Ava Reed - Wir fliegen, wenn wir fallen

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Wir fliegen, wenn wir fallen

4.5|27)

Verlag: Ueberreuter Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 304

ISBN: 9783764170721

Termin: Februar 2017

  • Fazit:


    Noel, der nach Tannennadeln riecht und Yara, die nach Gänseblümchen riecht treffen bei Phil aufeinander und das nicht im guten Sinne. Sie stoßen einander ab ziehen aber auch den anderen wieder an. Beide hatten es nicht so leicht und haben ihre eigenen Schutzschilde aufgebaut, die bei beiden anders aussehen. Eine wundervolle Geschichte mit viel Herz und Tränen.


    Klappentext:

    "„Unsere Welt besteht aus vielen kleinen Wundern, wir nehmen uns nur zu selten Zeit für sie.“
    [/quote]Eine Liste mit zehn Wünschen. Ein letzter Wille.
    [/quote]Und zwei, die ihn gemeinsam erfüllen sollen.
    [/quote]Die Geschichte von Yara und Noel"
    [/quote]Bewertung:


    Ganz niedlich finde ich immer die paar Worte vor jedem Kapitel, z. B. "Das Leben fragt dich nicht nach deiner Meinung - niemals".


    Das Buch dreht sich um Yara und Noel, die sich nicht ausstehen können, aber einen gemeinsamen Bekannten haben, über den sie sich kennenlernen. Das erste Aufeinander Treffen ist wirklich unglücklich, aber Noel ist auch kein netter Artgenosse. Da kann man gut aneinander stoßen. Nach seinem Tod arbeiten sie eine Liste ab und kommen sich dadurch näher.
    Am Anfang ist das abarbeiten eher schwierig, weil sie beide immer wieder anecken, aber sie kommen sich immer näher. Und das ist wirklich niedlich. Besonders Noel, der sich unter seiner harten Schale versteckt.


    Die Kapitel sind entweder aus Yaras oder Noels Sicht. Langsam ist das meine Lieblingssicht geworden, weil ich einfach viel mehr noch erfahre.


    Das Cover ist wirklich schön, aber was ich noch schöner finde ist das Buch ohne den Umschlag. Der weiße Umschlag mit den pinken Dingen drauf. Es sieht einfach wirklich schön aus.


    Charaktere


    Yara ist sehr traurig seit ihre Eltern nicht mehr da sind. Das ist gar nicht so einfach für sie. Sie hat Schuldgefühle und schleppt sich im Moment eher durchs Leben. Nur bei Phil kann sie sie selbst sein und muss sich nicht verstellen. Sie riecht nach Gänseblümchen.


    Noels Leben ist nicht wirklich rosig. Er arbeitet bei Mc Donald's und hat keine Perspektive. Er lebt sein Leben so vor sich hin. Seine Mutter hat ihn verlassen, was ihn schon etwas geprägt hat. Das hat er auch nicht wirklich verarbeitet und hegt dadurch auch Groll gegen Phil, seinen Opa. Er riecht nach Tannennadeln, nach Wald.


    Der gemeinsame Bekannte Phil bringt in beide Leben etwas Licht. Yara liest ihm ab und zu was vor und Noel ist sein Enkel. Er ist in einem Pflegeheim und ihm geht es nicht wirklich gut. Er war stets freundlich, zuvorkommend und gut gelaunt gewesen, aber mit Noel ist er öfter aneinander geraten, was wohl auch an Noel liegt. Den bringt er nämlich mit seinen Auftreten und Äußerungen in rage.


    Tante Em wirkt auf den ersten Blick eher lieblos und nicht so wirklich da für Yara. Aber der Schein trügt, denn Yara sieht nicht das Ganze. Em ist wirklich nett und bemüht sich um Yara, lässt ihr aber auch ihren Freiraum.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Wir fliegen, wenn wir fallen ~ Ava Reed


    Überreuter Verlag
    304 Seiten


    Inhalt:
    "Eine Nacht unter den Sternen schlafen.
    Einen Spaziergang im Regenwald machen.
    Die Nordlichter beobachten ...


    So beginnt eine Liste mit zehn Wünschen, die Phil nach seinem Tod hinterlässt, gewidmet seinem Enkel Noel und der siebzehnjährigen Yara.
    Phils letztem Willen zufolge sollen sich die beiden an seiner statt die Wünsche erfüllen. Gemeinsam. Yara und Noel, die sich vom ersten Moment an nicht ausstehen können, willigen nur Phil zuliebe ein.
    Doch ohne es zu wissen, begeben sich die beiden auf eine Reise, die nicht nur ihr Leben grundlegend verändern wird, sondern an deren Ende beiden klar ist:
    Das Glück, das Leben und die Liebe fangen gerade erst an."
    ~~~~~~~~~~~~


    Meinung:


    Es spricht für sich, wenn man ein Buch an einem Tag inhaliert.
    Samstag Nacht begonnen, Sonntagnacht beendet. Ohne die Pausen hätte ich auf vier, maximal sechs Stunden getippt.


    Aber zum Wesentlichen:
    Dies' ist die Geschichte von Yara und Noel, beide nicht ganz glücklich in ihren Leben und die einzige Konstante ist Phil.
    Als diese jedoch einfach wegbricht, nicht mehr da ist - stehen sich die beiden unweigerlich gegenüber.
    Phils letzter Wunsch: Eine Reise. Die Punkte der Liste erfüllen.


    Und das tun sie, zwar mit anfänglichen Startschwierigkeiten, aber sie tun es.
    Bei Gott und wie sie das tun.


    Ava's Schreibstil ist - hier kommt mein Lieblingswort - fluffig.
    Locker, leicht und trotzdem saugt einen das Buch mit jedem gelesenen Wort förmlich auf. Deswegen fliegen die Seiten. Ein Pageturner schlechthin.


    Yara oder auch "das Lesemädchen" genannt, lebt bei ihrer Tante Em und führt eigentlich ein ganz normales Leben.
    Für mich wirkte sie wie ein realer Mensch. Aus dem Leben gegriffen und in dieses Buch geworfen. Sympathisch, nett. Mit Ecken und Kanten und so vielen Gemeinsamkeiten, die ich immer wieder entdecken durfte.


    Und auch Noel ist ein typischer Kerl. Mehr oder weniger gewöhnliche Probleme (Scheiß Job, schlechter Umgang, Loses Mundwerk, chaotische Wohnung...) reihen sich bei ihm aneinander.


    Bis diese beiden Welten zusammen auf die Reise gehen - mitten hinein ins Unwetter, das sich Leben nennt und ohne eine Ahnung, ob sie da heil wieder rauskommen.


    Die Autorin schafft es mit so kleinen Worten, so wenig großem "Getöse" und so viel Liebe eine Atmosphäre zu schaffen, der man sich kaum entziehen kann.


    "Die größten Fehler, die wir begehen können, sind, keine zu machen."
    (Seite 291)


    Es ist keine ganze Weltreise, die die beiden Protas machen, aber man bekommt als Leser schon einiges geboten.
    Vergangenheitsbewältigung, Weinen, Wut, Lachen, Schönheit, Wissen und vor allem Weisheit - um nur ein paar Schlagworte zu nennen.


    Wenn man mal wieder auf der Suche nach einer Filmvorlage ist - dieses Buch wäre für mich ein mehr als geeigneter Kandidat.
    Denn die Bilder und die Erfahrungen, die Wir fliegen, wenn wir fallen beschreibt, sind es wert gelesen und gesehen zu werden. Gelebt zu werden.


    Fazit:


    Wir fliegen, wenn wir fallen ist gewaltig. Es ist das pure Leben, das Zögern, das Greifen nach Mehr, das "Sich fallen lassen" und das "Kaputt gehen".
    Und dabei bedarf es nicht mal vieler Worte.
    Das Buch besticht durch Einfachheit, durch Schlichtheit und ist gleichzeitig so vielsagend.


    Jeder braucht ein Ziel. Und wenn es nur "den nächsten Atemzug tun" heißt.
    Eine klare Leseempfehlung für alle.
    Ohne Grenzen.


    Ich vergebe 5 von 5 :bewertung1von5: Sterne.

  • Beitrag an bestehenden Thread angehängt :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

     :study: Kazuo Ishiguro - Der Maler der fließenden Welt
     :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)

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