Marcus Wächter - Die Enden der alten Welten

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Der Anfang von alledem: Die Enden der al...

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Verlag: Nova MD

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 376

ISBN: 9783961114221

Termin: Oktober 2017

  • Heute ist es endlich soweit. Nach zweieinhalb Jahren des Schreibens, Korrigierens und Lektorieren erscheint heute nun mein erster Fantasyroman. Bitte entschuldigt diese Werbung hier. 8) 
    ›Die Enden der alten Welten‹. Als eine Mischung zwischen pseudohistorischer Fantasy und Märchen ist es jedoch kein typischer Vertreter des Fantasy-Genres. Vielleicht findet es hier den einen oder anderen Interssierten. :smile:


    >Die Enden der alten Welten 1: Der Anfang von alledem< ist der Titel meines Buches.



    Es erscheint heute am 01. November in den Läden und Onlineshops.
    Verlag: Nova MD/ Edition Elbflorenz
    ISBN Nr.: 9783961114221
    Preis: 11,80€



    Worum geht es?
    Wir schreiben das ausgehende 11. Jahrhundert. Eine achtköpfige Familie flieht vor der feudalen Willkürherrschaft in die östlichen Grenzmarken (heutiges Erzgebirge/ Sachsen) des Heiligen Römischen Reiches. Angekommen in der unberührten Wildnis eines versteckten und düsteren Tales kämpfen die Menschen ab dem ersten Tag ums Überleben. Schon nach kurzer Zeit holen die Siedler allerdings die Ereignisse aus der alten Heimat wieder ein.
    Die Siedlerfamilie konnte zudem nicht wissen, dass das Land bereits anderen gehört. Zum einen beanspruchen die heidnischen elbslawischen Einwohner (heutige Sorben) das Gebirge für sich. Andererseits bewohnen Hexen, dunkle Geschöpfe und mysteriöse Gestalten die undurchdringlichen Berge. Letztlich befindet sich in einem tiefen Tal gleichfalls der Weltenbaum ›Yggdrasil‹, der die Schöpfung an sich symbolisiert. Dessen Hüterin fürchtet die Entdeckung und damit Vernichtung des Heiligtums durch die Christen. Als letzte Chance, um zu überleben, setzt sie einen Plan in Gang, der die Welt ins Chaos stürzt.
    Als Spielball der Geschehnisse wird die Siedlerfamilie in den Strudel der verhängnisvollen Ereignisse mit hineingezogen. Getrennt voneinander, versucht ein jedes Familienmitglied die Entwicklungen zu überstehen.





    Und ja, das ist hier auch irgendwie ein klein wenig Werbung. Bei 8000 Neuerscheinungen pro Monat im Buchmarkt ist es als kleiner Autor extrem schwierig, Aufmerksamkeit zu erregen. Darum bin ich auch für jedes Teilen oder jeden Klick dankbar. : :arrow:


    Artikel in der Regio-Presse: https://www.tag24.de/nachricht…n-marcus-waechtler-362385


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  • Stefan



    Die Sonne brach plötzlich durch das dichte Blätterdach. Trotz der
    schattigen Lage in dem langsam lichter werdenden Wald rann Stefan der
    Schweiß in Strömen von der Stirn. Versonnen betrachtete er für einen
    Augenblick das Spiel von Licht, Schatten und Farben, welches sich über
    seinem Kopf ereignete. In dem Moment suchte ein Tropfen der salzigen
    Flüssigkeit den Weg in das rechte Auge des jungen Mannes.
    Blinzelnd genoss er die kurze Ablenkung von der schweren, ermüdenden
    und mühseligen Arbeit. Die Strapaze, den unebenen Waldboden
    zu roden, war für ihn viel zu beschwerlich, und so wurde er trotz der
    kalten Waldluft schweißnass. Seine Familie besaß jedoch kein anderes
    Land als jenes, auf dem er momentan stand. Diese wenigen Parzellen im
    dichten Wald stellten alles dar, was sie im Augenblick ihr Eigen nennen
    konnten.
    Nach wie vor hielt er es für einen unverzeihlichen Fehler, in diese
    unwirkliche Gegend an der Grenze des Reiches gezogen zu sein. Als die
    Entscheidung für die Übersiedlung in die neue Grenzmark getroffen
    wurde, war er leider noch viel zu klein gewesen. Deswegen hatte er kein
    Stimmrecht im Familienrat besessen. Vater und Mutter beschlossen damals
    allein, was das Beste für die gesamte Familie sei. Nun stand er hier
    am Ende des Reiches in einer unwirklichen Wildnis und versuchte, dem
    Wald ein paar Klafter Ackerland abzugewinnen.
    Seine Einstellung zu der Feldarbeit hatte sich in den letzten zwei
    Wintern geändert. Innerhalb weniger Monde nach Erreichen des Siedlungsplatzes
    wuchs er von einem Kind zu einem richtigen Mann heran.
    Hier und heute sah er sich den beiden jüngeren Brüdern überlegen. Für
    Stefan wirkten Lucas und Friedrich weiterhin wie Jünglinge, die den
    Großteil ihrer Kindheit noch vor sich hatten. Er hingegen übernahm die
    Verantwortung für die Familie und handelte dementsprechend.
    Allerdings hatte er keine andere Wahl gehabt, als so schnell erwachsen
    zu werden. Sein Vater lag nach wie vor im Bett danieder und war
    nicht in der Lage, der Familie außer mit nützlichen Ratschlägen hilfreich
    zur Seite zu stehen. Stefan hatte auch kaum noch Hoffnung, dass sich
    ihre Situation in naher Zukunft ändern würde. Zu allem Unglück war
    auch noch sein Onkel schon während der langen Wanderschaft von der
    kleinen Ortschaft Lüneburg, neben der bedeutenden Handelsstadt Bardowick
    gelegen, zu dieser Gegend im dunkelsten und tiefsten Urwald der
    neuen Grenzmarken verstorben.
    So sah Stefan sich gezwungen, als erstgeborener Sohn die Geschicke
    seiner Sippe in die eigenen Hände zu nehmen. Glücklicherweise waren
    für ihn seine zwei jüngeren Brüder ungeachtet ihres Alters eine große
    Hilfe. Daneben erwies sich sein Vater trotz der Bettlägerigkeit nach wie
    vor als die Stütze, welche die Familie zusammenhielt. Ohne die Ratschläge
    des Patriarchen wäre er schon längst an so manchem Problem verzweifelt
    oder gar gescheitert.
    Abgesehen von all den kleinen Hilfestellungen oblag es einzig ihm,
    das unsägliche Unterholz zu roden, die schweren Wackersteine zu zerschlagen
    und den fruchtbaren Boden freizulegen. An das eigentliche
    Baumfällen war für ihn im Moment noch gar nicht zu denken. Seit sechs
    Monden galt es für Friedrich, Lucas und ihn, klaftertief verwachsene
    Wurzeln zu entfernen. Zudem waren sie damit beschäftigt, kindergroße
    Steinfindlinge und schier endlose Mengen an Buschwerk aus dem Waldboden
    zu graben.
    Das wilde Land, auf welchem er stand, hatte vor ihnen noch kein
    anderer Siedler betreten, geschweige denn bearbeitet. Stefan sah sich
    deswegen als Vorkämpfer in einer neuen Welt. Zumindest war er der
    festen Überzeugung, dass dies der Wahrheit entsprach. Zu undurchdringlich
    gestaltete sich der Urwald, als dass hier jemals andere Menschen gesiedelt
    haben könnten. Einzig die wenigen Familien aus seiner Nachbarschaft
    zeugten von der Anwesenheit von Menschen in dem Teil der
    Grenzmark, in welchem sie sich befanden. Gerade dieser Umstand war
    es aber auch, der ihm so verhasst war.
    Der junge Mann hatte zuvor gedacht, der Forst in ihrer alten Heimat
    im Norden des Reiches wäre dicht und dunkel. Wenn er jedoch das klafterhohe
    Unterholz vor sich sah, überdachte er sämtliche bisher gehörte
    Meinungen über Wälder und Dickichte neu. Sogar die Bäume verfügten
    in diesem neuen Teil des Kaiserreichs über einen gänzlich anderen Charakter
    als in ihrem alten Zuhause. Von ellendicken Stämmen war dabei
    kaum noch zu sprechen. Selbst wenn er seine fünf Geschwister um Hilfe
    bat, wäre es ihnen so gut wie unmöglich, einen der Baumriesen gemeinsam
    zu umfassen.
    Stefan war sich noch nicht ganz klar darüber, wie es ihm gelingen
    sollte, die riesigen Bäume zu fällen. Vor allem ohne den Rückhalt des
    Oberhauptes ihrer Familie war er ratlos bezüglich des weiteren Vorgehens.
    Aus diesem Grund hatte er sich darauf festgelegt, während des
    Sommers zusammen mit seinen beiden Brüdern nur das gesamte Unterholz
    zu lichten. Nun plante er bereits, die wichtige erste Saat zwischen
    den Baumriesen auszubringen.
    Im Frühjahr, wenn Vater genesen wäre, besaßen sie immer noch alle
    die Handhabe, sich den Problemen mit den Bäumen anzunehmen. Wahrscheinlich
    lief es auf eine gemeinsame Aktion mit den anderen Siedlerfamilien
    hinaus. Wenn alle im Dorf mit anfassten, war es eventuell zu
    schaffen, die Riesen zu Fall zu bringen. In Anbetracht der Tatsache, dass
    die Äcker der befreundeten Siedler genauso aussahen, standen ihnen
    noch einige schwere Winter bevor.
    Bis dahin galt es für ihn, den Boden so weit freizuräumen, dass zumindest
    in Ansätzen eine Landwirtschaft möglich war. Auch auf die Gefahr
    hin, dass die Jungpflanzen zwischen den schattigen Wipfeln der
    Baumriesen kaum einen Sonnenstrahl abbekamen, hatte die Familie keine
    andere Wahl, als die Samen auszusäen. Schließlich kam der nächste Winter
    mit großen Schritten näher. Selbst eine kleine Pflanze lieferte einen
    gewissen Ertrag ab, welcher der Familie half, die kalte Jahreszeit zu überleben.
    Stefan hatte zuvor nie gedacht, dass der Neuanfang in der Fremde so
    schwer sein könnte. In seiner Blauäugigkeit war er stets davon ausgegangen,
    dass sich die hiesige Landschaft kaum von den weit gezogenen Ebenen
    ihrer alten Heimat unterscheiden würde. Die tiefen Schluchten, steilen
    Berge und engen Täler zeichneten aber einen ganz anderen Charakter
    nach als das flache Land um Bardowick.

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