Hanns-Seidel-Stiftung - 50 Jahre CSU

  • Hanns-Seidel-Stiftung (Hrsg.): Geschichte einer Volkspartei 50 Jahre CSU - 1945 - 1995; Atwerb-Verlag Grünwald 1995; ISBN: 3-88795-220-0; 816 Seiten


    Die Christlich-Soziale Union ist als Schwesterpartei der Christlich-Demokratischen Union ausschließlich in Bayern aktiv. Über lange Zeit als Regierungspartei in politischer Verantwortung, kann sie auf eine lange Geschichte zurückblicke. Sie wurde schon kurze Zeit nach dem Ende des 2. Weltkrieges gegründet.


    Verschiedene Autoren haben an der Entstehung des Buches mitgewirkt. Sie blicken unter verschiedenen Gesichtspunkten auf die Vergangenheit. So werden die allgemeine und inhaltliche Entwicklung angesprochen. Ein eigenes größeres Kapitel beschreibt die CSU anhand historischer Quellen - Zeitzeugen-Interviews, Reden und andere Dokumente zur Parteigeschichte seien hier erwähnt. Ein weiteres Kapitel mit der Überschrift "Daten - Zahlen - Biographien" stellt beispielsweise die bayerischen Kabinette, die Wahlergebnisse der CSU, ihre Mitgliederzahlen sowie Kurzbiographien der christsozialen Parteivorsitzenden, Ministerpräsidenten, Vorsitzenden der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag und Vorsitzenden der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag vor.


    Allein schon diese Inhaltsangabe hört sich sehr umfangreich an, nicht wahr? Sehr detailliert und umfangreich ist auch der Inhalt. Was hier nicht auftaucht, ist auch nicht wichtig - diesen Eindruck kann man beim Lesen schon sehr schnell gewinnen. Das Werk ist jedenfalls sehr gründlich recherchiert und politik- sowie geschichtswissenschaftlich ausgerichtet. Bundes- und Landesgeschichte werden noch einmal lebendig. Gut dabei: Bei den Kurzbiographien gibt es auch schwarzweiße Porträtfotos der vorgestellten Politiker, so daß auch heutige, jüngere Leser einen Eindruck vom Aussehen der vorgestellten Personen bekommen.


    An wen wendet sich ein solches Buch? Diese Frage stellt sich hier schnell. Politisch interessierte Leser, die sich für Parteienpolitik und / oder Bayern interessieren - sie dürften vorrangig zur Zielgruppe gehören. Für einen interessierten Laien, der beispielsweise für ein Referat in der Schule braucht, ist ein solches Werk einfach zu umfangreich und tiefschürfend - es fällt schwer, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren; Studenten der politischen Wissenschaften oder Geschichte kommen da schon eher in Frage.


    Die Hanns-Seidel-Stiftung ist nach einem frühen christsozialen Ministerpräsidenten von Bayern benannt. Sie ist eine CSU-nahe politische Stiftung. Behält man dies im Auge, ist es nicht weiter verwunderlich, daß ein solches Buch auf dem Markt erschienen ist.