Colleen Hoover - Nur noch ein einziges Mal / It Ends with Us

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Nur noch ein einziges Mal

4.6|12)

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 416

ISBN: 9783423740302

Termin: November 2017

  • Klappentext
    Als Lily Ryle kennenlernt, scheinen all ihre Träume wahr zu werden: eine neue Stadt, der erste Job und dann noch Ryle – überaus attraktiv, überaus wohlhabend und überaus erfolgreich. Vergessen scheint Lilys schwierige Kindheit. Vergessen auch Atlas, ihre erste Liebe, der gegenüber von Lily squattete – bis ihr Vater die beiden erwischte und Atlas von heute auf morgen verschwand. Und dann steht Atlas auf einmal vor ihr. Als Ryle von ihrer gemeinsamen Vorgeschichte erfährt, weckt dies seine Eifersucht …


    Meine Meinung
    Colleen Hoover und ihre Bücher sind mittlerweile zu einem absoluten Muss geworden. Jede neue Geschichte wird einfach sofort verschlungen. Man wartet in der Regel monatelang darauf etwas Neues in der Hand halten zu können. Wohlwissend, dass der ganze Spaß innerhalb weniger Stunden wieder vorbei sein wird. Und sobald das neuste Werk vor einem liegt, fragt man sich, wird man es wieder lieben? Frau Hoover und ich, dass ist so eine Never-Ending-Love/Hate Story. Nicht weil ich ihre Bücher hasse! Das genaue Gegenteil ist der Fall. Natürlich gibt es vereinzelt Bücher, die mich nicht gänzlich überzeugen konnten, aber nein. Diese Love-Hate-Story bezieht sich darauf, dass ich die Bücher von der Autorin so liebe, weil ich sie gleichzeitig hasse. Und ganz besonders „Nur noch ein einziges Mal“.


    Kaum eine andere Autorin schafft das, was Colleen Hoover fast jedes Mal schafft. So auch in „Nur noch ein einziges Mal“. Bereits die Originalausgabe wurde heftig diskutiert. Und nach dem Lesen des Buches kann ich dies mehr als nachvollziehen. Colleen Hoover ist dafür bekannt, dass ihre Geschichten ab einem gewissen Punkt eine Wendung nehmen, die man so nicht hat kommen sehen. Als Leser wartet man schon im Vorfeld sehnsüchtig - und auch ein bisschen ängstlich - darauf. Und in „Nur noch ein einziges Mal“ hat mir diese Wendung nicht nur mehrmals mein kleines Leserherz gebrochen, sondern mich in einen heftigen Konflikt gerissen.


    Ich werde auf diese besagte Wendung im Plot nicht näher eingehen, weil ich finde, dass man sich blind auf „Nur noch ein einziges Mal“ einlassen sollte. Dass man genauso wie Lily all diese Gefühle durchlebt. All die Liebe und die inneren Konflikten. Und den Schmerz. So viel Schmerz, der sich direkt in mein Herz gebohrt hat, weil ich es so gut nachvollziehen konnte. Diese Zerrissenheit, weil man nicht wollte, dass das, was da gerade geschah, wirklich passierte. Ich wollte mit solch einer Heftigkeit, die ich selten beim Lesen erlebt habe, dass Colleen Hoover die Geschichte anders gestaltet. Dass die Charaktere nicht so handeln, wie sie gehandelt haben. Das sich das Leben zweier Menschen nicht durch die Tat eines Momentes so drastisch - und auch unwiderruflich - ändert. Ich habe „Nur noch ein einziges Mal“ geliebt, weil ich es gleichzeitig gehasst habe. Lilys Zerrissenheit war auch meine Zerrissenheit. Ihre inneren Konflikte wurden zu meinen.


    Fazit
    „Nur noch ein einziges Mal“ ist zu Recht das meist diskutierte Werk von Colleen Hoover. Die Geschichte um Lily und Ryle hat mich mit einer Heftigkeit fühlen lassen, die ich bei Büchern nur selten erlebt habe. Die Story hat mich auf solch eine intensive Art und Weise emotional berührt, dass ich schon jetzt weiß, dass die Geschichte noch lange, lange Zeit nachklingen wird. „Nur noch ein einziges Mal“ ist für mich mit Abstand das beste Buch der Autorin, weil es brutal ehrlich ist und deshalb auch hässliche Stellen hat, die ich aus tiefstem Herzen gehasst habe - und doch gleichzeitig auch geliebt.


    5/5

  • Ich habe von Colleen Hoover zuvor nur ein Buch gelesen und war durch den Klappentext durchaus neugierig geworden. "Nächstes Jahr am selben Tag" hatte mich total überwältigt und gefesselt und ich hoffte natürlich, dass dieser Roman das auch wieder schaffen würde. Was soll ich nun sagen ? Es fällt mir gerade nicht sehr leicht, denn das Nachwort hat verraten, dass dieser Roman autobiographische Elemente enthält. Das hat mich im Nachhinein alles nochmal mit anderen Augen sehen lassen. Aber trotz allem konnte mich der Roman nicht so erreichen, wie der erste den ich von Colleen Hoover gelesen habe. Woran das gelegen hat ? Ich kann es gar nicht genau benennen, vielleicht ist es der strukturelle Aufbau. Dem Leser wird die Geschichte aus der Perspektive von Lily geschildert, aber nicht nur auf diese Art, sondern auch als Tagebuchform der 16 jährigen Lily. Alles in allem ist es viel Lily und die Textauszüge aus ihrem früheren Tagebuch waren so gar nichts für mich. Irgendwie hatte ich gegen die junge Lily eine Abneigung, welche sich auch bei der älteren Lily immer wieder leicht zeigte. Es gab Szenen, welche mich wirklich fesselten und wo ich mit ihr fühlte. Andere Szenen ließen mich schnell vorwärtshetzen, damit ich erfuhr wie es weitergeht und endlich bestimmte Dinge hinter mir hatte. Man hüpft in den verschieden Zeitebenen hin- und her und so wird uns das nötige Hintergrundwissen der Vergangenheit vermittelt. Die beiden Männer im Leben der Hauptprotagonistin fand ich großartig. Ich weiß gar nicht, wen ich lieber mag. Ryle ist sympathisch und hat viele gute Seiten, aber auch Atlas hatte sich sofort in mein Herz geschlichen. In ihn hatte ich mich sogar ein bisschen verliebt und er ist einfach ein großartiger Charakter. Natürlich gab es auch bei beiden Männern Dinge, die ich zu idealisiert und perfekt fand. Aber diese Elemente konnte der Roman vertragen und störten nicht wirklich.
    Insgesamt fand ich den Plot großartig und Colleen Hoover vermittelt eine sehr wichtige moralische Botschaft. Es ist ein wichtiges Buch und auch auf seine Art wunderbar zu lesen. Ich kann es nur jedem wärmstens empfehlen und werde sicher weitere Bücher der Autorin lesen.


    Bewertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Mein Fazit:


    Lily Bloom erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht. In kleinen Rückblicken und Tagebuch-Einträgen erfuhr ich von der schwierigen Kindheit mit ihrem gewalttätigen Vater, der regelmäßig ihre Mutter verprügelte. Sie selbst ist von den Ausbrüchen verschont geblieben. Allerdings machte er vor ihrem Freund Atlas nicht halt, als dieser heimlich eine Nacht bei ihr verbracht hatte. Atlas war obdachlos und hatte sich in das leerstehende Haus in der Nachbarschaft eingenistet. Ohne Heizung, Wasser und Strom harrte er dort aus im kalten Herbst und Lily half ihm mit kleinen Mahlzeiten, Decken und gelegentlicher Dusche, wenn ihre Eltern nicht da waren. Doch dann hatte der Vater davon Wind bekommen und es kam zu einer Katastrophe. Auch nach den vielen Jahren der Trennung konnte Lily nicht ganz von Atlas loslassen.


    Ryle ist sympathisch, liebenswert und äußerst direkt. Er geht nicht gerne Umwege und so erklärt er ihr schon bei der ersten Begegnung, dass er sie in seinem Bett haben will. Lily weigert sich jedoch – trotz der erotischen Spannungen. Als sie später nachgibt, entwickelt sich trotz der wenigen gemeinsam verbrachten Zeit rasch eine feste Beziehung. Von Atlas erfährt Ryle nur sehr wenig. Wie wichtig er ihr war, kann er aufgrund der wenigen Erzählungen nicht ahnen und daher ist es nicht überraschend, dass er eifersüchtig wird. Kurze Begegnungen, getauschte Blicke und brodelt es in ihm.


    Wie geht man mit häuslicher Gewalt um? Wo sind die Grenzen des Verzeihbaren? Sind es jedes Mal nur Ausrutscher? Lily lässt sich Zeit mit ihren Entscheidungen, denn sie ist nicht von Ryle abhängig. Sie verdient ihr eigenes Geld, hat ihr eigenes Leben und doch liebt sie ihn und hasst sich manchmal selbst dafür. Denn würde jeder Gewaltausbruch ihre Liebe „ausradieren“, so wäre es einfacher. Ich finde ihren Weg zur Entscheidung gut geschrieben und durchaus nachvollziehbar. Auch die Menschen in ihrem Umfeld sind ihr eine große Hilfe, die Mutter, ihre Freundin Allysa und zuletzt auch Atlas, der immer im Hintergrund lauert.


    Die Geschichte hat mich eine Weile nicht losgelassen, die eine oder andere Szene immer wieder vor Augen gehabt. Ja, sie ist sehr bewegend, auch das Nachwort von der Autorin ist sehr ergreifend, denn mit diesem Buch hat sie persönliche Erlebnisse verarbeitet.


    Zum dritten Mal hat Colleen Hoover mich auf eine sehr emotionale Lesereise mitgenommen. Wie auch immer sie das macht, sie holt mich immer vollständig ab und ich leide und lebe mit den Figuren, die so greifbar und emotional sind, dass ich glaube, sie persönlich zu kennen.


    Spannend, ergreifend und zum Nachdenken anregend, fünf begeisterte Sterne und eine klare Lese-Empfehlung.

    LG, Elke :wink: 

    • in 2016 gelesen: 83 Bücher/ 30.850 Seiten/ 506 Minuten gehört
    • in 2017 gelesen: 84 Bücher/ 34.387 Seiten/ 20 Hörbücher/ 10.930 Minuten gehört
    • in 2018 gelesen: 29 Bücher/ 10.431 Seiten/ 9 Hörbücher/ 5.296 Minuten gehört/ SuB: 106 Bücher :-, 

    Bücher suchen ein neues Zuhause!

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