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Willem Elsschot - Leimen / Lijmen

Leimen:

4.5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Band 1 der

Verlag: Unionsverlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 192

ISBN: 9783293203679

Termin: Juli 2006

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  • Autor: Willem Elsschot
    Titel: Leimen, übersetzt von Gerd Busse
    Originaltitel: Lijmen, erschien erstmals in 1924
    Seiten: 192 Seiten
    Verlag: Unionsverlag
    ISBN: 9783293203679


    Der Autor: (Klappentext)
    Willem Elsschot (1882 - 1960) war das Pseudonym von Alfons De Ridder, der zu den wichtigsten Autoren Belgiens und der Niederlande zählt. Er wuchs in Antwerpen auf, besuchte dort eine Handelsschule, interessierte sich schon früh für Literatur und begann in jungen Jahren, Gedichte in Zeitschriften zu veröffentlichen. Nach einigen Jahren als Büroangestellter in Paris, Rotterdam und Brüssel gründete er in Antwerpen eine eigene, erfolgreiche Werbeagentur, um seine mittlerweile achtköpfige Familie zu ernähren. Daneben schrieb er insgesamt elf Romane, die heute als Klassiker der flämischen Literatur gelten. Erst spät erhielt er Anerkennung für sein Werk und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter postum mit dem belgischen Staatspreis für Literatur für sein Gesamtwerk.


    Inhalt: (Klappentext)
    Frans Laarmans hat den grauen Büroalltag gründlich satt. Da tut sich ihm unverhofft die Chance zu einer glanzvollen Karriere auf: Ch. A. F. D. Boormann, Herausgeber der „Allgemeinen Weltzeitschrift für Finanzen, Handel, Gewerbe, Kunst und Wissenschaft“, bietet ihm eine Stelle als Sekretär und späteren Nachfolger an. Laarmans schlägt ein – und merkt zu spät, wem er seine Seele verkauft hat. Nun wird er in die hohe Kunst des „Leimens“ eingeführt: Boormann ist nämlich mitnichten Herausgeber einer seriösen Zeitschrift, sondern ein gerissener Betrüger, der genau weiss, wie man die Maschinerie der Marktwirtschaft für sich arbeiten lässt.


    Meinung:
    Ein kurzweiliger, fieser, lustiger Roman aus der Welt der Werbung und Vermarktung. Mit Blick auf Elsschots Lebenslauf könnte man meinen, dass der Autor hier einen Teil seiner Erfahrungen als „Leimer“ verarbeitet hat. Eitelkeit, Stolz und Ehrgeiz führen dazu, dass die Unternehmer auf die Werbeagentur / „Weltzeitschrift“ hereinfallen. Dennoch werden sowohl die Betrüger als auch die Betrogenen „sympathisch“ dargestellt, nur die Moral muss sich leider der Notwendigkeit, Geld zu verdienen, unterordnen. Kaum zu glauben, dass der Text über 90 Jahre alt ist, er wirkt kein bißchen angestaubt.
    Nach „Käse“ war dies mein zweites Buch von Elsschot, und wer den einen Roman mag, wird auch den anderen gut finden. In beiden Erzählungen tritt Frans Laarmans als Hauptfigur auf, allerdings erkennt man den Protagonisten kaum wieder: Am Ende von „Leimen“ ist Laarmans ein erfahrener Betrüger, während er im nachfolgenden Roman „Käse“ eher ein geschäftlich unerfahrener, phlegmatischer Glückssuchender ist. Trotzdem ein tolles Buch für zwischendurch; schade, dass von Elsschot nur so wenig ins Deutsche übersetzt wurde.

    1. Leimen:

      (Ø)

      Verlag: Unionsverlag


  • wer den einen Roman mag, wird auch den anderen gut finden.

    Das ist ein Wort. "Käse" fand ich nämlich klasse.



    Ein wenig irritierend finde ich ja dies:

    Am Ende von „Leimen“ ist Laarmans ein erfahrener Betrüger

    Denn zu Frans, wie man ihn in "Käse" kennengelernt hat, scheint das doch nicht so recht zu passen. Aber trotzdem werde ich mir dieses Buch auf jeden Fall merken.

    Bemerkung meines Vaters beim Anblick meiner Bücherberge: "Wir haben ja alle unsere Macken... und du hast deine Bücher!"

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