Elias Canetti - Aufzeichnungen für Marie-Louise

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Aufzeichnungen für Marie-Louise

3.5|1)

Verlag: FISCHER Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 128

ISBN: 9783596181834

Termin: Oktober 2009

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  • Original : Deutsch, geschrieben in der 2.Septemberhälfte, Anfang Oktober 1942, gefunden im Besitz der Freundin bei deren Tod, veröffentlicht 2005
    Mit Abbildungen und der vollständigen Reproduktion des handschriftlichen Originals
    Mit einem Nachwort von Jeremy Adler.


    INHALT :
    England, Anfang der vierziger Jahre: Veza und Elias Canetti lernen die ebenfalls emigrierte österreichische Malerin Marie-Louise von Motesiczky kennen, und bald entwickelt sich eine Liebesbeziehung der Malerin mit dem Dichter. Dieses Buch ist der Erstdruck einer Reinschrift, die Canetti 1942 Marie-Louise zu ihrem 36.Geburtstag geschenkt hat. Es sind handschriftliche Aufzeichnungen aus der Zeit des Blitzkrieges, in denen sich bereits Canettis große Themen finden: Die Sprache, der Tod, die Zeit und die Utopie.
    (Quelle: Klappentext)


    BEMERKUNGEN :
    Wie man aus weiter unten verlinkten Briefkorrespondenz der Liebenden ersehen kann, zog sich die Beziehung zwischen Canetti und Marie-Louise von Motesiczky über fünfzig (!) Jahre hin, war also nicht eine Eintagsfliege.


    Was ist wohl unter diesen 129 Aufzeichnungen zu verstehen ? Die italienische Übersetzung des Buches ist da hilfreich : sie nennt diese « Aphorismen ». Und so präsentieren sich diese kurzen Aufzeichnungen denn auch : Prägnant, knapp, mit wenigen Ausnahmen, wo der Autor wie einen kleinen Ausflug macht. ZB wenn er einen baumblättersammelnden Spezi beschreibt mit seinen Überlegungen zur Einzigartigkeit seines Tuns und den Konservierungsmethoden, als auch Überlegungen zur chinesischen Lyrik äußert...

    Immer ist die Zukunft falsch : wir haben zuviel Einfluß auf sie.

    Er hat soviel Ziele, dass er gar nicht schießt.


    Natürlich könnte man kritisieren, dass es nicht arg viel Text ist für ein Buch : Gerade mal 55 Seiten, und eigentlich « doppelte », denn auf der einen Seite ist jeweils eine Kopie des handschriftlichen Texts, und auf der anderen die Reinschrift im Druck. Aber so mancher wird hier kleine Perlen finden. Und hat es sich dann nicht schon gelohnt ? Ist es nicht eh eine Sammlung von Texten, die einen länger begleiten, die man wiederholt lesen kann?


    AUTOR :
    Elias Canetti (bulg. Елиас Канети; * 25. Juli 1905 in Russe/Rustschuk, Bulgarien; † 14. August 1994 in Zürich) war ein Schriftsteller und Aphoristiker deutscher Sprache. Ältester Sohn einer wohlhabenden sephardisch-jüdischen Kaufmannsfamilie, wuchs er in Bulgarien, Manchester. Nach dem frühen Tod des Vaters im Jahr 1912 siedelte die Familie nach Wien um. 1916 zogen Mutter, Geschwister und Elias Canetti wegen des österreichischen Kriegspatriotismus in die neutrale Schweiz, wo er 1917 bis 1921 das Realgymnasium Rämibühl in Zürich besuchte. 1921 zog Canetti mit der Mutter und den beiden Brüdern nach Deutschland und machte 1923 sein Abitur am Wöhler-Realgymnasium in Frankfurt am Main. Ab 1924 lebte er wieder in Wien.


    1929 promovierte er ebenda zum Dr. rer. nat. 1930/31 erfolgte die Niederschrift seines Romans Die Blendung, der 1935 erschien. 1938 zwang ihn der „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich, mit seiner Frau Veza nach London zu emigrieren, wo er nach dem Krieg blieb und die britische Staatsbürgerschaft erwarb. In den 1970er Jahren lebte er zunehmend, in den 1980er Jahren bald ausschließlich in der Schweiz. 1981 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur verliehen. 1994 starb er in Zürich.


    Produktinformation
    Gebundene Ausgabe: 120 Seiten
    Verlag: Carl Hanser; Auflage: 1. (28. Februar 2005)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3446205942
    ISBN-13: 978-3446205949

  • Hier wie erwähnt, noch eine Verlinkung zum lang anhaltenden Briefwechsel zwischen den beiden...



    Marie-Louise von Motesiczky, Elias Canetti - Liebhaber ohne Adresse: Briefwechsel 1942-1992


    Zwei große Künstler begegnen sich im Exil: Die Malerin Marie-Louise von Motesiczky und der Schriftsteller Elias Canetti, die beide aus Nazideutschland nach London geflüchtet waren, lernen sich in Amersham kennen. Die Künstlerin aus reichem Hause unterstützt den bettelarmen Dichter, die beiden machen sich Mut in ihrem Schaffen - und verlieben sich. Über fünfzig Jahre erstreckt sich die spannungsreiche Geschichte, lebhaft schildern die Briefe, wie die Geflüchteten in der Nachkriegszeit in ihrem Gastland heimisch werden. Der Briefwechsel aus fünf Jahrzehnten ist das Zeugnis einer großen Liebe.


    Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
    Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (29. August 2011)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3446237356
    ISBN-13: 978-3446237353

  • Da ich derzeit viel über Canetti lese, möchte ich an dieser Stelle einen älteren Zeitungsartikel aus der NZZ vom 14. Feb 2012 zum Thema verlinken, den ich gerade fand. Darin beschreibt ein Journalist, wie er während eines Besuchs bei Marie-Louise von Motesiczky erlebte, dass Canetti seiner lieben Freundin etwas "beichten" muss...


    Im jüngst veröffentlichten Briefwechsel Elias Canettis mit seiner Geliebten Marie-Louise von Motesiczky konnte man nachlesen, dass diese im Juli 1973 als «Geschenk von zwei mir unbekannten Journalisten» erfahren hatte, dass Canetti verheiratet war. Der Autor des folgenden Beitrags war einer dieser «Journalisten».


    Übrigens hatte Canetti ja auch schon seiner Mutter damals die Hochzeit mit Veza, seiner ersten Frau, verschwiegen. Manche Sachen behielt der Autor eben gerne für sich :|



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