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Robison Wells - Guides. Die erste Stunde / Dark Energy

Guides - Die erste Stunde

3.1 von 5 Sternen bei 5 Bewertungen

Verlag: Harpercollins

Bindung: Broschiert

Seitenzahl: 272

ISBN: 9783959670937

Termin: April 2017

  • Kurzmeinung

    Sinas
    Unglaubwürdiger und sehr konstruierter Teenie Roman ohne jegliche Spannungskurve, fast zum fremdschämen.

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  • Wollt ihr mal was Abgefahrenes hören?


    „96 Prozent von dem ganzen Zeug im Universum ist dunkles, unerklärliches Irgendwas.“


    Ist euch egal? Aber was sagt ihr, wenn von diesem dunklen, unerklärlichen Irgendwas irgendwas in einem gigantischen, zylindrischen Raumschiff kurz in Iowa aufsetzt, dann zweihundertfünfzig Meilen nördlich von Minnesota entlangschlittert und nebenbei 18.000 Menschen tötet?


    Nicht sagt ihr da. Doch das ist noch nicht alles...


    Hi, ich bin übrigens Alice Goodwin, 17 Jahre alt und zur Hälfte eine Navajo. Von meiner Mum habe ich die dunkle Hautfarbe und das schwarze Haar geerbt. Leider ist sie gestorben, als ich acht war. Es ist traurig, aber wahr: Hätte sie weniger geraucht, wäre sie bestimmt noch am Leben. So habe ich nur noch meinen Dad, der bei der NASA arbeitet. Sein Job ist der eingentliche Grund, warum ich hier in Minnesota gelandet bin. Genauso wie dieses Raumschiff mit Aliens. Denn mein Vater soll das Schiff untersuchen, und deshalb musste ich das sonnige und vor allem warme Florida gegen Wind und Kälte im mittleren Westen eintauschen.


    Ihr könnt euch sicher vorstellen, dass sich meine Begeisterung in Grenzen hält. Auch wenn ich meinen Vater liebe, finde ich es ätzend, dass er mich ins Internat dieser – zugegeben exklusiven, wenn auch sehr „weißen“ – Minnetonka-Schule für Begabte und Talentierte steckt, weil er vierzwanzig Stunden am Tag arbeiten wird. Dabei wäre ich gut allein klargekommen, mit Bluebell, meinem BMW 550i Gran Turismo, meiner Kreditkarte und einem Lieferservive mit chinesischem Essen irgendwo in Minnesota.


    Ehrlich, ganz so schlimm ist es hier nicht. Rachel und Brynne, meine Mitbewohnerinnen sind nicht nur sehr nett, sondern außerdem sehr begabt und sehr talentiert, die eine in Mathematik, die andere in Naturwissenschaften. Und gibt es da noch Kurt, was so deutsch klingt wie mein Bluebell. Tatsächlich ist er ein in Amerika aufgewachsener Inder und legt ziemlich viel Wert auf Respekt, Anstand und Würde, wenn man schon das Glück hat, reich zu sein. Ungewöhnlich, aber irgendwie amüsant.


    Zurück zu den Aliens: Ihr könnt euch sicher denken, was hier nach der Landung los ist. Auch wegen der getöteten Menschen. Und dann erst seitdem sich das Schiff geöffnet und einen Blick auf die Aliens freigegeben hat, die erstaunlicherweise wie wir Menschen aussehen, nur mit sehr, sehr blasser Haut und einer Sprache, die wir nur mit Hilfe von Übersetzungscomputern verstehen. Sie nennen sich Guides und sagen, dass sie in Frieden und als Lehrer kommen. Ob wir ihnen glauben können?


    Und noch ein weiterer aufregender Fakt: Zwei von ihnen sind jetzt bei uns in der Schule untergerbacht - Suski und Coya, Bruder und Schwester, und wenn man es so sehen will, sind sie so etwas wie die königliche Familie der Aliens.


    Ich will nicht vergessen zu erwähnen, dass meine Freunde und ich das Raumschiff auf Wunsch meines Vaters betreten haben. Die Erinnerung daran ist verstörend. Weil irgendwas nicht stimmt. Plötzlich sind weitere Raumschiffe da, und sie schießen und jagen unsere neuen Freunde und damit uns. Wir müssen fliehen, nichts ist mehr einfach, nichts ist mehr dasselbe, und nirgends sind wir sicher. Unser Abenteuer beginnt...



    Robison Wells erzählt eine Geschichte, die nicht nur aktionsgeladen, mythisch und rätselhaft daherkommt, manchmal erschreckend und trotzdem mit einer beschwingten Note ausgestattet ist, sondern vor allem mit dem erfrischend modernen Witz seiner Erzählerin Alice Goodwin punktet.


    Alice ist eine auffallende Persönlichkeit und erscheint auf den ersten Blick sehr von sich überzeugt, weil sie viel Wert auf Statussymbole wie ihren BMW legt. Zudem ist sie darauf bedacht, was andere von ihr halten. Sie verfügt allerdings über einen Sarkasmus, der ungewöhnlich für eine 17-Jährige ist. Gerade diese ironischen Anmerkungen sorgen bei den jungen Guides Suski und Coya für Unverständnis und damit für einige komische Momente.


    Der Autor gönnt seiner Heldin außerdem eine kleine Romanze, die wohltuend dezent und sanft in den Ablauf eingebettet wird und dadurch an Glaubwürdigkeit gewinnt.


    Insgesamt muss die Darstellung der jugendlichen Protagonisten als gelungen angesehen werden. Darüber hinaus geht es nicht nur um die Frage „Was wollen die Aliens?“, sondern die Außerirdischen erhalten einen Hintergrund und eine Geschichte. Mit Suski und Coya bekommen die Aliens sogar Gesichter und Stimmen und eröffnen dem Leser hiermit Verständnis für die Guides. Lediglich bei der Zeichnung der wirklichen Gegenseite greift der Autor auf Steriotypen zurück.


    Als ein weiteres (kleines) Manko des Romans stellt sich das Ende dar. Während Robison Wells die Handlung langsam aufbaut und mit geschickten Zwischenspielen den Leser bei der Stange hält, nimmt das Geschehen ordentlich Fahrt auf und steuert rasant auf den Höhepunkt zu. Auf diese Weise wirkt es allerdings sehr gehetzt. Ein paar Seiten mehr zum wichtigen Aspekt der Mythologie der Anasazi bzw. ancestral puebloans und damit der Kultur der First Nation hätten zu einem befriedigenderen Leseerlebnis beigetragen.


    So bleibt es bei einem gut konstruierten Science-Fiction-Abenteuer, in der jugendliche Helden mit Charakter agieren und sich Aktion, witzige und nachdenkenswerte Dialoge sowie ein Hauch von Romatik die Waage halten. Eine Empfehlung auch für Leser, die sonst keine Fans von Science Fiction sind.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Hier meine Bewertung zum Young Adult SiFi „Guides“ von Robison Wells, im April 2017 erschienen bei HarperCollins.


    Die siebzehnjährige Hauptprotagonistin Alice Goodwin ist mütterlicherseits eine halbe Navajo. Ihre Mutter ist verstorben als sie erst acht war. Sie lebt alleine mit ihrem Dad, der aus reichem Hause stammt und beruflich besondere Projekte für die NASA übernimmt. Das Buch ist aus ihrer Sicht geschrieben.
    Da vor fünf Tagen ein riesiges Alienraumschiff in Minnesota abgestürzt ist, reisen sie überstürzt aus Florida an. Alice soll dort aufs Internat gehen, da ihr Vater neben diesem Projekt keine Zeit für sie haben wird. Bei dem Absturz sind abertausende Menschen ums Leben gekommen, aber seitdem hat sich am Raumschiff nichts getan.


    Nach ihrer Ankunft in der Schule verfolgen sie dann, wie es doch zum Erstkontakt mit den Außerirdischen kommt. Wenig später werden zwei der jüngeren Fremden zum Austausch auf ihrer Schule untergebracht. Sie beginnen sich kennenzulernen. Der Wissensdurst lässt Alice und ihre Freundinnen Brynne und Rachel immer weiter in die Geheimnisse der Ankömmlinge vordringen. Nach zweidrittel des Buches nehmen die Ereignisse dann eine ungeahnte Entwicklung, die Spannung steigt enorm und die Handlung geht rasant weiter.


    Am Ende des Buches kommt es zu einer unerwarteten Lösung. Der Schluss kommt dann etwas abrupt und fällt mir trotz Epilog zu kurz aus. Aber das ist auch der einzige Kritikpunkt an diesem Buch. Es hat einen schönen einfachen, verständlichen, lockeren, der jungen Leserschaft angepassten Schreibstil.


    Es gibt auch eine sehr schöne zarte Liebesgeschichte. Alice ist ein durchweg sympathischer Charakter, auch ihre Freundinnen Brynne und Rachel sind Nebenfiguren, die einem ans Herz wachsen.


    Das Buch „Guides“ von Robison Wells enthält interessante Ideen, wie so ein Erstkontakt ablaufen könnte. Eine gute Geschichte über Vorurteile, Freundschaft und Mut.


    Ein rasantes, spannendes Buch mit tollen Charakteren und Ideen.


    4,5 von 5 Punkten

  • Beitrag an bestehenden Thread angehängt :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Rafik Schami - Die dunkle Seite der Liebe


  • „Ein Buch, das bis ins Mark erschüttert."

    „Wells steht für überraschende Wendungen und das pure Grauen."


    Was erwartet ein Leser hier?

    Ich habe einen Science-Fiction-Alien-Horror-Schocker erwartet und ein peinliches Jugendbuch bekommen.


    Zur eigentlichen Geschichte schreibe ich jetzt nichts, die steht schon oben.


    Natürlich sehen die Aliens aus wie Menschen.

    Natürlich haben sie ein passendes Übersetzungsgerät zur Hand.

    Natürlich kommen dann zwei Alien-Teens in die Schule der Protagonistin.


    Warum ich jetzt noch nicht abgebrochen habe ist unbegreiflich.

    Ah ja, natürlich, ich zitiere: „Wells steht für überraschende Wendungen und das pure Grauen."

    Muss ja noch was in dieser Richtung kommen.


    Natürlich werden dann auch noch die Schüler vom Militär angefordert um Fotos im Raumschiff zu machen.

    Und so weiter und so weiter.


    Zum Glück war das Buch dann rasch zu Ende sonst hätte ich es bestimmt abgebrochen.


    Warum diese harsche Kritik? Nein, nicht weil die Art der Geschichte komplett an meinem Lesegeschmack vorbeigeht sondern weil es ein sehr unglaubwürdig und sehr konstruiert geschriebenes Buch ist, liest sich wie eine Seifenoper, keine Spannung, keine Dramatik, nichts.


    Und weil die oben genannten Zitate nur Verars*** sind und es sehr traurig ist, dass ein Verlag seine Kunden so täuschen muss.


    Bisher mein schlechtestes Buch 2018 mit genau :bewertung1von5:

    Sub: 268


    gelesen:
    ...
    2017: 125 Bücher / 6 Perry Rhodan Heftromane
    2018: 116 Bücher / 2 Perry Rhodan Heftromane

    2019: 125 Bücher / 29 Perry Rhodan Heftromane

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