Jacques Lusseyran - Das wiedergefundene Licht / Et la lumière fut

  • Buchdetails

    Titel: Das wiedergefundene Licht


    Verlag: Klett-Cotta

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 286

    ISBN: 9783608931150

    Termin: März 2017

  • Bewertung

    5 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Das wiedergefundene Licht"

    Die berühmt gewordene Lebensgeschichte eines als Kind Erblindeten, der seine Behinderung mit Phantasie und Disziplin überwindet, eines Mannes, dessen Leben als Widerstandskämpfer, Literaturprofessor und Schriftsteller von einer sensiblen Zuversicht getragen war, die ihn befähigte, auf unvergleichliche Weise zu »sehen«.
    Weiterlesen
  • Aktion

  • Bestellen

  • Original : Et la lumière fut (Französisch, 1953 ; in meiner Ausgabe steht allerdings 1963 : Lusseyran gab wohl mehrere überarbeitete Versionen heraus?!)


    Die berühmt gewordene Lebensgeschichte eines als Kind Erblindeten, der seine Behinderung mit Phantasie und Disziplin überwindet, eines Mannes, dessen Leben als Widerstandskämpfer, Literaturprofessor und Schriftsteller von einer sensiblen Zuversicht getragen war, die ihn befähigte, auf unvergleichliche Weise zu 'sehen'. (Quelle : Klett-Cotta)


    AUTOR :
    Jacques Lusseyran (* 19. September 1924 in Paris; † 27. Juli 1971 in Ancenis) war ein blinder französischer Schriftsteller und Hochschullehrer. Aus einem anthroposophisch geprägten Elternhaus stammend, erblindete er aufgrund eines Unfalls im Alter von 8 Jahren. Er durchlief mit hervorragenden Noten die Schule und studierte Literatur. Während des Zweiten Weltkrieges war er Mitglied der Résistance und gründete mit 17 Jahren eine eigene Widerstandsgruppe, die Volontaires de la liberté. Durch einen Verräter fiel er in die Hände der Gestapo und saß ein halbes Jahr in Einzelhaft im Gefängnis Fresnes, bevor er mit 2000 anderen Franzosen in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert wurde, wo er bis zur Befreiung durch die Amerikaner am 11. April 1945 überlebte.


    Nach dem Krieg lernte er den Franzosen Georges Saint-Bonnet, Autor des Buches La joie vous appartient, kennen und schätzen. Wegen eines Gesetzes aus der Zeit des Vichy-Regimes, das Invaliden den Staatsdienst verbot, blieb ihm der Zugang zu einer ordentlichen Universitätsprofessur in Frankreich verwehrt. Er arbeitete als Schriftsteller und Dozent an verschiedenen Einrichtungen; zuletzt als Literaturprofessor in den USA. Er verstarb am 27. Juli 1971 zusammen mit seiner dritten Frau, Marie, bei einem Autounfall in Ancenis, nahe dem Dorf Juvardeil, in dem er viele Ferien verbracht hatte, im Département Maine-et-Loire, Frankreich.
    (Quelle : Wikipedia.de ; wer Französisch kann lese bevorzugt : https://fr.wikipedia.org/wiki/Jacques_Lusseyran )


    BEMERKUNGEN :
    Vielleicht ist es typisch für diese fesselnde Autobiographie, dass ich sie als Geschenk bzw Weitergabe eines total zerlesenen Buches erhielt. Ja, solch ein Buch mag man gerne weitergeben und empfehlen ! Und dies habe ich inzwischen auch schon getan.


    Lusseyran entstammt einem überaus liebendem Elternhaus, das ihm in jungen Jahren jenes so notwendige Ur- oder Grundvertrauen schenkte. Als er mit acht Jahren infolge eines Unfalls erblindet wird er eben nicht « abgeschoben » in eine Behinderten- bzw Blindeneinrichtung, sondern lernt im Eilmarsch die Blindenschrift und schafft es zu hervorragenden Schulergebnissen. Nun könnte ich nacherzählen, was man in biographischen Notizen, in diesen 18 Kapiteln auch erzählt und schildert : diverse Freundschaften, Kindheitserlebnisse, das Engagement in der Résistance, dem französischen Widerstand, seine Zeit in Buchenwald…


    Dies alles ist an sich schon faszinierend, trifft aber meines Erachtens nicht den Kern. Es geht dem Autor nicht um eine Aneinderreihung einer kompletten Biographie, sondern in gewisser Hinsicht um sein « Leben MIT der Blindheit » : Jacques Lusseyran wird sich niemals selbst bemitleiden für eine, von uns so empfundene, Behinderung durch seine Erblindung. Ja, im Gegenteil : nicht nur entwickeln sich andere Sinne ins ungeheuerlich Scharfe, sondern es gibt in ihm eine Art innere Schau, mit der er zB genau zu unterscheiden lernt, wem seiner sehenden Kameraden er vertrauen kann (er ist in der Widerstandsgruppe mit der Rekrutierung der Neuen betraut)! In all dem durchzieht ihn die Gewissheit einer Präsenz, eines inneren Lichtes, eines tragenden metaphysischen Grundes: er selbst bezeichnet sich schon auf den ersten Seiten als Menschen, der an geistiger Begleitung nicht zweifeln kann. Und wenn man ihm all dies, teils Unglaubliche, abnimmt, dann wohl auch, weil er dabei in solcher Bescheidenheit und Natürlichkeit spricht, dass kein Falsch aus den Zeilen springt.


    Ein beeindruckendes Buch, das manchen hier ansprechen könnte. Vielleicht auch auf dem Hintergrund, dass eine so genannte Behinderung oft die Entwicklung anderer Gaben hervorbringt, die dem Betroffenen als auch den Menschen drumherum unerwarteter Weise zum Reichtum werden kann.


    Taschenbuch: 286 Seiten
    Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 14 (18. Mai 2015)
    Sprache: Deutsch
    ISBN-10: 3608931155
    ISBN-13: 978-3608931150

  • Ich verlinke mal die neueste, in diesem Jahr herausgebrachte französische Ausgabe "La lumière fut". Es ist schon interessant, dass die deutschen Übersetzer diesen gewagten französischen Titel (um eines mehr) nicht wiedergegeben haben. Oder haben sie ihn schlichtweg nicht verstanden? Es ist ein Satz aus der Schöpfungsgeschichte (Genesis 1.3). Somit spricht schon der Titel von einem schöpferischen (neu-) Anfang DURCH und IN seiner Blindheit. Das Licht als Symbol und Erfahrung ist für Lusseyran kein leeres Wort :



    Poche: 432 pages
    Editeur : Folio (8 avril 2016)
    Collection : Folio
    Langue : Français
    ISBN-10: 2070468925
    ISBN-13: 978-2070468928