Die Ergebnisse der Leserlieblinge-Wahl im BücherTreff

Beiträge von Gaymax

    Kommentare und Meinungen bis einschließlich Seite 211 (Steiner I):

    So bin dann jetzt auch etwas weiter und kann nun schon ein bisschen was schreiben und kommentieren, teilweise zustimmend, teilweise kontrovers. Let's go:

    Dass Thielen für sein Manöver gelobt wird, bei dem ein ihm Untergebener Erfrierungen erleidet und Zehen verliert, ist schockierend.

    Vorweg mag ich Thielen ebenso wenig wie alle, allerdings war ich natürlich auch beim Bund und habe da auch eine militärisch-strategische Sicht. Natürlich sieht man da schon seine rechte Gesinnung, aber er lässt den Kameraden trotzdem nicht zurück. Der Soldat verliert die Zehen, aber nicht sein Leben. Es ist eine Übung, aber die ganzen Leute haben ja alle ein militärischen Rang und somit sind sie da auch einer gewissen Disziplin und Ordnung unterworfen. Tatsächlich hat mich beim Lesen der Soldat Soylu (aus dem Gedächtnis) genauso genervt bzw. mit den Augen rollen lassen, wie bei Thielen. Aus dieser Sicht war es wahrscheinlich das beste Ergebnis was man noch erzielen konnte.


    Wie gesagt ich beziehe mich auf die militärisch-strategische Sicht und da hat er aus meiner Sicht absolut richtig gehandelt und seine Kameraden waren diejenigen, die das ganze kaputt gemacht haben. Beim Biwak gibt es sicherlich noch heute ähnliche Szenarios, auch wenn man da heutzutage mehr auf das Wetter und faire Wetter-Bedingungen achtet,

    Zamir macht Marie ein schlechtes Gewissen. Ob das fair ist, kann man sicherlich kontrovers diskutieren.

    Das ist richtig. Und ich erinnere mich gerade an ein Zitat aus meinem vorherigen Buch, denn das passt zu einem gewissen Grad auch auf Zamir zu:


    'Jeder Mensch trägt die Fähigkeit des Tötens in sich. Jeder hat einen Punkt, an dem er zerbricht. Zum Glück gibt es nur wenige, die die Skrupellosigkeit besitzen, diesen psychischen Nullpunkt bei anderen zu finden.'


    Der Tod von Esther hat das sprichwörtliche Fass zum überlaufen gebracht. Die Lage ist schwer einzuordnen. Ich kann es natürlich schon verstehen, aber man hat auch das Gefühl, er möchte auch ein Exempel statuieren. Bis jetzt hat er ja nur den Angriff abgewehrt und sie festgesetzt, allerdings weiß man natürlich auch, dass er sich auch für mehr vorbereitet hat, für sehr viel mehr.

    Mir fiel als erste der Spruch ein: Rache schmeckt am besten, wenn sie kalt genossen wird. Ich glaube, jetzt, nach Esthers Tod sind bei ihm alle Sicherungen durchgebrannt und jedes zarte Pflänzchen von Vergebung und Milde sind im Keim erstickt.

    Ich kenne es anders: Rache ist ein Gericht, dass man am besten kalt serviert. (altes klingonisches Sprichwort)

    Es wird mir für immer unverständlich sein, wie Menschen, die auf der einen Seite so menschenverachtend, karrieresüchtig, eiskalt sein können und auf der anderen Seite so charismatisch auf andere wirken, dass sie als Anführertyp beschrieben werden.

    Zu dem Satz fiel mir das Buch 'Psychopathen' von Kevin Dutton ein. Da wird dieses Phänomen psychologisch erläutert. Und es gibt da wohl Tests, da schneiden die Richter, Anwälte, Manager / CEOs genauso gut ab, wie eben jene Psychopathen. Schon länger her, dass ich es gelesen habe, aber durchaus interessant.

    Trotzdem finde ich es schon krass wie berechnend er mit seinen Leuten umgegangen ist. Und auch da merkt man schon seine Gesinnung wenn er beim Namen seines Soldaten anmerkt, dass es kein deutscher Name ist.

    Keine Frage, man merkt es schon in seinen Anfängen, dass Thielen durch die Erziehung durch und durch zum rechtsnationalem Denken gelangte, aber diese auch genoss. Man könnte es allerdings auch etwas anders sehen und zwar hat Thielen einige Leute durchaus wissentlich in die Gefahrenzone geschickt, während er die anderen letztlich gerettet hat, einschließlich Soylu, der zwar seine Zehen verloren hat, aber nicht sein Leben.


    Angenommen es wäre tatsächlich Krieg gewesen … dann bekommt auch eine andere Sichtweise.

    Ich mag Leserunden auch wegen des Austausches mit den Mitlesenden und natürlich dem Autor. Aber ich kann nachvollziehen, was du sagst, in Bezug auf Statements, die nicht auf andere eingehen. Aber wichtig ist immer, dass man andere Meinungen stehen lassen kann, da bin ich ganz bei dir. Das sind so Argumente aus verstaubtem Deutschunterricht, es gäbe nur eine möglich Deutung und eine absolute Wahrheit. Gerade bei Musik, Kunst und Literatur ist die individuelle Wirkung so berechtigt und vielfältig.

    Ich mag auch Leserunden und den Austausch, aber da manche User auf der Blockliste liegen, kann ich mich nur eingeschränkt austauschen und zwar immer dann, wenn ein nicht blockierter User etwas vom blockierten User zitiert. Die anderen Meinungen sehe ich auch weiterhin, also immerhin noch gute 80% und wenn ein User etwas zitiert von Usern die auf der Blockliste stehen, dann ist es für mich auch gefiltert und ungefährlich zum lesen.

    Marie wird nun dank Ephraims Fund der Visitenkarte mit reingezogen.

    Sie hat eh schon mit sich zu kämpfen wegen dem Gespräch mit Karl,nun bekommt sie den Anruf im Restaurant und wird mit zum Opfer. Und das alles nur,weil sie Karl abgewiesen hat.

    Das ist das erste mal,dass ich Ephraims Handlung gar nicht verstehe.

    Ich verstehe da Ephraims Handlung durchaus, denn er sieht es nämlich in etwa so wie Karl, dass Sie ihrer Arbeit nicht nachgekommen ist. Ich bin natürlich nicht ganz firm mit den Methoden in diesem Beruf, aber der Beruf ist sicherlich kein 9 - 17 Uhr Job, sondern da muss man auch mal reagieren, wenn ein Anruf um 3 Uhr nachts kommt. Zumindest gehe ich davon aus. Ziemlich sicher wird das beim 'Streetworking' so sein. Egal was vorher war, wenn ein Patient / Klient ein Problem hat, dann hört man ihm zu und weist ihn nicht ab. Das war wahrscheinlich Dienst nach Vorschrift, aber tatsächlich hat sich Marie Stresemann durchaus moralisch schuldig gemacht, sie hätte eventuell helfen können und sei es auch nur, wenn sie nur zugehört hätte.


    Da kann man natürlich weiter kontrovers diskutieren, aber für mich ist sie halt nicht völlig unschuldig am Szenario.

    Aber wir wollen doch deine Meinung hören. Dass sie nicht alle teilen, ist natürlich möglich. Doch das ist ja gerade der Reiz in Leserunden - andere Meinungen öffnen neue Blickwinkel und verändern somit das Leseerlebnis. Also bitte: lass uns an deinen Gedanken teilhaben.

    verändern somit das Leseerlebnis … wie wahr, wie wahr. :-#

    Furchtbares Kapitel über Ephraim - das Grauen des Holocaust ist immer wieder erschütternd. Obwohl es einem immer bewusst ist, was für schreckliche Verbrechen damals begangen wurden, mit jeder Schilderung eines konkreten Falles und mit jedem einzelnen Schicksal, das man kennenlernt wächst die Sprachlosigkeit und Erschütterung über soviel Unmenschlichkeit.

    Oh ja. Und je weniger anklagend erzählt wird, desto schlimmer wird es. 'Der letzte Überlebende' von Sam Pivnik erwähne ich da immer ganz gerne mal.

    Vor allem gibt es keine schlüssige Antwort auf die Frage "Warum hat sich fast eine ganze Nation so fehl leiten lassen?" Ursprünglich wollte ich das Buch mit dem Kapitel Ephraim III beginnen - um eine zeitliche Chronologie zu schaffen. Meine ersten Testleserinnen sind dann aber der Reihe nach bereits bei diesem Kapitel wieder ausgestiegen, weil sie den Schrecken nicht ertragen konnten.

    Und teilweise noch heute fehlgeleitet wird, wenn ich denn so manche Länder betrachte. :-# Das kann ich gut nachvollziehen, dass das Buch dann wesentlich schwerer zu verdauen ist, wenn man mit diesen Schrecken beginnt.


    Mir gefällt das Buch noch immer und ich bin jetzt gespannt wie es weitergeht, denn mit der Presse die nun anrückt kommt ein weiterer Stein ins rollen den man kontrovers diskutieren kann.

    Hier mein Lese - März 2020:

    Im März habe ich wieder 4 Bücher gelesen und sie waren auch alle gut. :D


    • Wenn junge Menschen töten (Helmut Remschmidt) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:
    • Echo des Schweigens (Markus Thiele) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::thumleft: mein Monatshighlight
    • Romeo und Julius (Julius Kraft) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:
    • Flugangst 7A (Sebastian Fitzek) :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    So da ich jetzt geärgert wurde, bin ich nun in den Rosengarten (Berlin) geflüchtet. Alle genannten Orte sind in Berlin bzw. in der Umgebung Berlins. :loool:

    .....und pflückst dort Rosen für deine nächste Liebschaft :-,

    Und dann frage ich ihn die alles entscheidende Frage: Willst Du mich heiraten … mit mir ins Gefängnis gehen, willst Du direkt dorthin ohne über Los zu ziehen und 4.000€ zu kassieren. :loool::totlach:

    Was willst du mehr?

    :-k … ich war ja gar nicht involviert, aber ein wenig skurril ist es schon, wenn ein Manager oder gut situierter Mann mitten im Leben, sich ein jungen Studenten ins Haus / Boot holt. Ich bin zwar kein Student mehr, aber ich kann die Skepsis / das ungute Gefühl durchaus nachvollziehen.

    :-k Aber unser Mäxchen fühlt sich doch nun mal im Gefängnis bzw. in anderen liebreizenden Gefilden wohler :totlach:

    Mein liebes Glöckchen, ich versuche mir doch gerade ein neuen Ruf aufzubauen. :lol::friends::kiss:

    Stimmt. An Solidität ist er mal so gar nicht gewöhnt. :-,:loool:

    Och … so ein roter Teppich. Champagner und Lachs würde mir schon gefallen. :lol::loool:


    So da ich jetzt geärgert wurde, bin ich nun in den Rosengarten (Berlin) geflüchtet. Alle genannten Orte sind in Berlin bzw. in der Umgebung Berlins. :loool:

    Meine Meinung:


    Also es gibt ja zwei Dinge, die man immer sagen kann und das ist zum einen, dass die Bücher von Fitzek definitiv spannend geschrieben sind und auch, dass seine Bücher zu 95% keine Fortsetzungen sind und somit immer ein neues Thema mit Spannung und Action versetzt wird. In diesem Buch gelingt es auch wieder zu großen Teilen, aber in diesem Buch gelingt es nur bedingt und manchmal beschleicht mich auch das Gefühl, dass es mittlerweile immer blutiger und brutaler zugehen muss und das alles nur 'wegen der Milch'?

    Mir gefiel, wie auch vielen anderen das überladende und sehr konstruierte Ende nicht.


    Fazit:


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Zitat von Sebastian Fitzek

    Jeder Mensch trägt die Fähigkeit des Tötens in sich. Jeder hat einen Punkt, an dem er zerbricht. Zum Glück gibt es nur wenige, die die Skrupellosigkeit besitzen, diesen psychischen Nullpunkt bei anderen zu finden.

    8-[


    Zitat von Sebastian Fitzek


    Schlafen. Was für ein gnädiger Zustand der Bewusstlosigkeit.

    :sleep: O:-):sleep:


    Zitat von Sebastian Fitzek


    Die Psychologie ist schon deshalb zum Scheitern verurteilt, weil wir den absurden Versuch unternehmen, unser Gehirn mit unserem Gehirn verstehen zu wollen.

    :lol:

    Bis Seite 145 (Ende Abschnitt 1):

    So dann bin ich hier tatsächlich auch noch angekommen und die letzten beiden Kapitel waren definitiv ereignisreich.


    Wir erfahren in ersten Andeutungen, dass Ephraim einige sehr dunkle Geheimnisse haben muss, wenn sich in seinen Alpträumen "die dunklen Augen seiner Mutter in die schreckgeweiteten von SS-Offizieren gewandelt" haben.

    Ob nur in den Träumen oder auch real weiß man nicht so genau, aber er scheint neben den Alpträumen auch ein Rachefeldzug zu führen.

    Im ersten Moment war ich über Thomas' Handlung schockiert, aber bei näherem Nachdenken, war es irgendwie zu erwarten, dass er der Grund sein wird, dass die ohnehin verfahrene Situation für Karl zum absoluten Desaster wird. Ein Überfall allein wäre schon schlimm genug gewesen, aber ein Mord wird ihn für sehr lange Zeit ins Gefängnis bringen. Denn natürlich wird er die Tat auf sich nehmen, um Thomas zu beschützen und es war ja schließlich auch seine Waffe, also wird man ihm auch glauben.

    Das könnte möglich sein, aber würde natürlich auch dem Satz 'Ich gehe niemals mehr zurück ins Gefängnis' widersprechen. Ist die Liebe, oder besser Zuneigung zum Jungen so groß, dass er für ihn in den Knast geht? Aktuell hat er ja eh genug Kopfschmerzen, aber ich glaube er hat kein Interesse dran wieder in den Knast zu sitzen. Thomas hin oder her … :-k

    Klar, ist möglich. Ich denke auch dass da durchaus mehr gelaufen ist als Karl zugeben will. Als einzelner Neonazi hatte er es ganz sicher nicht leicht im Gefängnis.

    Sicherlich nicht, aber ob er wirklich ein einzelner ist, bei so vielen rechten Straftaten? Ich denke nicht. In den USA ganz sicher nicht, da gibt es in Gefängnissen die bekannte 'arische Bruderschaft'

    Bis Seite 145

    Ich muss erst sacken lassen, bevor ich kommentieren kann.

    Ich will heute nur ein Satz zitieren, der mich sehr berührt hat

    Zitat

    Zahlen haben etwas erschreckend Nüchternes. Ob neun Tote oder sechs Millionen Tote; Schreckensmeldungen werfen uns erst aus der Bahn, wenn eines der Opfer ein Bekannter ist, ein Freund oder ein Familienmitglied.

    Diesen Satz habe ich auch für mich rausgeschrieben und in Verbindung mit einem Tier könnte man auch noch anfügen, dass manche Menschen mehr Tränen über ihr Haustier vergießen, als über Menschen.



    Dann habe ich noch gelesen, dass die 'Wolsangel' ein verbotenes Symbol sein soll, was allerdings auch nur bedingt richtig ist und zwar nur dann verboten, wenn ein Verein / Organisation es zu rechten Zwecken missbraucht. Es gibt auch Städte, wie zum Beispiel Gladbeck, welche diese Wolfsangel im Wappen haben und auch die Vereine SC Verl und FSV Frankfurt A.M. haben diese Wolfsangel im Wappen.


    Ich bin auf jedenfall gespannt wie es weiter geht mit Thomas, der wohl erstmal vergeblich auf Karl warten wird. Mit Karl, der wohl mit einem ziemlichen Schädel aufwachen wird. Mit Zamir, der nun einige Nazis in seiner Gewalt hat.