Ulrike Sosnitza - Novemberschokolade

  • Buchdetails

    Titel: Novemberschokolade


    Verlag: Heyne

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 368

    ISBN: 9783453359062

    Termin: Oktober 2016

  • Bewertung

    3.6 von 5 Sternen bei 8 Bewertungen

    72,5% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Novemberschokolade"

    Ein Roman, so bittersüß wie das Leben Zimt, Koriander und natürlich Schokolade – in Würzburgs einzigartiger Chocolaterie liegen verheißungsvolle Düfte in der Luft. Hier zaubert Lea Winter die wunderbarsten Schokoladengenüsse. Doch Liebe und Begeisterung allein bezahlen keine Rechnungen. Lea steht kurz vor der Pleite, und der einzige Ausweg scheint die Teilnahme an einem Wettbewerb zu sein. Mitten in ihrer Recherche entdeckt sie ihre Mutter Anne, die vor über zwanzig Jahren spurlos verschwand, in der Fachzeitschrift der Chocolatiers. Lea macht sich auf den Weg zu ihr und erfährt eine lang verdrängte, furchtbare Wahrheit.
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  • Lea besitzt in Würzburg eine kleine, aber feine Chocolaterie, die sie mit Hilfe ihrer beiden Angestellten Stella und Herlind betreibt. Doch leider steckt Lea in finanziellen Schwierigkeiten, die sie heimlich vor sich herschiebt. Ihre Vermieterin sitzt ihr bereits im Genick, so dass sie ihre Wohnung räumt und insgeheim in der Chocolaterie übernachtet. Ihre einzige Rettung sieht sie in der Kreation einer Praline für einen Hotelkonzern, der einen Wettbewerb ausgeschrieben hat. Von einem Tag auf den anderen wird Leas Leben recht turbulent, denn sie begegnet nicht nur dem attraktiven und geheimnisvoll duftenden Alessandro, dem Sohn des italienischen Restaurantbesitzers gegenüber ihrer Chocolaterie, sondern findet durch Zufall auch ein Bild ihrer Mutter Anne auf einem Prospekt. Lea ist bei dem Anblick völlig vor den Kopf geschlagen, denn sie hat ihre Mutter seit ihrer Kindheit nicht mehr gesehen, weil diese ihren Mann und ihre Tochter sang und klanglos verlassen hat. Lea macht sich auf, Anne zu finden und den Grund ihres Weggangs zu ergründen. Was sie dabei erfährt, zieht ihr den Boden unter den Füßen weg. Wird Lea in der Lage sein, ihr Leben in den Griff zu bekommen und auch ihre Chocolaterie zu retten?


    Ulrike Sosnitza hat mit ihrem Buch „Novemberschokolade“ einen wunderschönen und gefühlvollen Unterhaltungsroman vorgelegt, in dem es um Familiengeheimnisse, die Liebe und um viele Schokoladenherrlichkeiten geht, bei denen einem ständig das Wasser im Mund zusammen läuft. Der Schreibstil ist flüssig, der Leser steht von der ersten Seite als Schatten hinter Lea und erhält einen guten Eindruck von ihren Gedanken und Gefühlen. Die Beschreibung der Herstellung von handgemachter Schokolade, den verschiedenen Schokoladensorten und Herkunftsländern sowie die Erwähnung der großen Trüffelvielfalt machen einen beim Lesen ganz schwummerig, als wäre man auf Drogenentzug, so sehr lechzt man nach den Köstlichkeiten, die Gott-sei-Dank nicht in Reichweite sind. Die Schilderung der Düfte und Geschmackssorten ist sehr gelungen, fast hat man das Gefühl, diese selbst in der Nase und auf der Zunge zu haben. Der Spannungsbogen baut sich gemächlich auf und steigert sich im Verlauf der Handlung immer mehr. Das Familiengeheimnis wurde von der Autorin sehr gut verpackt und wird erst nach und nach entblättert, so dass der Leser genügend Raum für Spekulationen und eigene Vermutungen hat.


    Die Charaktere sind sehr vielfältig aufgestellt und liebevoll ausgearbeitet, der Leser wird dazu animiert, seine Meinung immer wieder zu hinterfragen. Dabei wirken sie sehr authentisch und lebensecht. Lea ist eine begnadete Chocolatiere, liebt ihren Beruf mit allen Sinnen, aber sie ist eine schlechte Geschäftsfrau. Sie ist gutmütig, freundlich, oftmals leider auch etwas naiv. Lea musste in ihrer Vergangenheit schon einige Schläge hinnehmen, weshalb sie auch etwas zurückhaltend und ängstlich wirkt. Doch ihre Sehnsucht nach Liebe und nach der Wahrheit ist immer spürbar. Alessandro ist ein sympathischer Mann, der zu Beginn eher wie ein italienischer Filou wirkt, doch immer mehr zur Stütze und Fels in der Brandung für Lea wird. Sebastien ist ein Star-Chocolatier und ehemals größter Konkurrenz von Leas verstorbenem Vater. Zuerst wirkt er wie ein Snob, doch je näher man ihn kennt, umso mehr staunt man über seine Großzügigkeit und vor allem seine Menschlichkeit. Anna ist eine selbstsüchtige Frau, egoistisch und abgehoben. Sie sieht sich selbst als Opfer, dabei ist sie oftmals hart und unnahbar. Sie ist launisch und gibt allen anderen die Schuld für die Dinge, die in ihrem Leben schief gehen. Auch die Nebenprotagonisten unterstreichen die gefühlvolle und gut ausgearbeitete Handlung mit ihren kleinen Episoden und ihren Eigenheiten.


    „Novemberschokolade“ ist wie ein Trüffel in wunderschöner Verpackung. Der Roman verführt schon durch seinen Titel und wenn man die Geschichte erst einmal begonnen hat, kann man nicht mehr aufhören zu „naschen“. Ein sehr unterhaltsamer Roman, der genau richtig ist für die dunkle Jahreszeit. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung für alle, die eine Vorliebe für Geheimnisse und die Liebe haben und exquisitem Süßkram nicht wiederstehen können.


    Sehr schöne :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: .

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

  • Inhalt:


    Lea Winter steht kurz vor dem Aus. Ihre geliebte Chocolaterie wirft nicht genug Gewinn ab um die Miete für den Laden, ihre Wohnung darüber und ihre beiden Angestellten zu bezahlen. Langsam gehen ihr die Vorräte aus und von der Bank bekommt sie ebenfalls keinen Cent mehr.
    Sie liebt es Pralinen zu kreieren, in der Schokolade zu rühren und mit geschickter Hand Trüffel zu verzieren. Die Buchhaltung und Planung für einen eigenen Laden allerdings nicht.
    So kurz vor Weihnachten hofft sie, dass ihre Vermieterin Frau Obermüller noch einmal nachgibt und ihr Aufschub gewährt, aber diese bleibt hart. Lea hat eine Woche Zeit um aus der Wohnung auszuziehen und sollte sie die Miete für den Laden nicht bald bezahlen, wird es schon bald einen weiteren Lieferdienst in Würzburg geben. Ihr Nachbar, der Italiener Fiurelli, wollte schon lange sein Angebot erweitern und wittert seine Chance.


    Abgekämpft und fertig mit der Welt trifft sie auf Alessandro. Sie ahnt nicht, wer er wirklich ist und verliebt sich beinahe augenblicklich in seinen Duft: Orange, Basilikum und ein Hauch Rauch. Sie würde ihn am liebsten sofort in eine Praline verpacken, aber dazu fehlt ihr im Moment der Kopf.
    Beim Entsorgen des Altpapieres fällt ein Flyer auf den Boden: Die Schwanenhotels suchen eine Praline für ihre Gäste. Etwas ganz besonders soll es sein und in einem Wettbewerb entschieden werden.
    Lea war dieser Flyer gar nicht aufgefallen, aber Alessandro hielt ihr ihn wie eine Trophäe unter die Nase. Als Preis erhält der Gewinner 5.000 Euro. Damit könnte sie gut einen Teil ihrer Schulden bezahlen!
    Vielleicht muss sie ihren Traum von der eigenen Chocolaterie doch noch nicht begraben.


    Lea, die bei ihren Großeltern aufgewachsen ist, nachdem ihr Vater ums Leben kam, sehnt sich seit frühester Kindheit nach ihrer Mutter. Inzwischen ist es mehr ein leichtes Ziehen im Herzen, doch nach so vielen Jahren hat sie die Hoffnung beinahe aufgegeben. Sie würde zu gerne wissen, warum sie damals einfach abgehauen ist und sie nie besucht hat.
    Bei der Suche nach Inspirationen für die Schwanenpraline landet sie auf der Seite einer TV-Show mit einem Spezial zu Hochzeitstorten mit Schwänen. Bingo!
    Als sie jedoch das Bild des Teams hinter der TV-Show sieht, stockt ihr der Atem. Neben dem weltberühmten Chocolatier Sébastian Malineau steht die Frau nach der sie schon so lange sucht: ihre Mutter. Sie hatte sie wirklich gefunden.
    Ob sie jetzt endlich Antworten auf ihre vielen Fragen finden würde? Lea will sie unbedingt treffen und ausgerechnet Alessandro kann ihr dabei helfen, denn er ist mehr als nur der Sohn des Italieners von nebenan.


    Meinung:
    'Novemberschokolade' ist der Debütroman von Ulrike Sosnitza und macht allein optisch schon einiges her. Ich liebe ja diese Haptik bei den gerillten Buchcovern.
    Also Schokoladenjunkie musste ich natürlich zu diesem Buch greifen und ich war sehr gespannt wie es wohl sein würde.


    Lea ist eine Person, die sich schlecht einschätzen lässt. Sie ist eine spezielle Frau, die ich kaum beschreiben kann. Auf der einen Seite ist sie kämpferisch und lebensbejahend, auf der anderen Seite nicht standhaft genug und schnell verschreckt. Die Liebe zur Schokolade hat sie von ihrem Vater geerbt, den sie bereits im Kleinkindalter verloren hat. Ihre Pralinen sind echte Handwerkskunst und ihr bisheriger Fixpunkt im Leben.
    Die Sehnsucht nach ihrer Mutter scheint sie jedoch auszubremsen, was sehr schade ist.


    Alessandro will ihr dabei helfen ihr Potenzial zu erkennen und auch einzusetzen, stößt dabei aber immer wieder an seine Grenzen. Bis auf seinen Duft, bleibt er charmant, aber etwas farblos.
    Ich mochte am meisten Herlind. Vom Charakter her ist sie bodenständig und eine echte Bereicherung für Lea. Sie packt mit an, wenn es nötig ist, bedrängt aber niemanden.


    Über das gesamte Buch ziehen sich immer wieder verführerische Pralinenbeschreibungen die es einem wirklich schwer machen nicht in den nächsten Laden zu rennen und einmal das gesamte Sortiment zu kaufen.
    Wer ein kleines bisschen Spaß an Ofen und Herd hat, wird sich hier von ganz alleine Gedanken machen, wie man bestimmte Pralinen herstellen könnte. Die Beschreibungen der einzelnen Schritte sind detailliert genug um Lust darauf zu bekommen und ich renne seither mit einem Zettel durch die Gegend, auf dem ich mir verschiedene Variationen notiere.
    Die Geschichte entwickelt sich über verschiedene Stadien und, Gott sei Dank, auch Lea. Sie bleibt sympathisch, findet aber immer mehr zu sich selbst. Das hat mir gut gefallen.


    Die Thematik des Buches - Mutter verlässt ihr Kind - ist sehr schwierig. Und auch wenn ich am Ende ungefähr weiß warum Leas Mutter so reagiert hat, kann ich es doch aus menschlicher Sicht überhaupt nicht nachvollziehen. Das Buch regt in jedem Fall das Gedankenkarussell an.


    Ich durfte Ulrike Sosnitza auf der lit.Love kennenlernen und finde sie sehr sympathisch. Eine Frau die Schokolade liebt - besser geht es wohl kaum! Ich bin schon sehr gespannt auf ihr nächstes Buch, das im neuen Jahr erscheint.


    Fazit: :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: