Graham Moore - Die letzten Tage der Nacht / Last Days of Night

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Die letzten Tage der Nacht

4.4|8)

Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 464

ISBN: 9783404177066

Termin: August 2018

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  • Inhalt:
    New York, 1888. Thomas Edison hat die Erfindung derGlühbirne rechtzeitig vor allen Konkurrenten patentieren lassen und jetzt willer natürlich das Monopol dafür behalten. Sein schärfster Konkurrent, GeorgeWestinghouse, möchte aber mit einer Weiterentwicklung ebenfalls auf den Marktkommen und deshalb entbrennt ein langer Rechtsstreit darüber, ob Edison dasPatent rechtmäßig besitzt und ob sein Allein-Monopol bestehen bleiben soll.
    Westinghouse sucht sich ein renommiertes Anwaltsbüro und macht den noch unerfahrenenPaul Cravath zu seinem Anwalt. Dieser setzt alles daran, seinen Auftraggeberzufrieden zu stellen. Vor allem, als er feststellt, dass Edison bei seinerPatentschrift vielleicht tatsächlich nicht ganz die Wahrheit gesagt hatte undnicht alles so rechtmäßig lief, wie es hätte sein sollen. Während der nächstenMonate wogt der Kampf hin und her. Der geniale Wissenschaftler Nikola Teslawechselt von Edison zu Westinghouse. Immer wieder hofft Paul, dass er genügendBeweise gefunden hat, um das Gericht zu überzeugen. Edison hingegen erscheintunerreichbar. Er überschüttet seinen Gegner mit hunderten von Gegenklagen. Erversucht die Idee von Westinghouse schlecht zu machen, dass Wechselstrom fürdie Zukunft der Elektrizität besser und sicherer wäre.
    Meinung:
    Ich weiß nicht genau, was ich vom Buch erwartethabe, aber was letzendlich dabei raus gekommen ist, verwirrt mich zutiefst.Meine Meinung wird diesmal auch recht kurz ausfallen, da ich nicht wirklichweiß, wie ich das Buch einordnen soll.
    Zur Geschichte an sich. Sie ist eigentlich gutaufgebaut. In sich schlüssig. Aber für mich war sie nur mäßig interessant.Normalerweise interessiere ich mich sehr für die Zeitgeschichte und vor allemfür wichtige Erfindungen der Menschheit. Beim Buch ging es mir jedoch zu sehrum den finanziellen und rechtlichen Aspekt und zu wenig um denZwischenmenschlichen. Natürlich gab es auch ein paar Höhen, an denen esspannend und interessant wurde, die meiste Zeit plätscherte die Geschichte abereinfach so dahin.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • spannender, gut recherchierter Roman um den Stromkrieg


    Graham Moore erzählt in „Die letzten Tage der Nacht“ die Geschichte des Stromkrieg zwischen Edison und Westinghouse. Der junge und unerfahrene Anwalt Paul Cravath wird von Westinghouse ausgewählt um seine Interessen im Rechtsstreit um das Glühbirnenpatent zu vertreten, da er so unbescholten scheint und Westinghouse davon ausgeht, dass fast jeder in der Stadt auf einer Lohnliste Edisons steht oder ihm sonstwie verbunden ist. Manchesmal fehlt es Paul an Erfahrung und ihm unterlaufen auch Fehler, aber er gibt sein Bestes und begleitet den Fall bis zum Schluß.


    Aber es geht nicht nur um diesen Rechtsstreit, sondern auch darum, was einen antreibt und, dass es passieren kann, sich zusehr an einem Punkt zu verbeissen und Wichtiges außer Acht zu lassen.
    Sehr interessant schildert Moore die einzelnen Charaktere und ihre Motivation: Westinghouse erschafft Dinge, Tesla Ideen und Edison ein Imperium – drei miteinander absolut inkompatible Herangehensweisen mit Wissenschaft, Industrie und Geschäft umzugehen ( S.139). Ausgesprochen spannend fand ich die Beschreibung Teslas und seiner Eigenheiten.


    Die einzelnen Kapitel sind recht kurz gehalten und ihnen ist jeweils ein passendes Zitat einer Berühmtheit vorangstellt, was mir sehr gut gefällt.


    Der Roman ist sehr fesselnd geschrieben; man mag ihn gar nicht mehr aus der Hand legen. Von Beginn an hatte ich den Eindruck, dass sehr gut recherchiert wurde und der Kampf um das Monopol sachlich korrekt erzählt wird. Im Anhang wird genau aufgelistet, welche Begebenheiten etwas verändert, ergänzt oder gekürzt wurden, wobei es sich eher um Kleinigkeiten handelt.


    Fazit: Ein toller Roman, der die Geschichte des Stromkrieges zwischen Edison und Westinghouse korrekt, spannend und interessant vermittelt.

  • New York, 1888. Thomas Edison hat mit seiner bahnbrechenden Erfindung der Glühbirne ein Wunder gewirkt. Die Elektrizität ist geboren, die dunklen Tage der Menschheit sind Vergangenheit. Nur eine Sache steht Edison und seinem Monopol im Weg, sein Konkurrent George Westinghouse. Zwischen den beiden Männern entbrennt ein juristischer Kampf, es geht um die Milliarden-Dollar-Frage: Wer hat die Glühbirne wirklich erfunden? Und wer hat also die Macht, ein ganzes Land zu elektrifizieren?...(Klappentext)


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    Erzählt wird aus der Sicht des jungen emporstrebenden Anwalts Paul Cravath.
    Gerade mal den Abschluß der Uni in der Tasche wurde er schon Partner der Anwaltskanzlei seines früheren Professors und Mentors. Er hatte noch keinen einzigen Mandanten, aber ehe er es sich versieht steckt er im gewaltigsten Patentstreit der Geschichte - dem Stromkrieg.
    Sein Mandant - der berühmte Erfinder und Industrielle George Westinghaus.
    Sein Gegner - der ebens berühmte Erfinder und als Genie geltende Thomas A. Edison.
    Der Grund - die Frage wer von den beiden die Glühbirne zuerst erfunden hat.
    Schnell wird klar, dass es hier um mehr geht als diese eine Frage, sondern um Macht, Geld und die Vormachtstellung im industriellen und wirtschaflichen Bereich in den USA. Hier stehen Existenzen auf dem Spiel.
    Dem jungen Anwalt wird bewusst, dass er hier mit harten Bandagen kämpfen muss, um das Spiel gewinnen zu können, wobei er selbst in den Strudel der Intrigen hineingezogen wird und zu unfairen Mitteln greifen muss.


    Der Einstieg erfolgt sofort mit einem "Knalleffekt" und katapultiert den Leser sogleich in das Jahr 1888, wo die neue Elektrizität ihren Einzug hält. Und ab diesem Zeitpunkt will und kann man nicht mehr mit dem Lesen aufhören.
    Der Schreibstil ist äußerst bildhaft und von hoher Sprachqualität. Die Erzählweise flüssig und fesselnd. Die technischen und physikalischen Erläuterungen sind selbst für mich technisches Nackerpatzl verständlich, ja sogar interessant und ebenso fesselnd wie der Rest zu lesen.
    Auch die Patentfrage und die Gerichtsprozesse lassen keinerlei Längen aufkommen und ich verschlang diese Passagen regelrecht.
    Manchmal liest sich dieser Roman wie ein Krimi, wobei der Spannungsbogen rasant ansteigt und einem die Luft anhalten lässt. Und auch das Ende beinhaltet die ein oder andere überraschende Wendung.
    Zudem wird jedes Kapitel durch ein passendes Zitat eines berühmten Erfinders und Visionärs eingeleitet - von Thomas Edison, über Albert Einsteing, bis hin zu Steve Jobs und Bill Gates, um nur wenige zu nennen. Selbst das Nachwort ist hier lesenswert.


    Das Besondere an diesem Buch ist jedoch, dass der Großteil der Ereignisse den Tatsachen entsprechen und es die Protagonisten wirklich gab. Der Autor hat nur die zeitliche Reihenfolge etwas verändert, den Stromkrieg auf 2 Jahre komprimiert, etwas spekuliert und Drama in die Geschichte einfließen lassen und daraus entstand dieser überaus fesselnde Roman über den berühmten Stromkrieg zwischen Thomas A. Edison und George Westinghouse.
    Die historischen Ereignisse wurde äußerst genau recherchiert, ebenso die Biografien der jeweiligen Protagonisten.
    Und dies ist ein zusätzlicher Punkt der mich begeistern und an das Buch fesseln konnte. Hier hat der Autor wirklich viel Herzblut reingesteckt.


    Fazit:
    Dadurch dieser berühmte Stromkrieg in einen fesselnden Roman gepackt wurde, fand ich es regelrecht spannend diesem historischen Ereignis zu folgen.
    Eine gelungene historische Fiktion die mich mitreißen konnte und traurig zurückließ als das Buch zu Ende war. Zu gerne hätte ich noch weitergelesen.
    Von mir gibt es daher eine absolute Leseempfehlung und das nicht nur für Wissenschaftler und Physiker!

    Wenn ein Mann zurückweicht, weicht er zurück. Eine Frau weicht nur zurück, um besser Anlauf nehmen zu können. (Zsa Zsa Gabor)
    :twisted:

  • Der Name Thomas Edison dürfte vermutlich den meisten Menschen geläufig sein, George Westinghouse wahrscheinlich eher weniger. Dass diese beiden Herren sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine irrsinnige Fehde lieferten, um ihre jeweiligen favorisierten Techniken der Stromversorgung als Standard durchzusetzen, dürfte vermutlich noch unbekannter sein (mir war es das zumindest). Wobei diese Schlacht, bekannt als 'Stromkrieg', alle bekannten feindseligen Übernahmen der Neuzeit locker in den Schatten stellt. So ist es nicht verwunderlich, dass diese Auseinandersetzung Thema eines Romans wurde; eher schon, weshalb es nicht bereits viel früher geschah.
    Erzählt wird diese Geschichte aus der Sicht des jungen Anwalts Paul Cravath, der von Westinghouse das Mandat übertragen bekommt, die Verfahren gegen Edison zu führen. Für ihn, der praktisch keine Berufserfahrung hat, ist es der Eintritt in ein neues Leben. Seine ganze Zeit widmet er diesem 'Krieg' voller Engagement und Enthusiasmus, auch wenn die Erfolge auf sich warten lassen. Er lernt das Wesen der Erfinder kennen: Menschen wie beispielsweise Nikola Tesla, die nur für ihre Arbeit leben. Es ist eine völlig andere Welt als die ihm bisher bekannte.
    Graham Moore, der Autor, versteht es, eine Szenerie zu entwerfen, die ich beim Lesen buchstäblich vor Augen hatte. Das noch schwach elektrifizierte New York; das Leben auf den Straßen; die Atmosphäre bei den Dinnern der Strom-High-Society - es ist fast schon ein Film, der sich da vor mir abspielte. Kein Wunder, denn der Autor ist auch als Drehbuchautor erfolgreich und erhielt bereits für 'Ein streng geheimes Leben' einen Oscar. So dürfte es nicht überraschen, das 'Die letzten Tage der Nacht' verfilmt werden. Doch die Schilderung der historischen Ereignisse (nebst fiktiven Ergänzungen und Verfremdungen), die so spannend wie ein Krimi sind (es wird spioniert, intrigiert, bestochen undundund), machen nicht allein den Reiz des Buches aus. Ganz nebenbei wird ein Grundwissen der Elektrizität vermittelt, das wirklich für Alle (auch für mich! - und das will was heißen ;-)) verständlich ist wie auch Begrifflichkeiten der Juristerei.
    Dennoch, ein Manko gibt es: So gut es Moore versteht, diese Geschichte bildhaft darzustellen - seinem Protagonisten Paul Cravath kam ich nicht nahe. Meist lebe und leide ich mit der Hauptfigur mit, aber dies gelang mir hier nicht. Die Distanz zu ihm blieb während der ganzen Lektüre. Und so las ich das Buch wie einen spannenden, lehrreichen historischen Film. Ich bin gespannt, wie der Film dann wirklich ist.

    :study: Das Eis von Laline Paul

    :study: Der Zauberberg von Thomas Mann
    :musik: QUALITYLAND von Marc-Uwe Kling

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