Was ist ein Klassiker

  • Nein, weil ich Dinge finden will.

    Bücher bzw. Rezensionsthreads lassen sich sehr leicht finden, ganz gleich wo sie eingeordnet sind. Es liegt an Deiner Suche, ob Du sie findest, nicht an der Einordnung. Suche in Zukunft generell in allen Rezensionen statt die Suche auf ein Genre einzugrenzen und Du findest auch die Bücher, die Du persönlich anders einordnen würdest. Wie @Sanya89 zu recht schreibt, ist die Einordnung bei vielen Büchern schwierig, da sie oft Genre-überschreitende Merkmale aufweisen :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

     :study: Robert Seethaler - Ein ganzes Leben
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     :study: Yuval Noah Harari - Homo Deus (Bücherwürmer-Langzeitprojekt)

  • EIn! Ein! Oh verdammt. Ich meinte natürlich ein und nicht kein. Es ist ein Tippfehler! Entschuldigung! Es tut mir leid.
    Natürlich meinte ich, dass Moby Dick sicher ein Klassiker ist.

    Ah, OK, das erklärt die Aussage.



    Wenn wir hier eine Eindordnung haben, die für jeden etwas anderes bedeutet, ist sie doch nicht mehr hilfreich.

    Ganz so ist es ja nicht, denn, wie ich schon schrieb, werden viele Bücher ja mit großer Übereinstimmung als Klassiker angesehen werden (wie wir jetzt wissen, stimmen wir ja bei Moby Dick auch schon mal überein, was diese Zuordnung angeht). Deshalb kann man natürlich auch sagen, je bekannter ein Buch ist, desto größer ist die Chance, dass es unter Klassiker läuft - woraus man natürlich nicht den Umkehrschluss ziehen kann, dass jedes bekannte Buch automatisch auch ein Klassiker ist.


    Und man wird es mit solchen Einordnungen auch nie jedem recht machen können, da stimme ich Sanya89 voll und ganz zu:

    Genrezuordnung ist genau so ein Thema der Subjektivität.


    Wann ist ein Buch ein Roman? Wann ein Thriller? Wann ein Psychothriller? Wann Sci-Fi? Oder Horror? Fantasy? Alles?


    Wenn es also nach diesem Kriterium gehen würde - finde ich in den vorgegebenen Einordnungen die Sachen dort, wo ich persönlich sie hinpacken würde? - dann dürfte man eigentlich gar keine allgemeinen Zuordnungskriterien angeben.



    Und hierzu:

    weil ich Dinge finden will. Oder will, dass andere etwas finden.

    Das Finden ist hier gar nicht so schwer - der modernen Technik sei Dank.


    Wenn du oben auf der Seite in der braunen Leiste auf Rezensionen klickst, dann öffnet sich die Seite mit dem Rezensionsindex und oben auf dieser Seite findet sich eine Suchmaske, die ganz konkret für das Durchsuchen der Rezensionen hier im Forum vorgesehen ist, also die Threads durchsucht, die im Rezensionsbereich eingestellt sind - und zwar alle und nicht nur Romane, Krimis, Klassiker oder wasauchimmer. Wenn du in das Suchfenster dort "Deutschstunde" eingibst, landest du bei der entsprechenden Rezension. Das ist auch deutlich weniger mühselig, als sich in den einzelnen Rezensionsbereichen durch alle vorhandenen Threads hindurchzuarbeiten.

    Bemerkung meines Vaters beim Anblick meiner Bücherberge: "Wir haben ja alle unsere Macken... und du hast deine Bücher!"


  • Demnach wäre beispielsweise "Harry Potter" für Euch ein Klassiker (oder vielmehr gleich sieben davon)?


    Über dieses Thema grüble ich heute bestimmt stundenlang nach. :loool::totlach:

    Du - Harry Potter ist tatsächlich für mich schon heute ein Klassiker. Das waren tolle Bücher und die werden niemals veraltet sein und immer gerne von Kindern gelesen werden. Auch so ein Kriterium für einen Klassiker... die werden niemals veralten...


  • Harry Potter zu den Klassikern zu zählen finde ich eine deutlich zu steile These, schon weil ich glaube, es gehört ein wenig dazu, dass ein Buch aus dem Tagesgeschäft ausgeschieden sein muss, damit man merkt, ob es ein Klassiker geworden ist. Solange man noch auf den Folgeband warten kann, ist es keiner.
    Vielleicht ist es so: Ein Buch wird bekannt, ist Tagesgespräch, wird bearbeitet oder irgendwas und landet dann in den Regalen. Wenn es dann nach ..... Jahren immer noch in nennenswerter Stückzahl verkauft wird, ist es zum Klassiker geworden. Könnte Potter passieren, weiß man aber noch nicht.

    Aber eigentlich ist die Harry Potter Reihe ja abgeschlossen. Es kommen keine Nachfolge-Bücher mehr. Das letzte war ja auch eigentlich nicht als Nachfolge-Buch gedacht, sondern als Theaterstück. Die Reihe als solches ist fertig. Leider :cry:

  • die werden niemals veralten

    Hätten Fans von Ganghofer- oder Marlitt-Romanen vielleicht vor 80-100 Jahren auch behauptet. Daher wäre ich mit Zukunftsprognosen vorsichtig.


    Was ist z.B. mit den Angelique-Romanen? Was mit Konsalik und Konsorten? Die würden wir natürlich wegen Sprache und / oder Handlung nicht als Klassiker bezeichnen.


    Womit wir beim nächsten Problem sind: Was ist literarische Qualität, und woran misst man sie? :-k

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Hätten Fans von Ganghofer- oder Marlitt-Romanen vielleicht vor 80-100 Jahren auch behauptet. Daher wäre ich mit Zukunftsprognosen vorsichtig.
    Was ist z.B. mit den Angelique-Romanen? Was mit Konsalik und Konsorten? Die würden wir natürlich wegen Sprache und / oder Handlung nicht als Klassiker bezeichnen.


    Womit wir beim nächsten Problem sind: Was ist literarische Qualität, und woran misst man sie? :-k

    Hmmmm :-k Da hast Du recht. Obwohl mir natürlich die Angelique-Romane ein Begriff sind sowie auch Konsalik. "Wer stirbt schon gerne unter Palmen" ist mir unvergessen.
    Das ist ein sehr kompliziertes Thema, stelle ich gerade fest.

  • ich würde zeitlose Literatur als klassisch bezeichnen :uups: Unvergessliche Bücher :drunken: 
    wir lesen Tolstoi z.B.damals wie jetzt und "Harry Potter" wird jetzt wie auch in der Zukunft gelesen, so wie "Kinder aus Bullerbü" oder "Alice im Wunderland "

    2018: Bücher: 120/Seiten: 46 347
    2017: Bücher: 190/Seiten: 77 472
    ------------------------------
    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"
    Dalai Lama


  • wir lesen Tolstoi z.B.damals wie jetzt und "Harry Potter" wird jetzt wie auch in der Zukunft gelesen, so wie "Kinder aus Bullerbü" oder "Alice im Wunderland "

    Hach - "Kinder aus Bullerbü". Und "Alice im Wunderland" habe ich als Kind verschlungen. Jetzt werden Erinnerungen wach. Herrlich. :D

  • Aber da tut sich der nächste Graben auf: Wird Tolstoi wirklich noch gelesen?

    natürlich, wie kommst Du darauf, dass das anders sei? ?(

    viele Grüße vom Squirrel

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  • Aber da tut sich der nächste Graben auf: Wird Tolstoi wirklich noch gelesen?

    Im Schulunterricht ganz bestimmt.
    Daher sollte die Frage vielleicht eher lauten, ob Tolstoi noch freiwillig gelesen wird. :-,


    Aber ich sehe das ähnlich wie @Squirrel und frage mich, warum das nicht der Fall sein sollte.

  • Daher sollte die Frage vielleicht eher lauten, ob Tolstoi noch freiwillig gelesen wird.

    und auch diese Frage kann ich bejahen - so liest z.B. unsere @Knü gerade Anna Karenina oder ist vielleicht auch schon durch damit. Und immer mal wieder tauchen neue Kommentare zu Tolstoiss Werken auf. Interessanterweise scheint die Rory-Gilmore-Challenge auch dafür zu sorgen, dass Klassiker (wie immer man sie nun definiert) wieder in den Blickpunkt geraten :lol:

    viele Grüße vom Squirrel

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  • Hast Du ein Beispiel dafür?

    Nur eins :twisted: ? "Tauben im Gras""Die Verwirrungen des Zögling Törleß, Günther Grass "Ein weites Feld"," und, da wir gerade bei Fontane sind auch noch "Effi Briest", für mich ein Spitzenmittel gegen Schlafstörungen. (Drei Seiten und ich bin weg). Um nur ein paar zu nennen.

  • Nur eins :twisted: ? "Tauben im Gras""Die Verwirrungen des Zögling Törleß, Günther Grass "Ein weites Feld"," und, da wir gerade bei Fontane sind auch noch "Effi Briest", für mich ein Spitzenmittel gegen Schlafstörungen. (Drei Seiten und ich bin weg). Um nur ein paar zu nennen.

    Ich musste über den Kommentar zu Effi Briest sehr lachen, denn ihre Lebensgeschichte war - zusammen mit Tauben im Gras, das meine komplette Stufe quasi traumatisiert hat mit den grünen Augen falschen Augen Katzenaugen, den Schachtelhalmen und dem Fett der Saurier - für mich eine der schlimmsten Lektüren im gesamten Deutschunterricht. :lol: 
    Den Schulunterricht würde ich bei der Entscheidung, ob ein Werk ein Klassiker ist oder nicht, lieber rauslassen. Vor allem in den jüngeren Klassen werden ja auch moderne Bücher, die nicht zur Weltliteratur gehören und diesen Anspruch nicht erheben, gelesen. Dass irgendeine Klasse Tolstoi liest, hab ich noch nie mitbekommen - in welchem Fach wäre das denn? Russisch? Ich kenne durchaus Leute in meinem Alter, die in der Schule Russisch gelernt haben, die sagen aber alle, dass eine schwierigere Lektüre als eine Menükarte für sie nicht drin gewesen wäre. Trotzdem denke ich, dass Tolstois Werke Klassiker sind. Aber mir geht es wie vielen hier: Das ist eher eine Entscheidung nach Gefühl. Ich kann viele Ansichten hier nachvollziehen und komme für mich selber auf keine endgültige Begründung, die ich rational erklären könnte.
    Für mein Gefühl müssen Klassiker schon "alt" sein, Nachkriegsliteratur kann aber dazugehören. Harry Potter ist mir da zu jung, aber Herr der Ringe passt zeitlich bereits ganz gut. Natürlich sollten sie auch bekannt sein, jedoch erfahre ich manchmal von anscheinend sehr berühmten Büchern, die ich vorher nie auf dem Schirm hatte (und ich hab mal was mit Literatur studiert :eye: ). Die Frage nach der Qualität eines Werkes ist auch schwierig, wie hier schon angesprochen wurde, ich denke allerdings nicht, dass heutige Klassiker auf jeden Fall schon zu ihrer Entstehungszeit beliebt gewesen sein oder für ihren Stil sehr gelobt (ganz im Ernst, ich hoffe, niemand lobt Tauben im Gras) worden sein müssen. Ich weiß wirklich nicht, wo die Grenze zwischen Klassikern und allen anderen literarischen Werken zu ziehen ist. Aber ich bin schon gespannt auf mehr Meinungen. :D

    Gelesene Bücher 2011: 35, 2012: 29, 2013: 35, 2014: 68, 2015: 52, 2016: 66 2017: 53 (gehört: 05)
    2018: 20

  • Trotzdem denke ich, dass Tolstois Werke Klassiker sind.

    "Anna Karenina" wird zwar in der Schule nicht vollständig gelesen, aber zumindest im Deutschunterricht, bzw. in der Abiturvorbereitung durchaus thematisiert. Das liegt wohl daran, dass es neben der Pflichtlektüre "Effi Briest" und "Madame Bovary" einer der drei "großen" Ehebruchromane ist und gern Vergleiche angestellt werden. Ich würde alle drei Romane zu den Klassikern zählen.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study: 
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • @€nigma Einverstanden, das ist ein gutes Argument. In meinem Unterricht wurde ein solcher Vergleich nicht gezogen, aber es können ja auch nicht alle Romane, Dramen und Gedichte dieser Erde besprochen werden und die Lektüren wechseln schließlich auch jährlich. :) In meinem Skandinavistikstudium bin ich mal über Tolstoi gestolpert, weil es in einem Seminar um Krieg in der Literatur ging: Der Professor hat uns von "Krieg und Frieden" abgeraten, wenn wir unsere gute Laune behalten wollten. :shock: Nicht, dass der Fähnrich Stahl irgendjemanden glücklicher gemacht hätte, aber das führt hier zu weit. :lol:

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