Philip Pullman - Über den wilden Fluss / La Belle Sauvage

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Über den wilden Fluss (His Dark Material...

4.7|10)

Verlag: Carlsen

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 560

ISBN: 9783551583932

Termin: November 2017

  • Klappentext


    Der 11-jährige Malcolm lebt mit seinen Eltern und seinem Dæmon Asta in Oxford und geht in dem Kloster auf der anderen Seite der Themse aus und ein. Als die Nonnen ein Baby aufnehmen, von dem keiner wissen darf, ist es mit der Ruhe in dem alten Gemäuer vorbei. Auch Malcolm schließt das kleine Wesen, das in großer Gefahr zu sein scheint, sofort in sein Herz und setzt alles daran, es zu schützen. Es heißt: Lyra Belacqua.


    Meine Meinung


    Viele wissen, dass ich ein großer Fan der His Materials Trilogie bin, den meisten bekannt durch den ersten Band, der auch verfilmt wurde "Der goldene Kompass". Eine wirklich großartige und tiefsinnige Geschichte und ich hab mich sowas von gefreut als ich gehört habe, dass Philip Pullman jetzt die Vorgeschichte dazu geschrieben hat!


    Lyra Belaqua ist ja die Hauptprotagonistin in der Trilogie - hier ist sie noch ein Baby und muss schon jetzt vor den skrupellosen Machthabern in ihrer Welt beschützt werden.


    Diese Welt ist prinzipiell ähnlich wie unsere, eine Parallelwelt sozusagen, in der die Länder und Kontinente wie auf der Erde verteilt sind, teilweise aber andere Namen haben. Ansonsten ist die Atmosphäre eher steampunkmäßig: es gibt anbarische Lampen, Naphtalampen oder auch Gyrokopter - alles Begriffe, die sich aber durch den Text von selbst erklären.
    Etwas schwieriger wird es da mit den politischen Verwicklungen, die schon etwas komplex sind und deren Erklärungen man beim Lesen genau folgen muss.
    Das Magisterium z. B. hat eine hohe Stellung, es ist sozusagen die Legislative der Kirche, der eine große Macht innewohnt. Vergleichbar schon fast mit der Inquisition, jedoch immerhin ohne Hexenverbrennungen oder Folterinstrumenten. Das Vorgehen ist eher perfide und ziemlich hinterhältig und aus irgendeinem, noch unbekannten, Grund, sind sie hinter Lyra her.


    Die wichtigste Figur ist allerdings der 11jährige Malcolm. Ein etwas ernsthafter Junge, der viele Freunde hat, sich aber auch gut allein unterhalten kann. Er ist sehr wissbegierig, pragmatisch und hinterfragt sehr viele Dinge. Dadurch dass er im Gasthaus seiner Eltern mitarbeitet, schnappt er durch die Unterhaltungen seiner Gäste eine Menge an Informationen auf - gerade was die Diskussionen der Wissenschaftler anbelangt, die hier auch immer wieder einkehren.


    Obwohl, alleine ist Malcolm ja eigentlich nie. Denn das Hauptmerkmal, was diese Parallelwelt von unserer unterscheidet, sind die Daemonen. Darunter versteht man aber nichts höllisches oder teuflisches. Jeder Mensch hat einen Daemon, eine Art "Seelentier", das von Geburt an bei einem ist. Diese Vorstellung hab ich schon in der Trilogie um Lyra so geliebt ... diese Seelenverbindung mit einem Wesen, dass sich in sämtliche Tiere verwandeln kann, mit dem man reden und alles anvertrauen kann und der einen bis ins Innerste versteht.


    Wenn man Erwachsen wird erhalten die Daemonen allerdings eine feste Gestalt bzw. eine Tierform, die sich dann nicht mehr ändert. Diese entspricht dem Charakter des Menschen, wodurch man manchmal recht schnell erkennen kann, mit was für einer Art Mensch man es zu tun hat. Trotzdem darf man sich dadurch auch nicht täuschen lassen!


    Der Einstieg zur Geschichte war leicht. Man lernt Malcolm in seinem Umfeld kennen, das Kloster am Fluss gegenüber mit den Nonnen, die der Junge oft besucht, aber auch noch einige andere Figuren, die der ein oder andere aus His Dark Materials noch kennen wird. Es ist ein einfacher, klarer Schreibstil ohne große Schnörkel, wirkt aber dennoch anschaulich und entwickelt eine Atmosphäre, die mich sehr gefesselt hat. Philip Pullman bleibt dabei eher im ruhigeren Fahrwasser, weiß aber auch immer wieder Spannungsmomente einzubauen.
    Malcolm hat wirklich einiges zu leisten und wird oftmals an seine Grenzen gebracht, aber sein Beschützerinstikt für das kleine Baby Lyra sind ein guter Antrieb, um ihm immer wieder Mut zu geben. Ich hab ihn sehr mit ins Herz geschlossen, wie auch einige andere.


    Natürlich hat Pullman auch wieder ein bisschen religiöse Philisophie mit eingestreut - meist sehr versteckt, aber dafür umso konzentrierter. Sowas liebe ich ja immer sehr!


    Gegen Ende wurde es dann auch ein wenig mystisch und auch wenn die Handlung dabei oft so vor sich hin fließt war ich immer am Ball und eingenommen von den Ideen, die er sich wieder mal hat einfallen lassen. Ich freu mich jedenfalls schon sehr auf den nächten Band, der in der Zeit nach der Trilogie spielen wird!


    Fazit: 5 Sterne


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

  • Dass es dieses Prequel zur Lyra-Trilogie gibt, habe ich erst kürzlich erfahren. Umso schöner, dass es schon die erste Meinung dazu gibt - ist direkt auf meine Wunschliste gewandert.


    Die Lektüre der Trilogie liegt allerdings schon sehr lange zurück. Meinst Du, es wäre besser, sie vorher noch mal zu lesen?

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • Originaltitel: The Book of Dust Volume One: La Belle Sauvage


    Der Autor (Quelle: Amazon)
    Philip Pullman wurde am 19. Oktober 1946 in Norwich, England, geboren. Er wuchs in Rhodesien, Australien, London und Wales auf. Nach der Schule besuchte er das Exeter College in Oxford, wo er Englisch studierte, und unterrichtete danach an verschiedenen Middle Schools. Jetzt lebt er mit seiner Frau in Oxford und arbeitet nebenberuflich als Literaturdozent am Westminster College. Pullman hat Bilderbücher, Theaterstücke und Thriller geschrieben.
    Philip Pullman zählt zu den angelsächsischen Autoren, die sich über die Grenzen zwischen literarischen Gattungen ebenso souverän hinwegsetzen wie über die Verteilung der Literatur auf verschiedene Altersschubladen. Er will seine Leser geistreich unterhalten und bedient sich dazu des historischen, des Abenteuer- und des Kriminalromans ebenso wie der Fantasy. Nicht selten vermischt er deren Elemente, wie in seinen historischen Abenteuerromanen und in seiner Fantasy-Trilogie, die auch Freunde eiskalter Thriller für sich entdeckt haben. Für sein Gesamtwerk erhielt Philip Pullman den Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis 2005.


    Produktinformation
    Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
    Verlag: Carlsen (17. November 2017)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3551583935
    ISBN-13: 978-3551583932
    Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
    Originaltitel: The Book of Dust Volume One: La Belle Sauvage


    Eine spannende Vorgeschichte


    Malcolm war der Sohn des Gasthauses Zur Forelle. Hier half er seinem Vater so viel er helfen konnte. Gegenüber stand das Kloster der heiligen Rosamund. Auch dort machte er sich nützlich wo er konnte.
    Eines Tages kamen drei Herren in die Gastwirtschaft, die im Terrassenzimmer, wo sie ungestört waren, Platz nahmen. Malcolm durfte sie bedienen und ihre zahlreichen Fragen beantworten….
    Er erfuhr von seinem Vater, wer der eine der Männer war…
    Da sie ihn nach dem Kloster gefragt hatten, sprach er darüber mit einer der Nonnen…
    Eines Tages wurde im Kloster ein Baby abgegeben. Es sollte dort gut aufgehoben sein… Und Malcolm durfte es ab und zu sehen…
    Als er einmal mit seinem Kanu paddelte, sahen er und sein Daemon Asta einen Mann, der am Uferrand stand und etwas verlor. Er fand es nicht mehr… Malcolm suchte danach…
    Es gab von zwei Stellen Männer, die nach dem Baby suchten. Doch sie durften es nicht finden. Und dann kam das Hochwasser, und Malcolm floh mit seinem Kanu mit Alice und dem Baby um dem Verfolgern zu entkommen….
    Wer waren die drei Männer, die im Terrassenzimmer speisten? Welche Fragen hatten sie an Malcolm? Und wer war der Mann, den sein Vater erkannt hatte? Was wollten sie von den Nonnen? Und was sagten die Nonnen zu Malcolm als er ihnen davon berichtete? Wem gehörte das Baby, das im Kloster abgegeben wurde? Gefiel es Malcolm? Wer war der Mann am Ufer, der das verlorene Teil nicht mehr fand? Hatte Malcolm es gefunden? Wer waren die Männer, die nach dem Baby suchten? Was hatten sie mit dem Kind vor? Was passierte bei dem Hochwasser, dass Malcolm fliehen musste? Würden sie noch rechtzeitig an ihrem Zielort ankommen? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.


    Meine Meinung
    Das Buch ließ sich sehr gut lesen. Der Schreibstil des Autors ist so, dass ich mich an keiner Stelle fragen musste, was der Sinn von Worten oder gar ganzen Sätzen sei. In der Geschichte war ich schnell drinnen. Auch konnte ich mich in die Protagonisten gut hineinversetzen. Der junge wissbegierige Malcolm, der zu allem Fragen hatte. Später Alice, die sich liebevoll um das Baby kümmerte. Ich hatte mich gefragt, was die drei Männer mit ihrer Frage bezüglich des Klosters beabsichtigten. Und was die anderen, die mir gleich bösartig vorkamen, mit dem Baby wollten. Und letztendlich habe ich mich gefragt, ob Malcolm, Alice und das Baby ihren Verfolgern entkommen würden. Der Autor hat es auf jeden Fall verstanden, gleich zu Anfang des Buches eine gewisse Spannung aufzubauen, die sich langsam aber sicher erhöht hat. Diesen Spannungsbogen konnte er halten bis ganz zum Ende. Dort steht dann: Fortsetzung folgt, was mich vermuten lässt, dass es da mindestens noch ein Buch gibt. Allerdings weiß ich das nicht sicher, es kann auch die Trilogie vom Goldenen Kompass gemeint sein. Aber ich könnte mir von hier bis zum Goldenen Kompass durchaus noch eine Fortsetzung vorstellen. Dieses Buch hat mich gefesselt und sehr gut unterhalten. Es bekommt von mir eine Lese-/Kaufempfehlung sowie die volle Bewertungszahl.

    Liebe Grüße
    Lerchie



    _______________________
    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Über den wilden Fluss
    Autor: Philip Pullman
    Verlag: Carlsen (17.11.17)
    ISBN-10: 3551583935
    Seiten: 560
    Alter: ab 14


    Vorgeschichte zu Philip Pullmans Trilogie "His Dark Materials" - Der Goldene Kompass.


    Inhalt:


    Malcom ist 11 Jahre und lebt mit seinen Eltern und seinem Dæmon Asta in Oxford.


    Die "Dæmonen" sind etwas Positives. Man kann sie vielleicht als
    Seelentiere beschreiben, die jeder Mensch hat. Die Seele von einem
    selbst in Tiergestalt.


    Seine Eltern haben ein kleines Lokal, in dem Malcom oft aushilft.
    Auch bei den Nonnen, die auf der anderen Seite des Flusses leben, packt
    Malcom kräftig mit an.


    Als jemand ein Baby in den Schutz der Nonnen gibt, überschlagen sich
    die Ereignisse in Malcoms Leben. Mehrer Leute scheinen hinter dem Baby
    her zu sein. Das Baby, Lyra Belacqua, ist die Protagonistin von "Der
    Goldene Kompass".


    Um das Baby zu retten, muss Malcom eine sehr gefährliche Reise antreten.


    Meine Meinung:


    Was für ein wunder-, wunderbares Buch. Es hat mich wirklich in
    meiner Seele berührt. Und zwar auf eine Art, wie noch kein anderes Buch.


    Ich muss vorweg sagen, dass ich die Trilogie vom Goldenen Kompass
    noch nicht gelesen habe. Diese Idee von den Dæmonen hat eine
    Ur-Sehnsucht in mir angesprochen. Was gäbe ich dafür, einen Dæmon zu
    haben! Jemandem, mit dem man alle Gedanken und Gefühle teilen kann. Der
    einen so gut kennt, dass er einen kritisch hinterfragen kann, ohne zu
    verletzen, den er ist ja ein Teil des eigenen Selbst.


    Endlich habe ich eine klare Antwort auf die Frage, in welches Buch ich mal gerne springen würde.


    Dabei ist hier längst nicht alles toll.


    Die Kirche hat hier eine Macht, die ans europäische Mittelalter
    erinnert. Und sie benutzt Nazi-Methoden, um ihre Macht zu demonstrieren.


    Es hat mich sehr gefreut zu sehen, wie Malcom damit umgeht. Überhaupt war mit Malcom unglaublich sympathisch.


    Überwiegend ist die Welt, in der Malcom lebt, unsere sehr ähnlich.


    Neben der mächtigen Stellung der Kirche gibt es noch die
    Wissenschaftler, die aber zum Teil verdeckt arbeiten müssen. Sie haben
    Geräte, die wir in unsere Welt als magisch bezeichnen würden. Zum
    Beispiel das "Alethiometer". Nur wenige können es lesen, doch wer es
    kann, kann in der Zukunft und der Vergangenheit lesen.


    Es kommt im Laufe des Buch auch zur sexuellen Gewalt. Ich war erst
    überrascht, das in einem Kinderbuch vorzufinden. Doch es ist auf eine
    Art geschrieben, dass man nur erkennt was hier passiert ist, wenn man
    die geistige und psychische Reife dazu hat. Ich glaube, Kinder die mit
    dem Thema noch überfordert sind, werden darüber weglesen und nicht
    wirklich wissen, was hier passiert ist.


    Es hat mir sehr imponiert, dass Pullman es geschafft hat, diese schlimme Art der Gewalt auf so sensible Weise zu beschreiben.


    Pullman hat mich eingefangen in eine zauberhafte Welt voller Magie und Spannung.


    5 ♥ ♥ ♥ ♥ ♥
    Ich glaube, es ist meine Top 1 für dieses Jahr.

  • Endlich kann ich wieder eintauchen in eine von mir innig geliebte Atmosphäre


    Klappentext
    „Der 11-jährige Malcolm lebt mit seinen Eltern und seinem Dæmon Asta in Oxford und geht in dem Kloster auf der anderen Seite der Themse aus und ein. Als die Nonnen ein Baby aufnehmen, von dem keiner wissen darf, ist es mit der Ruhe in dem alten Gemäuer vorbei. Auch Malcolm schließt das kleine Wesen, das in großer Gefahr zu sein scheint, sofort in sein Herz und setzt alles daran, es zu schützen. Es heißt: Lyra Belacqua.“


    Gestaltung
    Mir gefällt das Cover sehr, da die grünlich-blauen Farben mich an einen Fluss erinnern und das Kanu auch auf einem solchen schwimmt. Dieser Fluss sieht dabei sehr reißend aus, eben geradezu wild – passend zum Titel! Auch mag ich es, dass der Stil des Covers dem der Neuauflage der „His Dark Materials“-Trilogie angepasst ist, da die Bücher zusammenhängen.


    Meine Meinung
    Als Fan der „His Dark Materials“-Trilogie habe ich mich riesig gefreut, als ich erfahren habe, dass es eine Vorgeschichte zu der Reihe gibt und dass diese auch auf Deutsch erscheint. Ich mag die Idee von Philip Pullman und finde das Oxford und die Welt, welche er erschaffen hat unvergleichlich. Direkt als ich mit dem Lesen von „Über den wilden Fluss“ begonnen habe, spürte ich wieder diese unverwechselbare Atmosphäre. Das viktorianisch angehauchte Setting überzeugt mich einfach immer wieder und dieses Mal versetzte mich das Buch geradezu in die Welt des Autors. Ich hatte den Eindruck mitten in den Straßen Oxfords zu stehen!


    Dass Herr Pullman es geschafft hat bei mir auch nach so vielen Jahren dasselbe Feeling beim Lesen hervorzurufen, wie er es schon mit seiner „His Dark Materials“-Trilogie erzeugt hat, fand ich große Klasse. Sowieso gefällt mir der Schreibstil des Autors sehr, denn er schreibt sehr detailliert und schafft es selbst leblosen Gebäuden oder Gegenständen eine Seele einzuhauchen, wodurch seine Welt einfach so real erscheint. Gleichzeitig beschreibt Philip Pullman alles so anschaulich und bildlich, dass ich mehr das Gefühl hatte einen Film zu schauen statt ein Buch zu lesen. Grandios!


    In „Über den wilden Fluss“ dreht sich dabei alles um den jungen Malcolm, denn dieses Buch erzählt die Vorgeschichte zur Trilogie, in welcher Lyra die Protagonistin war. Diese Vorgeschichte erzählt uns wie es an Malcom ist, ein kleines Baby (nämlich Lyra) zu beschützen. Richtig gut gefallen hat mir hierbei, dass dem Leser auch aus der Trilogie bekannte Figuren über den Weg laufen. Ich habe mich hierüber jedes Mal sehr gefreut und konnte mir ein kleines Grinsen nicht verkneifen. Auch konnte mich das Buch wieder mit den Dæmon und dem Staub in ihren Bann ziehen, da dies einfach der Trilogie ähnelte und mein Fanherz höher schlagen ließ.


    Bei „Über den wilden Fluss“ muss man auch keine Angst haben, dass es eine bloße Reproduktion oder eine Nachahmung der Trilogie ist, denn es ist vielmehr eine grandiose Ergänzung, die das Universum der Dæmon, des Staubs und der Parallelwelten noch detaillierter werden lässt. Durch die Vorgeschichte erfährt man einiges neues und gleichzeitig passiert auch einiges spannendes und rasantes. Diesbezüglich muss ich aber auch sagen, dass ich manchmal gedacht habe, dass dem Buch ein paar Seiten weniger vielleicht gut getan hätten, da ich ab und an doch den Eindruck hatte, als würde sich die Handlung etwas in die Länge ziehen. Hierzu muss ich allerdings auch sagen, dass ich dieses Gefühl ab und an auch schon bei der „His Dark Materials“-Trilogie hatte, die ich dennoch sehr geliebt habe. Daher bin ich mir sicher, dass „Über den wilden Fluss“ jedem Fan der Trilogie auf jeden Fall gefallen wird und jeden, der die Trilogie noch nicht kennt, zum Fan werden lässt.


    Fazit
    Mit „Über den wilden Fluss“ hat mich Philip Pullman wieder in die Welt der Dæmon, des Staubs und des viktorianisch angehauchten Oxfords entführt. Ich fand es einmalig, wie der Autor es geschafft hat, bei mir wieder die Gefühle zu wecken, die ich bereits beim Lesen seiner “His Dark Materials“-Trilogie empfunden habe. Wieder in die Atmosphäre eintauchen zu können hat mir großen Spaß gemacht und mir trotz mancher Längen in der Handlung ein unvergleichliches Leseerlebnis beschert. Ich freue mich schon auf die nächste Geschichte aus dem grandiosen, unvergleichlichen „His Dark Materials“-Universum!
    Gute 4 von 5 Sternen!


    Reihen-Infos
    1. Über den wilden Fluss (Vorgeschichte zur His Dark Materials-Trilogie)
    2. The Secret Commonwealth (noch nicht auf Englisch erschienen)
    3. ?

  • Klappentext:

    Der 11-jährige Malcolm lebt mit seinen Eltern und seinem Dæmon Asta in Oxford und geht in dem Kloster auf der anderen Seite der Themse aus und ein. Als die Nonnen ein Baby aufnehmen, von dem keiner wissen darf, ist es mit der Ruhe in dem alten Gemäuer vorbei. Auch Malcolm schließt das kleine Wesen, das in großer Gefahr zu sein scheint, sofort in sein Herz und setzt alles daran, es zu schützen. Es heißt: Lyra Belacqua.


    Autor:

    Philip Pullman wurde am 19. Oktober 1946 in Norwich, England, geboren. Er wuchs in Rhodesien, Australien, London und Wales auf. Nach der Schule besuchte er das Exeter College in Oxford, wo er Englisch studierte, und unterrichtete danach an verschiedenen Middle Schools. Jetzt lebt er mit seiner Frau in Oxford und arbeitet nebenberuflich als Literaturdozent am Westminster College. Pullman hat Bilderbücher, Theaterstücke und Thriller geschrieben.

    Philip Pullman zählt zu den angelsächsischen Autoren, die sich über die Grenzen zwischen literarischen Gattungen ebenso souverän hinwegsetzen wie über die Verteilung der Literatur auf verschiedene Altersschubladen. Er will seine Leser geistreich unterhalten und bedient sich dazu des historischen, des Abenteuer- und des Kriminalromans ebenso wie der Fantasy. Nicht selten vermischt er deren Elemente, wie in seinen historischen Abenteuerromanen und in seiner Fantasy-Trilogie, die auch Freunde eiskalter Thriller für sich entdeckt haben. Für sein Gesamtwerk erhielt Philip Pullman den Astrid-Lindgren-Gedächtnispreis 2005.


    Allgemeines:

    Erscheinungsdatum: 17. November 2017

    Seitenanzahl: 560

    Verlag: Carlsen

    Originaltitel: The Book Of Dust Volume One: La Belle Sauvage


    Eigene Meinung:

    Ich habe die Reihe um den goldenen Kompass nicht gelesen, daher bin ich ohne Erwartungen an dieses Buch gegangen und versprach mir einfach nur eine schöne, magische Geschichte, die ich zum größten Teil auch bekommen habe.

    Malcolm ist elf Jahre und arbeitet bei seinem Vater in der Gaststätte. In seiner Freizeit hilft er den Frauen im Kloster aus und rutscht so in die Ereignisse, um die es in diesem Band geht.

    „Über den wilden Fluss“ erzählt die Vorgeschichte um das Mädchen Lyra. In diesem Band ist sie noch ein Baby und muss beschützt werden.

    Malcolm ist sehr sympathisch und handelt sehr besonnen für sein Alter, so dass man meinen könnte, er sei schon etwas älter. Nichtsdestotrotz passt es sehr gut in die Geschichte und ich fühlte mich ihm verbunden. Später in der Geschichte macht er sich mit Alice auf den Weg, die vorher sehr verschlossen ist, sich später aber öffnet. Auch die anderen Charaktere sind liebevoll inszeniert.

    Was mich ein wenig gestört hat, es wird vorausgesetzt, dass man weiß, warum diese kleinen Daemonen da um die Menschen rumwuseln. Tatsächlich musste ich hier in meinem Umfeld erst nachfragen, da es im Buch nie erklärt wurde und ein wenig befremdlich war.

    Das Buch hat eine breite Emotionspalette, man wird als Leser mit auf die Flucht genommen, so dass man gehetzt mitliest, man ist geschockt, man hofft, man ist erleichtert und man freut sich.


    Fazit: Liebevolle Charaktere und eine schöne Geschichte sorgten bei mir für tolle Unterhaltung! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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