Thomas de Padova - Das Weltgeheimnis (Start: 01.04.2017)

  • So langsam bekomme ich einen Hauch von Ahnung über Galilei. Seine Reaktion auf Keplers Briefe fand ich im ersten Moment nicht gerade nett, aber irgendwie konnte ich ihn auch verstehen. Kepler prescht ja davon wie sonstwas, wenn ihn ein Thema interessiert. Da wird alles außer Acht gelassen. Umgangsformen, Umfeld, Konventionen; er brennt regelrecht für "sein" Thema. Was ich persönlich richtig toll finde. Nur, gibt es halt leider auch immer mehr zu beachten.
    Ich finde den Blick in die Welt der Wissenschaftler sehr faszinierend. Das kenne ich gar nicht. Dieses jeder-für-sich und ja-nicht-seine-Vorteile-verlieren. Ich war tatsächlich mal so naiv zu glauben, dass es wenigstens in der Wissenschaft ein Hauch von Miteinander, ein Austausch gibt. Was nützt es, wenn jeder seinen kleinen Wissensvorsprung eifersüchtig hütet oder nur preisgibt, wenn man sich wiederum Vorteile davon verspricht :roll: 
    Zurück zum Charakter oder dem was ich glaube zu erkennen. Galilei ist da eher das absolute Gegenteil von Kepler. Er springt zwar auf das Thema Kopernikus an, aber er hält sich noch zurück, bis er mehr weiß (oder es gefahrloser wird?). Ist immer auf sein Vorteil bedacht und weiß wann er etwas übernehmen kann. Ich möchte fast sagen, er weiß wie das Ganze funktioniert, wo Kepler noch lernen muss.. Ich hoffe ich drücke meine unausgegorenen Gedankenblitze halbwegs verständlich aus.
    Tatsächlich sind mir beide gleich sympathisch. Jeder hat seine Vor- und seine Nachteile.



    Die Aussicht auf einer mit 100 000 km pro Stunde durchs All rasenden Weltkugel zu stehen, und absolut nichts davon zu bemerken, muss völlig abwegig gewesen sein. Für mich wäre es das auch heute noch, wenn es nicht Bestandteil unseres Weltbildes und Allgemeinwissens wäre.

    Das ist immer noch etwas, was ich zwar weiß, aber mir irgendwie nie wirklich vorstellen kann. Da wächst meine Bewunderung immer mehr für die Leistungen der Wissenschaftler.

    Umso bewundernswerter finde ich die tapferen Vordenker dieser Wahrheit, die wohl oft selber nicht glauben wollten, welche Gedanken sich da in ihren Gehirnwindungen festzusetzen begannen. Schließlich kann nicht sein, was nicht sein darf.

    Genau das!

    Weil der Name Kopernikus nun so oft vorkam, noch ein interessantes Buch zu dieser faszinierenden Persönlichkeit

    Danke für den Buchtipp!

    Ihr habt die perfekte Woche erwischt - diese Woche hättet Ihr Skifahren gehen können

    :lol: Stimmt, wir haben nicht schlecht gestaunt.

    Du schaffst das *Megaphon-auspack* FARAST FARAST

    Wusste ich doch, dass mich da wer anfeuert O:-) 

    ich fahr nach Speyer zur Maya-Ausstellung

    :shock: Ich *an der Stelle wurde zensiert* habe die Ausstellung verpasst ](*,) Aaaarghhhhhh! Und wie ich deinen Wort entnehmen darf, war es eine richtig gute Ausstellung gewesen. Die nächsten Sonderausstellungen habe ich mir schon mal dick vorgemerkt.


    Dazu muss ich sagen, dass meine Eltern da sehr interessiert sind. Papa Castor ist naturwissenschaftlich interessiert (den Donnerstag vor Karfreitag habe ich ihm haarklein erzählt, was wir hier Interessantes in der MLR erfahren haben), und Mama Castor kennt sich mit Geschichte sehr gut aus. Mama Castor liest auch sehr viel, und mit ihr kann ich mich gut über Bücher austauschen (außer, wenn es sich um Fantasy handelt, da ist sie raus - aber an der Stelle springt dann Papa Castor ein).

    Da hast du wirklich ganz tolle Eltern :thumleft: Das ist dann sozusagen noch das i-Tüpfelchen.


    Pssst, leise, du störst sie beim Lesen

    :lol:


    Diesen Ausflug ganz am Anfang des Kapitels, als uns Leonardo mit all seinen Entwicklungen und seinem technischen Wissen vorgestellt wurde, fand ich faszinierend. Wenn ich so Burgen und Anlagen besichtige, dann bin ich ja immer begeistert, aber hier wurde so bildhaft und deutlich erklärt, wie und warum sich der Festungsbau so und nicht anders entwickelte.

    Das war wirklich ein ganz interessanter Abschnitt des Kapitels. So klar war mir das alles noch nie. Da gäbe es auch noch eine Menge drüber zu lernen.



    Kepler empfindet die Geheimhaltung von Daten in der Forschung für unredlich, weil sie dem Fortschritt im Wege steht, haben wir gelesen. Wirklich eine ungewöhnlich freizügige, von Teamgeist beseelte Persönlichkeit, die keine individuellen Eitelkeiten kannte, wenn es um neue Erkenntnisse ging.

    Dafür zolle ich ihn sehr viel Respekt!


    Im Moment verwirrt es mich ein wenig, dass wir in den Kapiteln in der Zeit zurück springen und dadurch manche Dinge sich wiederholen.

    Ich war auch zuerst leicht verwirrt und musste die Zeittafel noch mal zu Hilfe holen, um mich wieder zurechtzufinden.


    Irgendwie habe ich in diesem Kapitel meinen schlechten Eindruck von ihm ein wenig revidiert, weil mir einfach die Umstände der Zeit und seines Lebens nochmal bewusster geworden sind.

    So ging es mir auch. Ich verstehe ihn und seine Handlungsweisen immer mehr.

    Was mich immer wieder beeindruckt beim Lesen ist die Erkenntnis, dass Dinge, die heute jedes Kind in der Schule lernt, damals völlig unbekannt waren. Der Energieerhaltungssatz zum Beispiel. Das muss ich mir immer wieder vor Augen führen und meine Achtung vor diesen großen Geistern wächst immer mehr.

    :pale: Ich musste gerade nachschauen gehen, was der Energieerhaltungssatz (youtube + Wikipedia) ist. Ich könnte dir jetzt nicht sagen, ob ich das in der Schule so gelernt habe. :uups:

    Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
    Henry D. Thoreau



    :montag: Ich lese gerade

  • Hab ich was überlesen, weil Du von "Frauen" sprichst? Mir ist nur Marina Gamba aufgefallen

    Namentlich erwähnt wurde keine weitere, aber ich habe auch herausgelesen, dass er sich gerne mal mit dieser oder jener vergnügte, eben ganz nach Bedarf. So zurückhaltend wie er war, hat er sicher keine Liste darüber geführt, und ein weltfremder Forscher war er ebenfalls nicht. Als wortgewandter Gelehrter hatte er gewiss Möglichkeiten, die er auch wahrnahm.

    "ich mag es nicht, wenn sich meine Toilette bewegt"

    Ja, seltsam, wenn man bedenkt, dass der feste Boden unter unseren Füßen gar nicht so fest ist.

    Allerdings würde ich meine Forschungsergebnisse nicht komplett verschweigen,

    Ja, aber dazu hättest Du Dich mit Deinem Gegenüber auseinandersetzen müssen, und das wollte der Galilei ja nicht unbedingt.

    keine Ahnung, von wem Du sprichst

    Kennst Du nicht die Geschichte von dem griechischen Philosophen, der wegen seiner ständigen Himmelsbeobachtungen in eine Grube fiel? Die Magd sagte noch etwas in der Art, dass er zwar wisse, was da oben vor sich gehe, dabei aber übersehe, was vor seinen Füßen liege.
    Das ist dann später auch zu einem geflügelten Wort geworden für Zeitgenossen, die immer alles Mögliche, aber nie das Naheliegende sehen.

    Da hat er Glück, dass Kepler in der Beziehung völlig entspannt ist. Ich hab ja schon ein paar mal gesagt, dass er seiner Zeit voraus war

    Seiner Zeit war der Kepler damit aber nicht voraus. Gerade heute werden Forschungsergebnisse gehütet wie Staatsgeheimnisse, damit eine Gruppe ja nicht eher etwas publiziert als die andere.

    Aber in der Wissenschaft gibt es keine Kompromisse, mit denen man sie der Obrigkeit schmackhaft machen kann.

    Der Tycho Brahe hätte ja einen schönen gefunden. An dem würde die Kirche wohl heute noch festhalten, wenn nicht todesmutige Verfechter der Wahrheit aufgetaucht wären.

    Liebe Grüße von Sylli :montag: 
    "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)

  • er brennt regelrecht für "sein" Thema. Was ich persönlich richtig toll finde.

    Ich auch :thumleft: 

    Ich war tatsächlich mal so naiv zu glauben, dass es wenigstens in der Wissenschaft ein Hauch von Miteinander, ein Austausch gibt.

    Heute sicher nicht - und früher wohl auch nicht (Kepler ausgenommen).

    Was nützt es, wenn jeder seinen kleinen Wissensvorsprung eifersüchtig hütet

    Dann ist man der Erste, der darüber publiziert ... und vielleicht auch noch Ruhm erntet, falls es etwas Bedeutendes ist.

    Ich hoffe ich drücke meine unausgegorenen Gedankenblitze halbwegs verständlich aus.

    Ja, machst Du prima! :applause:

    Liebe Grüße von Sylli :montag: 
    "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)

  • Ich finde den Blick in die Welt der Wissenschaftler sehr faszinierend. Das kenne ich gar nicht. Dieses jeder-für-sich und ja-nicht-seine-Vorteile-verlieren. Ich war tatsächlich mal so naiv zu glauben, dass es wenigstens in der Wissenschaft ein Hauch von Miteinander, ein Austausch gibt. Was nützt es, wenn jeder seinen kleinen Wissensvorsprung eifersüchtig hütet oder nur preisgibt, wenn man sich wiederum Vorteile davon verspricht

    Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass wir hier ja noch von den Anfängen der Wissenschaft sprechen. Heute, da schon so viele Geheimnisse gelüftet und Naturgesetze bekannt sind, wird auch die Forschung immer komplexer, so dass ein Austausch und Zusammenarbeit unumgänglich wird - ich glaube, den typischen Einzelkämpfer gibt es heute eher nicht mehr. Aber noch immer ist natürlich das Bestreben da, Ergebnisse früher als andere zu publizieren und Ruhm und Geld abzusahnen. Auch ein Wissenschaftler lebt nicht von Luft und Liebe und Forschung ist teuer.

    Ich könnte dir jetzt nicht sagen, ob ich das in der Schule so gelernt habe.

    Also bei mir damals war das Physik 6. Klasse. :-,

    Gelesen in 2018: 7 - Gehört in 2018: 6 - SUB: 352


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Galilei selbst zeigt allerdings auch hier wieder eine gewisse Portion Egozentrik, indem er Andeutungen über eigene Forschungsergebnisse macht (die wohl eher nicht vorlagen zu dieser Zeit) und v.a. indem er Keplers Erkenntnisse aus seinem "Weltgeheimnis" lehrt und dabei nicht klarstellt, wessen Erkenntnisse es sind.

    Letzteres fand ich schon dreist. An Keplers Stelle hätte ich da nicht so gelassen reagiert. Da treffen wirklich sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander.


    Zum Glück erkennt der damals weltweit anerkannte Astronom Tycho Brahe seine Fähigkeiten, auch wenn er ihn noch nicht als seinesgleichen anerkennt. Zu Brahe nach Prag kann er dann auch gehen nach seiner Ausweisung aus der Steiermark. Das war aber auch erst möglich, nachdem er erneut seinen Überschwang und seine unkontrollierte Spontanreaktion Brahe gegenüber durch eine Entschuldigung ausbügeln konnte. Da Kepler in Prag aber beruflich Fuß fassen konnte, hat er diese für ihn sehr unvorteilhaften Reaktionen wohl zukünftig ein wenig kontrollieren können.

    Wenn Kepler diesen unbeherrschten Teil seines Charakters tatsächlich in Griff kriegt, zolle ich ihm sehr viel Respekt. Das ist bestimmt nicht leicht. Ich bin gespannt was ich noch über ihn erfahren werde.


    Jedenfalls lässt Brahe ihn kommen, fördert ihn, zeigt ihm neue mathematische Wege und überlässt ihm zunächst häppchenweise ein paar Daten, damit Kepler sich mathematisch an ihnen beweisen kann - so interpretiere ich zumindest Brahes Vorgehen.

    Das habe ich auch so verstanden. Wobei es mich auch nicht wundern würde, wenn ein weiterer Grund wäre, dass er ja nicht zu viel verraten möchte, um seinen Wissensvorsprung behalten zu können.


    Die Informationen über Brahe fand ich auch interessant, war er mir doch ziemlich unbekannt.

    Ich habe vor dem Buch noch nie von ihm gehört. :uups:


    Da muss sogar ich eine Lanze für Galilei brechen und zugeben, dass ich so jemandem gegenüber wohl auch den Kontakt abgebrochen hätte. Natürlich schadet dieses Verhalten insgesamt dem Fortschritt, es schadet Kepler, Kopernikus und auch Galilei, aber ich kann es wirklich verstehen und nachvollziehen.

    Das konnte ich in dem Moment auch. Wirklich schade, aber auf eine Art auch verständlich.



    leider haben die Wissenschaftler auch heute noch eine totale Burgenmentalität was die Teilung von Wissen angeht - selbst innerhalb einer Firma, wie ich täglich immer wieder mal miterleben darf

    :( Das scheint leider überall so zu sein.


    Aber ich habe mal wieder Kopfkino: Herr Kepler kommt nach Hause und hält Frau Kepler total stolz das teure Instrument unter die Nase. "Schau mal, Schatz, was ich gekauft habe." Frau Kepler, völlig fassungslos: "WAS hast du gekauft? Wir haben kein Geld, die Kinder sind krank (oder tot), wir werden verfolgt und verlieren unser Heim, den Papa kann ich nicht schon wieder anpumpen, und du kaufst solchen nutzlosen Kram???"

    :totlach:


    Bisher sind mir nicht viele Frauen in Galileis Umfeld begegnet. Es wurden nur die unehelichen Kinder erwähnt, was darauf schließen lässt, dass Galilei Frau Gamba eher nicht als Frau an seiner Seite gesehen hat, sondern mehr zur Befriedigung seiner Bedürfnisse. Sorry, wenn ich das so hart sage, aber viel Raum in seinem Leben schien sie nicht einzunehmen. Aber vielleicht erfahren wir hierzu noch mehr und ich muss meinen Eindruck wieder korrigieren. Wäre ja nicht das erste Mal in diesem Buch

    Ich befürchte fast schon, wir werden nicht mehr über Frau Gamba erfahren, als das sie und Galileo uneheliche Kinder gemeinsam hatten. Mich würde es mittlerweile nicht sehr wundern, wenn es auch da einen guten Grund gegeben hatte, dass sie beide nie verheiratet waren. Neugierig bin ich da schon. O:-) Ansonsten bleibt da nur noch dein Rückschluss der Bedürfnisbefriedigung.

    Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
    Henry D. Thoreau



    :montag: Ich lese gerade

  • Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass wir hier ja noch von den Anfängen der Wissenschaft sprechen. Heute, da schon so viele Geheimnisse gelüftet und Naturgesetze bekannt sind, wird auch die Forschung immer komplexer, so dass ein Austausch und Zusammenarbeit unumgänglich wird - ich glaube, den typischen Einzelkämpfer gibt es heute eher nicht mehr. Aber noch immer ist natürlich das Bestreben da, Ergebnisse früher als andere zu publizieren und Ruhm und Geld abzusahnen. Auch ein Wissenschaftler lebt nicht von Luft und Liebe und Forschung ist teuer.

    Ich weiß nicht, ob es da wirklich immer so einen Austausch gibt. Die Aussage von @Squirrel, dass es "eine Burgenmentalität was die Teilung von Wissen angeht" gibt , spricht da doch eher dagegen. Jedenfalls habe ich das so verstanden. Es dürfte vermutlich nicht mehr der Einzelkämpfer sein, aber ich stelle mir da immer Forschungsgruppen vor, die jeder für sich sieht, dass er als erstes ans Ziel kommt und ja kein Zusammenarbeiten mit anderen anstreben. Ich finde das wirklich schade, wenn es so wäre. Wenn ich die Argumentation mit dem Geld natürlich auch wieder verstehen kann, aber das kann doch nicht immer alles sein.


    Also bei mir damals war das Physik 6. Klasse.

    Ich weiß es wirklich nicht mehr, wann und wie ich das mal gelernt habe. Fällt wohl unter verschüttetes Wissen :(

    Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
    Henry D. Thoreau



    :montag: Ich lese gerade

  • aber ich stelle mir da immer Forschungsgruppen vor, die jeder für sich sieht, dass er als erstes ans Ziel kommt

    Ja, so habe ich das auch gemeint.

    Gelesen in 2018: 7 - Gehört in 2018: 6 - SUB: 352


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Wenn Kepler diesen unbeherrschten Teil seines Charakters tatsächlich in Griff kriegt

    Vielleicht kam er sich selber gar nicht so unbeherrscht vor.
    Wir empfinden uns ja meist auch mit allen unseren Eigenschaften, die andere womöglich nerven, ganz passabel und annehmbar.

    Liebe Grüße von Sylli :montag: 
    "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)

  • An meinem letzten freien Tag in dieser Woche :( habe ich schon mal das Pensum für heute und morgen gelesen und schreib halt schon mal etwas:


    Mit dem Tod des Tycho Brahe anno 1601 rückt Kepler im Alter von 30 Jahren an dessen Stelle (ist ja gar kein schlechter Karrieresprung), und soll sich um dessen unvollendete Arbeiten kümmern. Es ist ein schweres Erbe, das er antritt, soll er doch den sehnlich erwarteten "Himmelskatalog" herausgeben. Doch Kepler wäre nicht er selber, wenn er nicht auch eigene Ziele verfolgte. In seiner "Neuen Astronomie" verbindet Kepler die Astronomie mit der Physik, und stellt die Sonne in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Dadurch kann er Phänomene erklären, die die kopernikanische Lehre als die richtige auszeichnen, während sich das geozentrische Weltbild und Brahes "gemischte Theorie" als falsch erweisen. Die permanente Beobachtung der Marsbahn und eine geringfügige Differenz lässt ihn erkennen, dass sie nicht kreisförmig ist. Was andere vielleicht als Meßfehler abgetan hätten, spornt Kepler indes besonders an, in aller Demut "endlich die wahre Form der Himmelsbewegungen" aufzuspüren.
    (Kepler erkennt bei seinen Berechnungen auch, dass die Planeten nicht mit gleichbleibender Geschwindigkeit um die Sonne ziehen, kann dieses Gesetz aber ohne Differential- und Integralrechnung nicht beweisen - @Squirrel + @maiglöckchen: Erinnert Ihr Euch wie wir uns damit bei unserem letzten de Padova mit Leibniz und Newton geplagt haben?)
    Fünf Jahre ziehen sich seine Berechnungen hin, ehe er die richtige Planetenbahn gefunden hat, die "eine vollkommene Ellipse" ist. Wirklich zu verstehen, wie er darauf kam, ist für den Fachmann nur schwer, für den Laien wohl gar nicht möglich. Muss neben seiner Ausdauer wohl auch so etwas wie die richtige Intuition dabei gewesen sein, wenn ich das richtig verstanden habe. Jedenfalls hatte ich während des Lesens den Eindruck, dass das auch für Fachleute nicht in alle Details nachvollziehbar und erklärbar ist. Liege ich damit sehr weit neben Euren Eindrücken? 8-[ 
    Die nächste Frage, die Kepler sich stellte: Was hält die Planeten auf ihren Bahnen? Wie der kaiserliche Mathematiker, tief im okkulten Denken seiner Mutter verhaftet, dabei Planetenseelen und Geister beschwört, hat mir schon sehr gut gefallen. :) Schließlich sieht er im Magnetismus die Lösung, da er sich bereits auch mit der neuen Theorie des Erdmagnetismus von dem mir völlig unbekannten William Gilbert befasst hatte. Und damit war er ja durchaus nicht auf dem Holzweg, obwohl erst Isaac Newton Jahrzehnte später die allgemeine Gravitationstheorie auf den gesamten Kosmos ausdehnen und damit zu des Pudels Kern vordringen würde.
    Am meisten gefreut hat mich aber, dass im Jahre 1610 doch noch ein Bewunderer Keplers am Horizont auftauchte, der Brite William Lower, der voll des Lobes über dessen Buch ist.
    Ein sehr schönes Kapitel war das wieder, fast hätte ich das Gefühl, persönlich bei der Entdeckung der Planetenbahnen dabei gewesen zu sein. :drunken:

    Liebe Grüße von Sylli :montag: 
    "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)

  • Ich melde mich nochmal kurz zu Wort und leider von der weiteren Leserunde ab. :( 
    Nachdem ich ja schon letzte Woche nichts geschrieben habe, weil ich im Urlaub war, merke ich nun, dass ich momentan einfach den Kopf nicht frei habe um mich aktiv an einer Leserunde zu beteiligen. Ich lese das Buch zwar weiterhin auch im gleichen Tempo wie ihr und auch hier sicherlich nach, aber ich merke, ich müsste mich wirklich überwinden, um hier mitzumachen, und das ist nicht der Sinn einer Leserunde. Es soll ja Spaß machen. Daher wünsche ich euch den auch bei den weiteren Diskussionen und der Lektüre des Buches. :friends::winken:

    "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett


    :study: 

    Am Ufer des Ruhms - Gwen Bristow

    London - Die Biografie - Peter Ackroyd

    Reread: Harry Potter und der Feuerkelch


    :bewertung1von5: 2018: 16 :bewertung1von5:

  • Leider bin ich noch im Krankenhaus und kann nur ein paar Dinge aus dem Kopf heraus kommentieren, weil mit dem Handy leider keine Zitate möglich sind. Das Nachlesen hat definitiv die meiste Zeit gedauert, aber ich muss sagen, dass mir Galileo Galilei nun verständlicher ist von seiner Art und seinem Charakter, aber er bleibt bei mir trotzdem recht unsympathisch. Das er die Briefkorrespondenz abbricht verstehe ich sehr gut, dass hätte ich eventuell auch getan, wenn mir jemand mit soviel Übereifer schreibt, aber diese Übernahme geistigen Eigentums, was er selber nicht mochte und wollte gegenüber anderen zu verwenden ist einfach :puker: Ich denke da spielt die Zeit keine große Rolle.
    Witzig fand ich den Ausflug nach Venedig mit den Schiffsbauten, aber da haben sich Drake und Galileo wohl verpasst. Aber es war auch in dieser Zeit. Finde es immer wieder schön wenn ich Menschen nun zeitlich in die Geschichte setzen kann. :D


    Lieg noch im Krankenhaus, aber bin eher Mitleser als das ich kommentiere.

     :study: Der Insektensammler (Jeffery Deaver) 388 / 478 Seiten
     :study: Das Leben nehmen - Suizid in der Moderne (Thomas Macho) 13 / 531 Seiten

    :study: Aquila (Ursula Poznanski) 200 / 426 Seiten


    SUB: 586

  • Was war ich erleichtert, als endlich klar wurde, dass es nicht Galileis Charakter allein war, der ihn sich aus dem Briefwechsel zurückziehen ließ.

    hihi ging mir auch so :lol: 

    Ja, mit dieser nicht sehr angenehmen Eigenschaft muss ich mich wohl abfinden. Da hat er Glück, dass Kepler in der Beziehung völlig entspannt ist. Ich hab ja schon ein paar mal gesagt, dass er seiner Zeit voraus war. Aber wenn wir dieses Verhalten im Kontext der Zeit betrachten, war es eigentlich ziemlich naiv.

    Auch heute noch wäre Keplers Verhalten naiv - ich denke nämlich, er ausging davon aus, dass alle anderen genauso denken und handeln wie er. Ein ganz großer Irrtum, wie er lernen musste.

    Aber vielleicht erfahren wir hierzu noch mehr und ich muss meinen Eindruck wieder korrigieren.

    Ich wäre auch neugierig auf Galilei den Privatmenschen :) 

    er brennt regelrecht für "sein" Thema. Was ich persönlich richtig toll finde. Nur, gibt es halt leider auch immer mehr zu beachten.

    Das finde ich auch toll, aber das alleine reicht leider nicht, um Verbündete zu finden. V.a. wenn man sie derart vor den Kopf stößt...

    Was nützt es, wenn jeder seinen kleinen Wissensvorsprung eifersüchtig hütet oder nur preisgibt, wenn man sich wiederum Vorteile davon verspricht

    Weil jeder der erste sein will, der etwas Brandneues, Bahnbrechendes und Überraschendes veröffentlicht - es ist immer ein Wettrennen. Die Konzerne, um sich die Marktposition zu sichern, die Wissenschaftler an Universitäten, Instituten etc. um über die Erstveröffentlichung an Ruhm und damit an finanziellen Mitteln zu gewinnen. Und innerhalb der Firma, um die eigene Position zu sichern, evlt. die Karriereleiter hochzusteigen… überall das gleiche :roll: 

    Ich möchte fast sagen, er weiß wie das Ganze funktioniert, wo Kepler noch lernen muss.. Ich hoffe ich drücke meine unausgegorenen Gedankenblitze halbwegs verständlich aus.

    Das war sehr verständlich, v.a. dieser Satz! Das hast Du meiner Meinung nach genau auf den Punkt gebracht :applause: 

    Ich *an der Stelle wurde zensiert* habe die Ausstellung verpasst Aaaarghhhhhh! Und wie ich deinen Wort entnehmen darf, war es eine richtig gute Ausstellung gewesen. Die nächsten Sonderausstellungen habe ich mir schon mal dick vorgemerkt.

    oje, und die Ausstellung war wirklich toll und auch ganz fantastisch für Kinder aufbereitet - so hättet Ihr wirklich alle was davon gehabt :friends: 

    Das war wirklich ein ganz interessanter Abschnitt des Kapitels. So klar war mir das alles noch nie. Da gäbe es auch noch eine Menge drüber zu lernen.

    hihi - nächstes Thema auf der MLR-Liste :totlach: 

    Namentlich erwähnt wurde keine weitere, aber ich habe auch herausgelesen, dass er sich gerne mal mit dieser oder jener vergnügte, eben ganz nach Bedarf.

    Das hab ich überhaupt nicht erkannt. :-k 

    Kennst Du nicht die Geschichte von dem griechischen Philosophen, der wegen seiner ständigen Himmelsbeobachtungen in eine Grube fiel? Die Magd sagte noch etwas in der Art, dass er zwar wisse, was da oben vor sich gehe, dabei aber übersehe, was vor seinen Füßen liege.

    Nee, kenn ich nicht, sonst hätte ich ja nicht gefragt :wink: 

    Heute, da schon so viele Geheimnisse gelüftet und Naturgesetze bekannt sind, wird auch die Forschung immer komplexer, so dass ein Austausch und Zusammenarbeit unumgänglich wird - ich glaube, den typischen Einzelkämpfer gibt es heute eher nicht mehr.

    Doch, den gibt es schon noch - in der Industrie wie anderswo. Sie haben heute nur mehr Mitarbeiter, die ihnen zuarbeiten und auf deren Publikationen sie ihren Namen ganz vornedran setzen können…

    Das habe ich auch so verstanden. Wobei es mich auch nicht wundern würde, wenn ein weiterer Grund wäre, dass er ja nicht zu viel verraten möchte, um seinen Wissensvorsprung behalten zu können.

    Brahe war auch der verschlossene Typ - aber diesmal dann zu Keplers Gunsten, denn ihm überließ er ja seine gesammelten Daten :wink: 

    Vielleicht kam er sich selber gar nicht so unbeherrscht vor.Wir empfinden uns ja meist auch mit allen unseren Eigenschaften, die andere womöglich nerven, ganz passabel und annehmbar.

    Vermutlich war das so, sonst hätte er den Brief an Galilei so bestimmt nicht abgeschickt

    dass ich momentan einfach den Kopf nicht frei habe um mich aktiv an einer Leserunde zu beteiligen. Ich lese das Buch zwar weiterhin auch im gleichen Tempo wie ihr und auch hier sicherlich nach, aber ich merke, ich müsste mich wirklich überwinden, um hier mitzumachen, und das ist nicht der Sinn einer Leserunde. Es soll ja Spaß machen.

    Das ist schade, aber ich versteh Dich schon. Und Spaß soll es ja wirklich machen. Immerhin bleibst Du uns als stiller Mitleser erhalten :friends: 

    Finde es immer wieder schön wenn ich Menschen nun zeitlich in die Geschichte setzen kann.

    Ja, geht mir auch so :) 

    Lieg noch im Krankenhaus, aber bin eher Mitleser als das ich kommentiere.

    Hoffentlich bist Du bald zu Hause :friends:


    So, jetzt mach ich mir erst mal was zu essen und dann setze ich mich an unser heutiges Kapitel :study:

    viele Grüße vom Squirrel

     :study: Kazuo Ishiguro - Der Maler der fließenden Welt
     :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)

  • Mit dem Tod des Tycho Brahe anno 1601 rückt Kepler im Alter von 30 Jahren an dessen Stelle (ist ja gar kein schlechter Karrieresprung), und soll sich um dessen unvollendete Arbeiten kümmern.

    Ist das nicht immer so, wenn ein Kollege in den Ruhestand tritt (in Brahes Fall in den endgültigen Ruhestand), dass sich der Nachfolger um dessen "Altlasten" zu kümmern hat (ich habe diese Erfahrung auch gemacht und jetzt noch Alpträume davon - und in meinem Fall ging es "nur" um unbearbeitete Akten :geek: ).

    Was andere vielleicht als Meßfehler abgetan hätten, spornt Kepler indes besonders an, in aller Demut "endlich die wahre Form der Himmelsbewegungen" aufzuspüren.

    Das hatte mich auch sehr beeindruckt. Er gibt nicht auf, sondern geht den Dingen auf den Grund. Ich glaube, so etwas macht ein wahres Genie aus :pray: .

    Fünf Jahre ziehen sich seine Berechnungen hin, ehe er die richtige Planetenbahn gefunden hat, die "eine vollkommene Ellipse" ist. Wirklich zu verstehen, wie er darauf kam, ist für den Fachmann nur schwer, für den Laien wohl gar nicht möglich.

    Für mich persönlich war es gar nicht nachvollziehbar. Ich habe es gelesen, die Buchstaben haben Wörter und Sätze gebildet, aber deren Sinn habe ich nicht verstanden :?:?(:scratch: . I

    Liege ich damit sehr weit neben Euren Eindrücken?

    Auf jeden Fall nicht bei mir, ich hatte irgendwann aufgegeben :ergeben: .

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
    Lucinda Riley, Die Schattenschwester

  • Das hab ich überhaupt nicht erkannt.

    Oh, Du unschuldiges Mägdelein! O:-) 

    Nee, kenn ich nicht, sonst hätte ich ja nicht gefragt

    Das ist auch die ganze Geschichte (allerdings ist mir bei genauerem Nachdenken eingefallen, dass es sich um einen Brunnen und keine Grube gehandelt hat, und der Akteur war, glaube ich, der Thales von Milet, sonst fällt mir keiner ein. :-k Der in dem Fass war ein anderer ...

    Liebe Grüße von Sylli :montag: 
    "Bücher lesen heißt wandern gehen in ferne Welten, aus den Stuben über die Sterne." (Jean Paul)

  • Der in dem Fass war ein anderer

    Das war Diogenes :mrgreen: .

    allerdings ist mir bei genauerem Nachdenken eingefallen, dass es sich um einen Brunnen und keine Grube gehandelt hat, und der Akteur war, glaube ich, der Thales von Milet,

    War er, und es war ein Brunnen - nicht verzagen, Tante Wiki fragen :loool: .

    Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
    Lucinda Riley, Die Schattenschwester

  • Ja, so habe ich das auch gemeint.

    Ups, klassisches Mißverständnis meinerseits. :uups:


    Vielleicht kam er sich selber gar nicht so unbeherrscht vor.

    Ja, das ist wohl so.

    Ich melde mich nochmal kurz zu Wort und leider von der weiteren Leserunde ab.

    Oh, schade! Aber verständlich :winken: 

    Leider bin ich noch im Krankenhaus

    Was machst du denn für Sachen? :shock: Gute Besserung und komm recht schnell wieder nach Hause :friends:


    oje, und die Ausstellung war wirklich toll und auch ganz fantastisch für Kinder aufbereitet - so hättet Ihr wirklich alle was davon gehabt

    :cry: Aber die nächsten Ausstellungen entgehen mir nicht. :rambo: Ich muss sie "nur" noch in meinen Kalender schreiben.


    hihi - nächstes Thema auf der MLR-Liste

    Auf das uns der Lesestoff niemals ausgehen wird :anstossen:

    Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
    Henry D. Thoreau



    :montag: Ich lese gerade

  • Aber die nächsten Ausstellungen entgehen mir nicht. Ich muss sie "nur" noch in meinen Kalender schreiben.

    die nächste geht über Richard Löwenherz :bounce: allerdings werde ich da sicherlich erst nächstes Jahr gegen Ende der Ausstellung hinkommen :)

    viele Grüße vom Squirrel

     :study: Kazuo Ishiguro - Der Maler der fließenden Welt
     :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)

  • Wenn man über ein Thema liest, dann begegnet es einem in völlig unerwarteter Weise wieder. Im neuesten Geo Heft (Nr. 5) habe ich gestern mittag einen neuen Bericht angefangen über "Die Schatzsucher". Da entdeckten Schwammtaucher nahe der Ägäisinsel Antikythera einen verblüffenden Mechanismus. Gefunden wurde auch unter anderem ein schwerer Arm einer Bronzestatue und viele andere interessante Dinge.
    Als ich abends dann das Kapitel 13 "Wie Kepler seine Planetengesetze findet" angefangen hatte, habe ich nicht schlecht gestaunt. Wenn ihr dem Link folgt und durch das Heft virtuell blättert, könnt ihr sogar ein Bild von diesem Mechanismus sehen. So fügt sich eines zum anderen.


    An meinem letzten freien Tag in dieser Woche

    :| Oh je :friends: 

    Doch Kepler wäre nicht er selber, wenn er nicht auch eigene Ziele verfolgte.

    Da ist er mir so richtig sympathisch :D


    In seiner "Neuen Astronomie" verbindet Kepler die Astronomie mit der Physik, und stellt die Sonne in den Mittelpunkt seiner Überlegungen. Dadurch kann er Phänomene erklären, die die kopernikanische Lehre als die richtige auszeichnen, während sich das geozentrische Weltbild und Brahes "gemischte Theorie" als falsch erweisen. Die permanente Beobachtung der Marsbahn und eine geringfügige Differenz lässt ihn erkennen, dass sie nicht kreisförmig ist. Was andere vielleicht als Meßfehler abgetan hätten, spornt Kepler indes besonders an, in aller Demut "endlich die wahre Form der Himmelsbewegungen" aufzuspüren.

    Ich weiß, dass ich mich wiederhole, aber ich bewundere immer wieder seine Hartnäckigkeit. In diesen und anderen Momenten ist es ein wahrer Segen. Ein anderer hätte wohl längst die Flinte ins Korn geworfen. Gepaart mit seiner Fähigkeit neue Blickwinkel zu erkennen.



    Fünf Jahre ziehen sich seine Berechnungen hin, ehe er die richtige Planetenbahn gefunden hat, die "eine vollkommene Ellipse" ist. Wirklich zu verstehen, wie er darauf kam, ist für den Fachmann nur schwer, für den Laien wohl gar nicht möglich. Muss neben seiner Ausdauer wohl auch so etwas wie die richtige Intuition dabei gewesen sein, wenn ich das richtig verstanden habe. Jedenfalls hatte ich während des Lesens den Eindruck, dass das auch für Fachleute nicht in alle Details nachvollziehbar und erklärbar ist. Liege ich damit sehr weit neben Euren Eindrücken?

    :-, Ich las die Worte, doch verstand ich den Inhalt nur ganz grob. Dabei erklärt Padova sehr gut. Das weckt meine Neugierde. Irgendwo muss das doch noch laienverständlicher gut erklärt zu finden sein.


    Wie der kaiserliche Mathematiker, tief im okkulten Denken seiner Mutter verhaftet, dabei Planetenseelen und Geister beschwört, hat mir schon sehr gut gefallen.

    Da musste ich schmunzeln.

    Schließlich sieht er im Magnetismus die Lösung, da er sich bereits auch mit der neuen Theorie des Erdmagnetismus von dem mir völlig unbekannten William Gilbert befasst hatte. Und damit war er ja durchaus nicht auf dem Holzweg, obwohl erst Isaac Newton Jahrzehnte später die allgemeine Gravitationstheorie auf den gesamten Kosmos ausdehnen und damit zu des Pudels Kern vordringen würde.

    Da kann ich mich ja noch auf ein weiteres Buch von Padova freuen. Ich bin gespannt was ihr alles in der MLR darüber ausgegraben habt.


    Am meisten gefreut hat mich aber, dass im Jahre 1610 doch noch ein Bewunderer Keplers am Horizont auftauchte, der Brite William Lower, der voll des Lobes über dessen Buch ist.

    Mich auch! Ich war da wirklich überrascht.


    Ein sehr schönes Kapitel war das wieder, fast hätte ich das Gefühl, persönlich bei der Entdeckung der Planetenbahnen dabei gewesen zu sein.

    Das Gefühl dabei zu sein, hatte man tatsächlich.




    (ich habe diese Erfahrung auch gemacht und jetzt noch Alpträume davon - und in meinem Fall ging es "nur" um unbearbeitete Akten

    :wuetend: Das ist ja mal wieder ein *ironie on* sehr kollegiales Verhalten *ironie off*. Das Vergnügen hatte ich auch schon mal. Übrig geblieben waren die unangenehmen Reklamationen aufzuarbeiten. :evil:



    Für mich persönlich war es gar nicht nachvollziehbar. Ich habe es gelesen, die Buchstaben haben Wörter und Sätze gebildet, aber deren Sinn habe ich nicht verstanden

    :friends: Noch jemand dem es so ging.

    Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
    Henry D. Thoreau



    :montag: Ich lese gerade

  • Gestern sind mir noch ein paar Zitate "abhanden" gekommen.


    Bin nach den Therapien meist ziemlich k.o. (Kraftkammer, FET = Fahrradergonomietraining, Turngruppe, Wandergruppe, etc...) und schlafe viel zu schnell weg. Ist ja doch Reha und nicht Kur.

    Für deine Reha alles Gute! Ich weiß noch von meinem Mann her, wie anstrengend die ist.


    Aber lauter liebe Leute da und bei den Therapien alle sehr fürsorglich.

    Das klingt gut!

    Ich konnte beide Arbeiten abschließen und bin richtig stolz und froh und erleichtert

    :anstossen: Herzlichen Glückwunsch! :anstossen:


    die nächste geht über Richard Löwenherz

    :dance: Ein interessantes Thema wieder. Vielleicht sehen wir uns sogar dort. :D

    Bücher müssen mit soviel Überlegung und Behutsamkeit gelesen werden, als sie geschrieben wurden.
    Henry D. Thoreau



    :montag: Ich lese gerade

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