Norman Davies - Verschwundene Reiche (Start: September 2017)

  • 1. Kapitel: Das Tolosanische Reich

    Hier sieht man auch mal wieder, wie Geschichte instrumentalisiert werden kann, in dem die Franzsosen, Chlodwig, König der Franken, als "Gründungsvater" in ihre Landesgeschichte aufnehmen, Alarich II., dessen Reich größer war, wird nicht geehrt.

    Davies hat ja in der Einleitung schon darauf hingewiesen, dass man schon sehr aufpassen muss, wer welche Ziele verfolgt, wenn er über Imperien, Reiche und Völker
    berichtet. Da ist immer Raum für Auslassungen, Manipulation und Verfälschungen. Sehr schön da seine diesbezügliche Verknüpfung mit dem Reich der Westgoten:.
    Historische Erinnerung ist parteiisch:

    Zitat

    Die historische Erinnerung ist alles andere als unparteiisch. Die Westgoten müssen das gewusst haben. In ihrer ganzen Weisheit begruben sie ihre Anführer
    auf althergebrachte Weise, die die Toten ehrte, aber keine Spuren hinterließ. Die Grabstätte von Alarich I >dem Herrscher aller<, wurde in den Sand des Meeres
    hinausgetragen, lange bevor seine Nachfolger das Tolosanische Reich gründeten.

    Ansonsten zeichnet Norman Davies die Geschichte wie gesagt interessant und nachollziehbar nach. Dass ich mit den vielen Namen und Lebensdaten nicht klar komme und 98% davon überlese, ist nicht seine Schuld.

    Ich hatte das Gefühl, dass endlich einmal jemand, zumindest Teile der Geschichte der Ost- und Westgoten, nachvollziehbar schildert. Endlich bringe ich jetzt Alarich I
    und Alarich II, sowie Theoderich I und II nicht mehr durcheinander. Danke, Herr Davies. Zusätzlich habe ich bei den Literaturhinweisen im Anhang dann noch ein Geschichts-
    werk gefunden, das direkt mal auf der WuLi landet: Herwig Wolfram - Die Goten. Von den Anfängen bis zur Mitte des sechsten Jahrhunderts.

    wobei die Beschreibung von Theoderich II. durch den Bischof Sidonius Apollinaris mich durchaus zum Schmunzeln gebracht hat Das muss entweder ein wirkliches Bild von einem Mann gewesen sein oder der Bischof war- wie Davies selbst schreibt- ein wahrer Fan

    Eine wunderbare Stelle. Das hat mich schon daran erinnert, dass der Mann auch bei Historikern wie Felix Dahn einen hohen Stellenwert hatte und auch von ihm manchmal
    etwas zu hoch auf das Podest gehoben wurde. Aber Felix Dahn war wohl auch Fan und sein Hauptthema waren oft die Goten. Sein Abgesang auf dieses Volk hat er in diesen
    Zeilen aus >Ein Kampf um Rom< beschrieben. (Auszug au seinem längeren Gedicht)


    Gebt Raum ihr Völker uns`rem Schritt
    Wir sind die letzten Goten.
    Wir tragen keinen König mehr,
    Wir tragen einen Toten.


    lg taliesin :winken:

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare

    :study:James Lee Burke - Schmierige Geschäfte

    :study:John Dos Passos - Manhattan Transfer

  • Zugegeben ich habe es nicht so mit Einleitungen an sich. Aber diese hier hat mir besonders gefallen. Davies stellt sich erst einmal selbst vor und erzählt wie er zur Geschichte kam und wie er auf sein Forschungsgebiet Geschichte Europas gekommen ist. Er erzählt auch, dass manche Forscher sich nur auf einen Gebiet hervortun, sich meistens nur für die noch existierenden Staaten interessieren und deren Geschichte immer wieder neu analysieren und in den gegenwärtigen Kontext einordnen wollen, dabei abe alles andere außen vorlassen. Er ist der Ansicht, dass auch die kleineren Staaten mit ihrer Geschichte betrachtet werden müssen und sie auch Europa ausmachen. In "Verschwundene Reiche" hat er nun viele Staaten aufgenommen, die in ihrer damaligen Form nicht mehr existieren und in die heutigen Staaten aufgegangen sind.
    Seiner Ansicht nach werden wir es noch öfters erleben, dass Staaten auseinanderbrechen. Allein das große Britische Empire seiner Geburt existiert nicht mehr.
    Selber miterlebt habe ich die Auflösung der Sowjetunion, die Aufspaltung Jugoslawiens und auch die deutsche Wiedervereinigung. Geschichte ist vom Wandel geprägt und ist nichts statisches, ebenso auch unsere Staatengebilde. Wer kann schon sagen, dass unser heutiges Spanien noch zu existieren wird, wenn Katalonien unabhängig wird oder Großbritannien in ein paar Jahren wirklich noch so existiert nach dem Brexit. Wer sagt uns denn, dass es dann nicht Schottland, Wales, Nordirland und England dann nicht nebeneinander bestehen werden und nicht mehr als ein Königreich. Die Vergangenheit lehrt uns, dass nichts verbindlich ist. Wer hätte denn in den 80er Jahren an den Zusammenbruch der Sowjetunion geglaubt?

    Liebe Grüße von der buechereule :winken:

    Im Lesesessel

    Kein Schiff trägt uns besser in ferne Länder als ein Buch!
    (Emily Dickinson)


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  • Zugegeben ich habe bisher nichts von dem Reich gewusst und ich vermute, dass mir dies im Laufe des Jahres noch öfters passieren wird, dass mir Reiche völlig unbekannt sind.
    Davies hat jedes Kapitel eines verschwundenen Reichs in drei Teile eingeteilt:


    Wie sieht das Reich heute aus?
    Geschichte des verschwundenen Reiches
    Was ist vom verschwundenen Reich im Gedächtnis geblieben?


    Das ehemalige "Tolosanische Reich" lag in der heutigen Region Poitu-Charentes und existierte von 418 - 507 v. Chr. Geprägt war es von familiären Kämpfen und immer wieder mit Kriegen gegen die Nachbarn aus Burgund und Rom.
    Alarich I, ein Westgote, war der Gründervater des tolosanischen Reiches, dass sich im Laufe seiner Existenz bis nach Gibraltar, in die heutige Provence im Norden bis fast an die heutige Bretagne, im Osten grenzte es an Burgund. Entstanden ist es aus dem untergegangenen römischen Reich und wurde damals als ein "unabhängiger kaiserlicher Regionalstaat" (Davies; Verschwundene Reiche, S. 28).
    Bekanntermaßen gab es durch die Völkerwanderung immer wieder Kriege. Davon blieben auch die Westgoten um die Nachfahren von Alarich I nicht verschont. Untereinander gab es auch immer wieder Konflikte, die auch dazuführten, dass sie sich umbrachten um an die Macht zu kommen.
    Der verlorene Krieg mit Chlodwig führte zum Untergang des Reiches. Dieser war durch die Heirat mit den Burgundern verbunden und auch das Friedensangbot des Ostgoten Theoderich wurde abgelehnt. Der Untergang war vorprogammiert und die Westgoten wurden aus Gallien vertrieben und waren schließlich nur noch auf der iberischen Halbinsel zu finden.


    Der geschichtliche Hintergrund hat mich sehr interessiert, aber ich hatte auch ganz schöne Probleme mit den vielen verschiedenen Namen. Nun kann ich zwar die Westgoten und die Ostgoten unterscheiden, aber ich hatte damit schon meine Schwierigkeiten in der Schule.
    Davies gelingt es gerade diese geschichtliche Hintergründe gut darzustellen. Auch macht er immer wieder Einschübe, die einen zum Schmunzeln bringen. Gerade der Brief des Bischofs mit der Lobhudelei über Theoderich II ist sehr amüsant und weitschweifig.
    Ein überaus interessantes erste Kapitel und ich freue mich schon auf die weiteren.

    Liebe Grüße von der buechereule :winken:

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  • Ich bin auch da :winken:


    Ein spannender Einstieg! Habt Ihr eigentlich auch erstmal auf Karten nachgeschaut, wo genau Toulouse liegt oder Vouillé? Von welcher Gegend die erzählte Geschichte der Westgoten geprägt ist? Ich musste das jedenfalls, da ich nicht sehr frankophon veranlagt bin und mir nicht sicher war, wo wir uns genau bewegen würden. :uups:


    Norman Davies Einteilung in die drei Abschnitte ist unglaublich sinnvoll und er hält den Leser damit die ganze Zeit an der Hand. Man spaziert gleichsam mit ihm durch die Geschichte dieses untergegangenen Reiches.

    Eine hervorragende Idee des Autors, denn damit "verankert" er uns zunächst in der Gegenwart, in der Region, von deren Geschichte er uns danach berichtet. Und er zeigt uns am Schluss seiner Erzählung das Heute, das zumindest in diesem Kapitel seine Geschichte wohl eher verleugnet und ignoriert - jedenfalls im französischen Teil. Ich finde es interessant, dass es auf spanischer Seite so anders ist, d.h. dass die Spanier den Teil ihrer Geschichte, der durch die Westgoten geprägt wurde, präsent hält. Und das sogar so weit, dass sie das Tolosanische Reich direkt mit einbeziehen.


    Die Folgen, die ein solches Machtvakuum nach sich zieht, sind einfach faszinierend zu beobachten.

    Und ich muss nachher unbedingt mal in meiner Rom-Leserunde vom letzten Jahr nachschauen, ob Woolf die Westgoten überhaupt näher erwähnte. Ich kann mich nämlich nicht daran erinnern. :scratch: Dabei hatte er ja auch einen sehr neuen, themengebundenen Ansatz in seiner Betrachtung des Römischen Reiches, wirklich interessant.


    Hier sieht man auch mal wieder, wie Geschichte instrumentalisiert werden kann, in dem die Franzsosen, Chlodwig, König der Franken, als "Gründungsvater" in ihre Landesgeschichte aufnehmen, Alarich II., dessen Reich größer war, wird nicht geehrt.

    Wer will schon gern von Barbaren abstammen? :-# Nein, natürlich ist das reine Instrumentalisierung und auch wir betreiben das ja. Otto den Großen nehmen wir gerne als "Vater" des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation". Aber dass er ein Sachse war und kein "Deutscher" wird dabei gerne unterschlagen, das will man nicht hören. Und so betreibt wohl leider jeder Staat und jede Nation ihre eigene Geschichtsklittelei und man muss vorsichtig sein beim Lesen.

    Davies hat ja in der Einleitung schon darauf hingewiesen, dass man schon sehr aufpassen muss, wer welche Ziele verfolgt, wenn er über Imperien, Reiche und Völker
    berichtet. Da ist immer Raum für Auslassungen, Manipulation und Verfälschungen.

    Mein Problem ist nur, dass ich das beim Lesen auch durchaus vergesse zu berücksichtigen. Wenn mir jemand Geschichte sehr interessant näher bringen kann, dann muss ich mich schon immer wieder sehr bewusst und aktiv dazu bringen zu überlegen, ob das jetzt auch immer objektiv ist oder ob der Erzähler evtl. den Leser geschickt in eine Richtung rücken will. 8-[ Schafft Ihr das, stets beim Lesen die mögliche Intention des Autors im Hinterkopf zu haben, also grad bei geschichtlichen Themen?


    Ich hatte das Gefühl, dass endlich einmal jemand, zumindest Teile der Geschichte der Ost- und Westgoten, nachvollziehbar schildert. Endlich bringe ich jetzt Alarich I
    und Alarich II, sowie Theoderich I und II nicht mehr durcheinander.

    Und ich war mittendrin ein wenig am Schwimmen mit den ganzen Theoderichs :loool: ich hatte nämlich nur noch den ostgotischen Theoderich im Kopf, die anderen längst vergessen (falls ich sie denn je bewusst kannte). Aber ich geb Dir recht: jetzt kann ich sie auseinanderhalten.


    Zusätzlich habe ich bei den Literaturhinweisen im Anhang dann noch ein Geschichtswerk gefunden, das direkt mal auf der WuLi landet: Herwig Wolfram - Die Goten. Von den Anfängen bis zur Mitte des sechsten Jahrhunderts.

    Ich hab ja die stille Befürchtung, dass am Ende unserer Leserunde unsere Wunschlisten halb explodiert sein könnten :-,


    Aber Felix Dahn war wohl auch Fan und sein Hauptthema waren oft die Goten. Sein Abgesang auf dieses Volk hat er in diesen Zeilen aus >Ein Kampf um Rom< beschrieben.

    Oh, hast du das gelesen? Eine Bildungslücke meinerseits so wie auch sein Buch über die Völkerwanderung. Also ab auf die Wunschliste damit….


    Zugegeben ich habe bisher nichts von dem Reich gewusst und ich vermute, dass mir dies im Laufe des Jahres noch öfters passieren wird, dass mir Reiche völlig unbekannt sind.

    Da befindest Du Dich in guter Gesellschaft, denn mir war es auch unbekannt. So wie mir vieles aus dieser Zeit nach dem Zusammenbruch des Römischen Reiches unbekannt ist.


    Gerade der Brief des Bischofs mit der Lobhudelei über Theoderich II ist sehr amüsant und weitschweifig.

    Das klang ja fast wie eine Liebeserklärung :loool: Ich hatte größten Spaß beim Lesen. Aber ich fand auch schön dabei, dass der Bischof trotz seiner Begeisterung für den Mann Theoderich Respekt für dessen Sitten bewies.


    Alarich I, ein Westgote, war der Gründervater des tolosanischen Reiches, dass sich im Laufe seiner Existenz bis nach Gibraltar, in die heutige Provence im Norden bis fast an die heutige Bretagne, im Osten grenzte es an Burgund.

    Mich hat grad am Anfang des Kapitel fasziniert, mit welcher Geschwindigkeit dieses Reich entstand. Stellt Euch das doch mal vor: Alarich handelt - in Süditalien festsitzend - die Ländereien mit den Römern aus und bereits 5 Jahre später sitzt sein Nachfolger Alfrauth in einem Palast in Barcelona. Ich mein, wir reden hier über eine Zeit, in der das "Westgotische" Volk zu Fuß sein Reich erobern und festigen musste. Wohl hatten die Krieger Pferde (nehme ich zumindest an), aber das Volk, die Menschen, mussten zu Fuß hinterher. Die Eroberungen mussten gesichert, die Menschen angesiedelt werden. Es ging über Alpen und Pyrenäen quer durch Frankreich bis weit nach Spanien hinein. Was für eine Leistung, aber auch was für eine Qual für die Menschen, Alte, Kranke, Familien, Vieh. :shock: Und dabei schafften es die Westgoten, die Menschen einigermaßen friedlich anzusiedeln, die bereits dort lebenden Römer nicht zu vertreiben, die Übernahme einigermaßen friedlich zu gestalten für damalige Verhältnisse. Was für eine Leistung! Wir jammern ja schon, wenn wir bei Regen 5km laufen müssen :pale:


    Untereinander gab es auch immer wieder Konflikte, die auch dazuführten, dass sie sich umbrachten um an die Macht zu kommen.

    Ich lese ja durchaus viel über alte Geschichte und bin immer wieder erstaunt darüber, mit welcher Leichtigkeit sich damals sogar Familienmitglieder um die Ecke brachten. Dass man seine Familie nicht immer liebt kann ich nachvollziehen, aber damals ging es doch recht drastisch zu. 8-[


    Ich empfinde diese Kapitel wirklich als tollen Einstieg in die Verschwundenen Reiche. Vielleicht sind 80 Jahre ja eine kurze Zeitspanne für ein Reich, aber es war eine Umbruchszeit und evtl. ist es in dieser Hinsicht doch auch eine lange Zeitspanne für ein Reich. Verwundert bin ich schon ein wenig, dass man so wenig davon nachweisen kann, dass selbst Bauten, Münzen und ähnliches nicht mehr auffindbar sind. Aber wer weiß denn schon, ob es viele eigene Bauten gab, ob viele eigene Münzen geprägt oder nicht doch lieber bereits vorhandenes Geld genutzt wurde?



    Zitat von Norman Davies

    Die Westgoten müssen das gewusst haben. In ihrer ganzen Weisheit begruben sie ihre Anführer auf althergebrachte Weise, die die Toten ehrte, aber keine Spuren hinterließ.

    Vielleicht wollten die Westgoten aber auch nur vermeiden, dass die Gräber ihrer Anführer geplündert und die Toten geschändet wurden? Wer weiß das schon, aber leider wissen wir durch diese Sitte noch weniger über die Westgoten.

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Stephan Thome - Gott der Barbaren
    :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)

  • Ich hatte einen Vorteil: als eifrige Leserin von Asterix kannte ich schon Tolosa - Asterix und Obelix kommen irgendeinem Band dadurch :mrgreen: .


    Außerdem hat mich der Beginn des Westgotischen Reiches durch den Arianer Alarich sehr an den "Pontifex" erinnert, mit den ganzen Religions- und Ketzerquerelen.

    Dass ich mit den vielen Namen und Lebensdaten nicht klar komme und 98% davon überlese, ist nicht seine Schuld.

    Das ging mir genauso. Man hat die Namen gelesen, "aha" gesagt, und das war's.


    aber ich hatte auch ganz schöne Probleme mit den vielen verschiedenen Namen.

    Wenn es mal viele verschiedene Namen gewesen wären. Aber es ist wohl ein Merkmal von Herrscherdynastien, immer wieder dieselben Namen zu nehmen, wie beispielsweise Alarich oder Theoderich.


    Was mir definitiv gefehlt hat, sind die zu den Herrschern dazugehörigen Frauen. Einerseits weiß ich natürlich, dass der Platz begrenzt ist, andererseits hätte ich gern noch mehr z.B. über Galla Placidia erfahren. Da geht dann irgendwie die Fantasie mit mir durch. Aber gerade Galla Placidia hat wohl ein wirklich aufregendes Leben gehabt: Klick. Ich habe erstmal zwei Biografien auf meine Wunschliste getan :mrgreen:


    wobei die Beschreibung von Theoderich II. durch den Bischof Sidonius Apollinaris mich durchaus zum Schmunzeln gebracht hat Das muss entweder ein wirkliches Bild von einem Mann gewesen sein oder der Bischof war- wie Davies selbst schreibt- ein wahrer Fan

    Der Gute fand den Theoderich offenbar ganz toll :pray: .

    Historische Erinnerung ist parteiisch:

    ... und Geschichte wird von den Siegern geschrieben.


    Habt Ihr eigentlich auch erstmal auf Karten nachgeschaut, wo genau Toulouse liegt oder Vouillé?

    Wo Toulouse liegt, weiß ich ganz genau - nicht umsonst habe ich als Jugendliche Angélique verschlungen, und ihr erster Mann war immerhin Graf von Toulouse :-, .
    Außerdem weiß ich es von diversen Biografien über Alienor von Aquitanien.
    Vouillé hingegen :-k


    Übrigens, da ja immer noch nicht bekannt ist, wo die letzte Schlacht zwischen Chlodwig und den Westgoten stattgefunden hat, auch wir kennen das Phänomen. Oder ist zwischenzeitlich bekannt, wo genau Arminius die Römer geschlagen hat?
    Warum keine Bauten mehr an die Westgoten erinnern? Da diese nicht mehr genutzt wurden, und dann wurden die Steine für andere Bauten genommen.


    Und damit verabschiede ich mich bereits an dieser Stelle in den Urlaub :winken: . Anfang Oktober bin ich wieder da - mit Alt Clud :mrgreen: .

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
    Lucinda Riley, Die Schattenschwester


    Der Himmel gewährt uns nur ein einziges Leben, aber durch Bücher erleben wir Tausende.

    Jay Kristoff, Nevernight - Das Spiel

  • Hallo,
    ich habe das freie Wochenende genutzt und bin nun auch mit dem 1. Kapitel fertig


    Einleitung

    Zugegeben ich habe es nicht so mit Einleitungen an sich.

    um ehrlich zu sein, ich auch nicht wirklich. Gut, der Autor baut diese etwas anders auf, aber um ehrlich zu sein hab ich mir danach nur die Struktur der Kapitel gemerkt sowie die "Überspezialisierung" der Historiker

    Was mir auch gut gefallen hat, war der Hinweis, wie die einzelnen Kapitel aufgebaut sind:
    1. Wie sieht es heute in der Gegend aus?
    2. Die Geschichte des "Verschwundenen Reiches"
    3. Was ist davon übrig geblieben?

    Der Aufbau der Kapitel, wie in der Einleitung dargestellt, finde ich ganz gut und bin schon gespannt auf die Umsetzung.


    Kapitel 1


    Zu Beginn möchte ich gleich mal anmerken, dass ich von den Goten, egal ob Westgoten oder Ostgoten keine Ahnung habe. Daher fand ich das 1. Kapitel schon richtig spannend. Historische Romane lese ich ja erst seit ich hier im BT gelandet bin und dann haben diese meist was mit der englischen Geschichte zu tun oder waren eher im Mittelalter angesiedelt.

    Der geschichtliche Hintergrund hat mich sehr interessiert, aber ich hatte auch ganz schöne Probleme mit den vielen verschiedenen Namen.

    Jaja, mit Namen hab ich grundsätzlich auch nicht so. Theo"irgendwas" und das in geballter Form, war für mich schon nicht so einfach zugegebener Weise. Aber trotzdem sehr aufschlussreich.

    Was mir definitiv gefehlt hat, sind die zu den Herrschern dazugehörigen Frauen.

    Stimmt die Frauen gehen hier richtig ab.


    Also ich hab schon im ersten Kapitel richtig viel gelernt. Der Zeitraum rund um das Tolonische Reiche war für mich bisher wie ein schwarzes Loch und ich dachte bisher immer, dass das römische Reich etwas länger bestand hatte. Tja nun bin ich wohl etwas schlauer. :wink:

    :study: Charlaine Harris - Vampir mit Vergangenheit / Dead Reckoning (MLR)

    :study: Richard Dübell - Der Jahrhunderttraum



  • Habt Ihr eigentlich auch erstmal auf Karten nachgeschaut, wo genau Toulouse liegt oder Vouillé?

    Hoffentlich werden in eurer Lektüre auch so schöne Anekdoten erwähnt wie die von Clovis, dem im Traum oder war es bei der Jagd eine Hirschkuh einen Furt über die Vienne zeigte, der ihm half seine Truppen (die der Francs) in die Schlacht von Vouillé zu führen. Irgendwie finde ich, ähnelt die Geschichte einem Passage in Harry Potter :-, Snape muss auch die französische Geschichte gekannt haben.

    Viele Grüße von Yurmala


    :study:

    :musik:


    »You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.«. C.S. Lewis

  • Oder ist zwischenzeitlich bekannt, wo genau Arminius die Römer geschlagen hat?

    Nach neuesten, noch andauernden Forschungen im Osnabrücker Land bei Kalkriese. Einig ist man sich aber noch nicht.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare

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  • Ich wühle mich gerade durch Alt Clud und mir raucht ein wenig der Kopf.................. :compress:

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  • Eine tolle LR habt Ihr wieder gestartet! Tut mir echt leid, dass ich nicht dabei sein kann, aber ich weiß, wie zeitintensiv die Sachbuch-LR immer sind, und da kann ich momentan noch nicht mithalten.
    Viel Freude weiterhin! Gerne werde ich ein bisschen mitlesen - und das Buch muss ich unbedingt haben.

  • Ich wühle mich gerade durch Alt Clud und mir raucht ein wenig der Kopf.................. :compress:

    ich hoffe, es ist ein wenig besser geworden - oder müssen wir mittlerweile die Feuerwehr rufen? :geek:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Stephan Thome - Gott der Barbaren
    :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)

  • ich hoffe, es ist ein wenig besser geworden - oder müssen wir mittlerweile die Feuerwehr rufen?

    Alles gut. Was Namen und Daten angeht lese ich gerade mit Mut zur Lücke. Aber auch dieses Kapitel ist wieder hochinteressant. Da ich sowieso langjähriger
    Schottland Fan bin, rennt Davis bei mir offene Türen ein. :lechz:

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  • Gerne werde ich ein bisschen mitlesen

    Ich freu mich über alle Mitleser hier bei uns :friends:


    @LaRelieuse hat ja leider Probleme mit ihrem Anbieter und daher zur Zeit kein Internet. Aber ich stell trotzdem mal die leicht ketzerische Frage in den Raum: wie ist es mit dem Tempo? @taliesin ist schon in Schottland angekommen, bei @findo vermute ich es fast. Ich selbst hab langes Wochenende vor mit und von daher Zeit. :-, Wie sieht es bei Euch aus @Heidi08, @buechereule, @Frühlingsfee, @Castor? :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

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  • @Squirrel: ich habe ebenfalls das 1. Kapitel am 19.09. gepostet und weile ansonsten noch bis Dienstag auf Madeira 8) . Alt Clud nehme ich erst dann in Angriff :rambo: .

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
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    Jay Kristoff, Nevernight - Das Spiel

  • Ich weiß schon, dass Ihr bereits das 1. Kapitel gelesen habt. Ich wollte nur kurz nachfragen, wie es zeitlich bei Euch aussieht. Aber Eure Antworten sagen ja, dass Ihr das vereinbarte Pensum braucht, also alles gut. :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

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  • bei mir sieht es prima aus. ich hab Zeit an diesem Wochenende zum Lesen, und hoffentlich auch posten, falls das nicht zu früh ist.
    Oder anders gefragt: bis wann spätestens soll jeder was zum 2. Kapitel posten?

    Wer a sagt, muss nicht b sagen. Er kann auch erkennen, dass a falsch war. :P
    ( Bertold Brecht, 1898 - 1956 )

  • Oder anders gefragt: bis wann spätestens soll jeder was zum 2. Kapitel posten?

    naja, die Frage ist andersrum: wann beginnen wir zu posten? Wir hatten ja eingangs immer Mitte des Monats ausgemacht und da ein Teil diese Zeit braucht, sollten wir auch dabei bleiben. War nur meine Neugier, dass ich nochmal gefragt hab :uups:

    viele Grüße vom Squirrel

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