiskia einen neuen ägyptischen Lehrer, der ihn bald die Lehren von Jahwe vergessen lässt. Als Hiskia selbst König wird und für das Wohl seines Volkes verantwortlich ist, muss er sich darüber klarwerden, welchem Gott er dienen will und welch ein König er seinem Volk sein möchte…


    Lynn Austin hat mit „Sei du meine Stärke“ einen wunderbar fesselnden und berührenden Roman vorgelegt, der den Leser in die antike Zeit vor Christus katapultiert, um dort eine biblische Geschichte voller Spannung und Gefühl hautnah mitzuerleben. Der Erzählstil ist flüssig, bildgewaltig und mit durchgängiger Spannung versetzt, so dass man sich, einmal begonnen, von der Geschichte nicht mehr lösen kann. Die Autorin ist bekannt dafür, ihre christlich-historischen Romane sehr nah mit dem Bibeltext zu verankern, so auch in diesem Buch, das wieder einmal sehr gut recherchiert überzeugt. An der Seite von Hiskia erlebt der Leser die Götzenzeit im Königreich Juda und wie leichtfertig Menschen geopfert werden, wenn es darum geht, wichtigere Ziele zu erreichen. Aber es ist auch ein Buch über Arroganz, Zerrissenheit im Glauben, Mut, Stärke und die Hoffnung, den wahren Gott zu finden und seine Lehre zu leben bzw. weiterzutragen. Dem Leser wird während der Lektüre der Spiegel vorgehalten, wie er selbst sich wohl verhalten würde in der einen oder anderen Situation.


    Die Charaktere sind sehr lebendig gestaltet und überzeugen durch ihre Wankelmütigkeit, ihren Mut, ihre Überzeugungen oder auch durch ihre Ängstlichkeit. Der Leser bewegt sich lautlos unter ihnen und darf ihre Gedanken und Gefühle kennenlernen. König Ahas ist ein machtgieriger Mann, dessen Welt sich nur um sich selbst dreht. Er ist im Grunde schwach, gefühlskalt und zu keinen eigenen Entscheidungen fähig. Ahas Frau Abi ist ein Kämpferin, die mit aller Macht ihren verbliebenen Sohn beschützen will. Hiskia ist ein junger Mann, der schon einiges durchmachen musste. Er möchte auf keinen Fall seinem Vater nacheifern, ist aber innerlich zerrissen, welchen Weg er einschlagen soll. Uria hatte einmal ehrbare Ziele, doch verrät diese für eine Machtposition. Er ist verblendet und lässt sich für Dinge einspannen, die er früher nie in Betracht gezogen hätte. Secharja war mal ein erfolgreicher Priester, bis er dem Alkohol verfiel. Doch er findet die Kraft, seinen Glauben wiederzufinden und bereichert Hiskias Leben als dessen Lehrer.


    Mit „Sei du meine Stärke“ erzählt Lynn Austin eine wunderbare historische Geschichte, die zu faszinieren weiß und zum Nachdenken anregt. Absolute Leseempfehlung für ein außergewöhnliches Buch!


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    Die hochschwangere Historikerin Megan Buchanan erhält die Chance, an der Küste von Virginia das alte Herrenhaus sowie Spring Cottage der lebensbejahenden Besitzerin Lucy zu restaurieren und sich damit von dem Tod ihres Verlobten Scott abzulenken. Dabei weicht ihr Scotts bester Freund Rick nicht von der Seite. Während der Renovierung stößt Megan auf uralte Briefe, die den Schriftverkehr zwischen zwei Schwestern offenbart. Megan ist neugierig und taucht mit den Zeilen in die Vergangenheit ein. Werden die Briefe Megan helfen, sich der Zukunft zuzuwenden?


    Mit „Der Frühling an der Bucht“ legt Mary Ellen Taylor den Nachfolgeband von „Das Haus an der Bucht vor“, der allerdings in punkto Gefühl und Handlung nicht mit dem Vorgänger mithalten kann. Der Erzählstil ist flüssig und lässt den Leser schnell in die unterhaltsame Geschichte eintauchen, um das Schicksal von Megan kennenzulernen und mit ihr etwas Zeit zu verbringen. Die Autorin vermittelt mit humorvollen Dialogen und einer Geschichte über zwei Zeitebenen eine gefühlvolle Stimmung und lässt dabei mit den Schwestern Lucy und Natasha Charaktere aus dem ersten Roman wieder eine Rolle spielen, damit der Leser sich schnell in die Geschichte einfühlen kann. Während die erste Zeitebene die Gegenwart rund um Megan wiederspiegelt, handelt die zweite mit Tagebucheinträgen und alten Briefen von den beiden Schwestern Claire und Diane, die im vergangenen Jahrhundert lebten. Durch die wechselnden Perspektiven baut sich etwas Spannung auf und lässt nach und nach nicht nur die Geheimnisse und Gedanken der Schwestern an die Oberfläche blitzen, sondern gibt auch die von Megan preis. Die Beschreibungen des Herrenhauses und des Cottages sind farbenfroh gestaltet und lassen während der Lektüre schöne Bilder entstehen. Allerdings fehlt es der Geschichte an Spannung, so dass alles irgendwie vor sich hinplätschert.


    Die Charaktere sind sympathisch gestrickt und geben dem Leser die Möglichkeit, sich in sie hineinzuversetzen und mitzufiebern, doch richtige Nähe kommt leider nicht auf. Megan ist eine zurückhaltende Frau, die schon einiges durchstehen musste. Sie ist hochschwanger auf sich allein gestellt. Rick ist ein hilfsbereiter Mann, der insgeheim ein Auge auf Megan geworfen hat, sich aber auch seinem verstorbenen Freund verpflichtet fühlt. Lucy ist eine fröhliche und freundliche Frau, die offen und optimistisch durchs Leben geht. Sie ist mitfühlend und hilft, wo sie kann. Ihre Halbschwester Natasha ist eine intelligente Frau, die sich von niemandem etwas vormachen lässt. Claire ist mutig und entschlossen, beschützt ihre jüngere Schwester Diane, die so einiges durchmachen musste. Aber auch die weiteren Protagonisten tragen zur Entwicklung der Handlung bei.


    „Der Frühling an der Bucht“ ist ein kurzweiliger Roman über Familie und Geheimnisse, Liebe und Schicksalsschläge. Nett zu lesen, mehr aber leider nicht.


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    1939. Die 17-jährige Ida besucht ein renommiertes Mädchenpensionat am Bodensee, liebt die Werke von Rilke und hofft auf eine Karriere als Malerin. Doch dann kommt es für sie ganz anders, denn ihre Schwester Alice stirbt kurz nach der Geburt ihres Sohnes. Vorher kann sie Ida noch das Versprechen abringen, dass diese sich um deren Mann Alfred und Baby Paul kümmert, obwohl Ida eigentlich ganz andere Lebenspläne hatte. So heiratet Ida ihren Schwager und kommt zurück auf das Gut ihrer Eltern. Gerade als Ida und Alfred sich einander annähern, bricht in Deutschland der Zweite Weltkrieg aus und verändert sich mit Alfreds Einberufung nicht nur Idas Leben von Grund auf, sondern auch das Schicksal ihrer jüdischen Freundin Hanna hängt mit der Machtergreifung der Nazis am seidenen Faden…


    Yngra Wieland hat mit „Nachtschwarz bis Blütenweiß: Rosen, Rilke und der Krieg“ einen gefühlvollen und atmosphärisch-dichten historischen Roman vorgelegt, der in eindrucksvoller Weise das Schicksal seiner Protagonistin während des Zeitraums von 1939 bis 1946 beleuchtet. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und anrührend, der Leser taucht sofort in die Vergangenheit ein und erlebt schon gleich zu Beginn der Geschichte mit Hauptprotagonistin Ida einen Moment, der für die nächsten Jahre ihres Lebens prägend ist und all ihre Pläne über den Haufen wirft. Wunderbar zeigt die Autorin die Gegensätze eines behüteten jungen Lebens auf, das mit Beginn des Krieges mehr und mehr zerfällt. Wo vorher etwas wie Hoffnung war, hält Zerstörung, Kummer und ständige Angst Einzug, zusätzlich geprägt von Verrat und Denunziation. Die einzige Hoffnung und Flucht von Ida ist die Malerei, die sie wenige Augenblicke zur Ruhe kommen lässt und nicht alles dauerhaft nur schwarz zu sehen. Nicht nur die Kriegsjahre verlangen ihr viel ab, sondern auch die Zeit danach; die Rolle der Frau zur damaligen Zeit wird gut dargestellt. Jedes ihrer Kapitel hat die Autorin mit einer Farbe belegt, die sich beim Leser während der Lektüre desselben im Kopf zu einem Bild formt, Emotionen freisetzt und zum jeweiligen Inhalt sehr gut passen. Die bildhafte Sprache trägt zusätzlich dazu bei, dass der Leser oftmals das Gefühl hat, hautnah bei den geschilderten Ereignissen dabei zu sein und eine schicksalhafte Zeit mit Ida zu erleben.


    Die Charaktere sind sehr lebendig und greifbar gestaltet, sie bestechen mit ihren individuellen Eigenschaften und wirken vor allem glaubwürdig, so dass der Leser sich gut in sie hineinversetzen und mit ihnen fühlen kann. Ida zeigt für ihr zartes Alter bereits eine eindrucksvolle Stärke und Verantwortungsgefühl. Sie stellt ihre eigenen Wünschen hintenan, um sich um andere zu kümmern, für sich und andere zu kämpfen, während sie nie die Hoffnung verliert, dass sie doch noch ihre Träume leben kann. Viktor schwärmt schon ewig für Ida und kann sein Glück kaum fassen, als sie sich auf seine Avancen einlässt. Alfred ist der Ehemann von Idas verstorbener Schwester, mit dem Ida so einiges verbindet. Marianne ist eine verblendete Frau, die sich wohl nur dann besser fühlt, wenn sie auf andere herabsehen und diese niedermachen kann. Hanna muss um ihr Leben bangen und braucht eine Freundin wie Ida.


    „Nachtschwarz bis Blütenweiß: Rosen, Rilke und der Krieg“ ist ein eindrucksvoller und fesselnder Roman über die dunkelste Zeit deutscher Geschichte, über das Schicksal einer jungen Frau und die Hoffnung, dass die Welt eines Tages wieder bunt und farbenfroh wird. Wunderbar erzählt und jede Leseempfehlung wert!


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    Nach dem Tod ihrer geliebten Großmutter Franca erlebt deren Enkelin, die Landschaftsgärtnerin Simona, eine Überraschung, denn sie erbt ein altes Haus im beschaulichen italienischen Dörfchen Belmonte nicht weit von Ancona. Simona, die gerade ihren Job in einer Gärtnerei verloren hat und deren Beziehung momentan nicht so verläuft, wie geplant, ist neugierig, was sie in Belmonte erwartet und macht sich auf die Reise. Dort in den Hügeln zieht sie nicht nur in das geerbte Haus it wunderschönem Garten ein und trifft auf die unbekannte Verwandte ihres italienischen Familienzweigs, sondern erhält über Sprechkassetten, die ihr von einem Unbekannten zugespielt werden, zusätzlich Einblick in Francas bewegte Vergangenheit, die auch Auswirkungen auf Simonas Leben hat…


    Antonia Riepp hat mit „Belmonte“ einen wunderschönen Generationenroman vorgelegt, der nicht nur mit einer flüssigen, farbenfrohen und gefühlvollen Sprache besticht, sondern dem Leser neben einer spannenden und atmosphärisch-dichten Geschichte gleich drei interessante Frauenleben präsentiert, die einem mehr oder weniger mitten ins Herz treffen. Wechselnde Perspektiven lassen den Leser zwischen den Zeiten wandeln und dabei so unterschiedlichen Protagonistinnen kennenlernen, deren Einzelschicksale aber auch so manche nicht unwichtige Parallele in ihren Leben aufweisen. So trifft der Leser in Italien als erstes auf die Bauerntochter Teresa im Jahr 1944, wo sie während des Krieges mit ihrer Freundin Marta die Widerstandskämpfer in den Bergen mit Nahrung versorgt. Ihre unglückliche Liebe zum wohlhabenden Cesare Prisco wird sie ihr Leben lang begleiten ebenso wie ein dunkles Geheimnis, das sie mit Freundin Marta teilt. Teresas Tochter Franca führt ein ebenso bewegtes Leben wie ihre Mutter und kommt in den 50er Jahren als Gastarbeiterin nach Deutschland, wo sie eine Familie gründet, jedoch auch ein Geheimnis hütet. Schließlich trifft man in der Gegenwart auf Francas Enkelin Simona und deren schwieriger Beziehung zu ihrer Mutter Marina. Die Autorin versteht es sehr geschickt, die Lebenswege der drei Frauen miteinander zu verweben und deren Geheimnisse gleich einem Quilt Stück für Stück aufzudecken und die unterschiedlichen Verwicklungen preis zu geben. Mit farbenprächtigen Beschreibungen lädt sie den Leser ein, sich selbst ein Bild vom gastfreundlichen Belmonte zu machen, den Düften der Kräuter und Früchten nachzuspüren und die italienische Lebensfreude zu teilen.


    Die wunderbar lebendigen Charaktere besitzen allesamt Persönlichkeit aufgrund ihrer glaubhaften Ecken und Kanten, in deren Kreis sich der Leser schnell wohl fühlt und das Mitleiden, Mithoffen und Mitfiebern leicht machen, während er ihre Schicksale verfolgt. Teresa ist eine Frau voller Träume, sie ist eine Kämpfernatur, die sich nicht unterkriegen lässt, auch wenn sie einige Niederschläge einstecken muss. Franca hofft auf ein besseres Leben, ihr Heimweh wird sie ihr Leben lang begleiten. Simona ist eine tatkräftige junge Frau, die an einem Scheideweg steht. Sie ist offen und direkt, mutig und entschlossen. Marta Ferri ist Teresa als Freundin bis in den Tod eng verbunden und teilt mit ihr so manches Geheimnis. Adriano, der Americano, ist ein zurückhaltender Mann, der selbst einen Schicksalsschlag zu verkraften hat und sich erst nach und nach öffnet. Tobias ist ein gradliniger Kerl, der seiner Frau die Wünsche von den Lippen abliest und ihr einiges an Freiraum lässt. Aber auch Irma, Giovanna, Federico, Marina oder Sebastian haben wichtige Rollen, mit der sie die Spannung in dieser generationsübergreifenden Geschichte steigern.


    „Belmonte“ ist vom ersten Moment an eine hinreißende und fesselnde Geschichte, die den Leser mit all seinen Geheimnissen und Verwicklungen in Atem hält und das Buch nicht aus der Hand legen lässt, bis alles aufgedeckt ist. Wunderbar erzählt und ein absolutes Lesehighlight! Chapeau – besser geht es nicht!


    Ein wirklich schöner Schmöker für :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: