Dan Vyleta - Smoke

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Smoke

3.7|10)

Verlag: carl's books

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 624

ISBN: 9783570585689

Termin: März 2017

  • Klappentext:
    Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre? Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen. Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...


    Autor:
    Dan Vyleta wurde 1974 als Sohn tschechischer Einwanderer in Gelsenkirchen geboren. Nach dem Abitur studierte er in England und Wien Geschichte und promovierte am King’s College in Cambridge. Für seine Romane hat er bereits mehrere Literaturpreise erhalten. Smoke begeisterte in den USA und in Großbritannien Kritiker und Leser gleichermaßen und erscheint demnächst in 15 Ländern. Nach vielen Jahren in Kanada lebt Dan Vyleta zur Zeit wieder in England.


    Allgemeines:
    Erscheinungsdatum: 13. März 2017
    Seitenanzahl: 624
    Verlag: carl’s books
    Originaltitel: Smoke


    Eigene Meinung:




    „Jene, die Naturwissenschaften studieren und sie zum Wohl der Menschen anwenden, erzählen uns, daß wir die schädlichen Bestandteile, die sich aus der verdorbenen Luft erheben, wären sie dem Auge sichtbar, in einer dichten schwarzen Wolke über den Schlupfwinkeln lagern und sich langsam weiterschieben sehen würden, um auch die besseren Viertel einer Stadt zu verderben. Aber wie grauenhaft wäre erst der Anblick, könnte auch die moralische Pestilenz, die mit ihnen aufsteigt …], erkennbar gemacht werden.“
    CHARLES DICKENS, DOMBEY & SOHN (1848)


    Mit diesem Zitat von Dickens beginnt der Roman Dan Vyletas und wie er auch im Nachwort erwähnt, ist es genau das Zitat, welches ihn zum Schreiben dieses Buches inspiriert hat.
    Mich hat das Buch sehr gut unterhalten. Zu Beginn startet der Roman in einem Internat, in dem wir an die Protagonisten und die „Regeln“ des Rauchs und der Gesellschaft herangeführt werden. So sollen die Jungs aus dem Internat darauf geschult werden dem Rauch zu widerstehen. Sich also so zu beherrschen, dass sie wenn möglich gar nicht rauchen. So sollen sie dann in den verrauchten Vierteln in London dem Gift des Rauches wiederstehen können, und dort die Kanalisation neu aufbereiten, um den armen Menschen, die dort leben, das Leben zu vereinfachen.
    Doch ganz so wie es klingt ist es dann doch nicht und wir stoßen auf Korruption, Intrigen und eine große Verschwörung.
    Der Roman von Dan Vyleta ist unglaublich vielschichtig, wenn man sich darauf einlässt. So wartet er mit unterschiedlichen Charakteren auf. Thomas, der Hauptprotagonist, ist einem nicht mal wirklich sympathisch, sein Freund Charlie dagegen schon eher, allerdings scheint er unheimlich naiv und später stößt dann auch Livia hinzu, welche aus der höheren Schicht kommt und allem gegenüber hochnäsig daherkommt. So hat man nicht unbedingt eine Identifikationsfigur, aber sie wirken glaubwürdig. Selbst die Nebenfiguren sind unterschiedlich und haben ihre Ecken und Kanten.
    Insgesamt betrachtet ist sowohl die Geschichte als auch die Atmosphäre sehr düster und bedrückend gehalten. Man hat kaum eine Stelle, in der man aufatmen oder aus dieser Schwere des Rauches auftauchen kann. Der Autor geizt nicht mit Adjektiven, die den verrauchten Zustand des Londons der Geschichte lebendig werden lassen und findet auch wunderbare Metaphern, um das Ganze noch auf die Spitze zu treiben.
    Generell karikiert Vyleta eine Gesellschaft, die geprägt ist von der Frage nach Gut und Böse. Was darf man, was darf man nicht? Was wird bestraft, was nicht? Der Handlungsverlauf nimmt eine Richtung, die vorher nicht abzusehen ist und den Leser immer weiter in diese existenziellen Fragen mit hineinzieht, bis er sich nicht mehr dagegen wehren kann…


    Fazit: Diesen Roman von Dan Vyleta habe ich sehr gerne gelesen, er war anders, spannend und vor allem aber vielschichtig, so dass man über vieles nachdenken und sich eigene Fragen stellen konnte. Für mich eine Leseempfehlung, die ich sehr gerne weitergebe! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    1. Smoke

      (Ø)

      Verlag: carl's books


    :study: Isenhart - Holger Karsten Schmidt

    :montag: Das Kupferversprechen - Jen Williams

    :montag: Der Mond des Vergessens - Brian Lee Durfee (MLR)

    :musik: Wolkenschloss - Kerstin Gier

  • Verlagsinfo


    Wie sähe eine Welt aus, in der jede Sünde, jeder dunkle Gedanke sichtbar wäre?
    Smoke entführt den Leser in ein England vor hundert Jahren, in dem jede Verfehlung mit Rauch bestraft wird, der dem Körper entweicht. Auch Thomas und Charlie, Schüler eines Elite-Internats, werden immer wieder durch Rauch-Attacken gebrandmarkt, wenn sie den strengen Schulregeln nicht genügen.
    Doch dann finden sie – fast zufällig – heraus, dass die Gesetze des Rauchs längst nicht für alle gelten. Wieso gibt es böse Menschen, die nicht von Ruß befleckt sind? Und welche Rolle spielt der Rauch bei den sozialen und politischen Umbrüchen ihrer Zeit? Auf der Suche nach der Wahrheit begeben sich die Freunde auf eine dramatische Reise voller riskanter Abenteuer und düsterer Intrigen und rufen damit schon bald mächtige Feinde auf den Plan ...


    Meine Meinung


    Ziemlich düster und abgefahren - aber großartig umgesetzt!


    Das ganze war völlig anders als erwartet, denn ich hatte nach dem Klappentext ein Abenteuer erwartet, ein unterhaltsames, viktorianisches Abenteuer mit einem Hauch Mystik. Doch es ist so viel mehr!


    Schon der Anfang hat sehr gut die Atmosphäre eingefangen, die zurzeit der Geschichte in England herrscht, bzw. vom Rauch beherrscht wird. Jeder böse Gedanke, jede böse Tat wird durch den Rauch offenbar, der den Menschen aus den Poren strömt und so für jeden sichtbar gemacht wird. Doch es gibt Ausnahmen, wie immer und vor allem gibt es die Adeligen, die Reichen: die Reinen. Anhand ihrer Kleidung schnell zu erkennen, denn sie ist nicht rußgeschwärzt vom Rauch der Sünde, sondern blütenweiß.


    Thomas und Charlie sind beide auf einem Eliteinternat, denn auch ihre Eltern zählen zur Oberschicht. Dort geht es aber auch eher zu wie in einem Gefängnis, denn es gibt strikte Regeln und harte Konsequenzen. Ihr Leben dreht sich einzig um Kontrolle und Disziplin - was natürlich auch unter den jungen Männern selbst zu Rivalitäten führt. Aber die Angst sitzt viel zu tief und so folgen sie den Doktrinen, die ihnen von Geburt an aufgezwungen wurden.


    Thomas aber ist anders. Und mit ihm sein bester Freund Charlie, die auf ihrer Suche nach der Wahrheit hinter dem Rauch auf ungeahnte Geheimnisse stoßen, die ihre Sichtweise auf die Welt völlig verändern.
    Dabei setzt der Autor geschickt Perspektivenwechsel ein, aber nicht nur von den beiden Jungen, sondern auch andere relevante Figuren kommen zu Wort - und so erfährt man ihre Gedanken und Gefühle, die nach außen hin alle im Verborgenen bleiben. Die Atmosphäre ist sehr düster, das Tempo eher ruhig und der Schreibstil großartig mit vielen anschaulichen Details und stilgerechten Metaphern. Mir hat er jedenfalls sehr gefallen, aber dieses langsame Anschleichen und Erzählen muss man mögen. Es wird jedenfalls nie langweilig, weil immer wieder etwas passiert oder neue Entdeckungen über den Rauch gemacht werden, die einen zum Nachdenken bringen. Denn ist es wirklich das Böse, das der Rauch so offen zeigt? Und für welches Leben entscheiden sich diejenigen wirklich, die dem Rauch vollkommen abgeschworen haben?


    Das Böse, die Sünde, alles Schlechte offenbart sich hier in den rußgeschwärzten Atemzügen der Menschheit - aber wie tugendhaft kann man sein, während man gleichzeitig noch ein lebenswertes Leben lebt. Ein stetes Rinnsal nichtssagender Momente wäre es doch ohne die Leidenschaft, egal aus welchem Anlaß sie geboren wird. Denn was macht den Menschen, was macht das Leben denn aus, wenn man nichts erlebt, was tiefer geht. Was die Gefühle aufleben lässt, wenn sie uns überrollen und eintauchen lassen in eine Welle der Unvernunft; ein berauschendes Gefühl ohne Scham und Schuld, ein Moment, der ein einfaches Verlangen stillt und uns mit Glück erfüllt.
    Geht das? Oder haben wir es verlernt, im Laufe der Jahre, die wir uns anpassen und uns in einer Welt aus Korruption und Macht einer Scheinheiligkeit unterwerfen, die uns glauben machen soll, dass andere immer besser sein werden als wir selbst?


    In jedem von uns steckt Menschlichkeit, stecken Gefühle, die ein wahres Kaleidoskop von der Vielfältigkeit zum Besten geben, die unser Leben so erfüllt und ja, faszinierend macht.


    Ich denke, ich habe verstanden worauf Dan Vyleta hinauswollte, was ihn bewegt hat zu zeigen, dass das leidenschaftliche Gefühl nichts schlechtes ist, die Unbefangenheit, mit der wir noch als Kinder in den Tag hinein lebten, und die wir immer mehr unterdrücken, je älter wir werden.
    Wir leben nur einmal und da sollte doch eins unserer ersten Ziele sein, glückliche und erfüllte Tage zu leben und sie nicht mit Einschränkungen und Dogmen zu beschneiden.


    Fazit: 5 Sterne


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

  • Gestern Abend habe ich dieses Buch beendet.


    Zu allererst fiel mir das Cover sehr positiv auf - das Bild passt absolut zum Inhalt. Leider ist jedoch die Qualität des Bucheinbands nicht sehr gut, es ist aus einem anderen Material wie die meisten anderen Taschenbücher und sieht nach dem einen Mal Lesen schon furchtbar zerlesen aus. Ich gehe immer sehr pfleglich mit meinen Büchern um, daher stört mich das schon sehr und es wird im Bücherregal auch auffallen :thumbdown: Ich persönlich habe das Buch von der lieben -the-black-one- geschenkt bekommen, aber dennoch ist der Preis für dieses Buch deutlich höher als für andere Taschenbücher, daher sollte so etwas eigentlich nicht vorkommen.


    Auf den Inhalt werde ich nicht mehr eingehen.

    Anfangs war ich sehr positiv angetan von dem Buch, es schafft eine bedrückende, dunkle Atmosphäre und natürlich ist man neugierig, was es mit dem Rauch auf sich hat. Das änderte sich jedoch recht bald.

    Die Perspektivenwechsel im Buch gefielen mir ganz gut. So konnte man die Beweggründe der einzelnen Personen ein wenig besser nachvollziehen. Aber leider hatte ich gerade damit dennoch sehr große Probleme: mir waren bis zum Schluss alle (!) Personen unsympathisch und fremd. Der Autor hat die Angewohnheit, zwischendurch immer wieder Sätze einzuschieben wie "Charlie, dessen Charakter so und so war" oder "Thomas verhielt sich seinen Charakterzügen entsprechend so und so", und ich dachte mir dann immer: Komisch, für mich kommt er aber ganz anders rüber, ich hätte ihn nicht so eingeschätzt. Also für mich persönlich passten die Charaktere und ihre Handlungen selten zusammen. Das hat mich gestört.

    Überhaupt war auch der Schreibstil von Vyleta nicht nach meinem Geschmack: zu viele kurze, abgehackte Sätze und das das gesamte Buch hindurch, außer in den wörtlichen Reden. Er hat das als Stilmittel benutzt und es passte auch zum Buch, aber gefallen hat es mir trotzdem nicht. Oft werden auch vulgäre Situationen beschrieben, die nichts mit der Handlung zu tun haben - warum also werden sie erwähnt?

    Aber ich war schon zu weit gekommen um abzubrechen und wollte nun auch wissen wie es weitergeht, leider konnte mich das Ende auch nicht mehr begeistern.

    Was man dem Buch lassen muss: es ist spannend und man hat nur wenige, kurze Verschnaufpausen.


    Aufgrund der sehr interessanten Idee und der Spannung vergebe ich dennoch :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:, auch wenn mich der Rest nicht überzeugen konnte.


    Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Boden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.

    (Hermann Hesse)


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