Neue Romanidee, Anfang gefunden, aber...

  • Hi Leute, da hier die Profis am Werk sind, stelle ich es mal hier rein. Ich habe eine neue Roman Idee und schreibe die grobe Idee euch mal auf. Danach folgt dann der Anfang, Beginn, dieses Romans. Mir geht es jetzt erstmal nur darum, einen passenden Anfang/Einstieg zu finden und ob dieser als Anfang brauchbar ist bzw man so die Geschichte beginnen lassen könnte.


    Also hier erstmal meine Romanidee:
    Ein Berg, der Menschen zu etwas besserem werden lässt, wenn sie von ihm wieder herunter steigen. Die Kraft, die dieser Berg auszustrahlen scheint, lässt Menschen regelrechte Wunder vollbringen und verändert sie auch menschlich.
    Zu letzt erging es einem Arzt aus Schweden so, der, als er wieder herab ins Tal gestiegen war, fortan Aids heilen konnte und sich ein Haustier anschaffte, obwohl er Tiere vorher gehasst hat.


    Der Berg rief mich, ich kam zu ihm, bestieg ihn und als ich wieder unten war - da wusste ich es. Aussage von Dr. Joern Laken aus Stockholm.
    Eines Tages wird auch Rudy Anderson aus Staten Island, New York, von diesem Berg gerufen, er solle zu ihm kommen und ihn besteigen. Rudy macht sich auf den Weg. Er ist aber nicht allein, sondern hat noch jemanden dabei - seinen Bruder Drake.
    Rudy will zusammen mit Drake den Berg erklimmen, um Drake zu einem besseren Menschen zu machen, bevor Drake anfängt, schreckliche Dinge zu tun, die bisweilen Gott sei dank nur in seiner Fantasie vorhanden waren.
    Rudy ahnt leider noch nicht, welch katastrophalen Ereignisse er damit auslösen wird. Für Rudy und Drake wird der Aufstieg zum Höllentrip. Zu einem Kampf auf Leben und Tod. Denn viel zu spät merkt Rudy erst, dass der Berg sie gar nicht will, sie ihn gar nicht erst erklimmen sollen und Rudy einen schrecklichen Fehler begangen hat.
    Der Berg führt ein Eigenleben, was weit über die Vorstellungskraft aller hinausreicht und nun ist der Berg gewillt - fürchterliche Rache an Rudy und Drake zu nehmen, und an anderen, weil Rudy etwas ganz Entscheidendes nicht beachtet hatte. Oder es nicht wusste. Aber das spielt keine Rolle. Das ist dem Berg egal.
    Rudy hat nur eine Chance, er bekommt nur diese eine Chance vom Berg, sicher wieder ins Tal zu gelangen und viele andere Menschen auf der Welt vor großem Unheil zu bewahren, wenn er seinen Bruder Drake tötet oder er es zulässt, dass der Berg ihn töten darf.
    Ps.
    Über den sogenannten Konflikt hatte ich mir in der Tat schon meine Gedanken gemacht. Rudy soll natürlich dem Geheimnis des Berges auf die Schliche kommen. Muss dabei feststellen, dass schon einige Leute vor ihm, den gleichen Fehler wie er begangen haben und dies auch in unmittelbarem Zusammenhang einiger schlimmer Ereignisse in der Welt steht.


    Der große Konflikt oder das Dilemma dann, soll sein, dass Rudy seinen Bruder natürlich niemals töten würde bzw es niemals könnte, der Berg ihn aber dazu auffordert, dies zu tun, wenn Rudy sicher und heil wieder unten im Tal ankommen will und er nicht etliche andere Menschenleben auf dem Gewissen haben möchte, die sich der Berg aber ohne zu zögern holen würde.
    Rudy muss sich also entscheiden bzw hat er keine Wahl. Versucht er weiterhin sich zusammen mit seinem Bruder ins Tal durchzuschlagen, diesem Berg zu entkommen, sterben beide. Rudy und Drake. Der Berg lässt dann keinen von beiden jemals wieder gehen. Noch dazu würde der Berg dann Rache an vielen anderen Menschen üben, Ereignisse, Katastrophen ins Rollen bringen.
    Rein rational gesehen, dürfte die Entscheidung leicht fallen. Doch Rudy liebt seinen Bruder über alles, darum nahm er ihn auch mit, um ihm zu helfen und nicht, um ihn...
    Außerdem kann Rudy selbst nicht töten. Niemals. Er müsste es wenn schon, den Berg tun lassen.
    Aber vielleicht gibt es ja noch einen anderen Ausweg? Denn immerhin kennt Rudy ja mittlerweile das Geheimnis dieses Berges. Doch ihm muss auch dabei bewusst sein, zerstört er diesen Berg, dann zerstört er auch das Gute, was diesen Berg ausmacht bzw würde auch viel gutes in der Welt, wieder verschwinden.


    Im zweiten Beitrag folgt dann der Anfang, die ersten Zeilen, wie ich mir vorstellen könnte, wie diese Geschichte beginnen könnte.

  • Anfang, und funktioniert der so?


    THE MOUNTAIN



    1


    Stockholm, Schweden.


    Die Zeiten, in denen Dr. Laken auf dem zweitgrößten Kontinent der Erde seinem liebsten Hobby nachging, waren vorüber. Noch vor wenigen Jahren besuchte er dieses wundervolle Stücken Erde mit ebensolch wundervollen Geschöpfen, um sich etwas hässlich schweres todbringendes vors Auge zuhalten.
    Er visierte damit diese Geschöpfe an, tötete sie und lachte. Dr. Laken war stolz darauf, jedesmal erneut, etwas so schönes und wertvolles von unsrem Planeten gepustet zu haben. Nicht des Profits wegen, nein, sondern weil er sich und seine Spezies als höherwertiger als die ihren ansah. Für ihn waren Tiere einfach nur lästige, dumme, stinkende-hässliche Kreaturen. Am liebsten hätte er sie alle ausgerottet. Ganz gleich welche Art und ganz gleich, woher sie kommen oder wo sie leben.


    Heute war Dr. Laken nicht nur einer der größten Spender diverser Tier und Naturschutzorganisationen, sondern er besaß sogar einen Hund. Beruflich zwar oft nicht einfach, jedoch fand er einen Weg, dies zu kombinieren. Er hätte es nicht übers Herz bringen können, seinen süßen Mischling Brooks wieder abzugeben, dem er einst das Leben rettete. Er liebte Brooks überalles und Brooks liebte sein Herrchen. Den afrikanischen Kontinent bereiste Dr. Laken auch weiterhin. Aber nicht mehr um Leben zu nehmen, sondern um Leben zu geben.
    Prof. Dr. Joern Laken:
    Früher, auf dem Gebiet der HIV und AIDS Forschung tätig. Heute, Leiter des inzwischen neu gründeten HIV Sverige in Stockholm, mit Namen: NMAC- S. No more Aids Center Stockholm.
    Dr. Laken gelang ein medizinischer Durchbruch. Er entwickelte den weltweit ersten Impfstoff gegen HIV, welcher sich jedweder Veränderung der Struktur, des gp120 Oberflächenproteins, anpassen konnte. Egal wie oft das HI-VIRUS noch mutieren wird, dieser neue Impfstoff war selbst sowas wie eine Art Mutation und half in jedem Fall dabei, die Bildung von schützenden Antikörpern wahnsinnig schnell voranzutreiben. Und darüber hinaus, waren die dann neu gebildeten Antikörper, keine gewöhnlichen Antikörper mehr, wie man sie kannte, sondern es entstanden sogenannte SuperAnti-Körper, die nicht nur widerstandsfähiger waren, sondern fast selbst schon eine Intelligenz besaßen. Völlig unvorstellbar schien es. Aber dieser neue Impfstoff wirkte tatsächlich. Nachdem das bestätigt war, wollte Dr. Laken noch weiter gehen, viel weiter, und vielleicht würden bald alle Spezies unsrer Erde nur noch am natürlichsten, aller natürlichen Dinge, sterben - an Altersschwäche. Oder gar nicht nicht mehr.


    Auf Pressefragen antwortete Prof. Dr. Laken lächelnd immer nur: Der Berg rief mich. Ich kam, bestieg ihn und als ich wieder unten war, war sie da - die Erkenntnis.



    2


    Staten Island, New York.



    20.02 Uhr.
    Rudy Anderson hockte immer noch vor seinem PC. Es war Samstag Abend und statt mal abzuschalten, und wenns nur für einen Spaziergang auf der Brooklyn Bridge gewesen wäre, zermaterte er sich den Kopf darüber, wie sich dieser verdammte Akku, wenn er marktreif ist, Produktionstechnisch, so effizient wie möglich herstellen lassen könnte, dass keine nützlichen Ressourcen mehr dafür verschwendet werden müssten und die Ausbeute und Sklaverei auch endlich ein Ende hätte.
    Von seinem Fenster aus hatte Rudy einen schönen Blick auf die hell erleuchtete Skyline von Manhattan. Und auch an diesem Abend dachte er zumindest darüber nach, einfach mal alles runter zu fahren, auf die Staten Island Ferry sich zu begeben, einen Hauch kühle Brise zu tanken, und dem bunten Treiben dort drüben auf der anderen Insel zu lauschen.
    Doch er konnte nicht. Rudy wollte es nicht, zu wichtig war ihm seine Arbeit. Es musste endlich eine Lösung her.


    Times Square, Manhattan.


    Drake hatte schon leicht einen sitzen. Die Lichter am Times Square verschwammen zwar noch nicht, aber lange dauerte es nicht mehr. Noch ein Gläschen hier, ein Schlückchen dort, und es war wieder soweit.
    Drake schlenderte in eine etwas weniger belebte Ecke und lehnte sich an eine Hauswand. Er steckte sich eine an und genoss. Die Zigarette und das, was hin und wieder an ihm vorbei ging. Blutjunge, provozierend halbnackte Girls. So sexy angezogen und gestylt, dass diese Mädels verboten werden müssten, so geil machten sie Drake. Und diese jungen Japanerinnen erst, mit ihren schwarzen Stiefeln und kurzen Röcken. Oh ja, an diesen Sohlen würde Drake gerne mal lecken. Und noch vielem mehr. Und dieser Duft, der in der Luft lag, den viele von diesen süßen Bienchens in den Straßen Manhattans verteilten. Drake war schon richtig erregt und schlug ein Bein vor das andere. Er musste sich unbedingt auf etwas anderes konzentrieren. Doch wollte er das überhaupt? Nicht wirklich. Er genoss weiter. Schaute, gierte und roch. Und dachte an sovieles, was er alles auf der Stelle mit ihnen tun würde.
    Gemächlich rauchte er zu Ende. Dann wandte sich Drake Anderson wieder mehr Lichtern zu.

  • Ich werde einmal die Romanidee als solche aussparen (weil du danach nicht gefragt hast) und auch zum Stil des Anfangs schweigen (weil du inzwischen meine Hinweise und die einiger Anderer dazu kennen solltest und eventuell ja sowieso noch planst, das in Ordnung zu bringen).


    Um sofort zum Punkt zu kommen: Nein, dieser Anfang funktioniert so nicht. Du zeigst nichts, du berichtest nur und das von einer Sache nach der anderen. Zeige nur einen Teil der hier dicht gedrängten Informationen und zwar am lebenden Objekt, in einer Handlung. Dafür gibt es verschiedenste Mittel. Action, nicht schreiben, was die Charaktere denken, sondern ihre Gedanken wörtlich wiedergeben, wörtliche Rede, etwas in einem Gespräch mit Dritten ... Du kannst unter diesen und anderen Mitteln auswählen, aber wenn du nichts davon nutzt, bleibt es staubtrocken.


    Und: Versuche nicht, sofort möglichst viel zu erklären. Dein Buch ist noch länger, der Leser kann im Verlauf immer noch mehr über Laken und Co erfahren. Selbst mit praktisch gleichem Inhalt und in diesem etwas leblosen Bericht ließe sich aber schon Spannung aufbauen, wenn du zum Beispiel die Reihenfolge ändertest. Nehmen wir den ersten Teil von Kapitelchen 2. "R. hockte immer noch vor seinem PC" ist nun wirklich ein langweiliger und banaler Einstieg. Beginnst du aber am Ende, dann ergibt sich mit "R. wollte es nicht, zu wichtig war ihm seine Arbeit. Es musste endlich eine Lösung her" gleich eine Spannungsituation für den Leser. Was ist Rs Arbeit, zu der eine Lösung so dringend benötigt wird? Wird er es schaffen? Wer ist dieser R.? Von irgendwem, der am Computer sitzt, will das keiner wissen. Gib dem Leser Gelegenheit, selbst Fragen zu entwickeln und dann lass ihn für die meisten Antworten schmoren. Etwas wissen wollen, es aber noch nicht oder noch nicht ganz verraten zu bekommen, erzeugt Spannung. Antworten zu geben, die noch keinen Interessieren können, beugt Spannung vor.

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