Akif Pirincci – Der letzte Weltuntergang

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  • Zwei Déjà vues und ein Meisterstück


    2007, im selben Jahr, in dem Akif Pirinccis 6. Katzenrimi ("Schandtat") bei Random House erschien, veröffentlichte er beim Hamburger Rotbuch-Verlag diesen kleinen Band mit Kurzgeschichten. Ein Jahr zuvor hatte er dort seinen Thriller untergebracht ("Der Eine ist stumm, der Andere ein Blinder"). Nun fragte Rotbuch an, ob der Autor etwas zur Krimi-Reihe beisteuern könne.
    "Der letzte Weltuntergang" enthält Shortstorys, die bereits früher erschienen sind, Anfang der Neunziger. Die Geschichte "Mein Freund Bodo" zum Beispiel, ebenso der autobiographisch gefärbte Irrlauf eines Schriftstellers, der glaubt, eigenhändig den Verkauf seiner Bücher in den Buchhandlungen kontrollieren zu müssen. Diese beiden Storys sind ganz nett, jedoch harmlos, weil bekannt.
    Prägnant, wenn auch leider sehr kurz ist die Geschichte vom Profikiller, gleich zu Beginn. Etwas dahin plätschert die surreale Erzählung über die guten 1970er Jahre. Eine Zeit, die auch Pirincci stark geprägt hat.
    Einziges Meisterstück, was Idee und Ausführung betrifft, verdient jene Geschichte genannt zu werden, die eine Frau in den Vierzigern schildert. In einem zeitlich pervertierten Lebenslauf, altert sie nicht, sondern verjüngt sich zu Tode. Allein diese Glanzleistung ist der Kauf des Büchleins wert.

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