Die schönsten missglückten Sätze, Floskeln und Metaphern in Büchern

  • @Marie hat mich mit ihren Anmerkungen zu "Honigtot" von Hanni Münzer auf die Idee gebracht, einen eigenen Thread für die schönsten sprachlichen Missgriffe zu eröffnen. Über die Sätze, die sie zitiert hat, habe ich Tränen gelacht und sie mir sogar ausgedruckt, falls ich mal wieder eine Erheiterung nötig habe. :lol:


    Vielleicht amüsieren sich andere genauso über missglückte Formulierungen und Metaphern in Büchern wie ich. Man stößt da ja immer wieder auf bemerkenswerte Anstrengungen von Autoren, die Sprache zu verhunzen. :loool:



    Ich mache gleich mal den Anfang mit "Eine Frage der Entscheidung" von Laura Landon. (Kostenloses ebook von amazon zum Kauf meines Kindles - sowas liest man natürlich, wenn es umsonst war :wink: )


    "Abscheu quoll ihr aus jeder Pore." (S. 8) - Wie sieht das wohl aus, wenn Abscheu an einem herunterquillt?


    "Doch vor allem verübelte sie ihm, dass sein Lächeln flüssige Lava durch ihre Adern fließen ließ." (S. 10) - Autsch, das muss aber arg weh tun!


    "Tief in ihrem Inneren toste ein unkontrollierbarer Strudel an Gefühlen." (S. 16) - das erinnert mich an das "umtoste Plateau der Sorge" bei Hanni Münzer und löst schon wieder einen Lachanfall bei mir aus.


    "Panik überfiel ihn, wie große Wellen, die ihn überschwemmten und an den Strand krachten." - Oh, da hat sich aber jemand Mühe mit dem Bild gegeben. Krachende Wellen - wow!


    "Das Heben und Senken ihres Busens war so ungleichmäßig, als müsse sie sich immer erst erinnern, Atem zu holen. (S.249) - Ganz klar, worauf der Blick ruht, man guckt natürlich zuerst auf den Busen, um zu sehen, ob die Dame noch atmet. :loool:

  • Die Idee finde ich super. Die Sätze, genauso wie die von @Marie genannten, gehen wirklich schon stark ins Komische und sind einfach irgendwie "über drüber", wie meine Arbeitskollegin es nennen würde - also einfach übertrieben... ich werde in Zukunft in meinen Büchern auch mal nach entsprechenden Sätzen Ausschau halten :lol:


    Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.

    (Hermann Hesse)


  • "Doch vor allem verübelte sie ihm, dass sein Lächeln flüssige Lava durch ihre Adern fließen ließ."

    Wenn Du noch mehr solchen Schrott lesen willst, dann leihe Dir mal Bücher von Lisa Jackson aus. Ich fand das allerdings eher zum Heulen als zum Lachen. :roll:


    sowas liest man natürlich, wenn es umsonst war

    Es gibt Bücher, die lese ich nicht mal dann, wenn ich sie umsonst bekomme(n könnte). :wink:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study: 
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Wenn Du noch mehr solchen Schrott lesen willst, dann leihe Dir mal Bücher von Lisa Jackson aus. Ich fand das allerdings eher zum Heulen als zum Lachen. :roll: 
    Es gibt Bücher, die lese ich nicht mal dann, wenn ich sie umsonst bekomme(n könnte). :wink:

    Solcher Schrott gehört auch nicht zu meinen üblichen Leselisten, aber zum einen weiß ich nicht immer von vornherein, ob es Schrott ist oder nicht (manche Romane von bekannten Autoren sind auch Schrott, obwohl sie auf den Bestsellerlisten stehen), zum anderen fand ich es mal ganz spaßig, sowas zu lesen. Um über etwas die Nase rümpfen zu können, muss man es ja erst mal kennen. :wink: Jedenfalls dann, wenn man eine eigene Meinung haben will und nicht nur das nachredet, was andere über etwas gesagt haben. Insofern finde ich es durchaus verzeihlich, wenn ich mal etwas gelesen habe, was nicht unbedingt zur niveauvollen Literatur zählt. :lol:

  • Um über etwas die Nase rümpfen zu können, muss man es ja erst mal kennen.

    Dem stimme ich zu. Ich hatte das Buch von Lisa Jackson ausgeliehen, weil ihre Romane bei uns in der Bücherei immer weggehen wie warme Semmeln. Deshalb dachte ich (irrtümlicherweise), es handle sich um literarische Highlights.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study: 
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • sowas liest man natürlich, wenn es umsonst war

    Nicht, solange ich eine SuB von über 300 Büchern habe :-,

    Gelesen in 2018: 7 - Gehört in 2018: 6 - SUB: 352


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • "Doch vor allem verübelte sie ihm, dass sein Lächeln flüssige Lava durch ihre Adern fließen ließ." (S. 10) - Autsch, das muss aber arg weh tun!

    Au weia, das geht ja echt absolut gar nicht. :shock::thumbdown: 
    Da wäre ich echt Dauergast im Thread "Welcher Autor nie wieder?" :-# Da kann man ja schon fast Schmerzensgeld fürs Lesen beantragen... :-,




    Ich auch :)

    Ich auch.
    Aber wahrscheinlich surfe ich danach direkt zum Thread "Welche Bücher habt Ihr abgebrochen?".
    Sowas kann ich mir echt nicht geben. :-#

  • Wenn Du noch mehr solchen Schrott

    Entschuldige bitte, aber etwas als Schrott zu bezeichnen, nur weil es nicht deinem Stil entspricht, empfinde ich als verletzend denen gegenüber, die so etwas gern konsumieren. Ich persönlich mag auch nicht alles, was bei anderen reißenden Absatz findet, vor allem, wenn es zu gewollt schnulzenhaft ist und sich über mehrere hundert Seiten nichts bewegt. Dennoch ist das kein Grund, das dermaßen abfällig zu bezeichnen und damit die gesamte Leserschaft herabzusetzen. Nicht mein Geschmack - okay. Merkwürdige Ausdrucksweise - okay. Trivialliteratur - okay. Schrott - nein, nicht okay :roll:


    Der Vergleich mit der flüssigen Lava wird im Übrigen gern genommen, um die Hitze zu symbolisieren, mit der das Blut bei sexueller Erregung durch die Adern pulsiert. Klar ist das übertrieben und auch der Autor/die Autorin weiß darum, dass so etwas nicht ganz gesund ist, aber da hab ich schon erheblich schiefere Bilder gelesen, die bei mir für mehr Unverständnis gesorgt haben, als nun gerade dieses Beispiel.


    Die letzten missglückten Sätze, die ich vor Kurzem gelesen hatte, kamen in einem Buch (Krieger des Lichts - ungezähmte Sehnsucht) vor, das ich als Mängelexemplar gekauft habe. Was mir dort besonders aufgestoßen war, war das Wort "seidig", mit dem sowohl Stimme, Haut als auch Haare bezeichnet wurden. In dieser Kombination kam das sechs Mal über drei Seiten vor. Es gab auch noch erheblich mehr Wiederholungen in dem Buch - für ein Verlagsbuch ziemlich schlecht lektoriert.

    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt."(Simon Stiegler)
    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

  • "Abscheu quoll ihr aus jeder Pore." (S. - Wie sieht das wohl aus, wenn Abscheu an einem herunterquillt?

    Okay, hört sich schon etwas strange an.

    "Doch vor allem verübelte sie ihm, dass sein Lächeln flüssige Lava durch ihre Adern fließen ließ." (S. 10) - Autsch, das muss aber arg weh tun!

    @Divina hat es ja schon erklärt. Man könnte statt Lava auch Feuer einsetzten.

    "Tief in ihrem Inneren toste ein unkontrollierbarer Strudel an Gefühlen." (S. 16) - das erinnert mich an das "umtoste Plateau der Sorge" bei Hanni Münzer und löst schon wieder einen Lachanfall bei mir aus.

    Als ich dieses Jahr eine Verdachtsdiagnose von Arzt bekam, ging es mir übrigens genauso.

    "Panik überfiel ihn, wie große Wellen, die ihn überschwemmten und an den Strand krachten." - Oh, da hat sich aber jemand Mühe mit dem Bild gegeben. Krachende Wellen - wow!

    Große Panik überfiel ihn einfach, mit der er nicht umgehen könnte. Die großen Wellen, die ihn überschwemmten und an den Strand krachten........stehen für die Dramatik. Im übrigen die krachenden Wellen kommen in Thrillern, die an Küsten spielen, des öfteren vor. Hier geht auch wieder um die Dramatik und Spannung.

    "Das Heben und Senken ihres Busens war so ungleichmäßig, als müsse sie sich immer erst erinnern, Atem zu holen. (S.249) - Ganz klar, worauf der Blick ruht, man guckt natürlich zuerst auf den Busen, um zu sehen, ob die Dame noch atmet.

    Ich frage mich gerade, was so schlimm an dem Satz ist, weil er ihr auf den Busen schaut und dabei von ihrer Atmung erzählt. Wahrscheinlich hatten die beiden sogar gerade Sex. Sie vielleicht noch extrem ausser Atem und er liegt vielleicht noch genau in der Höhe des Busen und sieht deswegen ihre Atmung.


    Klar wirken, diese Sätze übertrieben. Aber gerade in bestimmten Genres wie z.B. Liebes/Erotikromane finde man solche Sätze zu hauf. Dieses Genre und vorallem die Bücher leben von solchen Sätzen, um erfolgreich zu sein. Schließlich wird damit auch Dramatik und Spannung aufgebaut.

  • Dem stimme ich zu. Ich hatte das Buch von Lisa Jackson ausgeliehen, weil ihre Romane bei uns in der Bücherei immer weggehen wie warme Semmeln. Deshalb dachte ich (irrtümlicherweise), es handle sich um literarische Highlights.

    Was ein Highlight ist und was nicht, bestimmt immer noch jeder Leser selbst. Die Geschmäcker sind verschieden und es lässt sich wunderbar darüber, nicht streiten, nur diskutieren. Es soll durchaus Autoren geben, die wissen, dass sie keine hohe Literatur fabrizieren, eine Unterscheidung, die es in vielen Ländern gar nicht gibt, sondern nur unterhalten wollen. Und das kann man durchaus mit weniger hochtrabender Sprache, nicht vom hohen Ross herab.


    Manchen Leser täte es durchaus gut, und diese Anspielung darfst du ruhig auf dich beziehen, mal über den eigenen Tellerrand zu schauen udn sich anderen Autoren, Schreibstilen und Genren zu öffnen und sich auch einmal fallen und sich darauf einzulassen. Du hast einen sehr eng umgrenzten Lesegeschmack, kommst an den anderer Leser selbst nur schwer heran. Verurteile Autoren nie nach nur einem Buch. Und sprich den anderen Lesern nicht die Kompetenz ab, sich dass für sich Passende auszusuchen.


    Fehlgriffe gehören einfach dazu. Wäre ja sonst langweilig.


    Entschuldige bitte, aber etwas als Schrott zu bezeichnen, nur weil es nicht deinem Stil entspricht, empfinde ich als verletzend denen gegenüber, die so etwas gern konsumieren. Ich persönlich mag auch nicht alles, was bei anderen reißenden Absatz findet, vor allem, wenn es zu gewollt schnulzenhaft ist und sich über mehrere hundert Seiten nichts bewegt. Dennoch ist das kein Grund, das dermaßen abfällig zu bezeichnen und damit die gesamte Leserschaft herabzusetzen. Nicht mein Geschmack - okay. Merkwürdige Ausdrucksweise - okay. Trivialliteratur - okay. Schrott - nein, nicht okay :roll: 

    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

  • Klar wirken, diese Sätze übertrieben. Aber gerade in bestimmten Genres wie z.B. Liebes/Erotikromane finde man solche Sätze zu hauf.

    Nur weil etwas häufig gemacht wird, wird es dadurch noch lange nicht gut. Und es ist auch noch lange kein Grund für Leser, sich mit schlechter Ausdrucksweise zufrieden zu geben und ihre Ansprüche zurückzuschrauben.


    Schiefe Bilder und unschöne Formulierungen finde ich auch in den englischsprachigen Romanzen und Erotikromanen, die ich lese, leider sehr häufig. Da scheint auch ein Autor vom anderen abzuschreiben und so ziehen sich solche Sachen durch zahlreiche Bücher. Nur sind die Sätze vermutlich nicht jugendfrei genug, um sie hier zu zitieren. Ich schau aber mal.

    "Selber lesen macht kluch."


    If you're going to say what you want to say, you're going to hear what you don't want to hear.
    Roberto Bolaño

  • Es soll durchaus Autoren geben, die wissen, dass sie keine hohe Literatur fabrizieren, eine Unterscheidung, die es in vielen Ländern gar nicht gibt, sondern nur unterhalten wollen.

    Die gibt es und das ist nicht schlimm. Ein Beispiel dafür ist z.B. Sebastian Fitzek, der keine "hohe Literatur fabriziert", aber doch sehr spannende und unterhaltsame Bücher schreibt. Wenn jedoch ein Autor in jede Klischeekiste greift und auf mindestens jeder zweiten Seite ausgeführt wird, dass das "schiefe Lächeln" des Gegenübers die eigenen Lenden in flüssige Lava o.ä. verwandelt, dann ist das für mich als Lesestoff absolut inakzeptabel. Es wäre zugegebenermaßen korrekter gewesen, nicht zu schreiben "Das ist Schrott.", sondern "Ich halte das für Schrott."


    Und sprich den anderen Lesern nicht die Kompetenz ab, sich dass für sich Passende auszusuchen.

    Ich wüsste nicht, wo ich das getan hätte.


    Du hast einen sehr eng umgrenzten Lesegeschmack, kommst an den anderer Leser selbst nur schwer heran.

    Ja, den habe ich - und ich habe einen großen SuB nach meinem Geschmack. Ich lese nicht, um "an den Lesegeschmack anderer Leser heranzukommen", sondern ausschließlich zu meinem eigenen Vergnügen oder zu meiner Weiterbildung. Dementsprechend sehe ich keine Veranlassung, mich anderen - für mich nicht reizvollen - Genres wie beispielsweise Fantasy oder Liebesromane zu öffnen, auch wenn ich nicht bezweifle, dass es zumindest im Fantasy-Genre wirklich "gute" Bücher gibt.
    Insofern nehme ich auch gern die Kompetenz, mir das für mich Passende auszusuchen, in Anspruch.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study: 
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • O.k., dann ziehe ich mich von diesem Thread zurück und bedauere, ihn eröffnet zu haben. Es liegt mir fern, damit andere beleidigen oder ihrem Lektüregeschmack nahe treten zu wollen, ich habe mich einfach nur über einige aus meiner Sicht sprachlich sehr mißglückten Formulierungen amüsiert und wollte wissen, ob andere auch solche sprachlichen Mißgriffe (darf man es so nennen?) in ihren Büchern auffallen.


    Es braucht mir niemand zu erklären, was mit "Lava in den Adern" gemeint ist und welches Wort man für Lava auch nehmen könnte. So weit bin ich mit meiner Muttersprache durchaus vertraut, um sie ohne Begriffserklärung zu verstehen. :wink:


    Falls ich mich politisch/sozial nicht korrekt ausgedrückt habe, tut mir das ebenfalls leid. Die Tatsache, dass ich etwas schlecht finde, heißt in meinen Augen nicht, dass ich denjenigen, der anderer Meinung ist, schlecht finde oder herabsetze. Es ging in diesem Thread um sprachliche Formulierungen, nicht um Leser. Aber wenn das falsch angekommen ist, nehme ich es zur Kenntnis und werde mich hier nicht weiter beteiligen oder äußern. Ich will und wollte niemanden kränken oder vor den Kopf stoßen, um das nochmals klar und deutlich zu sagen.

  • Nachtrag

    Was ein Highlight ist und was nicht, bestimmt immer noch jeder Leser selbst.

    Dieser Satz ist nach obiger Aussage zum Thema "Schrott" analog ebenfalls zu bemängeln. Es müsste heißen:
    "Was für ihn persönlich ein Highlight ist, bestimmt immer noch jeder Leser selbst." :wink: 

    O.k., dann ziehe ich mich von diesem Thread zurück und bedauere, ihn eröffnet zu haben.

    Dazu besteht keine Veranlassung. :friends:


    ich habe mich einfach nur über einige aus meiner Sicht sprachlich sehr mißglückten Formulierungen amüsiert

    So ist der Thread meiner Meinung nach auch zu verstehen. Ich sehe auch kein Problem darin, dass Formulierungen, die für einen Leser sprachlich sehr missglückt sind, dies für das Empfinden eines anderen Lesers nicht sind.
    Wenn es in einem bestimmten Genre viele solcher sprachlich missglückten Formulierungen gibt (meinem Empfinden nach sind das Liebes- und Erotikromane), werde ich mich genau solchen Genres ganz sicher nicht öffnen - abgesehen davon, dass in diesen Romanen für mich keine interessante Handlung geboten wird.
    Dennoch gönne ich jedem anderen Leser, der sich davon gut unterhalten fühlt, diese Unterhaltung.

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  • O.k., dann ziehe ich mich von diesem Thread zurück und bedauere, ihn eröffnet zu haben.

    Das finde ich schade.


    Natürlich ist es subjektiv, welche Formulierungen einem Leser gefallen und welche nicht. Aber darüber wird man doch reden können? Die Kritik an den Büchern ist ja keine Kritik an den Lesern, denen diese Bücher gefallen.


    Wie schon gesagt lese ich Romance & Erotik. Und ich teile die Einschätzung, dass viele Bücher in diesen Genres leider nicht besonders gut geschrieben sind. Jetzt gibt es tatsächlich viele Leser, die finden das nicht schlimm und sind glücklich mit ihren Büchern. Es gibt aber auch Leser, die erwarten mehr, die wollen andere Ausdrucksweisen lesen und vor allem mehr Abwechslung in den Beschreibungen.
    Was die einzelnen Leser speziell stört, ist individuell - gerade im Erotikbereich. Was der eine sexy findet, ist dem anderen zu vulgär, was der eine als schöne Umschreibung empfindet, ist dem anderen zu blumig. Wenn man aber nicht darüber redet und nicht kritisiert, ändert sich auch nichts.


    Was mir derzeit z.B. auf den Geist geht, ist die Angewohnheit von englischsprachigen m/m romance-Autoren, das männliche Ejakulat als "thick ropes of ..." zu beschreiben.
    Hätte ich das einmal gelesen, wäre es mir vielleicht gar nicht weiter aufgefallen. Wenn ich es aber in jedem zweiten Buch lesen muss, das ich in die Hand nehme, möchte ich langsam so ein dickes Seil nehmen und jemanden würgen. :roll:

    "Selber lesen macht kluch."


    If you're going to say what you want to say, you're going to hear what you don't want to hear.
    Roberto Bolaño

  • Wenn man aber nicht darüber redet und nicht kritisiert, ändert sich auch nichts.

    Okay, du möchtest mir also erzählen, wenn man ein paar Büchertreffler bzw. Leser, diese schönen missglückten Sätze anfangen zu kritisieren, ändern die Autoren ihre Schreibweise. Habe ich das so richtig verstanden? Diese Diskussion findet in Büchergruppen auf Facebook so häufig statt. Was glaubst du denn welche Leserschaft größer ist?

    Es braucht mir niemand zu erklären, was mit "Lava in den Adern" gemeint ist und welches Wort man für Lava auch nehmen könnte. So weit bin ich mit meiner Muttersprache durchaus vertraut, um sie ohne Begriffserklärung zu verstehen

    Ich wollte dir durchaus nicht erklären was die Begriffe bedeuten, lediglich zeigen das es Leser gibt wie mich, die solche Umschreibungen schön finden.

    ich habe mich einfach nur über einige aus meiner Sicht sprachlich sehr mißglückten Formulierungen amüsiert

    Das ist auch vollkommen in Ordnung, wenn dich solche Sätze amüsieren. Wenn man aber ein solchen Thread eröffent, sollte man immer damit rechnen, das es Leser gibt die anderer Meinung sind. Im übrigen fühle ich mich von dir nicht angegriffen, wegen meines Lesegeschmacks. Also alles gut :friends:

  • Habe ich das so richtig verstanden?

    Nö, hast du nicht.
    Der Diskurs ermutigt im besten Fall Autoren, die anders schreiben bzw. anders schreiben wollen, es zu versuchen. Er zeigt ihnen, dass ein Publikum für ihre Bücher da ist.
    Als geringster positiver Aspekt erhalten die Diskutanten Tipps für Bücher, die eher ihrem Lesegeschmack entsprechen. Ergo erhalten diese Bücher mehr Aufmerksamkeit und, wiederum im besten Fall, wenn auch keineswegs zwangsläufig, mehr Leser.

    "Selber lesen macht kluch."


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    Roberto Bolaño

  • Was mir derzeit z.B. auf den Geist geht, ist die Angewohnheit von englischsprachigen m/m romance-Autoren, das männliche Ejakulat als "thick ropes of ..." zu beschreiben.

    Oh ja, und heiß ist es auch immer. :lol:

    "If you have never said "Excuse me" to a parking meter or bashed your shins on a fireplug, you are probably wasting too much valuable reading time."
    (Sherri Chasin Calvo)


    “I am not eccentric. It's just that I am more alive than most people. I am an unpopular electric eel set in a pond of catfish.” (Edith Sitwell)


    Alles rundum LGBT+ Bücher gibt's auf Scattered Thoughts and Rogue Words

  • Um mal wieder zum Thema des Threads zurückzukommen - mich ärgern in Büchern immer wörtliche Reden, die gelacht werden (ich habe zwar schon jemanden lachend etwas sagen hören, nicht jedoch jemanden Worte lachen hören) oder wenn Körperteile selbstständig agieren wie lachende Augen, gierige Hände oder wandernde Lippen. Das Erstere habe ich gerade erst wieder in einem weiteren Mängelexemplar gelesen (Nymphs von M. Oikonnen), bei dem allerdings mehr schief lag als nur gelachte Sätze :-s

    "deine beschreiebung alleine lässt vermuten, dass es sich um schmöckerroman einzigartiger klasse handelt, nämlich übertriebenem bullshid, der mit der wirklichkeit keinene hinreichenden effekt auf die wirklichkeit erstreckt."(Simon Stiegler)
    Stimmt! Ich schreibe spannende Unterhaltungsliteratur, die den Leser aus der Wirklichkeit entführt, bis zum Ende gelesen wird und bei der der Leser am Ende fragt: Wann erscheint der nächste Band? Schreiben will halt gelernt sein

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