Bernhard Aichner - Totenrausch

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Totenrausch

3.6|10)

Verlag: btb Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 496

ISBN: 9783442716944

Termin: August 2018

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  • Inhalt lt. Amazon
    Das furiose Finale der Totenfrau-Trilogie.
    Die Frau, die in das Büro eines Hamburger Zuhälters stürmt, ist verzweifelt. »Ich brauche Pässe für mich und meine zwei Kinder«, sagt sie. Und: »Wenn du mir hilfst, werde ich jemanden für dich töten.« Es wäre nicht das erste Mal ...
    Brünhilde Blum. International gesuchte Mörderin. Liebevolle Mutter zweier Töchter. Seit Monaten auf der Flucht. In Hamburg will sie zur Ruhe kommen, einen Neuanfang wagen, und fast, so scheint es, gelingt es ihr auch. Ausgestattet mit einer neuen Identität und etwas Geld wohnt sie mit ihren Töchtern in einem wunderschönen Fischerhäuschen an der Elbe und arbeitet als Aushilfe in einem Bestattungsinstitut. Alles ist gut. Bis zu dem Tag, an dem sie für ihr neues Leben bezahlen muss – denn der Mann, dem sie das neue Glück zu verdanken hat, fordert ein, was sie ihm versprochen hat. Sie soll für ihn jemanden töten. Das Problem dabei ist nur, dass es sich um einen Menschen handelt, der ihr sehr ans Herz gewachsen ist ...


    Autor
    Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Nach den Spannungsromanen Nur Blau (2006) und Schnee kommt (2009) erschienen bei Haymon die Max-Broll-Krimis Die Schöne und der Tod (2010), Für immer tot (2011) und Leichenspiele (2012). Totenfrau ist der erste Thriller, der bei btb erscheint. Für die Recherche dazu arbeitete Aichner ein halbes Jahr bei einem Bestattungsinstitut als Aushilfe.


    Meine Meinung
    Blum ist untergetaucht, aber dann geht sie nach Deutschland zurück und braucht eine neue Identität. Damit begibt sie sich in die Hand des Zuhälters Schiele. Im Gegenzug für neue Pässe verspricht sie ihm, einen Menschen für ihn zu ermorden. Als sie ihr Versprechen einlösen muss, beginnt ein rasanter Alptraum.
    Das Buch ist aus Sicht von Blum geschrieben. Die Schreibweise ist etwas distanziert. Aichner schreibt in kurzen, abgehackten Sätzen. Dadurch wurde ich regelrecht in das Buch gezogen. Das Buch ist super spannend, aber auch brutal. Nicht unbedingt für zartbesaitete Gemüter geeignet.
    Das ist der dritte Band der Trilogie um die Bestatterin Blum. Für das Verständnis des Buchs ist es nicht unbedingt wichtig, die Vorgänger zu kennen. Wer aber den 1. Band gelesen hat, kann die Zusammenhänge des Buches besser verstehen.
    Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung für die gesamte Trilogie.

    Sub: 5392:twisted: (Start 2017: 5312)

    gelesen 2019: 50

    gelesen 2018: 80 / 2 abgebrochen / 32745 Seiten

    gelesen 2017: 86 / 4 abgebrochen / 33551 Seiten
    gelesen 2016: 101 / 6 abgebrochen / 40098 Seiten


    :montag: Tim Erzberg - Geisterfahrt

    :montag: Christian Kraus - Nichts wird dir bleiben

    :study: Gard Sveen - Die stille Tochter

    Lesen... das geht 1 bis 2 Jahre gut, aber dann ist man süchtig danach.

  • Die Kinder und Blum. Auf dem Weg nach Norwegen. Wieder zurück. Nach Hamburg. Blum und Schiele. Der Zuhälter. Er besorgt Papiere. Will eine Gegenleistung. Blum und die Todesliste. Blum will nicht. Schiele doch. Schiele entführt ihre Kinder. Blum tötet. Mal den, mal den. Blum ist sauer. Und traurig. Und bekommt Hilfe. Immer wieder. Auch wenn's brenzlig wird. Buch ist aus. Buch über Blum. Ende gut. Alles gut.


    Ihr findet meinen Schreibstil komisch? So schreibt der Aichner. Bei ihm ist das wohl cool. In der Schule wurden wir für so einen schrottigen Stil gnadenlos abgestraft, und zu Recht, wenn ich das so im Nachhinein sagen darf. Bei diesem "Krimi" gibt es so viel, dass einfach nur dumm war, allen voran Blum. Die hat aber auch immer ein Glück. Immer wenn es eng wird, kriegt sie Hilfe. Von einem türkischen Lastfahrer, einer Nutte, einem Bestattungsunternehmer, Reza, selbst einem Polizisten. (Nicht der erste, ihr toter Ehemann gehörte ja auch dieser besonderen Aichner-Spezi an, der mehrfache Mörderinnen total toll findet.) Schiele wird als der miese Zuhälterkönig beschrieben, obwohl er sich nur an den von ihr angebotenen Deal hält, bei dem sie Mord gegen Papiere versprach. Er will nicht mal mit ihr schlafen, jedenfalls nicht ohne ihre Zustimmung. Er bringt sie in einer super Gegend in einem super Haus unter, unter der Voraussetzung, dass sie für ihn mordet, wie sie es angeboten hat. Doch plötzlich, nachdem sie sowieso ein halbes Dutzend Leute gekillt hat, meldet sich ihr Gewissen und sie verweigert. Und wundert sich dann, dass der Zuhälterboss sauer ist? Die Message dieser Bücher ist die: Wenn Blum killt, ist es entweder ein dummer Ausrutscher (und daher nicht schlimm) oder die Leute hatten es eh verdient (und daher nicht schlimm). Wenn andere Leute killen, ist das verwerflich. Tolle Message.
    Nicht.
    Der eine Punkt ist übrigens nicht, weil ich einen geben muss. Der ist für die geile Haptik des Covers. Soll keiner sagen, ich finde nicht was Positives zu dem Buch zu sagen.

  • Ein grandioses Finale? Puh, echt schwer zu beantworten. Auf Blum hab ich echt sehnsüchtig gewartet! Hab ihr entgegengefiebert und war gespannt welches Abenteuer sich Bernhard Aichner für seine Mörderheldin diesmal einfallen lies. Mit allem hab ich gerechnet, nur damit nicht!



    Blum ist zusammen mit ihren Kindern auf der Flucht. In Hamburg taucht sie mit den beiden unter und versucht dort ein möglichst geordnetes Leben zu führen. Ausgerechnet eine stadtbekannte Zuhältergröße soll ihr dabei helfen. Neue Identitäten und neue Pässe, ein schickes Häuschen und eine gute Schule für die Mädels, dies alles erhält sie von dem Mann aus dem Rotlichtmilieu. Doch der Preis ist hoch, dies muss Blum bald am eigenen Leib erfahren, hat sie ihm doch einen Mord als Tauschhandel vorgeschlagen. Doch mit einem Mord allein gibt sich Egon Schiele nicht zufrieden. Und Blum muss wieder einmal mörderische Entscheidungen fällen …..



    Ich mag Blum echt, sie ist mir irgendwie ans Herz gewachsen. Schade fand ich aber, dass sie nicht aus ihrer Naivität gegenüber Menschen herausgewachsen ist. Sie bringt sich von einer Bredouille in die nächste. Ihre Arglosigkeit geht für mich nicht Konform mit der knallharten Realität in der sie sich befindet. Trotzdem fand den Thriller jetzt nicht langweilig oder schlecht zu lesen. Der Autor legt ein rasantes Tempo hin, bleibt seinem eigenwilligen Schreib- und Erzählstil treu. Man mag dies oder eben nicht. Wirklich überrascht hat mich diesmal aber nichts, der Knaller blieb aus. Schade, denn gerade diese überraschenden Wendungen waren es, die mich in den beiden vorangegangen Bänden so fesseln und überzeugen konnten. Am Ende bleiben Fragen, vor allem: ist dies wirklich das Ende? Wer weiß, das Ende erscheint mir jedenfalls offen.


    Mein Fazit:



    Nicht ganz so fesselnd wie Band 1 und 2. Irgendwie hatte ich mit einem echt gewaltigen Knaller gerechnet, doch der blieb für mich aus. Nichts destotrotz hat mich Blum gut unterhalten, in langer Erinnerung wird sie mir aber diesmal nicht bleiben. Dafür war das Geschehen zu wenig überraschend und vorhersehbar.

  • Brünhilde Blum versucht mit ihren Kindern ein neues Leben in Hamburg aufzubauen. Diese Möglichkeit ist allerdings an ein Versprechen geknüpft, welches sie nur allzubald einlösen muss.


    Ich muss vorweg sagen, dass ich die ersten beiden Teile nicht gelesen habe und mir erst hinterher klar war, dass es sich hier um eine Triologie handelt. Dies führte aber nicht zu Problemen, das Buch zu verstehen. Es wird kurz darauf eingegangen, was vorher passierte, sodass man grob im Bilde ist.


    Der Schreibstil war recht einfach gehalten, teilweise etwas gewöhnungsbedürftig und für mich machte er es irgendwie schwer, die Gefühle von Blum zu erfassen.


    Blum zieht förmlich eine Blutspur hinter sich her. Sie fragt sich zwar zwischendurch, ob es richtig ist, was sie tut, scheint aber keine allzugroßen Skrupel zu haben. Wie weit würde man für seine Familie gehen? Blum offenbar sehr weit. Vielleicht wäre es hier doch hilfreich gewesen, die Vorgänger zu kennen. Ich kann mir schon vorstellen, dass Blum erst durch den Tod ihres Mannes so abgebrüht wurde. Vielleicht ist sie als Bestatterin aber dem Tod gegenüber auch etwas abgestumpfter.... jedenfalls fand ich ihr Handeln teilweise etwas gruselig.


    Der Spannungsbogen hat mir etwas gefehlt. Die Handlung war zwar durchaus spannend, der Schreibstil hat es aber nicht geschafft, mich mitzureißen.
    Daher von mir 4 Sterne.

  • Ihre Mission war erfüllt, das Morden sollte der Vergangenheit angehören, Brünhilde Blum wollte ein ganz normales Leben mit ihren Töchtern führen. Nach der Fluch nach Norwegen will sie in Deutschland unter falscher Identität Fuß fassen. Dabei ist sie auf die Hilfe eines skrupellosen Zuhälters angewiesen, dem sie ein folgenschweres Versprechen macht und der sich nicht scheut, die Einlösung einzufordern.


    Vieles in diesem Thriller ist unwahrscheinlich, am unwahrscheinlichsten ist jedoch, dass die Ermittlungsbehörden so gar keine Rolle spielen. Da findet der alte Freund und Helfer Reza sie problemlos, wogegen die Polizei das nicht schafft. Nun liest man ja einen Thriller nicht, um sich an einer realistischen, aus dem Alltag gegriffenen Story zu erfreuen. Man erwartet Unterhaltung, Spannung und das Abtauchen in eine eben nicht alltägliche Welt. Und das bietet Bernhard Aichner seinen Lesern mit dem Abschluss der Reihe um die Bestatterin Brünhilde Blum. Zwar empfand ich ihn als weniger rasant als die Vorgängerromane, dafür lernt man die etwas mütterlichere Brünhilde kennen. Sie würde weit gehen um ihre Kinder und ihre neue Identität zu schützen, sehr weit.


    „Totenrausch“ habe ich mit viel Spannung gelesen. Meine Erwartungen wurden weitgehend erfüllt. Bernhard Aichner ist damit ein schlüssiger und die gesamte Geschichte abrundender Abschluss dieser Reihe gelungen.

  • "Totenrausch" ist ein Thriller, der den Leser sofort in seinen Bann zieht: Eine Mutter, die mit ihren beiden Töchtern auf der Flucht ist. In einem Sarg. Weil sie 5 Männer getötet hatte. Weil sie sich kein Leben mehr in ihrer Stadt vorstellen kann. Sie wirkt verzweifelt, sie scheint keinen richtigen Plan zu haben, aber sie funktioniert. Um ihren Kindern ein normales Leben zu sichern. Wie entschlossen sie in ihrem Kampf ums (Über-)Leben ist, wozu sie für ihre Kinder bereit ist, zeigt sich in den nächsten Kapiteln.


    Ich kann zwar nicht sagen, dass die ganze Geschichte für michdurchgängig spannend war, aber sie hat mich gehalten und dazu geführt, dass ich sie an 2 Tagen gelesen hatte, was ich sonst nicht tue.


    Die Figuren fand ich sehr gut ausgearbeitet, für mich waren sie lebendig und ich konnte mir diese Menschen sehr gut vorstellen. Auch wenn Blum, die Hauptfigur, beinahe als ein Übermensch dargestellt wird, der bis zum Ende kämpft, um nie wieder in Angst leben zu müssen.


    An die Ausdrucksweise, die Sprache musste ich mich erst gewöhnen. Sätze im Präsens, die ich im Präteritum erwartet hätte, irritierten mich
    anfangs, aber später störte mich das nicht mehr - das gehört halt zum Schreibstil.


    Wie viele Menschen sterben, wie und warum - diese Beschreibungen gelangen dem Autoren sehr überzeugend, für mich glaubwürdig. Und meine Begeisterung wäre wohl etwas grüßer gewen, wenn ich nicht erst vor 4 Tagen einen anderen Thriller gelesen hätte, der mich total umgehauen hatte.


    Nichtsdestotrotz ist "Totenrausch" ein sehr lesenswerter Thriller!

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