Chris Wright - Blacklung

  • Der Autor (nach Infos aus dem Blog Rightearleft.wordpress.com): Der amerikanische Cartoonist und Comic-Künstler Chris Wright, der sein Privatleben offensichtlich sehr schätzt und nahezu keine persönlichen Informationen über sich herausgibt, lebt anscheinend in Richmond, Vermont. 2008 erhielt er ein Stipendium am Center for Cartoon Studies. Seine ersten Comics erschienen unter dem Titel Inkweed 2008 bei Sparkplug Books. Sein 128-seitiges Graphic Novel-Debüt Blacklung kam im Herbst 2012 als Hardcover bei Fantagraphics in Seattle heraus.


    Klappentext: A riveting and visually startling tale of violence, amorality, fortitude, and redemption. An unsuspecting school teacher is shanghaied aboard the pirate Ship „Hand“, and his fate becomes inextricably linked to its crew of cutthroats. After an act of terrible violence, the captain conscripts the teacher to aid him in writing his memoirs. He is forced to serve as scribe for a man who has committed himself to as mich evil as possible in order to ensure that he meet his dead wife in hell. As the captain’s protected confidant, he bears witness to monstrous brutality, relentless cruelty, strange wisdom, and a journey of redemption through loss of faith.


    Es gibt (bisher) keine deutsche Übersetzung dieser Graphic Novel, allerdings eine französische Ausgabe in der Übersetzung durch Nathalie Bru, die 2013 bei Cambourakis erschienen ist.


    Eine erwachsene Piratengeschichte über einen schnöseligen Lehrer, der auf ein Piratenschiff verschleppt wird, von dem mitverschleppten Schwerverbrecher beschützt wird, viel Brutalität und Seltsamkeit erlebt und von dem Piratenkapitän unter seine Fittiche genommen wird, da er lesen und schreiben kann: Er soll Kapitän Brahm vorlesen, Gespräche über Religion und die Welt führen und dessen Memoiren notieren. Der Kapitän verfolgt den Plan, in seinem Tun soviel Brutalität walten zu lassen, auf dass er in der Hölle mit seiner Geliebten vereint wird.


    Ein Mann, der Gott herausfordert und Miltons „Paradise Lost“ schätzt. Doch für einen so umfassenden Höllenkampf um absolute Werte bleibt Blacklung einigermaßen vage und unentschieden. Viel wird angespielt, aber wenig Erkenntnis eingefahren. Interessant ist allerdings, dass der „böse“ Piratenkapitän am Ende Selbsterkenntnis erlangt, die dem „guten“ Lehrer verschlossen bleibt. Die Haltung gefällt mir! :wink:


    Die Zeichnungen und die Figurengestaltung sind beeindruckend, wenn sich auch manchmal die Figuren vor meinen Augen verwirrten. Der englische Piratenslang ist manchmal schwierig zu verstehen und die Geschichte braucht zu lange, um in Fahrt zu kommen.So dass vor allem der visuelle Stil das Buch im Drei-Sterne-Bereich hält. Ein Bilderwirbel aus Eindrücken von Gewalt und Fiesheit, der schön seltsam daherkommt, da die Gewalt in einer verfremdeten Wirklichkeit stattfindet, in der alle Figuren eher wie ausgestopfte Lumpenpuppen oder abgeranzte Vogelscheuchen auschauen – böse Albtraumfiguren aus der Jim-Henson-Werkstatt oder der Monsterschule des klassischen Nicktoons „Aaahh!!! Real Monsters“. Die auf diese Weise sehr abstrakte Gewalt beim Lesen wieder zu konkretisieren, ist gewissermaßen das größte Vergnügen beim Lesen. Definitiv nicht für jeden Geschmack, aber wer Piratengeschichten, weirde Comiczeichnungen und böse Männer, die ihr Schicksal versuchen, mag und keine Schwierigkeiten damit hat, Handlungen ganz ohne Sympathiefiguren zu verfolgen, darf ruhig einen Blick riskieren. Ein verdammt schönes Buch ist Blacklung allemal! Über den Fantagraphics-Link kann man schon einmal zwölf Seiten in die Geschichte hineinlesen.


    Achtung: In meiner Ausgabe ist die Seite 28 zweimal enthalten. Man kann Seite 19 (wo Seite 28 schon einmal auftaucht) schlichtweg überblättern, als wäre sie nicht da. Es fehlen keine Seiten oder sind ansonsten in Unordnung geraten.

    Roger Deakin "Wilde Wälder" (75/436)

    Oliver Nöding & Marcos Ewert "Sauft Benzin, ihr Himmelhunde!" (56/247)


    Jahresbeste: Tove Jansson (2020), Herbert Lieberman (2019), Emil Ferris (2018), Willa Cather (2017), Adrian Tomine (2016), Derek Raymond (2015), James Agee (2014), Ken Kesey (2013), Jim Nisbet & Richard Ford (2012) :king:
    Gelesen: 41 (2020), 80 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Olga Tokarczuk "Unrast" (22.5.)

  • Die französische Ausgabe, übersetzt von Nathalie Bru, im Jahr 2013 erschienen.

    Roger Deakin "Wilde Wälder" (75/436)

    Oliver Nöding & Marcos Ewert "Sauft Benzin, ihr Himmelhunde!" (56/247)


    Jahresbeste: Tove Jansson (2020), Herbert Lieberman (2019), Emil Ferris (2018), Willa Cather (2017), Adrian Tomine (2016), Derek Raymond (2015), James Agee (2014), Ken Kesey (2013), Jim Nisbet & Richard Ford (2012) :king:
    Gelesen: 41 (2020), 80 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Olga Tokarczuk "Unrast" (22.5.)