Corrie Jackson - Fashion Victim / Breaking Dead

  • Man nehme: Ein verkorkste Journalistin, die die große Story braucht, um nicht ihren Arbeitsplatz räumen zu müssen. Dazu: schöne Informanten, die als verstümmelte Leichen enden, die Kulissen des harten, pulsierenden Modebusinesses, das auf Vergänglichkeit gebaut ist. Fertig ist das Konzept von „Fashion Victim“, einem Thriller aus der Feder Corrie Jacksons.


    Die Geschichte beginnt an einem Februarmorgen, als Sophie Kent, Reporterin beim Londoner Herald, einen Tatort inspiziert: Ein ermordeter Schuljunge liegt mit einer Axt im Kopf auf kalten Asphalt. Nun ist es Sophies Job, über den Fall zu berichten. In der Redaktion steht sie unter Beobachtung: Drei Monate sind seit dem Tod ihres kleinen Bruders vergangen – ein Geschehnis, das sie völlig aus der Bahn geworfen hat. Ihre Vorgesetzten haben nun ihre Zweifel, ob Sophie emotional noch in der Lage ist, über Kriminalfälle berichten zu können.


    Im Rahmen ihrer Reporter-Tätigkeit lernt Sophie Natalia kennen, eine junge Russin, die bei einer Modelagentur in London unter Vertrag ist. Sie deutet an, dass ihr Schreckliches widerfahren ist, doch traut sich nicht, Näheres zu verraten. Generell scheint sie große Angst vor etwas zu haben.


    „Rose Hotel. Zimmer 538. Sie ist tot.“ Wenige Tage später erreicht Sophie eine anonyme SMS. Sie macht sich auf den Weg – und findet Natalia ermordet in ihrem Hotelzimmer auf. Sophie wittert die Exklusiv-Geschichte ihrer Karriere und stürzt sich in die Recherche: Wer könnte hinter dem Mord stecken? Was war das, womit Natalia nicht herausrücken wollte? Was läuft hinter den Kulissen der Londoner Modelagenturen?


    Bei „Fashion Victim“ ist der Leser direkt im Geschehen: Spannung wird sehr schnell aufgebaut und bis zum Schluss gehalten. Die Autorin bedient sich einer einfachen Sprache. Aus der Ich-Perspektive von Sophie erzählt, weiß man als Leser nie mehr als die Protagonistin – und kann nichts weiter tun, als mit ihr gemeinsam Puzzleteil für Puzzleteil zusammenzusetzen.


    Sophie ist die Art von Ermittler, wie es für Genre typisch ist: Emotional distanziertes Elternhaus, tragischer Verlust eines geliebten Menschen, infolge dessen zu einem Alkohol und Affären zugeneigter Workaholic mutiert. Sie jagt der Story hinterher, um ihren Gedanken davonzulaufen.


    Auch darüber hinaus handelt es sich bei „Fashion Victim“ um einen nach dem Schema F konstruierten Thriller: Handwerklich gut gemacht, aber auch kein absolutes Wow-Buch. Für Mode-, Krimi- und Journalismus-Fans dennoch ein lesenswertes Buch.


    Bewertung: 4 von 5 Sternen
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