Dalia Grinkevičiūtė - Aber der Himmel - grandios / Lietuviai prie Laptevu juros

  • Buchdetails

    Titel: Aber der Himmel: Grandios


    Verlag: btb Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 208

    ISBN: 9783442714285

    Termin: Oktober 2016

  • Bewertung

    5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

  • Inhaltsangabe zu "Aber der Himmel: Grandios"

    Nach dem Einmarsch der Sowjets in Litauen 1941 wird die 14-jährige Dalia Grinkeviciute zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Bruder nach Sibirien deportiert. Ihre Jugendjahre verbringt sie in der Verbannung im Altai-Gebiet und in der Arktis. Mit Anfang 20 gelingt Dalia die Flucht. Zurück in Litauen schreibt sie ihre Erinnerungen an die Verbannung in großer Eile auf lose Blätter und vergräbt diese aus Angst vor der Entdeckung durch den KGB in einem Einweckglas im Garten. Kurz darauf wird Dalia vom KGB verhaftet und erneut deportiert. Erst nach ihrem Tod werden ihre Aufzeichnungen wie durch ein Wunder 1991 gefunden. Heute sind sie Schullektüre in Litauen und zählen zu den wichtigsten Dokumenten der Geschichte des Landes. Ausstattung: enthält 18 s/w-Abb. im Text
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  • Aber der Himmel - grandios ... durchaus ein seltsamer Titel für ein Buch, nicht wahr?
    Dennoch passt dieser sehr gut zum Inhalt des ganzen - denn grandios ist außer der unwirtlich-wilden Landschaft im jakutischen Lena-Delta wenig für die in den 1940er Jahren dorthin deportierten osteuropäischen Menschen aus dem Baltikum, Finnland, Polen & Co.
    Die unfassbaren Gräuel in den stalinistischen Gulags wurden u.a. von Solschenizyn eindringlichst dargelegt - mit den Schilderungen von Dalia Grinkevičiūtė findet man dazu seit ein paar Jahren ein weiteres Zeitzeugnis realen, ungeschönten Schreckens.


    G. wurde mit gerade einmal 14 Jahren mit Mutter und Bruder, sowie zahlreichen weiteren litauischen Landsleuten in die Einöde der Arktis verschleppt, wo sie unter unmenschlichsten Bedingungen den täglichen Kampf gegen Krankheiten, Tod und weiteren Torturen aufnehmen muss - und dabei viele Menschen auf widerwärtigste Art den Tod finden sieht.


    Der Inhalt dieses Buchs ist eigentlich bestes Anschauungsmaterial, wenn man das unschöne Wort 'krepieren' beschreiben mag.



    Anders als zahlreiche ihrer Leidensgenossen überlebte G. dieses Märtyrium und war somit in der Lage, ihre Erlebnisse festzuhalten - dabei ist es symptomatisch, dass die Veröffentlichung noch viele Jahrzehnte dauern sollte. Umso wichtiger die Lektüre dieses Werks, welches in Litauen Pflicht an den Schulen ist uns als eines der wichtigsten Zeugnisse der Geschichte dieses Landes gilt. Aber der Himmel - grandios hatte für mich nicht ohne Grund durchaus ein wenig vom Tagebuch Anne Franks - sozusagen die Variante der Opfer des Stalinismus.



    Große Literatur, ein erschreckendes historisch-literarisches Mahnmal - und bei all der geschilderten Grausamkeit - die man ertragen können muss - dennoch ein bedeutendes Plädoyer für den Wert menschlichen Lebens und der Fähigkeit, Menschlichkeit auch unter widrigsten Bedingungen nicht zu verlieren.

    "Wenn ich einer Untergrundkultgemeinschaft beitrete, erwarte ich Unterstützung von meiner Familie!" (Homer Simpson)


    :montag:

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