Robin Hobb - Der lohfarbene Mann / Fool's Errand

  • Buchdetails

    Titel: Diener der alten Macht


    Band 4 der

    Verlag: Penhaligon Verlag

    Bindung: Broschiert

    Seitenzahl: 896

    ISBN: 9783764532031

    Termin: Neuerscheinung August 2018

  • Bewertung

    4.8 von 5 Sternen bei 11 Bewertungen

    95,5% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Diener der alten Macht"

    Ein alter Freund, eine neue Bedrohung – der Königsbastard ist zurück! Fünfzehn Jahre sind seit dem schrecklichen Krieg der sechs Provinzen mit den Roten Korsaren vergangen, seitdem herrscht ein unsicherer Friede. Da verschwindet Prinz Pflichtgetreu kurz vor seiner Hochzeit mit einer Prinzessin der Roten Korsaren. Will er der Vermählung ausweichen, wie einige behaupten? Oder ist ihm etwas zugestoßen? Es gibt nur einen, der sich auf die gefahrvolle Suche nach ihm machen kann: Fitz der Bastard mit seinem Wolf Nachtauge. Doch der hat sich geschworen, nie wieder in die Intrigen des Königshofs verstrickt zu werden … Dieses Buch ist bereits unter dem Titel »Der lohfarbene Mann« im Bastei-Lübbe Verlag erschienen.
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  • Kurzmeinung

    Hirilvorgul
    Großartige Fantasy ganz hervorragend gelesen. Stoff zum Genießen.

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  • Inhalt:
    Fünfzehn Jahre sind seit dem schrecklichen Krieg mit den Roten Korsaren vergangen. Seitdem wandert Fitz alleine mit seinem treuen Begleiter, dem Wolf Nachtauge, durchs Land, und hält sich so fern wie möglich von Bocksburg und der Gilde der Weitseher. Mit seinem Ziehsohn Harms und Nachtauge lebt er meistens, wenn er nicht gerade unterwegs ist, in einer kleinen Einsiedelei, und nennt sich Tom Dachsenbless. Er will sein früheres Leben und seine Gabe um jeden Preis vergessen, auch wenn ihn die Einsamkeit quält. Doch das Schicksal und seine Bestimmung holen ihn erneut ein.


    Beschreibung:
    Es wunderte mich, dass die Weitseher-Bände von Robin Hobb in BT noch nicht alle rezensiert wurden. Ich merke aber beim Versuch, den ersten Band der zweiten Reihe zu besprechen, wie schwer es ist, diese Reihe um Fitz, den Weitseher, angemessen zu beschreiben. Denn Robin Hobb ist damit etwas ganz Großartiges gelungen. Ihre Bücher um Fitz stehen in meinen Augen auf einer Höhe mit Patrick Rothfuss und seiner Königsmörder-Chronik, was die ganz eigene Welt angeht, die beide jeweils erschaffen haben.


    Es ist keine "Hau-drauf"-Fantasy, wo es nur darum geht, dass die Hauptprotagonisten alle möglichen Intrigen, Mordanschläge, Kämpfe und Schlachten überstehen. Robin Hobb schreibt viel tiefgehender, ruhiger und differenzierter. Sie lässt Fitz, die Hauptfigur, in der Ich-Form berichten, und was sie da an psychologischer Tiefe entwickelt, ist meisterhaft. Fitz ist kein strahlender Held, sondern ein Anti-Held mit großen Ängsten, Unsicherheiten und einem äußerst komplizierten Innenleben, der nicht nur ab und zu vor sich selbst und seiner Bestimmung davonläuft, sondern lange Zeit fast ausschließlich damit beschäftigt ist, zu verdrängen und zu vergessen. Gerade das aber macht ihn zu einer Person, die einem als Leser sehr nahe kommt. Man wird so mit hineingenommen in die Geschehnisse um Fitz, dass man nicht einfach, wenn man zu lesen aufhören möchte, das Buch zumachen kann, sondern erst einige Momente braucht, bis man aus der Geschichte wieder auftaucht ins Hier und Jetzt.


    Auch die anderen Figuren sind ebenfalls vielschichtig, lebendig und differenziert angelegt, mit guten Eigenschaften, aber auch mit Schattenseiten. Gerade das macht es so ungemein spannend, den Fortgang der Geschichte zu verfolgen, denn es ist in keinster Weise vorauszusehen oder auch nur zu erahnen, wohin der Weg führt und wie jeder auf diesem Weg bestehen oder versagen wird.


    Ich will jetzt nichts Näheres von dem Band "Der lohfarbene Mann" verraten, auch deswegen, weil man mit den Informationen zu diesem einen Band allein nicht viel anfangen kann. Denn man braucht ziemlich unverzichtbar die ersten drei Bände dazu, um die Ereignisse, die Personen und die Geschichte als solche verstehen zu können. Das ist gewissermaßen der einzige Wermutstropfen bei diesem überwältigenden Fantasy-Epos: man kann es nur ganz genießen oder gar nicht, denn die Einzelbände für sich ohne den Kontext dürften kaum einen Leser faszinieren. Man versteht dann einfach zu wenig, was vor sich geht. Deswegen ist auch die Rezension eines Einzelbandes schwierig bis fast unmöglich.


    Fazit:
    Die Neuauflage der drei ersten Bände im Heyne Verlag ist die Chance, sich auf die gesamte Weitseher-Chronik einzulassen! Band 1: Die Gabe der Könige (August 2017), Band 2: Der Erbe der Schatten, Band 3: Der Bruder des Wolfs. Leider sind die vier Bände der zweiten Chronik nur noch gebraucht erhältlich, aber man sollte es versuchen, die Mühe lohnt sich unbedingt.


    Von mir gibt es fünf Sterne, und wenn man sechs Sterne vergeben könnte, würde ich es in diesem Fall machen. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Ui, das klingt ganz nach meinem Geschmack! Danke für deine Rezension @Mirielle! Da ich völliger Anfänger dieser Reihe bin, dann müsste ich mit diesen hier

    Band 1: Die Gabe der Könige (August 2017), Band 2: Der Erbe der Schatten, Band 3: Der Bruder des Wolfs.

    anfangen? Oder? Und sie wären alle vollständig, wenn ich es richtig verstanden habe?

  • Ui, das klingt ganz nach meinem Geschmack! Danke für deine Rezension @Mirielle! Da ich völliger Anfänger dieser Reihe bin, dann müsste ich mit diesen hier
    anfangen? Oder? Und sie wären alle vollständig, wenn ich es richtig verstanden habe?

    Die Reihenfolge sieht so aus:
    Erste Weitseher-Chronik, besteht aus den Bänden:
    1.Die Gabe der Könige
    2. Der Erbe der Schatten
    3. Der Bruder des Wolfs (alle früher unter anderen Titeln erschienen, aber das ist nun egal, denn man kann sich die neuen Ausgaben besorgen, deshalb zähle ich die alten Ausgaben nicht auf).
    Alle drei Bände erscheinen ab August bei Heyne neu, ich glaube der dritte im Dezember (bin mir nicht ganz sicher, amazon weiß es sicher)


    Die zweite Weitseher-Chronik, besteht aus den Bänden:
    1. Der lohfarbene Mann
    2. Der goldene Narr
    3. Der weiße Prophet
    4. Der wahre Drache
    Diese vier Bände gibt es meines Wissens nur noch gebraucht. Bei amazon zu abenteuerlich hohen Preisen, aber ich habe auch schon bei rebuy einen Band für ca. 7.- Euro gesehen, also nicht abschrecken lassen. Jedoch gebe ich zu, man kommt schwer an sie ran, und wenn mir nicht eine liebe BT-Userin :winken: die vier Bände angeboten hätte, weil sie selber nicht daran interessiert war, hätte ich die zweite Weitseher-Chronik auch nicht oder nur einzeln. Verwirrend ist auch, dass die ganze Weitseher-Saga zum Teil unter neuen Titeln neu herausgegeben wurde (und wird), so dass man erst recht oft nicht durchblickt. Da aber Heyne dankenswerterweise nun die erste Weitseher-Chronik komplett neu herausgibt, hat man damit schon einen guten Anfang.
    Man kann übrigens auch die erste Chronik für sich allein lesen. Was nicht geht, ist, die zweite Chronik zu lesen, ohne die Vorgängerbände zu kennen, da fehlt einem dann zu viel, um die Handlung zu verstehen.


    Wenn ich alle meine Fantasy-Bücher weggeben müsste oder aus allen wählen müsste, was ich behalte, wären es ohne wenn und aber Patrick Rothfuss und Robin Hobb. :love:


    Die Weitseher-Chroniken sind abgeschlossen. :thumleft:

  • @Mirielle Dankeschön für deine Antwort! :friends: Normalerweise gehe ich ja gerne auf die "Jagd" nach guten gebrauchten Buchexemplaren, aber in dem Fall mache ich es mir mal leichter. Zumal diese Reihe netterweise auch noch komplett vorgesetzt wird, habe ich mir gerade "Die Gabe der Könige" vorbestellt. Wenn mir das gefällt, dürfen die anderen Bände auch noch nach und nach einziehen.

  • Ich muss leider noch einen ganz großen Minuspunkt zu den Bänden der zweiten Chronik anfügen - die Übersetzung! :evil: Offenbar waren die Übersetzer der Meinung, die Namen eins zu eins ins Deutsche übertragen zu müssen. Nessel, Behende, Herd, Getreu - das sind Namen von Kindern. ](*,) Rötel und Die Schwarze heißen z.B. Pferde, und so zieht sich das durch alle Bände. Ich weiß nicht, wie diese Namen im Englischen lauten, vielleicht kann jemand nachschauen, der die englische Version der Bücher hat. Aber genauso gut könnte man Daisy mit Gänseblümchen übersetzen, und ich bin sicher, kein Übersetzer, der halbwegs bei Trost ist, würde das machen und ein Kind in einem Roman ständig als Gänseblümchen herumlaufen lassen! Es klingt einfach absolut bescheuert.


    Schade, dass die Übersetzer dieser vier Bände einem den Lesegenuss richtig verderben, weil man ständig über diese idiotischen Übersetzungsnamen stolpert. Warum der Verlag das damals akzeptierte, ist mir ein Rätsel. Hoffentlich macht Heyne den Fehler bei der Neuauflage der drei Bände der ersten Weitseher-Chronik nicht erneut und hat diesmal fähige Übersetzer verpflichtet.

  • Ich fand das mit den Namen in der Reihe sehr schön, weil man merkte, dass sich die Autorin was dabei gedacht hat: Prinz "Edel" zum Beispiel, oder Chivalric (= der Ritterliche). Nessel ist ja auch ein nachvollziehbarer (und für mich schöner) Namen mit einer Bedeutung


    Klar, bei bestimmten Namen ist es wirklich blöd (Herd, Behende, Getreu). Und nach meiner Erinnerung war es in der ersten Trilogie nicht so, dass nur die Kinder aus dem Königshaus solche Namen mit Bedeutung bekommen haben. Wie hieß noch der alte König? Ach ja, König Listenreich. Und der passte ja nun wirklich wie die Faust aufs Auge :mrgreen: .

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
    Lucinda Riley, Die Schattenschwester


    Der Himmel gewährt uns nur ein einziges Leben, aber durch Bücher erleben wir Tausende.

    Jay Kristoff, Nevernight - Das Spiel

  • An sich fände ich die Namensgebung durchaus auch interessant, aber ich habe was gegen die wörtliche Übersetzung der Namen. Ein Mädchen namens Gänseblümchen klingt für mich erheblich alberner, als wenn sie Daisy gerufen werden würde. Ein Pferd namens Die Schwarze hört sich für mich wahrlich nicht besser an als Blacky, im Gegenteil. Allein die KInder von Molly: Flink, Herd, Recht, Behende, Standfest, Nessel ..... Kannst du dir einen Sohn namens Recht oder Herd oder Standfest vorstellen? :loool: Herd, komm her. Standfest, zieh dir die Socken an. Recht, halte die Klappe. :totlach: Nein, für mich sind diese Übersetzungen ein Unding. Die englischen Namen hätten sich nur halb so komisch angehört, finde ich.


    Ich persönlich hätte es viel schöner gefunden, die englischen Eigennamen beizubehalten und sie nicht gewaltsam einzudeutschen. Mit den letzten Seiten des vierten Bandes (ich habe das Ende vorausgenommen :lol: ) tu' ich mich echt schwer beim Lesen, weil mir Recht, Herd, Behende und Co. die Freude an der Geschichte ziemlich vermiesen.

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