Richard Dübell - Krone des Schicksals

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Krone des Schicksals

4.4|6)

Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 560

ISBN: 9783404177202

Termin: August 2018

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  • Kurzbeschreibung (Quelle: amazon)
    Orphanus, der Einzigartige. Der bedeutendste Edelstein in der Reichskrone. Um kein anderes Juwel ranken sich so viele Legenden. Aus dem Blut und den Tränen der Jungfrau Maria soll er entstanden sein. Ein Zeichen göttlicher Legitimation soll er sein. Kaiser stehen und fallen mit diesem Stein. Und im Jahr 1208 verschwindet er -
    Als junger Mann stahl Walther von der Vogelweide einst den sagenumwobenen Edelstein Orphanus für seinen König Philipp von Schwaben. Er dichtete eines der bekanntesten Lieder über das Juwel und erklärte es darin zum Leitstern aller Fürsten. All das sollte dazu dienen, Philipps Herrschaft zu stabilisieren. Stattdessen endete sie in einer Katastrophe. Zwanzig Jahre später ist es Kaiser Friedrich, der den Stein für seine Zwecke nutzen will. Er zwingt Walther, sich auf die Suche zu machen. Eine hektische Jagd beginnt, deren Ausgang über das Schicksal des ganzen Reiches entscheiden könnte ...
    Ein aufregender Abenteuerroman rund um die Machtkämpfe der Staufer und den berühmtesten Dichter des Mittelalters


    Autor (Quelle: amazon)
    Richard Dübell, geboren 1962, lebt mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Niederbayern und ist Träger des Kulturpreises der Stadt Landshut. Er zählt zu den beliebtesten deutschsprachigen Autoren Historischer Romane. Seine Bücher standen auf der Bestsellerliste des Spiegels und wurden in vierzehn Sprachen übersetzt. Mehr Informationen über den Autor finden Sie auf seiner Homepage: www.duebell.de


    Allgemeines
    Erschienen am 14.Oktober 2016 bei Bastei Lübbe als HC mit 560 Seiten
    Gliederung: Vorbemerkung (zu den im Roman verwendeten Ortsbezeichnungen) – Personenverzeichnis (gegliedert nach erfundenen und historischen Personen) – Prolog (1204) – Sechs Bücher im Hauptteil, jeweils in nummerierte Kapitel untergliedert - Nachwort mit ausführlichen Erläuterungen zu jedem Buch – Danksagung
    Erzählung in der dritten Person aus wechselnden Perspektiven
    Handlungsorte und -zeit: Prolog: Konstantinopel im Jahr 1204, Hauptteil: Verschiedene Orte im süddeutschen Raum, 1208 und 1227


    Zum Inhalt
    „Orphanus“, der Waise, ein aus den Tränen der Gottesmutter entstandener Edelstein, soll dem Herrscher, der seiner würdig ist, Glück bringen; dem Unwürdigen soll er jedoch Unheil und Tod bescheren. Nachdem Walther von der Vogelweide und seine drei Freunde und Kampfgefährten den Stein 1204 in Konstantinopel gestohlen und zu König Philipp von Schwaben gebracht haben, verschwindet der Stein in den Wirren des Tages, als Philipp von seinem Gegenspieler Otto von Braunschweig ermordet wird. Walther von der Vogelweide hat an diesem unseligen Tag keinen Gedanken für den Stein übrig, denn er will Philipps Witwe, die hochschwangere Königin Eirene, die er heimlich liebt, in Sicherheit bringen.
    Neunzehn Jahre später ist Philipps Neffe Friedrich II auf dem Thron. Er will den Stein unbedingt seiner Reichskrone einverleiben, damit seine Herrschaft unter einem guten Stern stehen möge. Er beauftragt Walther, den er an Philipps Todestag kennengelernt hat, damit, den Stein zu suchen. Gemeinsam mit seinen drei alten Gefährten begibt sich Walther auf ein Abenteuer, das nicht ungefährlich ist, denn auch die „Hüterinnen“ des Steins, ein Orden kampferprobter mittelalterlicher Amazonen, sind auf der Jagd nach dem Edelstein, um ihn an seinen rechtmäßigen Platz zurückzubringen. Darüber hinaus gibt es noch zwei Menschen, die Walther sich unwissentlich zu Todfeinden gemacht hat und die ihm jetzt nach dem Leben trachten.


    Beurteilung
    Der Großteil der Romanfiguren sind historisch verbürgte Persönlichkeiten, auch die Handlung gründet auf historischen Tatsachen, die der Autor gründlich recherchiert hat. Von diesen Tatsachen ausgehend webt er fiktive Elemente in die Handlung ein, zu denen er im Nachwort Erläuterungen gibt. So entsteht ein stilistisch flüssiger, anschaulicher, sehr unterhaltsamer Abenteuerroman mit einer Prise Humor, dessen Lektüre trotz der nicht geringen Seitenzahl kurzweilig ist.
    Die Charaktere der Romanfiguren sind gründlich ausgearbeitet, wenn auch manchmal etwas überzeichnet: junge Frauen als Kampfmaschinen, die eine Vielzahl von Gegnern quasi im Sprung erledigen, ein ausgesprochen tollpatschiger junger Mann und ein abgrundtief böser Geistlicher, dessen infernalischer Mundgeruch seinem verdorbenen Charakter entspricht. Das geht auf Kosten der Glaubwürdigkeit, bringt aber auch oft den Leser zum Schmunzeln.
    Die interessanteste Romanfigur ist sicherlich Walther von der Vogelweide, aus dessen Dichtung zitiert wird, er wird hier für den Leser als Mensch sehr „greifbar“.
    Das vorangestellte Personenverzeichnis und das ausführliche Nachwort erleichtern es dem Leser, den Überblick zu behalten. Eine Landkarte im Einband wäre eine noch denkbare Hilfestellung gewesen, da die Örtlichkeiten der Handlung wechseln.


    Fazit
    Ein unterhaltsamer mittelalterlicher Abenteuerroman um Walther von der Vogelweide, der Fakten und Fiktion in einem kurzweiligen Lesevergnügen vereint!
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    1. (Ø)

      Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover)


    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Heimlicher Kindertausch


    Konstantinopel brannte. Vier Männer schlichen durch den Palast um ein bestimmtes Beutestück zu suchen. Zu suchen für ihren König…
    Es geschah bei der Hochzeit von König Philipps Nichte. Philipp lag in seinem Blut und seine Gemahlin Eirene musste heimlich und mit Beschützern den Palast verlassen. …
    Anna von Rehperc war mit ihrer Zofe ausgeritten um angeblich einem Menschen zu helfen, der darum gebeten hatte. Aber dem war gar nicht so. Anna war schwanger, aber nicht von ihrem Ehemann…… Und unterwegs schickte sie ihre Bedienstete zurück…..
    Das Kind das Anna zur Welt brachte, war dem Tode näher als dem Leben. Doch Anna hatte eigentlich nicht vor, es zu behalten….
    Doch auch Eirene, die Witwe des ermordeten Königs brachte kurz darauf ihr Kind zur Welt…. Und sie wurde von kämpferischen Frauen überfallen, die etwas Bestimmtes bei ihr vermuteten…..
    Anna hatte beschlossen, sich an dem Vater ihres Kindes zu rächen. Dazu schloss sie sich den Kämpferinnen an. Und ihr Hass auf den Vater ihres Kindes wuchs immer mehr…
    Zwanzig Jahre waren vergangen, als der jetzige König Friedrich II. den Stein, den die Männer damals gefunden hatten, für sich beanspruchte. Und er dachte, dass Walther von der Vogelweide wüsste, wo sich dieser befand… Er stellte ihm ein Ultimatum….
    Was suchten die vier Männer für ihren König? Was passierte bei der Hochzeit von Philipps Nichte? Warum musste die Königin praktisch fliehen? Wer beschützte sie auf ihrer Flucht? Wer war der Mann, der Anna von Rehperc geschwängert hatte? Wusste er, dass sie schwanger war? Warum schickte sie ihre Bedienstete zurück? Was wollte Anna mit dem Kind tun? Mit einem Kind, das ihr Gemahl nicht sehen durfte? Was brachte Anna auf die Welt, Junge oder Mädchen? Ebenso Eirene? Was vermuteten diese Frauen bei Eirene? Warum wollte sich Anna an dem Vater ihres Kindes rächen? Sie war doch ebenso schuld an der Schwangerschaft wie er? Was hatte sie vor? Warum dachte Friedrich, dass Walter wüsste, wo der Stein sich befand? Welches Ultimatum stellte er ihm? Würden die vier Freunde wieder zusammenfinden um den Stein zu suchen? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.


    Meine Meinung
    Das Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. Der Schreibstil des Autors ist unkompliziert, d.h. es traten für mich keine Fragen nach dem Sinn und Zweck eines Wortes oder gar ganzen Satzes auf. In der Geschichte war ich schnell drinnen. Auch konnte ich mich in die Protagonisten gut hineinversetzen. Nur Annas unbändigen Hass, den verstand ich nicht. Zum schwanger werden gehören immer noch zwei und sie war ja freiwillig bei ihm gewesen. Das hätte sie sich mal vorher überlegen sollen, was da passieren kann. Sie tat mir auch nie leid. Zumal die Minnesänger damals doch alle ein bisschen Hallodris waren. Ähnlich wohl manchem Seemann, der in jeder Hafenstadt eine Geliebte hatte. Der Autor hat es verstanden von Anfang an Spannung aufzubauen und diese auch bis zum Ende zu halten. Ich habe dieses Buch mit Begeisterung gelesen und es hat mich sehr gut unterhalten und mir auch sehr gut gefallen. Eine Lese-/Kaufempfehlung von mir und volle Bewertungszahl!

    Liebe Grüße
    Lerchie



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    nur wer aufgibt, hat schon verloren

  • Von Edelsteinen und alter Freundschaft


    Walther von der Vogelweide stahl gemeinsam, mit drei Freunden, in jungen Jahren den Edelstein Orphanus, dieser galt als so etwas wie der Stein der Waisen und verspricht seinem rechtmäßigen Besitzer Macht und Ruhm. Der Diebstahl geschah zwar im Dienste seiner Majestät Philipp von Schwaben, hat aber trotzdem bei Walther einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Zudem hat er auch noch ein Lied auf den Edelstein gedichtet und somit dessen Berühmtheit gefördert. Zum Unglück aller. Zwanzig Jahre später holt Walther eben genau diese Geschichte wieder ein. Jetzt fordert Kaiser Friedrich den Gehorsam von Walther und erneut macht dieser sich auf die Suche nach dem Stein. Er findet aber nicht nur diesen, sondern noch einiges anderes interessantes aus seiner Vergangenheit.


    Richard Dübell erzählt hier die Geschichte des Meistersängers mal aus einer ganz anderen Perspektive. Nicht der strahlende Jüngling ist hier der Held, sondern der schon in die Jahre gekommene Sänger und seine alternden Freunde stehen im Mittelpunkt. Es hat richtig Spaß gemacht, hier zu lesen. Die Dialoge sind humorvoll geschrieben und sorgen für Heiterkeit. Der historische Hintergrund ist authentisch und hinterlässt ein schönes Bild des 13. Jahrhunderts. Allerdings hat Dübell seiner Geschichte noch eine ordentliche Portion Fantasie beigefügt. Nicht nur die Suche nach dem sagenumwobenen Edelstein, sondern auch einige Protagonistinnen stammen wohl eher aus dem Reich der Fantasie, als das sie historisch belegt sind. Hier gibt es einen Frauenorden, der es sich zur Aufgabe gemacht hat den Stein zu schützen. Diese Frauen stürzen sich nun auf Walther und seine Freunde. Erschwerend für Walther kommt noch hinzu, dass er mindestens eine der Frauen kennt. In jungen Jahren hatte er sie verführt und diese sinnt nun auf Rache. Für die vorliegende Geschichte ist es aber durchaus passend. Dübell hat diese Szenen stimmig eingebaut und sorgt damit für eine rasante Handlung. Vielleicht sollten Leser historischer Romane diese Geschichte nicht zu ernst nehmen, sich aber trotzdem gut unterhalten fühlen und darauf kommt es doch letztendlich an, oder?


    Auch dieses Hardcover ist wieder liebevoll gestaltet. Hier passt einfach alles, begonnen vom Cover, über Personenregister und dem umfassenden Nachwort.


    „Krone des Schicksals“ ist ein historischer Roman, der alles zu bieten hat. Er hat eine spannende Geschichte, eine rasante Handlung und Dialoge, die für eine gute Unterhaltung sorgen. Ich jedenfalls hatte meinen Spaß, habe viel gelacht, aber auch gebangt und vor allem mal einen ganz anderen Walther von der Vogelweide kennengelernt.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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