Akif Pirincci – Tränen sind immer das Ende

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  • Der deutsche "Fänger imRoggen"


    Nicht zufällig erwähnt und preist Akif Pirincci in seinem Erstlingsroman einen Klassiker der amerikanischen Jugendliteratur: "Der Fänger im Roggen". Pirincci, der schon als Jugendlicher den sehnlichen Wunsch verspürte, Schriftsteller zu werden, war von J.D. Salinger inspiriert und von anderen Großen der amerikanischen Literatur. Poe, Lovecraft und Allen Ginsberg, aus dessen Gedicht sein Titel stammt: "Tränen sind immer das Ende"
    Im Alter von 20 Jahren gab Hauptschüler Pirincci, der nichts gelernt hatte, sein Debüt und verarbeitete seine erste große Liebe in Romanform. Der Verkauf lief schleppend, in Kneipen versuchte Pirincci seine Liebesgeschichte an die Frau oder den Mann zu bringen. Bis zum großen Felidae-Erfolg sollten noch zehn Jahre vergehen.
    In dieser Zeit mag Pirincci sich gefühlt haben wie Holden Caulfield, die Hauptfigur im "Roggen". Holden kämpft gegen das bevorstehende Erwachsenwerden, Pirincci gegen die Selbstzweifel eines angehenden Autors, gegen Lebens- und Verlustängste. Auch er irrt umher, getrieben aber ziellos, nicht in New York, sondern in der Eifel, wo er aufwuchs.
    Bereits als Zwanzigjähriger überrascht Pirincci seine Leser mit einer Sprache, die ausgefeilt ist und präzise, Dialoge wie in der Realität erleben lässt und in ihrer Ehrlichkeit eben erinnert an Salingers berühmten „Fänger im Roggen“. Eine Leistung die umso erstaunlicher ist, wenn man bedenkt, dass das Gastarbeiterkind Akif Pirincci damals erst zehn Jahre in der Bundesrepublik und in der deutschen Sprache zuhause war.

  • Eine Leistung die umso erstaunlicher ist, wenn man bedenkt, dass das Gastarbeiterkind Akif Pirincci damals erst zehn Jahre in der Bundesrepublik und in der deutschen Sprache zuhause war.

    Du besprichst ein Pirincci-Buch nach dem anderen. Dagegen habe ich nichts, im Gegenteil, aber mir fehlt eine Auseinandersetzung mit der Geisteshaltung des Autors. Auch das gehört für mich zur Beschäftigung mit Literatur.

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Nun ja... Pirincci hat sicherlich eine auch in meinen Augen recht fragwürdige Geisteshaltung. Aber so lange diese in seinen Büchern nicht wirklich zutage tritt, hat sie m. E. bei einer Buchbesprechung höchstens am Rande als Erläuterung zum Autor etwas verloren.
    Bei dieser Gelegenheit möchte ich aber erwähnen, dass mir bei dieser Rezension das Buch deutlich zu sehr ins Hintertreffen gerät. Viel mehr werden lediglich Stationen aus dem Leben Pirinccis erzählt und besprochen. Über das Buch an sich ist leider sehr wenig - im letzten Absatz -geschrieben worden.

  • Ich trenne strikt zwischen der künstlerischen Leistung und dem sonstigen Leben (politischen Ansichten/ menschlichen Qualiutäten, etc.) . Oder wie Reich-Ranicki gesagt hat: "Wenn einer seiner Wechsel nicht bezahlt, ist damit noch nicht gesagt, dass er schlecht Geige spielt."

  • Das verstehe ich sehr gut!
    Aber trotzdem enthält deine Rezension zum Buch (und damit zu der erwähnten künstlerischen Leistung) lediglich diese Sätze/Satzbestandteile:


    ...sein Debüt und verarbeitete seine erste große Liebe in Romanform.

    Bereits als Zwanzigjähriger überrascht Pirincci seine Leser mit einer Sprache, die ausgefeilt ist und präzise, Dialoge wie in der Realität erleben lässt und in ihrer Ehrlichkeit eben erinnert an Salingers berühmten „Fänger im Roggen“.

    Der Rest bezieht sich auf seinen späteren Erfolg, welches Buch ihn wohl inspiriert und wie er sich persönlich womöglich gefühlt hat mit 20 Jahren. Dazu noch Erläuterungen zum Fänger im Roggen.
    Entschuldige bitte, dass ich ich nochmal nachhake. Normalerweise interessiert mich wenig, wie Rezensionen geschrieben sind, solange sie keine deftigen Spoiler enthalten. Aber auch mir ist aufgefallen, dass Pirincci dir wohl sehr am Herzen liegt und du seine Bücher der Reihe nach rezensiert hast. Da macht man sich schon Gedanken, woran das liegt und warum, wenn ausgerechnet diese Bücher dein Herz erobert haben, dann so wenig über das Buch selbst zu lesen ist statt über den Autor.

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