Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen / Bienes Historie

Affiliate-/Werbelink

Die Geschichte der Bienen

4.1|67)

Verlag: btb Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 528

ISBN: 9783442717415

Termin: September 2018

Anzeige

  • Na ja könnte sein.

    Ja - könnte sein - aber dann hätte die Frau Staatspräsidentin das der Mutter mitteilen können -

    na gut.

    Ich bin trotzdem jetzt nicht glücklicher mit dem Buch, aber ich schau mir gleich Deine Hörbuch-Rezensionen

    an.

  • Bienen sind im Prinzip unberechenbar, und vielleicht gelingt ihnen die Rückkehr aus eigener Kraft.

    Da hätte ich ja nichts dagegen. Ein Freund ist Imker und ich kenne seine Sorgen. Aber so, wie die Autorin es darstellt,

    ist die Rückkehr der Bienen ein Deus ex Machina. Schwupps! Da sind sie wieder!

  • Aber so, wie die Autorin es darstellt,

    ist die Rückkehr der Bienen ein Deus ex Machina.

    Stimmt. Aber genau darauf kann man vielleicht hoffen. Obwohl, da gebe ich Dir Recht, in einem Buch eine solche Ereignis irgendwie an die Handlung gebunden sein müsste.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)


    :study: S.K. Tremayne - Stiefkind

    :musik:Zoe Ferraris - Die letzte Sure

  • Zum Glück bin ich mit nicht ganz so hohen Erwartungen gestartet, denn das stellt immer ein Problem dar. Im Vorfeld hatte ich sogar etwas Bedenken, ob es wirklich das richtige Buch für mich sein würde. Aber ich war rundum begeistert!

    Das Buch umreißt die Geschichte der Imkerei bzw. der Bienen vom 19. bis ins 21. Jahrhundert. In England 1852 leidet William unter Depressionen, weil sein Leben so ganz anders gelaufen ist, als er es sich erhofft hatte. Er wollte ein wichtiger Pionier im Bereich Biologie werden, doch gerieten ihm Frau und einige Kinder dazwischen. Seine Hoffnungen ruhen auf seinem Sohn Edmund, der ebenfalls studieren soll. Schließlich kommt ihm die Idee für einen ganz neuartigen Bienenstock, mit dem er die Imkerei revolutionieren möchte und reißt ihn aus seiner Lethargie.

    In Ohio/USA 2007 muss der Imker George miterleben, wie 90 % seiner Bienenvölker einfach von einem Tag auf den anderen verschwinden. Sein einziger Nachkomme Tom studiert und träumt eher vom Schreiben als von der Übernahme des väterlichen Betriebes.

    Im Jahr 2098 in China lebt Tao mit ihrer kleinen Familie. Inzwischen sind die Bienen längst ausgestorben und die Welt ist nicht mehr die, die wir kennen. Da passiert ihrem kleinen Sohn ein Unfall, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt.


    Das Buch ist in diese 3 Handlungsstränge aufgeteilt, die immer abwechselnd erzählt werden. Für mich stellte sich gerade die Form der dreigeteilten Zeit- und Handlungsstränge als Glücksfall dar, obwohl genau das meine vorherigen Bedenken begründete. Es las sich wirklich wie Butter!

    Gerade die abwechselnden Stränge wirkten wie ein PageTurner auf mich. Das Kapitel endete und ich wollte immer unbedingt wissen, wie es mit George oder William weitergeht. Jedesmal musste ich mich regelrecht losreißen von diesem Buch, um nicht doch noch 2 oder 3 Seiten zu lesen, aus denen dann doch wieder 30 geworden wären.

    Die Geschichte der Zukunft um Tao und ihre kleine Familie weckt bei mir am wenigsten Interesse und Empathie. Die Protagonistin ist mir einerseits nicht sonderlich sympathisch und das ganze Geschehen lässt mich eigenartig unbeteiligt. Wären es einzelne zusammenhängende Geschichten geworden, bin ich fast sicher, dass ich Taos Geschichte abgebrochen hätte. So waren es immer nur ein paar Seiten und so schlecht ist dieser Teil nun nicht, dass ich die nicht mitgenommen hätte zwischendurch. Außerdem interessierte mich dann ja doch, wo und wie sich die Verbindung zu George und William ergab.

    Der Schreibstil ist wirklich super! Niveauvoll und trotzdem keine verschwurbelten Sätze über eine halbe Seite. Man kann mit den ersten Sätzen einsteigen und sich einfach treiben und mitnehmen lassen.

    Der Erzählstil - alle drei Storys sind in der Ichform geschrieben aus Sicht des jeweiligen Protagonisten - trug sicherlich seinen Teil dazu bei, denn man erfuhr ja tatsächlich, was in dem Einzelnen vorging. Aber eben ausschließlich im Protagonisten. Alle anderen Personen wurden zu Randfiguren, die man als Dritter nur so betrachten konnte, wie es der Erzähler tat. Dazu gehörte natürlich auch, dass man den ganzen negativen Gedanken ausgesetzt war.

    Zum Ende zeigte sich, dass meine frühen Vermutungen allesamt richtig waren - was nicht unbedingt für die Geschichte spricht, denn der Verlauf war halt doch insgesamt recht vorhersehbar. Trotzdem hat es wahnsinnigen Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, denn auch wenn manches vorhersehbar war, so war hier eindeutig der Weg das Ziel!


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Klappentext Amazon

    England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte - die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock. Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden. China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.


    Cover:

    Das Cover ist schlicht gehalten und zeigt eine einzelne Biene, passend zum Buchtitel.


    Beurteilung:

    Im Buch geht es um drei unterschiedliche Protagonisten, William (England 1852); George (USA 2007) und Tao (China 2098), deren Geschichten alle mit den Bienen verwoben sind.

    Die Autorin erzählt die Geschichten jedes Kapitel abwechselnd aus der Sicht der jeweiligen Protagonisten. Das hat mir sehr gut gefallen, v. a. dadurch, dass am Ende jedes Kapitels ein kleiner „Cliffhanger„ war. Das hat mich immer wieder dazu verleitet weiterzulesen.


    Auch der Schreibstil der Autorin war angenehm. Es gab keine langen, verschachtelten Sätze. Die einzelnen Kapitel waren relativ kurz und ließen sich gut lesen, was mich zum weiterlesen animiert hat. Selbst die Fachbegriffe waren kein Problem für einen Imker-Laien wie mich.


    Leider waren die einzelnen Geschichten an sich nicht besonders spannend (lediglich evtl. Tao's) und mir waren alle Protagonisten eher unsympathisch. Ich konnte mit keinem wirklich mitfiebern oder geschweige denn mich mit einem der Drei identifizieren. Die kurzen Kapitel und die „kleinen Cliffhanger“ haben mich jedoch trotzdem zum weiterlesen bewegt, auch deswegen, weil es mich interessiert hat, wie sich die Geschichten am Ende zusammenfügen.

    Und ich habe es definitiv nicht bereut.


    Die ganze Thematik rund um das Bienensterben fand ich sehr interessant und auch wichtig die Menschen darauf aufmerksam zu machen, v. a. im Hinblick darauf, dass das ja ein ziemlich aktuelles Thema ist.


    Fazit:

    Alles in allem hat mir das Buch gefallen. Der tolle Schreibstil und die kurzen Kapitel haben mich zum weiterlesen bewegt. Die Geschichten der einzelnen Protagonisten haben mich zwar nicht vom Hocker gehaut, aber trotzdem gut unterhalten.

    Schon allein wegen der wichtigen Thematik würde ich das Buch weiterempfehlen.



    Bewertung: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    "Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel. Und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen."
    (Walt Disney)









  • Ich finde auch, dass man die Thematik dieses Buches gar nicht hoch genug hängen kann, und bin sehr froh, unter anderem durch diesen Roman dafür sensibilisiert worden zu sein.


    Allerdings habe ich nicht alle Erzählstränge mit dem gleichen Interesse gelesen und brauchte sogar zwei Anläufe, um überhaupt in den Roman hineinzufinden.

    William: Diese ewigen Depressionen fand ich schwer auszuhalten. Mir ist klar, dass Depressionen eine Krankheit sind, die ein Mensch sich nicht freiwillig aussuchen kann und dass es zu Williams Zeit weder Verständnis dafür noch sinnvolle Heilmethoden gab. Dennoch kann ich es nur schwer nachvollziehen, wie ein Mensch sich so gehen lassen kann, wenn er für die Versorgung von acht Kindern verantwortlich ist, oder wie man sich bei jedem Gegenwind gleich wieder so fallen lassen kann. Vielleicht war das im Roman auch einfach nur für meinen Geschmack zu breit ausgewalzt.


    George: Der nicht so recht originelle Vater-Sohn Konflikt, wahlweise in der Variante Mutter-Tochter. Been there, done that. Vor allem: oft genug darüber gelesen. Das war zwar im Prinzip gut dargestellt, hat aber irgendwie nicht viel Neues geboten. In den anderen Strängen war derselbe Konflikt wenigstens ein bisschen ungewöhnlicher gestrickt.


    Interessant wurden für mich beide Stränge vor allem dann, wenn es um die Bienen ging. :lol:


    Tao: Von diesem Strang war ich sofort fasziniert (und hatte zeitweilig in meinem Frust über William sogar überlegt, einfach nur diesen zu Ende zu lesen), habe ihn schier verschlungen und auch beim zweiten Anlauf noch einmal richtig gelesen und nicht nur, wie die beiden anderen Stränge, überflogen. China am Ende des 21. Jahrhunderts, immer noch in den Klauen eines komplett pervertierten Sozialismus, der für das Individuum nur Verachtung zeigt, ökologisch ruiniert ist, aber global betrachtet dennoch eine Oase inmitten von Hunger und Mangel darstellt. Diese Dystopie, die ich für gar nicht so abwegig halte, fand ich packend, beklemmend und schließlich aufrüttelnd. Sie wird mir auf jeden Fall noch für längere Zeit nachgehen.

    Aufgrund des tollen Tao-Stranges vergebe ich 4 Sterne, auch wenn mir der Rest des Romans nicht so besonders gut gefallen hat. Allerdings hat das Buch bei uns eine bienen- und hummelfreundliche Umgestaltung des Gartens bewirkt. :lol:


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Lg Sarange :cat:



    :study: Louise Erdrich: Solange du lebst

    :study: Joann Sfar: Die Katze des Rabbiners

    :study: Ofir Raul Graizer: Ofirs Küche. Israelisch-palästinensische Familienrezepte

  • Was die weiter oben gestellte Frage nach der Biene Maja im Norwegischen betrifft: Ich habe jetzt die Seiten von einigen großen norwegischen Buchhandlungen abgesucht und keine Übersetzung der Romane von Waldemar Bonsels gefunden. Bücher zur Biene Maja sind dort offenbar nur auf Deutsch oder Englisch erhältlich. Aber mindestens die neue Verfilmung hat es auch nach Norwegen geschafft, und was soll man sagen - das Bienchen heißt... Maja! :lol:


    Hier der norwegische Trailer auf youtube:

    https://www.youtube.com/watch?v=ARRGcWQiONs

    Lg Sarange :cat:



    :study: Louise Erdrich: Solange du lebst

    :study: Joann Sfar: Die Katze des Rabbiners

    :study: Ofir Raul Graizer: Ofirs Küche. Israelisch-palästinensische Familienrezepte

  • Aufgrund des tollen Tao-Stranges vergebe ich 4 Sterne

    Ist ja witzig - genau umgekehrt wie bei mir :lol:

  • Aufgrund des tollen Tao-Stranges vergebe ich 4 Sterne

    Ist ja witzig - genau umgekehrt wie bei mir :lol:


    Ich musste bei deinem Beitrag auch schmunzeln. :lol: Geschmäcker sind eben verschieden. :D

    Lg Sarange :cat:



    :study: Louise Erdrich: Solange du lebst

    :study: Joann Sfar: Die Katze des Rabbiners

    :study: Ofir Raul Graizer: Ofirs Küche. Israelisch-palästinensische Familienrezepte

Anzeige