Beiträge von dreamworx

    Heimatküche ist immer noch die Beste!

    Als echtes westfälisches Mädel liebe ich die Küche meiner Heimat und versuche, diese so oft wie möglich in den Familienspeiseplan zu packen. Sie holen nicht nur schöne Erinnerungen an meine Kinder- und Jugendzeit aus der Versenkung, sondern lassen auch das Bild meiner Mutter wieder vor meinem inneren Auge erscheinen, die sich mit Leib und Seele dieser Küche verschrieben und unsere Gaumen mit ihr verwöhnt hat. Als ausgebildete Köchin konnte sie nicht nur außergewöhnliche Gerichte auf den Tisch bringen, sondern kannte vor allem die in Nordrhein-Westfalen üblichen traditionellen Speisen, die ein Gefühl von Heimat und Wohlgefühl vermitteln. Da es von ihr leider kein Rezeptbuch gibt, war ich umso glücklicher, in „Heimathäppchen: So kocht NRW“ einen würdigen Ersatz gefunden zu haben.


    In diesem Buch gibt Anja Tanas ein variationsreiches Repertoire an die Hand, das keine Wünsche offen lässt, vor allem, wenn man es deftig mag. Schon die Einleitung mit den diversen speziellen und unterschiedlich angewandten Zutaten lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen, wobei vor allem die Kartoffel immer wieder zum Einsatz kommt. Ob „Kuschelemusch“ (ein Fischauflauf), Dortmunder Kringelburger, „Pickert“ (Kartoffelpfannkuchen, entweder herzhaft oder süß) als auch „Apfelpüfferkes“ (Süßes Hefegebäck) lassen das Herz schnell höher schlagen. Da trifft „Arme Ritter mit Erdbeeren und Karamell“ auf „Westfälisches Blindhuhn“, „Sauerländer Bierfleisch“ auf „Grünkohl mit Mettwurst“. Auch einzelne Bereiche NRWs sind differenziert dargestellt und die dortigen Eigenheiten bei der Speisenzubereitung samt Zutaten herausgearbeitet. Unter den Rezepten findet sich auch die Currywurst wieder, die mit einer selbst zubereiteten Sauce mal ganz anders auf den Tisch kommt.


    Das Buch ist chronologisch schön aufgebaut und mit appetitmachenden Fotos versehen, die die Vorfreude aufs Nachkochen steigern. Sowohl Einsteiger als auch Fortgeschrittene kommen hier auf ihre Kosten und können sich durch das bunte Repertoire der ganz eigenen westfälischen Küche probieren, wobei auch ein Altbier nicht fehlen darf. Ein wunderbares Buch, das oft in die Hand genommen wird, um sich zu verwöhnen!


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    „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.“ (J. W. v. Goethe)

    Normalerweise steht das Pariser Hotel Ritz für Luxus und Glamour, doch das ist schlagartig vorbei, als die Nazis in Frankreich einmarschieren und das Hotel requirieren, um dort ihr Hauptquartier zu errichten. Eine böse Überraschung, die den Hoteldirektor Claude Auzello und seine Frau Blanche nach ihrer Rückkehr aus Nimes erwartet, ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich mit den Gegebenheiten abzufinden. Doch es ist immer noch das Ritz, und in diesem Sinne versuchen die Auzellos, ihre Gäste weiterhin zu verwöhnen, während sich Außenwelt immer mehr verschiebt. Blanche kann die schrecklichen Nazis kaum ertragen und beschließt für sich, etwas dagegen zu unternehmen. Sie schließt sich der Résistance an, um ihren Beitrag zum Widerstand zu leisten, was sie oftmals in sehr prekäre Situationen bringt, aus der sie sich nur mit einiger Raffinesse retten kann. Ohne das Wissen seiner Frau engagiert sich Claude ebenfalls im Widerstand, doch sein Beweggrund ist vor allem, Blanche zu beschützen…


    Mit „Die Königin des Ritz“ legt Melanie Benjamin einen unterhaltsamen, historischen Roman vor, der nicht nur die Pariser Lage zur Zeit der Nazibesatzung sehr gut wiederspiegelt, sondern auch das Ehepaar Claude und Blanche Auzello, geborene Rubenstein, zum Leben erweckt, die zu jener Zeit mit der Geschäftsführung des Pariser Hotel Ritz betraut war. Der lebhaft-flüssige und bildgewaltige Schreibstil schickt den Leser mit wenigen Zeilen auf Zeitreise in die Vergangenheit, wo er durch von der Autorin gewählte wechselnde Erzählperspektiven mal an die Seite von Claude, mal an die von Blanche schlüpft, um sie, ihre Gedanke- und Gefühlswelt sowie ihre Beweggründe kennenzulernen. Die Autorin hat gut recherchiert und lässt in ihrer Handlung Fiktion mit Realität auf wunderbare Weise miteinander verschmelzen und mit dem historischen Hintergrund eine Symbiose eingeht. Das pöbelhafte und grausige Verhalten der Nazis wird dem Leser ebenso eindrücklich vor Augen geführt wie das sich verändernde Pariser Lebens und die Infiltrierung seiner Bevölkerung durch die perfide Nazi-Ideologie. Die farbenfrohen Beschreibungen des Luxushotels nebst seiner illustren Gäste wie Hemingway, Coco Chanel oder Marlene Dietrich bilden einen krassen Gegensatz dazu und muten nahezu unwirklich an, während im Hintergrund nicht nur die jüdischen Angestellten nach und nach das Hotel verlassen müssen. Die Arbeit der Auzellos im Widerstand kommt in der Handlung leider zu kurz, vielmehr wird das Augenmerk auf die Ehe der beiden und ihr Wirken im Ritz gelegt. Der Spannungsbogen bewegt sich im Mittelmaß und wird vor allem von der Ehe zwischen Claude und Blanche sowie von der Besetzung des Hotels durch die Nazis gespeist.


    Die Charaktere sind mit menschlichen Ecken und Kanten ausgestattet, die sie zwar überzeugend und realtitätsnah wirken lassen, mit denen der Leser aber erst im Verlauf der Geschichte langsam warm wird. Blanche ist eine Frau, die mal große Träume hatte, die sich jedoch nicht erfüllten. Sie agiert oft fordernd, selbstsüchtig und oberflächlich, dann wieder unsicher, leidenschaftlich oder wie eine Mata Hari, während sie ihre Herkunft zu verstecken sucht. Claude ist ein Mann mit zwei Gesichtern, als Franzose muss es ihm ungeheuer schwer gefallen sein, sich den Deutschen zu beugen und ihnen nicht ins Gesicht zu spucken. Stattdessen rutscht er auf den Knien vor ihnen unter dem Deckmantel des Widerstands. Lily ist eine Frau, die sich nicht in die Karten schauen lässt. Aber auch einige Nebendarsteller sorgen für einigen Unterhaltungswert.


    „Die Königin des Ritz“ ist ein historischer Roman, der sich an wahren Begebenheiten orientiert und nicht nur Einlass in das legendäre Pariser Ritz zu Kriegszeiten gewährt, sondern vor allem die Ehe von Claude und Blanche Auzello unter die Lupe nimmt. Interessante Lektüre, die recht kurzweilig zu lesen ist. Verdiente Empfehlung!


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    Mallorquinische Geheimtipps

    Für viele Deutsche gilt Mallorca fast schon als zweites Zuhause, doch lassen diese sich mehr oder weniger immer an den berühmt-berüchtigten Orten nieder. Die Insel hat allerdings viel mehr zu bieten als die Schinkenstraße und den Ballermann. Neben einer aufgrund des milden mediterranen Klimas sehr abwechslungsreichen Vegetation und feinen Sandstränden besticht die Insel auch mit spanischer Lebensart und ausgesucht raffinierter Küche.


    „Zu Gast in Mallorca“ von Autor Thomas Niederste-Werbeck, der die Insel selbst zu seinem Zuhause gemacht hat, lädt den Leser ein, die Insel auf ganz andere Weise zu erkunden und durch seine Augen zu sehen bzw. lieben zu lernen. Er hat die Insel kreuz und quer erkundet und einige Geheimtipps gesammelt, die er mit dem interessierten Leser teilt. Nicht nur einige ortsansässige Restaurantbesitzern und Küchenchefs werden vorgestellt, sondern neben diversen Hotspots von Restaurants und Hotels u.a. der Besitzer einer Orangenplantage und Eisfabrik, eine Olivenplantage und eine Kunstgalerie, die sich anzusehen lohnen.


    Mit ansprechenden und gut inszenierten Fotos wird nicht nur die Insel mit ihren Bewohnern dem Leser näher gebracht, sie regen auch den Appetit an für das, was die Küchenchefs hervorzaubern und sich auf den Tellern der einzelnen Restaurants abspielt. Die dazugehörigen Rezepturen werden gleich mitgeliefert und verleiten zum Ausprobieren und Nachkochen. Da findet sich neben „Lammkarree in der Olivenkruste mit Rosmarinsauce“ auch „Petersfisch mit Zitronenkruste“ oder „Gebackene Aubergine mit Safranjoghurt“. Für Süßschnäbel eignet sich die selbstgemachte Orangenmarmelade oder der berühmte mallorquinische Orangenkuchen. Die Auswahl der Rezepte ist allerdings nicht sehr ausgewogen, nur selten hat man die Zeit und Muße, so aufwendige Gerichte auf den Tisch zu bringen.


    „Zu Gast in Mallorca“ hat ein stimmungsvolles Inselbild eingefangen mit vielen Insidertipps, die für den nächsten Besuch der Mittelmeerinsel neue Anreize bieten. Empfehlenswert!


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    Rückkehr nach St. Peter

    1955 Hamburg. Annis Privatleben ist ein Scherbenhaufen, sie flieht mit ihrer Tochter vor ihrem Mann nach Hamburg und landet einige Zeit später wieder in heimatlichen St. Peter im elterlichen Hotel „Seeperle“. In St. Peter trifft sie auch endlich wieder auf ihre Freundinnen, die Lehrerin Edith und Helena. Als Ärztin lässt Helena nicht nach in ihrem Engagement, schwangeren Frauen einen Weg aus ihrer ausweglosen Situation zu zeigen und bewegt sich dabei auf sehr gefährlichem Terrain. Derweil kämpft Edith für mehr Frauenrechte und lässt sich auf eine Ehe ein, die ihr und ihrem Mann Sicherheit verspricht. Auch Rena hatte in Wien mit ihrer Ehe kein Glück und läuft ihrem gewalttätigen Ehemann davon, weil sie die ständigen Schläge und Misshandlungen nicht mehr ertragen kann. Anni hat alle Hände voll zu tun, die „Seeperle“ auf Kurs zu halten und muss mit ihren Freundinnen so manche Schlacht schlagen…


    Marie Sanders hat mit „Schicksalswende“ den zweiten Band ihrer historischen Zeitenwende-Trilogie vorgelegt, der nahtlos an den ersten Teil anknüpft, so dass es dem Leser leicht fällt, sich sofort wieder im Nordseeküstenstädtchen St. Peter zwischen den Freundinnen niederzulassen und ihre einzelnen Schicksale mitzuverfolgen. Der einladend flüssige Schreibstil lässt den Leser vor allem Anni folgen, denn die Autorin hat durch die Form des Ich-Erzähltons eine besondere Nähe geschaffen, die es erlaubt, ihre Gedanken- und Gefühlswelt während des Handlungszeitraumes gut nachzuverfolgen. Die Autorin setzt mit ihren Protagonistinnen die 50er Jahre gut in Szene und lässt den Leser teilhaben an der Entwicklung des Hotels und das sich immer weiter entwickelnde Selbstbewusstsein der Frauen, dem sich die damalige gesellschaftliche Ordnung immer noch entgegen stellt und den Männern mehr Sprachrecht einräumt. Die Vielfalt der behandelten Themen setzt sich auch in diesem Band fort, neben illegalen Schwangerschaftsabbrüchen, Kampf um Frauenrechte und Misshandlungen in der Ehe geht es diesmal zusätzlich um Homosexualität. Die Landschaftsbeschreibungen sind farbenfroh dargestellt und lassen bei der Lektüre ein wenig Küstenzauber herüberwehen. Der Spannungsbogen allerdings ist nur mäßig angelegt und auch die Handlung selbst kratzt durchweg nur an der Oberfläche.


    Die Charaktere sind glaubwürdig mit menschlichen Ecken und Kanten inszeniert. Der Leser kann seine Sympathien gerecht verteilen und folgt ihnen unsichtbar bei ihrem Tun. Anni hat aus ihren Fehlern gelernt und zieht die Konsequenzen. Die Rückkehr in die „Seeperle“ ist gleichzeitig eine Rückkehr zu ihren ehemaligen Zielen, die sie nun mit aller Kraft angeht. Helena ist eine verantwortungsbewusste und mitfühlende Seele, die sich mit ihrer Hilfsbereitschaft in Teufels Küche bringt. Rena musste durch eine harte Schule, um endlich den Mut zu finden, ihr Leben in die Hand zu nehmen. Edith ist eine Kämpfernatur, der man so manches gar nicht zutrauen würde und von ihr überrascht wird. Weitere Nebendarsteller bringen einigen Wind in die Geschichte und machen sie recht kurzweilig.


    „Schicksalswende“ ist ein durchweg unterhaltsamer historisch angehauchter Roman über Freundinnen, die durch so manche persönliche Tragödie müssen und sich dabei gemeinsam auf ihrem jeweiligen Lebensweg unterstützen. Auch wenn die Geschichte an Tiefgang vermissen lässt, beschert sie nette kurzweilige Lesestunden.


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    „Wer nichts für andere tut, tut nichts für sich.“ (J.W. v. Goethe)

    Seit zwei Jahren fürchtet sich Emma vor dem Heiligabend, denn bis heute hat sie den Verlust ihrer großen Liebe Nicklas durch einen Autounfall noch nicht verwunden. Die Trauer beherrscht sie dermaßen, dass sie sich auf die Arbeit kaum konzentrieren kann und ihr kleines Geschäft in Stockholm bald rote Zahlen schreibt. Emmas Schwester Magda, die insgeheim schon einiges an Geld in Emmas Laden gesteckt hat, kann sich das nicht länger mitansehen und steht pünktlich zum Weihnachtsgeschäft auf der Schwelle, um ihr unter die Arme zu greifen. Da Emma ihrer Magda zuvor kommen will, die sich gern nicht nur in geschäftliche Belange einmischt, sondern auch ihr Privatleben aufmischen möchte, stellt Emma für sich selbst einen ganz eigenen Adventskalender zusammen. 24 Tage bis zum Heiligabend will sie täglich ihren Mitmenschen etwas Gutes angedeihen lassen. Was wird Emma erleben und vor allem, welche Auswirkungen wird es auf ihr eigenes Leben haben?


    Jenny Fagerlund hat mit „24 gute Taten“ einen unterhaltsamen Roman vorgelegt, der mit seiner anrührenden Geschichte schon jetzt auf die kommende Weihnachtszeit einstimmt. Mit flüssigem, gefühlvollem und farbenfrohem Schreibstil entführt die Autorin den Leser in ein winterliches Stockholm, wo er neben Emma und ihrem Umfeld auch deren Gedanken- und Gefühlswelt kennenlernt. Auf Schritt und Tritt folgt er ihr die Wochen vor dem Weihnachtsfest und darf ihre Lebensumstände sowie ihre persönliche Veränderung miterleben. Die Idee, jeden Tag ein gutes Werk zu tun, passt gut zum weihnachtlichen Gedanken, in dem es um Mitmenschlichkeit und Hilfsbereitschaft geht. Auch der Eingriff von Schwester Magda greift diesen Gedanken auf, denn Weihnachten ist ein Fest der Familie, in denen man seine Lieben um sich schart und sich besonders um sie kümmert. Das hat Emma auch nötig, denn das Schicksal hat sie schon recht hart gebeutelt, und es wird Zeit, dass sie endlich wieder nach vorne sieht. Mit Feingefühl und Empathie führt die Autorin nebst Leser durch die Adventswochen, wobei sich Emma den unterschiedlichsten Herausforderungen gegenüber sieht. Einmal ist es ein Hund, den sie vorm Einschläfern rettet, ein anderes Mal betätigt sie sich als Pannenhelferin. Aus einer zurückgezogenen und leidenden Emma wird immer mehr eine Frau, die ihr Herz öffnet, die Menschen anzieht und wieder Freude am Leben findet, weil auch sie von ihren eigenen Taten profitiert.


    Die Charaktere sind liebevoll gestrickt und in Szene gesetzt, ihre menschlichen Verhaltensweisen wirken authentisch und glaubwürdig, weshalb sich der Leser schnell in ihrer Mitte wiederfindet und ihnen ganz nah kommt. Emma hat ein paar schwere Verluste einstecken müssen, die sie in ein großes Loch haben fallen lassen. Bisher fehlte ihr die Kraft, sich von der Trauer zu befreien, zumal auch Schuldgefühle sie plagen. Sie hat ein gutes und mitfühlendes Herz, das ihr bei der Verarbeitung hilft. Schwester Magda ist ein resolute, uneigennützige und liebevolle Frau, die gern die Fäden in der Hand hält. Aber auch Angela, Hasse, Lilian und andere Protagonisten tragen zur Entwicklung der Handlung maßgeblich bei.


    „24 gute Taten“ ist genau die richtige Einstimmung für die kommende Weihnachtssaison, denn neben einer schönen Handlungsidee bringt es auch den Gedanken von Weihnachten wieder näher an den Leser heran, lädt zum Nachdenken und Nachahmen ein. Verdiente Leseempfehlung!


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    52. Motte, Struppi - 6
    53. Break Free - 3
    54. Carojenny, Mariexy - 2
    55. Yvonne80, aleXi.s - 1

    Glück auf 4qm?

    Fredy Gareis wurde 1975 in Alma-Ata geboren, arbeitete als freier Journalist für den Tagesspiegel, die Zeit und Deutschlandradio und ist ein Weltenbummler im wahrsten Sinne des Wortes. Er reiste nicht nur kreuz und quer durch Russland, sondern mit einem alten Fahrrad von Tel Aviv nach Berlin sowie mit den Hobos durch Amerika. Aber er konnte immer zurück in seine Wohnung. Nun aber hat er einen neuen Plan. Er will mit seiner Freundin Patrizia in ein altes Auto namens Aubergine ziehen. Dafür verkaufen beide ihre komplette persönliche Habe bis auf das was in 12 Kisten passt. Diese und eine Matratze bilden in dem Wagen ihr neues Zuhause, sie sind somit ortsungebunden und können sich „frei“ bewegen. Wie lebt es sich ohne festen Wohnsitz und ohne Bad zu zweit auf beengtem Raum? Und was fehlt ihnen in der Zeit ihres ungewöhnlichen Experiments?


    „Vier Räder, Küche, Bad: Von der Freiheit, im Auto zu leben“ lässt den Leser auf unterhaltsame spritzige Weise an Fredys und Patrizias Reise teilhaben. Locker-flockig, mit einigem Witz und frei von der Leber weg erzählt Gareis in Ich-Form von der abenteuerlichen Reise durch Deutschland, die ihn und seine Freundin vor einige Herausforderungen stellt. Die selbstgewählte „Askese“ zeigt auf, dass wir einfach viel zu viel horten und uns mit Dingen umgeben, die nicht lebensnotwendig sind. Vier Quadratmeter reichen den beiden aus, um darin zu leben und auch noch von unterwegs aus zu arbeiten. Jedoch wird nicht nur ihre Beziehung strapaziert, auch das Auto gibt öfter mal den Geist auf, was einiges an Erfindungsreichtum mit sich bringt. Doch die Reise durch Deutschland ist sowohl für Fredy als auch für Patrizia eine neue Erfahrung, denn sie erleben Land und Leute nicht nur von einer ganz anderen Seite, sondern auch sie selbst werden von den Erlebnissen geprägt. Dabei kommt einem als Leser auch der Gedanke, wie es wohl Menschen ergeht, die diese Form der Unterbringung nicht freiwillig gewählt haben, sondern denen aufgrund von Wohnungs- oder Geldmangel gar nichts anderes übrig bleibt, als ihren Wagen als Zuhause anzusehen. Gerade heutzutage erlebt man dies immer öfter. Insofern war dieses Buch nicht nur eine witzige und spannende Geschichte, sondern legt den Blickpunkt auch in diese Richtung.


    „Vier Räder, Küche, Bad: Von der Freiheit, im Auto zu leben“ ist eine unterhaltsame und reflektierende Lektüre, die die Abenteuerlust weckt, gleichzeitig aber auch einmal mehr deutlich macht, wie schön das eigene Zuhause doch ist. Empfehlenswert!


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    "Die Welt gehört dem, der sie genießt!" (Giacomo Leopardi)

    Mehr als 30 Jahre Nomadenleben rund um den Globus mit der gesamten Familie hinterlässt Spuren und hat auch den Gaumen durch die Vielfältigkeit der unterschiedlich gewürzten Speisen geprägt. Deshalb zaubern wir uns immer wieder neben dem üblichen Menüplan auch internationale Gerichte auf den Teller, um in den Genuss der asiatischen, orientalischen, afrikanischen oder südamerikanischen Küche zu kommen, den Gaumen damit zu kitzeln und uns ein wenig wie in 1000 und einer Nacht zu fühlen.


    Nadia Zerouali hat mit „Souq“ ein herrliches Kochbuch vorgelegt, das sich vor allem der orientalisch-arabischen Küche widmet. Schon der farbenprächtige Einband weckt Erinnerungen an die libanesischen und arabischen Bazare (Souqs) und lässt auf ein buntes Potpourri von fremdländischen gewürzschwangeren Speisen hoffen. Schon beim Durchblättern sollte man sich einen heißen Minztee gönnen, um zur Einstimmung die richtige Atmosphäre zu schaffen. Die Auflistung der verschiedenen Gewürzmischungen wie Advieh, Dukkah, Zahtar, Tabil oder Baharat sowie die unterschiedlichsten Zutaten klingen nicht nur exotisch, sondern geben den Gerichten auch den nötigen authentischen Pfiff, wenn sie zur Anwendung kommen. Im Orient sowie in den afrikanischen und arabischen Staaten ist es üblich, dass viele kleine Gerichte, sogenannte Mezze, das gemeinsame Mahl einläuten. Diese findet man in diesem Buch in ausreichenden Varianten von kalt bis warm, von vegetarisch, vegan bis hin zum Fleisch. Hier gibt es nicht nur Rezepte für Hummus oder Fattoush-Salat, auch diverse Taboule, Moutabal (Auberginenmus), selbstfabrizierte Labaneh-Bällchen. Aber auch jede Menge Grillspezialitäten sind in diesem wunderbar bebilderten Kochbuch zu finden. Da finden sich neben Rezepten für den Lammrücken mit Zitronen-Koriander-Mariande oder der Dorade in Weinblättern auch das Kürbis-Kibbeh oder die gewürzte Ziegenkeule nebst den dazugehörigen Dips wieder und laden zum Nachmachen ein. Den Abschluss bilden die Süßspeisen, die schon mit ihren exotischen Namen verführen: Osmalieh, Mahleb-Pudding oder Pistazien-Gries-Torte – man sollte sie unbedingt probieren!


    Besonders an diesem Buch sind auch die Anleitungen für diverse Limonaden und Getränke, die erst einmal sehr abenteuerlich erscheinen, jedoch mit den aufgetischten Gerichten durchaus gut korrespondieren. Die Zitronen-Oregano-Limonade ist erfrischend, während ein Sauerkirschsaft mit Rosenwasser für manche eher gewöhnungsbedürftig ist. Aber auch Raki, Absinth oder Arak werden im Orient oft gereicht.


    Insgesamt ist „Souq“ nicht nur ein sehr gelungenes, ansprechendes Kochbuch, sondern auch eine Reise durch die Küchen des Orients. Wer experimentierfreudig ist und sich gern auf Neues einlässt, sollte es einfach mal ausprobieren und sich begeistern lassen.


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    Abschied von den Schwarzenbergs

    1928. Die goldenen Zwanziger Jahre bescheren den Schwarzenbergs in Bad Reichhall durch die Seilbahn auf den Predigtstuhl einen steten Zustrom von Gästen, wodurch sie bald zu den einflussreichsten Hoteliers der Stadt gehören. Anna hat sich endlich wieder hochgerappelt und neuen Lebensmut gefasst, nachdem das Schicksal sie kräftig gebeutelt hat. Sohn Karl setzt seinen Traum von einem Berghotel am Predigtstuhl in die Tat um, wo er schon bald die ersten Gäste begrüßen darf. Als ihn dann auch noch der Liebespfeil trifft, scheint sein Glück vollkommen. Doch Anna ist mit seiner Verlobten so gar nicht einverstanden, was schnell Unfrieden mit sich bringt und einen Keil zwischen Karl und seine Mutter treibt. Auch politisch wird die Situation in Deutschland immer bedrohlicher, denn die Nationalsozialisten beherrschen immer mehr das öffentliche Bild und greift mit ihrer menschenverachtenden Art in das Leben der Menschen ein. Dann bricht der Krieg aus…


    Sophie Oliver hat mit „Grandhotel Schwarzenberg-Der Beginn einer neuen Zeit“ den Abschlussband ihrer Hotel-Trilogie vorgelegt, die den beiden Vorgängern an Unterhaltungswert in nichts nachsteht. Der flüssig-leichte und farbenfrohe Schreibstil legt mit wenigen Worten im Kopf des Lesers einen Schalter um und katapultiert ihn ins vergangene Jahrhundert, wo er sich erneut im Hotel einnistet, um die Geschicke der Familie Schwarzenberg zu verfolgen. Geschickt verbindet die Autorin ihre fiktive Handlung mit gut recherchierten historischen Fakten, so bestehen die Seilbahn, die Spielbank, die Therme sowie das Berghotel tatsächlich. Neben den gesellschaftlichen Gepflogenheiten der damaligen Bevölkerung wird auch die Rolle der Frau gut dargestellt. Auch der Einfluss des Nationalsozialismus ist gut eingebettet in den Handlungsverlauf. Da gehören unscheinbare Protagonisten auf einmal der Herrenrasse an und sind mit Befugnissen ausgestattet, deren sie sich auf Gutdünken und mit einem Gefühl der Macht bedienen. Das Familienleben der Schwarzenbergs wird wieder auf eine harte Probe gestellt und auch die von Feils müssen so einiges einstecken. Die detaillierten Landschaftsbeschreibungen lassen die Kurstadt Bad Reichenhall vor dem inneren Auge des Lesers lebendig werden, während er die dortigen Geschehnisse verfolgt. Auch der Spannungsbogen ist gut gelegt, wenn auch nicht so hoch wie bei den Vorgängern.


    Die Charaktere sind liebevoll und realistisch ausgearbeitet, bestechen mit authentischen, menschlichen Eigenschaften, die glaubwürdig und lebensnah wirken. Der Leser fühlt sich schnell mit ihnen verbunden und kann so Anteil an ihrem jeweiligen Schicksal nehmen. Anna ist eine sympathische Frau, die schon so manchen Schicksalsschlag ertragen musste. Doch mit Stärke und Mut hat sie sich immer wieder nach oben gekämpft. Michael ist ein fleißiger, liebevoller und fürsorglicher Mann, der seine Familie mit allen Mitteln beschützt. Karl ist ein tatkräftiger junger Mann, der an seine Träume glaubt und sie in die Tat umsetzt. Aber auch die von Feils spielen in diesem Band wieder eine tragende Rolle, die maßgeblich zum Unterhaltungswert der Handlung beiträgt.


    Mit „Grandhotel Schwarzenberg-Der Beginn einer neuen Zeit“ endet ein spannender und unterhaltsamer Besuch in Bad Reichenhall. Die Geschichte kann nicht nur mit seinem gut recherchierten historischen Hintergrund überzeugen, sondern auch mit einer interessanten Familiengeschichte, in denen Liebe, Leid, Intrigen und Tragödien nahe beieinander liegen. Schön und kurzweilig erzählt, dass man dabei die Zeit vergisst. Verdiente Leseempfehlung!


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    "Kinder sind Gäste, die nach dem Weg fragen." (Maria Montessori)

    1894 beginnt Maria Montessori im Alter von 24 Jahren ihr Studium der Medizin an der Universität Rom und ist damit eine der ersten fünf Frauen, denen dies in Italien gelingt. Zuvor hatte sie bereits ein naturwissenschaftliches Studium absolviert, da ihr der Zugang für Medizin an der Hochschule verwehrt wurde. Aber als intelligente und ehrgeizige junge Frau hält sie unbeirrt an dem Gedanken fest, sich in einer von Männern dominierten Welt durchzusetzen, was ihr mit vielen Anstrengungen, Kämpfen und profundem Wissen auch gelingt. Nach ihrer Promotion setzt sie sich für die Rechte der Frauen ein, reist dafür sogar zu einem Kongress nach Berlin. In einer Römischen psychiatrischen Klinik betreibt sie pädagogische Studien über die Vernachlässigung der dort stationär aufgenommenen Kinder und entwickelt spielerische Lernanreize, die benachteiligten Kindern mit viel Geduld und Fürsorge dabei helfen, Lesen und Schreiben zu erlernen. Ihre Methoden bewährten sich und werden bis heute praktiziert.


    Laura Baldini hat mit „Lehrerin einer neuen Zeit“ einen sehr informativen und unterhaltsamen Roman vorgelegt, der die biografischen Spuren einer außergewöhnlichen Frau verfolgt. Der flüssige, bildhafte und zeitgemäße Erzählstil nimmt den Leser mit ans Ende des 19. Jahrhunderts, um dort auf Maria Montessori zu treffen und ihren Werdegang hautnah mitzuverfolgen. Schon der Blick in ihre Familie lässt den Leser erkennen, warum Maria so verbissen ihre Studien betrieb, denn ihr erzkonservativer Vater tat ihre Pläne unwirsch ab, während ihre Mutter Renilde sogar als ihre Unterstützerin fungierte, vielleicht auch, weil sie selbst in die damalige Rolle der Frau gedrängt wurde, um auf Haushaltsführung und Mutterpflichten reduziert zu werden. Eng an Maria gebunden, folgt der Leser ihr durchs harte Studium, wo sie der Missbilligung und den Repressalien ihrer männlichen Kommilitonen ausgesetzt war. Doch Maria ließ sich die Verletzungen nicht anmerken, kämpfte kraftvoll und unbeirrt weiter, um sich ihren Traum zu verwirklichen und vor allem die Welt der Kinder auf diese Weise positiv zu verändern, wobei sie sich auch an den Ideen anderer Medizinier wie Edouard Séguin und Friedrich Fröbel bediente. Die Autorin hat sehr intensiv recherchiert und verbindet spielerisch Fiktion mit biografisch belegten Tatsachen, so dass der Leser während der Lektüre Geschichte leibhaftig miterleben darf, während er an der Seite von Maria durch das alte charismatische Rom wandelt.


    Die Charaktere sind detailliert ausgestaltet und lebendig in Szene gesetzt, wirken mit ihren menschlichen Zügen glaubwürdig und authentisch, so dass der Leser sich gut in sie hineinversetzen kann. Maria ist eine fleißige, ehrgeizige und wissensdurstige Frau, die zeitweilig sogar recht stur wirkt. Sie besitzt Mut, Kampfgeist und eine innere Stärke, die sie ihren Weg unbeirrt verfolgen lässt. Ihre Mutter Renilde ist ihr eine große Stütze sowie Unterstützerin. Freundin Anna ist eine Frohnatur, die Maria auch immer wieder an die Leichtigkeit des Lebens erinnert. Aber auch Rina Faccio oder Dr. Giuseppe Montesano tragen ihren Teil zur äußerst unterhaltsamen und lehrreichen Lektüre bei.


    „Lehrerin einer neuen Zeit“ ist eine Biografie in Romanform, in der Maria Montessori auf beeindruckende und unterhaltsame Weise zum Leben erweckt wird. Besonders hervorzuheben ist die außerordentlich gute Recherche, die zusammen mit einem einnehmenden Schreibstil den Leser an die Seiten zu fesseln weiß. Absolute Leseempfehlung!


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    "Ohne Torte und Petit Four, lebt man nicht, da darbt man nur." (A. Schmidtmann)

    Wenn die Familie endlich mal beisammen ist oder sich eine Gruppe von Freunden und Freundinnen trifft, freut man sich nicht nur auf anregende Gesellschaft, sondern auch auf eine schöne Kaffeetafel mit allerlei Kuchenvielfalt und süßem Gebäck. Und als waschechtes westfälisches Mädel weiß ich die althergebrachten Rezepte meiner Mutter durchaus zu schätzen, die sich über viele Jahre und von Generation zu Generation vererbt haben und einfach unvergleichlich schmecken. So auch die Torten und Kuchen der Landfrauen, die wie meine Mutter vieles ihren Vorfahrinnen zu verdanken haben, manche Variation aber auch ihrem eigenen Erfindungs- und Einfallsreichtum. Dazu kommen die frischen Zutaten, die oftmals aus dem eigenen Garten oder vom eigenen Hof stammen und nicht nur für einen besonderen Gaumenschmaus sorgen, sondern auch den Genießer auch die Gastfreundschaft spüren lassen.


    „Unsere besten Landfrauen-Torten - Die beliebtesten Rezepte aus bäuerlichen Hofcafés“ lässt das Herz eines jeden Süßschnabels höher schlagen, denn die werden auf 80 Seiten mehr als 30 Köstlichkeiten aus der Landfrauenbackstube jeweils mit eigenem ansprechendem Foto präsentiert und vor allem Schritt für Schritt erklärt, so dass auch dem Backanfänger die Umsetzung leicht von der Hand gehen sollte. Landküche heißt vor allem Biskuitböden, die mit viel Butter, Sahne, Joghurt und Quark sowie eine Obstvielfalt aus dem eigenen Garten zu einem Traum verwandelt werden und so für Frische und Abwechslung sorgen. In diesem schönen Backbuch kommen acht verschiedene Landfrauenbäckerinnen zu Wort, die ihre ganz eigenen Rezepturen für köstliche süße Genießerträume offenbaren und für Abwechslung auf der heimischen Kaffeetafel sorgen. So findet man neben einer sehr ansprechenden Apfelschmand-Torte auch Beerentorten, Käse-Sahne-Mandarinen-Torte, Schwarzwälder-Kirsch, Erdbeer-Sahne oder auch Aprilosentarteletts oder die im Sommer sehr beliebte Zitronen-Biskuitrolle.


    Bei diesem Buch hat man die Wahl: Entweder besucht man die Landfrauenbäckerinnen in ihren eigenen Hofcafés, denn die Adressen werden am Ende des Buches preisgegeben, oder man kann sich mit diesem Buch wunderbar daheim in der eigenen Küche selbst an die Herstellung der Köstlichkeiten heranwagen. Dieses Buch ist ein wahrer Schatz und erinnert mich an eine unbeschwerte und wunderschöne Kindheit, die ich mir immer wieder mit den schönen Rezepten zurückholen kann. Sehr zu empfehlen!


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    Gaumenfreuden auf italienisch

    Italienische Küche steht neben griechischer in unserer Familie auf der Rangliste der Lieblingsgerichte ganz weit oben. Gekaufte Pasta erleichtert das Leben zwar ungemein und geht schnell, doch wer sich einmal die Mühe gemacht hat, seine Nudeln selbst herzustellen, der mag nichts anderes mehr auf seinem Teller.


    Eine optimale Einweisung für selbstgemachte Pasta und italienische Nudelgerichte bekommt man mit dem Buch „Pasta Mia!“ von Gennaro Contaldo. Der an der Amalfiküste aufgewachsene Küchenprofi hat schon Jami Oliver in die Geheimnisse der italienischen Küche eingeweiht. Nun kann auch Otto-Normalverbraucher durch dieses wunderbare Kochbuch seine Finessen kennenlernen und sie am heimischen Herd ausprobieren. Das wichtigste dabei ist der perfekte Nudelteig, der für allerlei Vielfalt auf dem Teller sorgen wird. Ob Lasagne oder Penne, Spaghetti oder Tortellini, hier finden sich alle Varianten wieder. Contaldo begnügt sich allerdings nicht nur mit der Zubereitung eigener Pasta. Darüber hinaus gibt er dem Liebhaber italienischer Küche eine Vielzahl an Rezepten an die Hand, um für reichlich Abwechslung zu sorgen. Da finden sich wunderbare Sugos und Ragouts, Saucen und Gemüsebeilagen, die die Nudelgerichte aufpeppen und durch wunderbare Gewürze und Kräuter einen einzigartigen Geschmack auf der Genießerzunge entwickeln.


    Die Rezeptzubereitungen sind sehr ausführlich aufbereitet und stellen keine großen Ansprüche an den Laienkoch. Ob Spirali con pesto di agrumi oder Tonnarelli Cacio e Pepe, Rigatoni-Kuchen oder Cannelloni di carne in bianco alla umbra, aber auch Farfalle cmit Artischocken und knusprigem Pancetta, Linguine mit frischem Thunfisch – hier kann man in alle Geschmacksrichtungen schwelgen und damit das Herz sowohl von Fleischliebhabern als auch Vegetariern und Veganern erfreuen. Die Variationen sind so vielfältig, dass man immer wieder Neues entdeckt, was Abwechslung auf dem Teller bedeutet.


    „Pasta Mia“ ist für alle, die die italienische Küche lieben und sich diese gerne auch ohne Urlaub immer wieder gönnen möchten. Variantenreich und unglaublich lecker!


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    Διακοπές στο πιάτο (Urlaub auf dem Teller)

    Hellas ist für uns seit fast 30 Jahren eine zweite Heimat. Was also tun, wenn man aufgrund von Corona seinen Urlaub dort nicht verbringen kann? Dank dieses wunderschönen Kochbuchs holt man sich Griechenlands raffinierte mediterrane Speisen einfach in die eigene Küche und kann damit etwas Urlaubsfeeling zuhause zelebrieren, bis das Reisen wieder möglich ist.


    „Jamas! Griechisch kochen und gemeinsam genießen“ von Tanja Dusy beinhaltet Rezepte, die man nicht in den touristischen Hochburgen findet, sondern vielmehr in den griechischen Haushalten zu finden sind. Die typische Gliederung, die sich an jedes übliche Kochbuch anlehnt, beinhaltet eine schöne Variation an Vorspeisen, Zwischenmahlzeiten, Fleisch, Fisch, Beilagen, Salate und Desserts, wobei auch vegetarische Variationen zu finden sind. Die den meisten Gerichten zugeordneten Farbfotos sind stilvoll arrangiert und lassen einem schon beim Durchblättern das Wasser im Mund zusammenlaufen.


    In Griechenland ist es üblich, schon als Starter einiges an Vorspeisen auf den Tisch zu zaubern, da finden sich neben dem klassischen Zaziki auch Rote-Beete-Salt, Zucchiniröllchen mit Kräuter-Walnuss-Creme, marinierter Oktopus, Kichererbsenbällchen, Fladenbrot, Joghurt-Minze-Dip neben frittierten Auberginen oder auch scharfer Melonen-Salat mit schwarzen Oliven. In gemütlicher Runde probiert man sich bei einem Glas Wein durch alles durch und genießt den würzigen Geschmack, der an Sonne und Meer erinnert. Die Zubereitung der Vorspeisen und Snacks geht ebenso leicht von der Hand wie die der Hauptspeisen, bei denen man zwischen Gyros, Ofenfisch mit Fenchel und Zitrone, gegrillten Lammkoteletts, Zitronen-Huhn mit Honig-Feigen, gefülltem Gemüse mit Tomatenreis und vielem mehr wählen kann. Griechen haben einen süßen Zahn, da dürfen auch die Desserts nicht fehlen. Neben dem honigtriefenden Baklava steht bei ihnen oft auch Milchkuchen, griechischer Joghurt-Käsekuchen oder Feta-Mousse mit Sirup Feigen auf dem Speiseplan, wozu man oft einen Café Frappé oder einen türkischen Mokka reicht.

    Gerichte wie Moussaka, Kleftiko, Sifádo oder Fasoláda findet man in diesem Buch leider nicht, dafür sind einige Rezepte von völlig untypischen Gerichten vorhanden, die wir in Griechenland bisher nicht kennengelernt haben. Dafür gibt es Punktabzug.


    Tanja Dusy hat mit ihrem „Jamas“ ein schönes griechisches Kochbuch vorgelegt, das keine großen Herausforderungen an Küchenhelden darstellt und mit dem man sich den griechischen Sommer in die eigene Wohnung holen kann.


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    Ein heißer Sommer in "La Rèverie"

    Die Französin Sylvie Durand lebt seit ihrer Scheidung mit Tochter Emma in London. Als sie durch einen Brief erfährt, dass auf ihrem provenzalischem Familienanwesen „La Rèverie“ ein Feuer ausgebrochen ist, reist sie mit Emma in die Provence, um dort nach dem Rechten zu sehen, auszuräumen und das Haus zum Verkauf anzubieten. Obwohl sie sich geschworen hatte, diesen Ort nie wieder zu betreten, überfallen Sylvie schon bei der Ankunft die Erinnerungen an die Vergangenheit und vor allem an ihre erste Tochter Élodie, zu der sie seit 10 Jahren keinen Kontakt mehr hat. Sylvie will „La Rèverie“ so schnell wie möglich wieder verlassen, doch dann erlebt sie eine große Überraschung, die nicht nur sie, sondern auch Emma in große Gefahr bingt…


    Kate Riordan hat mit „Das verborgene Zimmer“ einen unterhaltsamen und spannenden Roman vorgelegt, der den Leser von der ersten Seite an zu fesseln weiß. Der flüssige, bildhafte und packende Erzählstil lässt den Leser nicht nur einen heißen Sommer in der Provence erleben, sondern jagt ihn mit vielen Metaphern und psychologischen Tricks der Autorin durch das ganze Spektrum des Gefühlsbarometers. Mit wechselnden Zeitebenen lässt die Autorin den Leser die Geschichte von Sylvie und ihrer Familie erleben. Die Gegenwart spielt sich hier im Jahr 1993 ab, während die Vergangenheit den Zeitrahmen von 1968 bis 1983 abdeckt, wo dem Leser nach und nach die Vorkommnisse rund um Sylvie, Greg und Élodie offenbart werden. Während der gesamten Lektüre beschleicht einen nicht nur ein mulmiges Gefühl, sondern der Leser fühlt sich wie Sylvie unter Beobachtung. Zudem hat sich die Autorin ein spannendes Thema ausgesucht, das nachdenklich stimmt und dem Leser immer wieder die Frage in den Kopf pflanzt „Wie hätte ich entschieden, wie hätte ich mich verhalten?“ Die landschaftlichen Beschreibungen von „La Rèverie“ sowie die Handlung selbst sind sowohl lebhaft wie bildhaft, dass der Leser nicht nur ein tolles Kopfkino erlebt, sondern sich regelrecht als unsichtbarer Teil der Akteure wiederfindet. Der Spannungslevel baut sich von Beginn an gemächlich auf, steigert sich dann aber von Kapitel zu Kapitel immer mehr.


    Die Charaktere sind sehr gut inszeniert und mit individuellen menschlichen Ecken und Kanten ausgestaltet. Man muss sie nicht alle mögen, um ihnen zu folgen, doch geht einem ihre Geschichte nahe und eigene Entscheidungen in dieser oder jener Situation hinterfragen. Sylvie ist eine Frau, die einen großen Verlust erlitten hat, jedoch den Schmerz darum in sich begraben hat. Fürsorglich kümmert sie sich um Emma und übt dabei manchmal etwas zu viel Kontrolle aus, was man ihr aber aufgrund der Umstände nachsehen kann. Greg ist ein ignoranter Mann, der sich in eine heile Welt flüchtet, oder aber dem Anwesen aufgrund seines Berufes entflieht. Er ist wenig verlässlich und verantwortungslos. Emma ist ein fröhlicher Teenager, der sich ausprobieren will. Der Sommer in der Provence stellt sie vor einige Herausforderungen ebenso wie ihre Mutter. Olivier ist ein freundlicher und hilfsbereiter Mann. Aber auch Laurent, Annette, Luc und vor allem Élodie tragen viel dazu bei, dass die Handlung durchweg fesselnd kann.


    „Das verborgene Zimmer“ ist ein spannender Roman, der nicht nur ein Familiengeheimnis beinhaltet, sondern auch mit psychologischen Studien über die einzelnen Protagonisten aufwartet. Hier geht es nicht nur um Liebe, sondern vor allem um Vertrauen und das Gefühl von Sicherheit für seine Lieben. Absolute Leseempfehlung für eine sehr fesselnde Geschichte!


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    Sommer auf dem Teller

    Der mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Koch Marc Fosh hat nicht nur seit 25 Jahren ein erfolgreiches gleichnamiges Restaurant in der Altstadt von Palma de Mallorca, sondern ermöglicht mit seinem Buch „Mallorca: Authentische Rezepte von der Sonneninsel“ experimentierfreudigen Küchenhelden, die ausgewählten mediterranen Speisen in den eigenen vier Wänden auszuprobieren und vielleicht so den eigenen Urlaub etwas zu verlängern.


    Das Buch selbst ist schon ein wahrer Hingucker, erinnert er doch mit seiner türkisen Farbe an das Mittelmeer und gleisenden Sonnenschein. Richtig schön wird es dann im Inneren, denn nicht nur die ausgesuchten Gerichte nebst Rezepten lassen einem schon beim Studieren das Wasser im Mund zusammenlaufen, auch die künstlerisch schön in Szene gesetzten Fotos lassen Urlaubsfeeling aufkommen und rücken Erinnerungen an den letzten Besuch der Insel lebhaft in den Vordergrund. Die Aufteilung des Buches ist gut durchdacht, denn Fosh verbindet jedes Kapitel mit einer seiner Lieblingszutaten und kreiert daraus diverse Gerichte. Bei ihm spielen nicht nur Mandeln, Tomaten, Knoblauch und Olivenöl eine große Rolle, auch auf ausgesuchte Gemüse, Gewürze wie Safran, Fleisch- sowie diverse Fischarten legt er seinen Fokus, wobei er immer eine herzhafte sowie eine süße Variante präsentiert und neben Eigenkreationen auch Klassiker vorstellt. Überschaubar und gut durchdacht stellen die Rezepte keine besonderen Herausforderungen an den Freizeitkoch dar. Die kleinen Anekdoten neben den Rezepten geben diesen eine zusätzliche persönliche Note.


    Gerichte wie Sobrasada, Honigkroketten mit Mandel-Aioli, Zitronenhühnchen, Perlhuhn mit Couscous-Salat oder auch die Crema Catalana sind raffiniert gemacht und verführen dazu, in der eigenen Küche den Sommer über seine übliche Zeit hinaus zu verlängern. Dies Buch ist allen zu empfehlen, die den nächsten Sommer schon jetzt nicht mehr erwarten können! Wunderbar!


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    Flederellas erste Abenteuer

    Die 9-jährige Mirella Manusch wundert sich über ihren neuen Eckzahn, der so gar nicht zu dem Rest ihres Kindergebisses passen will. Tatsächlich ähnelt er eher einem Vampirzahn, was ihr von ihrer Tante Elly auch bestätigt wird. Mirella stellt schnell fest, dass sie bei Dunkelheit die Fähigkeit besitzt, sich in eine Fledermaus zu verwandeln und nicht nur fliegen, sondern sich auch mit anderen Tieren unterhalten kann. Dies hilft ihr nicht nur bei der Kommunikation mit ihrem eigenen Kater Langstrumpf, der sich endlich mal alles von der Seele reden kann, was ihn so stört. Auch andere Tiere klagen ihr Leid, was Mirella dazu bringt, sich mit Hilfe von Tante Elly und Langstrumpf zur Aufgabe zu machen, den Tieren zu helfen…


    „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist eine sehr gelungene und wunderschön illustrierte Geschichte von Anne Barnes und ihrer Tochter Christin-Marie Below. Das ungewöhnliche Autorinnengespann hat mit eingängigem altersgerechtem Erzählstil eine abenteuerlich-witzig-unheimliche und spannende Handlung für Kinder ab 8 Jahren vorgelegt, die auch Eltern beim Vorlesen Spaß macht und gut unterhält. Die lebendigen Zeichnungen entsprechen genau den Vorstellungen beim Lesen und untermalen die Geschichte auf liebevolle Weise. Die Lektüre punktet mit Witz, einigen Wendungen und einer abenteuerlustigen kleinen Protagonistin, die sich in ihre neue Rolle erst hineinfinden muss, sehr zur Freude des kleinen und großen Lesepublikums, das sich immer wieder fragt, wie Mirella wohl mit ihrer Verwandlung umgehen wird.


    Die Charaktere sind wunderbar inszeniert, so dass sie dem Lesepublikum sofort ins Herz „fliegen“. Mirella ist ein kleiner Wirbelwind mit ansteckender Fröhlichkeit, die Tiere abgöttisch liebt und für diese in die Bresche springt, nachdem sie aufgrund ihrer Fähigkeiten von deren Sorgen und Nöten erfährt. Tante Elly rangiert auf Mirellas Beliebtheitsscala ganz oben, denn schließlich gibt sie Mirella Flugstunden und unterstützt sie auch sonst bei ihrem Abenteuer. Papa ist als Tierarzt im Zoo auch eine coole Socke, aber der Oberhit ist Kater Langstrumpf, der zwar etwas versnobt daher kommt, sich jedoch als Helfer in allen Lebenslagen entpuppt, wenn es um Mirella geht.


    „Mirella Manusch – Hilfe, mein Kater kann sprechen!“ ist eine abenteuerliche und faszinierende Geschichte mit leichtem Witz und vor allem sehr liebenswerten Protagonisten, die schnell zur Familie gehören. Absolute Leseempfehlung!


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    "Ich habe so viele Knochen, die du brechen könntest, aber du brichst mir genau mein Herz." (Maren Regelmann)

    1913 Berlin. Im Alter von sieben Jahren wird bei Elisa von Treue die Glasknochenkrankheit diagnostiziert, was das Leben des jungen Mädchens völlig verändert, ihr Einschränkungen und Verbote einbringt, um sie zu schützen. Sie verlässt kaum noch die Obhut ihres Elternhauses und wird von ihren Eltern überbehütet umsorgt. Als das Süßwarenunternehmen ihres Vaters in finanzielle Schieflage gerät, bleibt Elisa nichts anderes übrig, als einem Ehearrangement mit dem reichen Bankierssohn Louis Lindquist zuzustimmen, um die Familie vor dem Ruin zu retten. Sowohl Elisa als auch Louis sind nicht gerade glücklich über ihre Verbindung, denn beide wünschten sich eine Liebesheirat. Doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen und sich näher kennenlernen, umso mehr beginnen sie, die Gesellschaft des anderen zu schätzen. Gerade als sie sich endlich zusammengerauft haben, ziehen nicht nur durch den Ersten Weltkrieg dunkle Wolken auf…


    Julie Hilgenberg hat mit „Das Mädchen aus Glas“ einen wunderschönen, unterhaltsamen historischen Roman vorgelegt, der dem Leser nicht nur eine spannende und ereignisreiche Zeit des vergangenen Jahrhunderts mit seinen unterschiedlichen Gesellschaftsformen und –regeln näher bringt, sondern ihn nebenbei auch mit einer sehr isolierenden Krankheit konfrontiert. Der flüssig-bildhafte und berührende Erzählstil lässt den Leser schnell an Elisas Seite gleiten, um sie bei ihrem Lebensweg zu begleiten und ihre Gedanken- und Gefühlswelt zu erkunden. Die Autorin beweist ein gutes Auge für Details, so dass der Handlungsfluss durchgängig für den Leser sehr lebendig und miterlebbar war. Sie verbindet nicht nur den historischen Hintergrund wunderbar mit ihrer Geschichte, sondern lässt auch einiges an Informationen über die Glasknochenkrankheit miteinfließen, während sie mit glaubhaften Wendungen den Leser an die Seiten fesselt. Die Lage der Bevölkerung zu Kriegszeiten wird ebenso gut dargestellt wie die damaligen gesellschaftlichen Anforderungen an die Frau, die sich den Wünschen der Männer meist zu fügen hatte. Besonderes Highlight dieses Romans aber ist die von der Autorin geschaffene Stimmung, die mal traurig, mal tiefgründig, mal heiterer Natur ist und die der Leser allesamt miterlebt, als wäre er selbst auch Teil der Geschichte.


    Realitätsnahe und glaubwürdig inszenierte Charaktere mit menschlichen Ecken und Kanten machen es dem Leser sehr leicht, sich nicht nur mit ihnen wohlzufühlen, sondern mit ihnen zu bangen, zu hoffen und zu fiebern, so nahe kommen sie einem. Elisa ist eine bewundernswerte Frau, die sich aufgrund ihrer Krankheit vielen Beschränkungen gegenübersieht. Obwohl sie eine zarte und einsame Seele ist, verliert sie nie den Mut, gibt sich stark und ausdauernd, warmherzig und hoffnungsvoll. Ihre Entwicklung innerhalb der Geschichte ist grandios herausgearbeitet. Louis ist ein impulsiver Filou, ein Frauenheld mit verschwenderischem Gehabe, der das Leben leicht und alles für sich in Anspruch nimmt. Doch er hat Herz und ein offenes Wesen, kann mitfühlend und liebevoll sein. Wilhelm ist Elisas Jugendfreund und heimliche Schwärmerei. Als Arzt wirkt er eher bedächtig, ruhig und einfühlsam, eben ein Mann, dem man sich gern anvertraut und sich bei ihm sicher fühlt. Aber auch Elisas Eltern sowie Louis Familie tragen einiges zu dieser sehr komplexen und unterhaltsamen Geschichte bei.


    „Das Mädchen aus Glas“ ist ein fulminanter komplexer Roman, der von der ersten Seite an zu fesseln weiß. Neben einem wunderschönen Schreibstil ist es die Mischung aus historischem Hintergrund, Familiengeschichte, persönliche Schicksale und Lebensanschauungen sowie Liebe und Hoffnung. Absolute Leseempfehlung für ein echtes Highlight. Toll gemacht – Chapeau!


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    "Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnert, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen." (George Santayana)

    1938 Berlin. Die jüdische Musiklehrerin Hannah Rosenberg bekommt von ihrer großen Liebe Peter Hagen den Laufpass, weil sie nicht zu seiner Karriere als Anwalt im Reichsinnenministerium passt und auch seine Familie Einwände gegen die Verbindung hat. Schon bald heiratet Peter eine andere. Hannah ist enttäuscht und gesteht Peter nichts von ihrer Schwangerschaft. Als Hannah aufgrund ihrer jüdischen Herkunft sowohl Anstellung als auch Wohnung verliert, flüchtet sie aus Berlin und wird mit ihrer kleinen Tochter Melina auf dem Erlenthaler Sandnerhof in der Nähe von Würzburg von der Gutsfamilie freundlich aufgenommen. Jeder im Umfeld des Hofes nimmt an, dass Hannah und Melina mit der Gutsfamilie verwandt sind. Doch die nationalsozialistische Jagd auf die Juden offen ausbricht und damit auch das Landleben infiziert, muss Hannah sich immer mehr davor fürchten, mit ihrer Tochter in ein Lager deportiert zu werden…


    Margit Steinborn hat mit „Ein neuer Himmel“ einen berührenden historischen Roman vorgelegt, der neben der Geschichte von Hannah und Peter auch den geschichtlichen Hintergrund wunderbar authentisch mit ihrer Handlung verbindet. Der flüssig-bildhafte und gefühlvolle Erzählstil lässt den Leser in die Vergangenheit in Deutschlands dunkelste Zeit reisen, um dort nicht nur Hannahs Schicksal mitzuerleben, sondern auch Peters Aufstieg bei den Nationalsozialisten. Mit wechselnden Perspektiven schafft die Autorin es ausgezeichnet, dem Leser zwei völlig verschiedene Welten der damaligen Zeit aufzuzeigen. Während man Hannah mit ihrer Tochter auf der Flucht begleitet, sich mit ihnen auf dem Land in Sicherheit wiegt, um schlussendlich doch in Auschwitz zu landen, erlebt man gleichzeitig den steilen Aufstieg von Peter im Reichsministerium, wo dieser gleich unter Himmler Position bezieht. Feinfühlig, aber auch empathisch zeichnet Steinborn die Landidylle, wo die Menschen andere Sorgen haben, als sich um die Judenfrage zu kümmern, bis diese am Ende auch von der unmenschlichen Nazidoktrin infiltriert wird. Im krassen Gegensatz dazu stehen die Dinge, die Peter mitzuentscheiden hat, immer mehr sein Gewissen plagen und sich auf seine eigenen Werte besinnen lässt. Gekonnt verbindet Steinborn den historischen Hintergrund mit den Geschicken ihrer Protagonisten, so dass der Leser das Gefühl hat, anhand von Hannahs Schicksal das so vieler anderer Verfolgter hautnah zu teilen.


    Die Autorin hat ihre Charaktere liebevoll in Szene gesetzt und mit menschlichen Zügen ausgestattet, so dass sie für den Leser nicht nur glaubwürdig und realistisch sind, sondern vor allem greifbar nah, um mit ihnen die Emotionen zu teilen. Hannah ist eine wunderbare Protagonistin, die dem Leser sofort ans Herz wächst. Sie drängt sich nicht auf, hat eine liebevolle enge Beziehung zu ihrer Tochter Melina, ist sie doch das Bindeglied zu ihrer großen Liebe. Klara und Friedrich Sander nebst Familie sind warmherzige und ehrliche Menschen, die mit der damaligen Politik nicht konform gehen. Sie üben Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft, ebenso wie Pfarrer Simon Petersen. Peter Hagen ist ehrgeizig, fleißig und regimetreu, aber auch blind und leichtgläubig. Erst im Verlauf der unmenschlichen Tötungsmaschinerie meldet sich sein Gewissen immer lauter, die Zweifel seines Tuns bringen ihn dazu, sich auf seine ehemals hohen Werte zu besinnen.


    „Ein neuer Himmel“ ist ein tiefgründiger und vor allem sehr emotionaler Roman, der den Leser durch eine wahre Achterbahn der Gefühle jagt. Neben schrecklicher Angst handelt er aber auch von Mitmenschlichkeit, Hoffnung und Liebe, was den Leser nicht nur nachdenklich stimmt, sondern tiefen Respekt abringt im Gedenken an all die Schicksale, die durch die damalige Hölle mussten und diejenigen, die sich ohne Furcht gegen das Grauen stemmten. Absolute Leseempfehlung!


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    Ein alter Brieffund öffnet das Tor zur Vergangenheit

    Berit Bartoll macht sich daran, ihr Elternhaus auszuräumen, bevor dieses durch den Anwalt Nathan zum Verkauf angeboten werden soll. Dabei findet sie einen kleinen Karton mit alten Liebesbriefen, die ihr Urgroßvater Gideon einst im Ersten Weltkrieg aus Frankreich an seine Frau Eleonore sandte. Gideon hat damals im Kontor gearbeitet, das zum Hamburger Kautschuk-Unternehmen von Eleonores Vater gehörte und in dem auch Eleonore sich gern aufhielt, um sich in das Geschäft einzuarbeiten. Schon bald sind die beiden ineinander verliebt, doch Eleonores Vater Heinrich steht dieser Liebe im Weg, denn er hat höhere Pläne mit seiner Tochter. Die alte Korrespondenz macht Berit neugierig, was damals wohl passiert ist. Dabei ist ihr Nathan eine große Hilfe, der von der alten Post ebenfalls fasziniert ist. Gemeinsam decken sie neben einem alten Familiengeheimnis auch eine wunderschöne Liebesgeschichte auf….


    Tessa Alberti hat mit „Die Stunde unserer Träume“ einen wunderschönen historisch angehauchten Roman vorgelegt, der von der ersten Seite an zu fesseln weiß. Der flüssige, einfühlsame und bildhafte Schreibstil fängt den Leser sofort ein, der sich mal an Berits und Nathans Fersen hefte, mal in die Vergangenheit abtaucht, um dort Gideon und Eleonore in einer schicksalsträchtigen Zeit zu begleiten. Die Autorin spiegelt die Vergangenheit sehr schön wieder und zeigt nicht nur die Rolle der Frau zur damaligen Zeit auf, sondern gibt auch einen Einblick in die unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten und die Veränderungen in der Bevölkerung durch den herrschenden Krieg. Eingepflegte Briefe, in denen Gideon von der Lage an der Front berichtet, lassen einem das Blut in den Adern gefrieren und das dortige Elend genau vor Augen haben. Mit farbenfrohen Beschreibungen lässt die Autorin nicht nur die Stadt Hamburg im Kopf des Lesers lebendig werden und macht so einen Rundgang durch die Speicherstadt und deren Kontore möglich, sondern bringt ihn auch in den Schützengraben an der Front. Zwei Zeitebenen, die etwas mehr als hundert Jahre trennen, wechseln sich fließend ab und jagen den Leser durch eine Achterbahn der Gefühle, während sich der Spannungsbogen immer weiter steigert.


    Die Charaktere sind liebevoll und lebendig ausgestaltet, überzeugen durch glaubwürdige menschliche Eigenschaften, was es dem Leser leicht macht, sich unter ihnen wohl zu fühlen und der Geschichte entgegen zu fiebern. Berit ist eine sympathische Frau, die mit einer gesunden Neugier gesegnet ist. Gideon ist ein intelligenter, zurückhaltender, ehrlicher und warmherziger Mann, der sich schnell ins Leserherz schleicht. Eleonore Kraft hat ihren eigenen Kopf, ist fleißig und wissbegierig, doch werden ihr von Haus aus die Flügel gestutzt, doch sie lässt sich nicht aufhalten. Ihr Vater Heinrich möchte seine Tochter verschachern, um die Nachfolge seiner Firma zu retten. Carsten Belendorp ist ein gefühlloser Mann, der sich nimmt, was sich ihm bietet. Nathan ist ein freundlicher und geheimnisvoller Mann, der für eine Überraschung sorgen wird.


    „Die Stunde unserer Träume“ vereint auf wunderbare Weise Familiengeheimnisse, Liebe und Historisches. Der Roman hat absolute Sogwirkung und verdient eine absolute Leseempfehlung für diese unterhaltsame und emotionale Lektüre.


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