Alice Schwarzer - Damenwahl. Vom Kampf um das Frauenwahlrecht bis zur ersten Kanzlerin

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Damenwahl: Vom Kampf um das Frauenwahlre...

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Verlag: KiWi-Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 224

ISBN: 9783462040685

Termin: Dezember 2008

  • Femipopulistische Frauen- und Geschichtsdarstellungen.




    18 Frauen. Und sie alle haben es in die Politik geschafft. Das Buch "Damenwahl. Vom Kampf um das Frauenwahlrecht bis zur ersten Kanzlerin" (2009) von der bekannten Feministin Alice Schwarzer (als Herausgeber) stellt uns 18 Frauen in Kurzkapiteln vor, die es in die hohe Politik geschafft haben. In 2 längeren Abschlusskapitel präsentieren uns die Autorinnen dann die Geschichte des Frauenwahlrechts und den Gender Gap.


    Viel zu oberflächlich. Das Buch ist definitiv viel zu oberflächlich. Die Vorstellungen der Frauen sind biographische Präsentationen in knapper Form und lösen sich leider nie von einer zielführenden Einseitigkeit. Ein kritisches Wort wird man nicht finden, wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass Politiker wie Ursula von der Leyen, Hannelore Kraft, Andrea Nahles und Angela Merkel völlig unumstritten sind. Besonders zur letzteren Person könnte bestimmt viel kritisches Gesagt werden (auch schon im Jahr 2009). Nur ist das wohl schwer, wenn Angela Merkel selbst ein Geleitwort für das Buch aufsetzt (Fragen nach dem Muster "Sind sie in ihrer Position richtig ?" "Sorgen sie wirklich für das Bürgerwohl ?" bzgl. der betreffenden Frauen werden erst gar nicht gestellt).
    Die tendenziöse Ausrichtung wird darüber hinaus jedoch auch in den letzten beiden Kapitel überdeutlich. zB wird an einer Stelle der Ausspruch erwähnt, "Die Frauen haben Hitler an die Macht gewählt." doch stimme dieser Satz natürlich nicht (S.214). Woher der Satz stamme und mit welcher Begründung er aufgekommen sei, bleibt ebenso im Dunkeln wie die Gegenargumentation schwammig ist. Es wird auch viel mit Konjunktiven gearbeitet, wofür dieses eine Beispiel reichen soll: "Dürften nur Frauen an die Urnen, würden alle rechtsradikalen Parteien in Deutschland an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern." (S. 218) Ich weiß ja echt nicht, was ich von diesem Satz halten soll. :D
    Männer sind somit eher schlechte Menschen (?) und folgerichtig sei auch der Gender Gap (unterschiedliches Wahlverhalten bei Männern und Frauen) 1972 auf einem "Tiefstand" gewesen (S. 216 f.). Klingt ein wenig so, als wäre das schlecht, wenn Frauen und Männer gleich wählen, denn 1972 haben Frauen und Männer gleich gewählt. Dabei bin ich von der Existenz des Gender Gaps noch gar nicht so überzeugt, auch wenn er laut der Autorin definitiv "schon lange Realität" (S. 221) sei. Vergleicht dazu doch mal die Rezension von "Lulu" zu dem Buch auf Amazon.





    Naja, das Buch ist schon etwas ein Reinfall. Zu undifferenziert und einseitig. Ich will jetzt nicht soweit gehen und es als feministisches Manifest einer machtpolitischen Geschlechtsideologie aufzufassen (auch wenn hier der "Mann" definitiv schlechter dargestellt wird) oder es als Propaganda mit scheinwissenschaftlichen Zahlspielereien abzutun, das ginge echt zu weit.
    Doch zum Vorbild sollen sich andere Autoren von Büchern dieses Themas dieses Buch bitte nicht nehmen. Nicht mal eine Literaturliste oder etwas Ähnliches gibt es. Das wirkt alles ein wenig femipopulistisch. :D Falls es dieses Wort "femipopulistisch" überhaupt gibt. Das kam mir eben in den Sinn. Hoffe, ihr, werte Leser, wisst, was ich damit meine. :)


    Als ich begonnen hatte, diesen Kommentar zu dem Buch zu schreiben, wollte ich als Überschrift echt noch "Sind Frauen die besseren Menschen ?" nehmen. Aber das wäre echt etwas zu polemisch gewesen, oder was meint ihr ? :)
    :bewertungHalb:


    Übrigens durfte das Binnen-I natürlich nicht fehlen. ;D

  • Was will man auch von einer Alice Schwarzer erwarten? Wer glasubt, von ihr eine ausgewogene Berichterstattung oder Recherchen zu bekommen, ist doch schief gewickelt.
    Wenn die Dame im Fernsehen oder im Radio zu hören ist, muss ich immer abdrehen. Die Dame ist unerträglich tendenziös.

  • @€nigma
    Ja, irgendwie hatte ich mir tatsächlich auch mehr von dem Buch erwartet. :)


    Was will man auch von einer Alice Schwarzer erwarten? Wer glasubt, von ihr eine ausgewogene Berichterstattung oder Recherchen zu bekommen, ist doch schief gewickelt.
    Wenn die Dame im Fernsehen oder im Radio zu hören ist, muss ich immer abdrehen. Die Dame ist unerträglich tendenziös.

    Oh je, dann bin ich total schief gewickelt. xD Nein, Spaß beiseite. Das Thema Geschlechterfrage und Feminismus und all das habe ich erst vor wenigen Jahren für mich entdeckt und bin somit nicht wirklich im Thema drinne. Von Alice Schwarzer hört man ja immer wieder etwas und sie soll ja auch viel erreicht haben. Klar, die ganzen negativen Dinge habe ich natürlich auch gehört. Aber das habe ich auf Polemik oder auf politische Gegner zurückgeführt.
    Bis ich diese beiden Bücher von ihr gelesen habe. ^^


    Am Anfang hatte ich mir echt was von dieser Frau erwartet ! Immerhin gibt es auch viele Leute, die auf sie hören (glaube ich).

  • Wenn die Dame im Fernsehen oder im Radio zu hören ist, muss ich immer abdrehen

    Das geht mir ganz genau so!
    Bei uns zu Hause wird der Rollentausch seit vielen Jahren ohne großes Drama praktiziert. Mein Mann ist zu Hause, während ich das Geld herbeischaffe. Es hat zwar eine Zeit gedauert, bis unser Umfeld das akzeptieren konnte (und tut es teilweise sicher noch immer nicht), aber wir haben beide kein Problem damit.
    Dass ich genug verdiene, um finanziell alles alleine stemmen zu können, ist sicher ein Verdienst der Gleichberechtigung, aber nachdem sie nun mal auf weiten Gebieten errungen ist, muss man sich ja nicht in lächerlichen Kleinkram verrennen.
    Schon wegen der GeschlechtsgenossInnen würde ich das Buch nicht lesen (ich hasse diese Schreibweise und ignoriere sie völlig - noch schlimmer, wenn man einer Rede zuhören muss, wo es dauernd heißt: liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Ärztinnen und Ärzte, liebe Pflegehelferinnen und Pflegehelfer, wie heißt es dann bei Angehörigen? Angehöriginnen? - das ist zum Aus-der-Haut-fahren) :evil:

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