David Case - Der entfesselte Dämon / Fengriffen

Anzeige

  • Der Psychiater Dr. Pope wird in ein altes, düsteres Herrschaftshaus gerufen, am Rand eines weiten Moorgebiets. An diesem einsamen Ort haben sich einst furchtbare Dinge zugetragen, die noch heute die Bewohner in ihren Bann ziehen.
    Der Seelendoktor soll eine junge Frau von schrecklichen Wahnvorstellungen befreien. Aber seine ärztliche Kunst droht zu versagen. Denn Dr. Pope entdeckt, daß die Unglückliche von einem unheimlichen Dämon beherrscht wird, der sein Opfer mit teuflischer Lust vernichten will. (Quelle: Klappentext)


    Die Story ist aus der Sicht von Dr. Pope als Ich-Erzähler geschrieben, dem die anderen Charaktere nach und nach die vorangegangenen Geschehnisse schildern; die Hälfte der Handlung besteht somit aus Nacherzählungen. Die Option, dass Catherine (die weibliche Hauptperson) tatsächlich "nur" psychisch krank ist und sich die dämonischen Vorgänge aufgrund sexueller Schuldgefühle eingebildet hat, besteht zwar, doch für den Leser scheint von Anfang an klar, dass etwas Übernatürliches hinter der ganzen Sache stecken muß. Die endgültige Aufklärung, erfolgt erst ganz am Schluß.
    Der Schreibstil ist sachlich, es soll sich ja immerhin um die Aufzeichnungen eines Wissenschaftlers handeln. Die Motivation der Protagonisten, entweder von ihnen selbst offenbart oder durch Dr. Pope analysiert, ist nachvollziehbar und der Plot in sich schlüssig.


    Der Roman erschien im Original 1970, die deutsche Ausgabe kam 1977, in der Taschenbuchreihe "Vampir Horror Roman" des Pabel Verlags auf den Markt. 1979 wurde in der Heftsparte derselben Reihe eine gekürzte Fassung veröffentlicht, von der es Anfang der 90er eine Neuauflage in der Reihe "Dämonenland" bei Bastei Lübbe gab.
    1973 entstand eine Verfilmung unter dem Titel "And Now The Screaming Starts", in Deutschland kam der Streifen erst 1982 als "Embryo des Bösen" in die Kinos. Bis auf die Rückblende zum Ursprung des Unheils, läuft die Handlung kontinuierlich ab, daher taucht Dr. Pope (dargestellt von Peter Cushing) erst nach 50 Minuten auf. Der psychologische Effekt wird fallengelassen, da das Publikum stets Zeuge der übernatürlichen Vorgänge wird, auch wenn Catherine (Stephanie Beacham) nicht anwesend ist. Außerdem wurde noch eine unternehmungslustige Killerhand zugefügt, die den Bodycount fleißig in die Höhe treibt.


    Freunde von eher ruhigen (um nicht zu sagen altmodischen) Geistergruselgeschichten sollten sich von der Groschenroman-Aufmachung nicht abschrecken lassen; wir haben hier unterhaltsame Lektüre für zwischendurch, die zwar an Klassiker wie Shirley Jacksons "Spuk in Hill House" (um nur ein Beispiel zu nennen) nicht heranreicht, sich aber auch nicht dahinter verstecken muß.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

Anzeige