René Bote - Versteck dich!

  • Die Mutter: säuft wie ein Loch. Der Stiefvater: kann nur prügeln. Kein Wunder, dass Julia da abgehauen ist. Und wer stolpert im Park fast über sie? Genau. Eigentlich hätte ich aus der Sache schnell wieder raus sein können, das Jugendamt ist ja da gleich um die Ecke, aber nee, lieber nicht. Was, wenn sie die Kleine wieder zurückschicken? Ich will sicher sein, dass sie nie wieder zu ihrer versoffenen Mutter und ihrem prügelnden Stiefvater muss. Bloß, jeder Erwachsene, den ich einweihe, wird sie sofort zum Jugendamt schleifen. Also muss ich sie verstecken und mich selbst um sie kümmern. Eine echte Herkulesaufgabe, aber ich werde es schaffen, weil ich es schaffen muss.


    Theresa weiß eigentlich ganz genau, dass sie die achtjährige Ausreißerin, die sie auf dem Weg zur Schule zufällig im Park aufgreift, zum Jugendamt bringen müsste. Doch sie hat in der letzten Zeit mehrfach in den Nachrichten von Kindern gehört, die verhungert sind oder von den Eltern totgeschlagen wurden, obwohl das zuständige Jugendamt die Familie beobachtet hat. Deshalb hat sie Angst, auch Julia könnte wieder zu Mutter und Stiefvater gebracht werden, und sie beschließt, Julia zu verstecken. Das ist gar nicht so leicht, sie muss Julia schließlich nicht nur irgendwo unterbringen, sondern auch regelmäßig versorgen, und das, ohne dass ihre eigenen Eltern oder ihr neugieriger Bruder etwas merken.


    Die Idee zu dieser Geschichte ist schon einige Jahre alt und entstand aus einer zufälligen Beobachtung in der U-Bahn. Aus einem Mädchen, das sich an dem bewussten Morgen von seinen Freunden weggesetzt hat, weil die wohl einen Clown gefrühstückt hatten, wurde so Theresa, die eine Haltestelle vor dem Ziel aus dem Bus steigt und den restlichen Schulweg läuft, weil sie sich die seichten Witze eines Klassenkameraden nicht mehr ziehen kann, und dabei eine Begegnung hat, die ihr ganzes Leben verändert.


    Alle Informationen zum Buch, einschließlich Leseprobe, wie immer auf meiner Homepage.