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Franz Hohler - Wegwerfgeschichten

Wegwerfgeschichten

2.3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

Verlag: Zytglogge

Bindung: Loseblattsammlung

Seitenzahl: 50

ISBN: 9783729605459

Termin: 1997

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  • Der Autor: Franz Hohler
    Titel: Wegwerfgeschichten, erschien erstmals 1974
    Seiten: 55 Blätter im Schuber
    Verlag: Zytglogge
    ISBN: 9783729605459


    Der Autor:
    Franz Hohler, 1943 in Biel geboren, ist ein Schweizer Kabarettist, Schriftsteller und Liedermacher. Sein vielseitiges Werk umfasst Kabarettprogramme, Theaterstücke, Film- und Fernsehproduktionen, Romane, Kinderbücher und Kurzgeschichten.


    Inhalt und Meinung:
    Die Erstauflage von 1974 umfasste zunächst 39 Geschichten, 1982 waren es bereits 48 Erzählungen, und meine elfte Auflage von 2003 enthält nun 55 kurze Texte. Bemerkenswert ist das Äussere, denn die 55 Erzählungen sind als Loseblattsammlung in einem Schuber zusammengefasst, und jedes Blatt enthält eine kleine, abgeschlossene Geschichte. Knappe, häufig skurille Texte, teils komplett sinnfrei:
    Ein Tausendfüssler der am Versuch scheitert, seine Füsse zu zählen; zwei Zugwaggons stossen aneinander, verlieben sich und werden auf Nimmerwiedersehen getrennt; ein Kriminalroman in zehn Zeilen, der Besuch einer Ohrfeige im Zirkus, der Streit zwischen einem Ei und einem Pressluftbohrer,…
    Einige Texte entstanden dadurch, dass Hohler in einer Radiosendung oder bei Bühnenauftritten das Publikum animiert Phantasie einzusetzen: Die Zuhörer sollen ein Thema wählen, oder einen ersten Satz, dann einen zweiten oder Einwürfe und Ideen sollen eingebaut werden. So entsteht gemeinsam ein neuer, eine Seite langer Text, der am Ende vorgetragen oder gar veröffentlicht wird.
    Keine Aphorismen, keine Spannung, dafür leidlich kurzweilige Unterhaltung. Manchmal ein müdes Lächeln, häufiger mit einem Kopfschütteln zum nächsten Blatt in der Hoffnung, dass doch noch eine witzige, überraschende Erzählung auftaucht; sicherlich nichts, was in Erinnerung bleibt, und zum Wegwerfen lediglich durch die schöne Aufmachung zu schade. Nichts, was ich weiter empfehlen würde, auch wenn ich Franz Hohler ansonsten gerne lese.
    Drei Texte aus der Sammlung sind auf folgender Seite aufrufbar, eine davon gebe ich hier wieder, um einen Eindruck vom Inhalt und der Qualität zu geben.

    Zitat von Franz Hohler - Das Bartfett

    Ein Mann, der den Namen Oskar Vanderbeuren trug, machte einmal eine Erfindung. Es gelang ihm nämlich, aus verschiedenen Substanzen ein Bartfett herzustellen. Dieses Fett bewirkte, dass ein Bart durch und durch fettig wurde, und zwar auf Jahre hinaus.


    Nach einem solchen Fett bestand aber überhaupt kein Bedürfnis, und so wandte sich Oskar Vanderbeuren wieder anderen Beschäftigungen zu.

  • Nicht zu Verwechseln übrigens mit dieser Sammlung, bei der Franz Hohler als Herausgeber fungiert.


    Franz Hohler liebt kurze Erzählungen, auch er gilt als »Meister der kleinen Form«. Seit Jahren sammelt er Geschichten, von denen keine länger als eine Seite ist. Seine Sammlung reicht von Äsop bis Alexander Kluge, von Alfred Polgar bis Anette Pehnt, von Leo Tolstoi bis Christine Nöstlinger. Traurige, lustige, anrührende, grotesk zugespitzte und mit viel Hintersinn erzählte Geschichten, denen nicht nur die miniaturhafte Kürze gemeinsam ist. Jede von ihnen entfaltet auf knappstem Raum einen Kosmos, der den Alltag und das gewohnte Leben rasch verblassen lässt und eine viel reichere Welt der Phantasie, des Unwahrscheinlichen und kaum für möglich Gehaltenen zum Vorschein bringt. (Amazon)

    [color=#000000]Diese traurigen, hintersinnigen, lustigen Geschichten, die auf knappem Raum einen Kosmos erschaffen, hatte ich in Hohlers eigenen Texten leider vermisst; bleibt zu hoffen, dass die Sammlung fremder Texte gelungener ist...

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