Stephen Collins - Der gigantische Bart, der böse war / The Gigantic Beard That Was Evil

Der gigantische Bart, der böse war

5 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Verlag: Atrium Zürich

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 240

ISBN: 9783855350735

Termin: Februar 2014

  • Autor - Titel:
    Stephen Collins - The gigantic beard that was evil


    Sprache: englisch
    Genre: Graphiknovelle, Haare, Gesellschaft, Träume, Sehnsucht
    Verlag: Picador
    Bindung: gebunden
    Seiten: 240


    Inhalt:
    The job of the skin is to keep it all in...


    On the island of Here, livin's easy. Conduct is orderly. Lawns are neat. Citizens are clean shaven-and Dave is the most fastidious of them all. Dave is bald, but for a single hair. He loves drawing, his desk job, and the Bangles. But on one fateful day, his life is upended...by an unstoppable (yet pretty impressive) beard.
    An off-beat fable worthy of Roald Dahl and Tim Burton, Stephen Collins' The Gigantic Beard That Was Evil is a darkly funny meditation on life, death, and what it means to be different--and a timeless ode to the art of beard maintenance.
    (Q Amazon)


    Meinung:
    Dave, unser Protagonist in diesem Werk, lebt in 'Here'. 'Here' ist aufgeräumt, ordentlich, geradezu perfekt. An der Grenzen zu 'Here' liegt 'the sea' und dahinter ist 'There'. 'There' ist das Gegenteil von 'Here', dort herrscht das Chaos.


    Der Alltag ist für Dave immer der Gleiche. Er steht auf, macht sich fertig, geht zur Arbeit, macht seine Präsentationen, obwohl er keine Ahnung hat was seine Firma wirklich macht. Dieser Frage ist er einst als junger Arbeiter nachgegangen, doch niemand konnte ihm eine Antwort geben, also hat er es aufgegeben nach der Aufgabe seiner Firma zu fragen. Nach getaner Arbeit geht Dave wieder in sein ordentliches Zuhause, setzt sich ans Fenster, zeichnet was er sieht und hört dazu die Bangles und 'Enternal Flame'. Immer!
    Eines Tages aber passiert etwas und Daves Leben und auch das aller anderen Bewohner von 'Here' wird auf den Kopf gestellt. Es stehen buchstäblich die Haare zu Berge.


    Die Geschichte um Dave, 'Here', 'There', und die böse Gesichtsbehaarung liest und betrachtet sich herrlich. Gerade auch weil die Geschichte zu einem großen Teil in Reimform geschrieben ist. Dadurch gibt es fast schon einen Rhythmus beim Lesen, dem ich mich zumindest nicht entziehen konnte. Es macht verdammt viel Spaß, auch wenn die Geschichte gerade zu Beginn einen recht melancholischen, depressiven Unterton hat.
    Die Bilder zu der Geschichte sind ebenfalls wunderbar anzusehen. Sie sind zwar nur schwarz/weiß gehalten, aber gerade zu Beginn unterstreicht das die Stimmung der Erzählung.


    Meiner Meinung nach ist gerade 'Here' eine schöne, wenn auch erschreckende Darstellung unserer Gesellschaft. Das Bild welches Collins hier vom 'Here' zeichnet, könnte ebenso unsere Welt sein, wenn auch etwas überzeichnet. Sicherlich dürfte sich, so will ich doch mal hoffen, nur der kleinste Teil der Menschen so verzweifelt fühlen wie Dave, aber ein kleiner Dave steckt sicherlich in jedem von uns. Ab und an würde man doch einfach mal ausbrechen aus dem uns umgebenen 'Here' und einfach mal das verbotene, unbekannte 'There' besuchen.
    Dave fungiert in dieser Geschichte auch als Katalysator. Er ist der Einzige, der dem 'There' Aufmerksamkeit schenkt. Er ist anders als der Rest. Er ist ein Sonderling. Und genau das macht ihn für das 'There' so interessant und es findet einen Weg in hinein und durch ihn hindurch ins 'Here'. Dieses Ereignis stößt neue an. Es unterbricht und untergräbt die Ordnung im 'Here'. Es bringt durcheinander was vorher geordnet war und es erweckt die Sehnsucht, die Lust neues zu probieren. Es beginnt etwas neues, vielleicht besseres.


    Fazit:
    The gigantic beard that was evil ist gar kein Buch über einen bösen Bart. Es ist mehr der Versuch dem Leser die Augen zu öffnen. Ihm klar zu machen, dass Träumen völlig in Ordnung ist und es eben nicht immer nur der triste, gleichmässige Alltag sein muss. Man muss ausbrechen um Neues zu erfahren, Experimente wagen, sich darauf einlassen, die Augen öffnen.
    Auch wenn ich etwas skeptisch in die Geschichte gegangen bin, so hat sie mich überrascht. Der Erzählstil und die Bebilderung sind super gelungen und am Ende ist das ein Buch über das man viel reden und nachdenken kann, wenn man denn will.


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    Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit, mit Menschen auszukommen, die man nicht leiden kann.
    Samuel Goldwyn