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Brian K. Vaughan - Paper Girls 1

Paper Girls 1

4.1 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Cross Cult

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 144

ISBN: 9783959811408

Termin: März 2017

  • Kurzmeinung

    Kapo
    Wer "Stranger Things" mag wird es lieben. Humorvolle 80s-Kleinstadt-Sci-fi wie es besser nicht geht!

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  • 1. November 1988, 4:40 Uhr. Die 12jährige Erin macht sich auf den Weg, Zeitungen auszutragen. Es ist Halloweennacht und jede Menge merkwürdige Gestalten sind noch unterwegs. Als ihr drei ältere Jungs blöd kommen, tauchen plötzlich drei ca. gleichaltrige Mädchen mit ihren Fahrrädern auf, die ebenfalls Zeitungen austragen. Sie vertreiben die Typen und Erin schließt sich den dreien an. Doch der Ärger geht jetzt erst richtig los. Von noch viel merkwürdigeren Erscheinungen wird Tiff (eines der Mädchen) eines ihrer Walkie-Talkies geklaut; auf der Suche danach entdecken sie ein seltsames Konstrukt, das zu explodieren scheint; der Strom fällt aus; die Bewohner ihres Vorortes verschwinden gen Himmel - und für absolut nichts gibt es eine Erklärung. Und dann wird es so richtig gefährlich...
    Was sich hier in Worten noch recht gewöhnlich und vielleicht sogar eher langweilig anhört, zeigt sich jedoch als Graphic Novel als völlig schräge Story mit Witz und Spannung. Die merkwürdigen Gestalten können vermutlich überhaupt nicht so genau beschrieben werden wie sie hier erscheinen. Die Hauptfiguren selbst sind klar unterscheidbar (wirken jedoch deutlich älter als zwölf), obwohl die Illustratoren auf allzu viele Details verzichten, sodass der eigenen Phantasie noch genügend Spielraum bleibt. Stimmungen und Atmosphären werden durch das Verwenden jeweils einer dominanten Farbe so deutlich, dass darüber keine großen Worte verloren werden müssen. Hinweise auf irgendwelche Zusammenhänge erfolgen fast schon beiläufig durch kleine Zeichnungen (wie der immer wiederkehrende Apfel), sodass ich das Buch nun bereits zwei- oder dreimal gelesen habe und dennoch immer wieder etwas Neues entdeckte.
    Die Geschichte um die Paper Girls läuft seit Oktober 2015 und noch immer als monatliche Fortsetzungsserie (mit Unterbrechungen), was man den diversen Cliffhangern anmerkt, die vermutlich das Ende einer Serie bilden. Sie sind derartig gut angelegt, dass man überhaupt nicht anders kann als weiterzulesen. Und am Ende dieses ersten Bandes mit den ersten fünf Folgen habe ich noch immer mehr Fragen als Antworten - im Juli kommt aber der zweite Band. Ich bin dabei :wink:

    1. Paper Girls 1

      (Ø)

      Verlag: Cross Cult


    :study: Das Eis von Laline Paul

    :study: Der Zauberberg von Thomas Mann
    :musik: QUALITYLAND von Marc-Uwe Kling

  • Danke für deine Rezi, liebe @Xirxe. Das Buch wollte ich schon ewig auf die Wunschliste schreiben und habe es dann wieder vergessen. Du hast mich nun wieder daran erinnert :)

  • Die in diesem Sammelband abgedruckten ersten fünf Hefte der Sci-Fi-Comicserie sind ein großes Vergnügen. Sehr rasant erzählt, mit lebensechten, sympathischen Charakteren. Zeichnerisch gibt es etliche interessante Blickwinkel und abwechslungsreiche Seitenaufteilungen, was - ohne Selbstzweck - die Geschichte immer gut voranbringt. In die Neonfarben, in die alles getaucht ist, könnt ich mich reinlegen. :drunken: Die Macher sind Meister des Cliffhangers. Und zaubern immer eine noch abgedrehtere, überraschende Idee aus dem Hut. Die 1980er-Bezüge sind erstaunlich dezent, tragen aber sehr zur Atmosphäre bei: Man kommt sich vor wie in einem typischen US-Suburb-Horror aus den Achtzigern à la "Nacht der Creeps", "Critters" oder "Der Blob" , wenn eine Vorortsiedlung von Cleveland zum Tummelplatz einiger auf Drachen reitender Außerirdischer wird, die sich mit zwei Zeitreisenden beharken. Wer die Guten und die Bösen sind - und wie überhaupt die Beziehungen der Invasoren zueinander sind, ist nach fünf Heften übrigens noch lange nicht klar! Der Sammelband ist leider verdammt schnell ausgelesen. Ich bin gespannt, ob die Folgebände das Tempo und den Einfallsreichtum halten können. Ich hoffe, sie vergessen nicht, zwischendurch auch noch ein paar Antworten einzustreuen. Bisher ist der Leser (und mit ihm die Hauptfiguren) noch staunend dabei, während alles Seltsame vor einem ausgebreitet wird. Bald sollten die Mädels aber auch mal anfangen, ernsthaft die Initiative zu ergreifen! Begeisterte :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: Sterne.

    John Berger "Von ihrer Hände Arbeit" (343/623)

    Georgi Gospodinov "Physik der Schwermut" (141/331)

    Cixin Liu "Die wandernde Erde" (133/684)


    Jahresbeste: Herbert Lieberman (2019), Emil Ferris (2018), Willa Cather (2017), Adrian Tomine (2016), Derek Raymond (2015), James Agee (2014), Ken Kesey (2013), Jim Nisbet & Richard Ford (2012) :king:
    Gelesen: 67 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Ursula Wölfel "Fliegender Stern" (30.10.)

  • Eindringlinge


    Klappentext:

    From Brian K. Vaughan, #1 New York Times bestselling writer of SAGA, and Cliff Chiang, legendary artist of WONDER WOMAN, comes the first volume of an all-new ongoing adventure.
    In the early hours after Halloween of 1988, four 12-year-old newspaper delivery girls uncover the most important story of all time. Suburban drama and otherworldly mysteries collide in this smash-hit series about nostalgia, first jobs, and the last days of childhood.


    Rezension:
    12-jährige Mädchen fahren in der frühmorgendlichen Dunkelheit Zeitungen aus. Als sie dabei Streit mit ein paar älteren Jungen bekommen, wird ihnen ein Walkie-Talkie gestohlen. Das wollen sie sich natürlich zurückholen – schon der Ehre wegen, aber natürlich auch, weil es nicht gerade billig war. Doch als sie glauben, das Versteck der Jungen gefunden zu haben, finden sie stattdessen ein eigenartiges Gerät, dass außerirdisch aussieht. Schlimmer noch: Als sie den Dieb dann doch noch finden, wirkt der auch nicht gerade menschlich.
    Ich muss zugeben, dass ich schon längere Zeit kein Comic mehr in der Hand hatte. Allerdings muss ich sagen, dass mich dieser spontan überzeugen konnte. Aus einer Alltagsszene, wie man sie aus US-amerikanischen TV-Serien kennt, entwickelt sich innerhalb weniger Seiten eine fesselnde Geschichte.
    Zunächst wirkt manches verwirrend, doch muss man natürlich beachten, dass die Handlung im Jahr 1988 angesiedelt ist und somit manche heute selbstverständliche technische Errungenschaft fehlt. Die Protagonistinnen wirken in der Handlung allerdings deutlich älter als die genannten 12 Jahre.
    Stilistisch fällt auf, dass die einzelnen Zeichnungen sehr zurückhaltend koloriert, teilweise schon fast monochrom sind. Teilweise kann man das natürlich damit erklären, dass die entsprechenden Szenen in der Dunkelheit beziehungsweise Dämmerung stattfinden, jedoch tritt die zurückhaltende Farbigkeit auch dann auf, wenn der Handlungsort sich in einer eigentlich gut ausgeleuchteten Umgebung befindet.


    Fazit:
    Nach einer langen Comic-Abstinenz könnten die Paper Girls eine (Wieder-)Einstiegsdroge darstellen.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Alle meine Rezensionen auch zentral im Eisenacher Rezi-Center: www.rezicenter.blog
    Dem Eisenacher Rezi-Center kann man jetzt auch auf Facebook folgen.

  • 2015 lieh mir ein Freund die ersten beiden Ausgaben dieser Serie. Obwohl ich damals fasziniert und neugierig durch die Aufmachung und Geschichte war, hat es sich nie ergeben, den Abenteuern der Paper Girls weiter zu folgen. In Vorbereitung auf das lange Wochenende schnappte ich mir deshalb heute Morgen spontan die 4 verfügbaren Sammelbände aus unseren Bibliotheksregalen. Band 1 war schnell gelesen.


    Viel bleibt nach den obigen Rezensionen nicht zu sagen, aber ich will versuchen, etwas mehr als "spannender und interessant-verwirrender Serienauftakt" zu tippen.


    Es wird schnell klar, dass sich hier ein Generationenkonflikt abspielt, der schon geraume Zeit andauert. Auf der einen Seite stehen die "Oldies", die auf Flugsauriern reiten, und auf der anderen die "jugendlichen Straftäter" (oder auch "Plünderer" oder "kleine Robin Hoods") aus der Zukunft. Wer genau jede Gruppe ist, und welche Ziele sie verfolgen, ist noch nicht klar definiert, doch wir wissen, dass die "Robin Hoods" den Mädchen aus sentimentalen Gründen bis zur Selbsthingabe helfen, da sie die Meinung vertreten:

    Zitat

    Kinder, die einfach versuchen ... ihr Leben zu leben ... sind immer ... die Guten ...


    Die ersten 4 Seiten, auf denen Erin in einem wiederkehrenden Alptraum eine Variante des Sündenfalls durchlebt, geben zudem eine erste Ahnung des übergeordneten Erzählbogens.
    Ich bin soooo gespannt, wie sich die Geschichte weiter entfalten wird! :lechz:


    Die reduzierten Farbwahl war mir beim ersten Lesen gar nicht aufgefallen, aber nach den Kommentare hier, finde ich es erstaunlich, dass es in dem ganzen Band eigentlich tatsächlich nur drei knallige Objekte gibt - den knallroten Apfel, den Erin in ihrem Alptraum hält, die gritzegrüne Editrix und Grossvaters "Augen"-Telefon. Mal schauen, was es im weiteren Verlauf zu besagen hat, dass die kräftigen Farben auf der Seite der "Oldies" angesiedelt sind.


    as sind mehr Fragen als Antworten - ein idealer Beginn. Deshalb auch von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: - ein Zusatzpunkt versteckt sich sicher in den Folgebänden! :study:

    She wanted to talk, but there seemed to be an embargo on every subject.
    - Jane Austen "Pride and prejudice" - +

  • Man kommt sich vor wie in einem typischen US-Suburb-Horror aus den Achtzigern à la "Nacht der Creeps", "Critters" oder "Der Blob" , wenn eine Vorortsiedlung von Cleveland zum Tummelplatz einiger auf Drachen reitender Außerirdischer wird, die sich mit zwei Zeitreisenden beharken.

    Auf jeden Fall! "Sie leben" fällt mir noch ein und atmosphärisch auch noch "E.T." oder "Stand by me", allerdings geht es hier schon anders zur Sache als in typischen Jugendfilmen. Und würde die Reihe erst 2019 beginnen, würde jeder sagen, es ist ein "Stranger Things"-Abklatsch. Dabei erschien der erste Band schon vor der Serie. Ich bin überwältigt von den tollen Figuren, der spitzenmäßigen 80er-Atmosphäre, der gruseligen Geschichte und natürlich davon, dass man wirklich absolut nicht weiß, wohin die Reise geht: Zeitreisen? Ein Kampf Jung gegen Alt? Andere Dimensionen? Verstrahlung? Dinosaurier? Oder tatsächlich die (schief gegangene) Entrückung? Ein Feuerwerk an Einfällen.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study: Rita Falk - Eberhofer, Zefix!

    :study: 2019 gelesen: 41 :study: SUB: 324

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Brian K. Vaughan - Paper Girls 1 (D) / Paper Girls 1“ zu „Brian K. Vaughan - Paper Girls 1“ geändert.

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