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Yrsa Sigurdardóttir - DNA

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DNA

3.8|41)

Verlag: btb Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 512

ISBN: 9783442715756

Termin: Oktober 2017

  • Buchinfo
    DNA - Yrsa Sigurdardòtti
    Gebundene Ausgabe - 480 Seiten - ISBN-13: 978-3442756568
    Verlag: btb Verlag - Veröffentlichung: 26. September 2016
    EUR 19,99
    Kurzbeschreibung
    Die neue große isländische Krimiserie
    Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Familienmutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter, die wider Erwarten den Angriff übersteht. Als wenig später eine zweite Frau unter ähnlich brutalen Vorzeichen ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Kommissar Huldar, der die Ermittlungen leitet und sich erstmals in einem so wichtigen Fall beweisen muss, hat darüber hinaus ein weiteres Problem. Er ist gezwungen, mit der Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, mit der er vor kurzem nach einer Kneipentour unter falschen Angaben die Nacht verbracht hat. Währenddessen beschließt ein junger Amateurfunker, auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem ihn kryptische Botschaften zu den beiden Opfern erreichen. Dass er sich damit selbst in Gefahr bringt, kann er nicht wissen.
    Bewertung
    Ein wirklich hochspannendes Buch von der Autorin. Sie schreibt spannend, die Geschichte wirkt stimmig, ebenfalls auch die Charaktere. Sie schafft eine düstere und unheimliche Stimmung, wodurch ich die ganze Zeit eine Gänsehaut hatte. Das Buch hat mich fasziniert, aber auch nachdenklich gestimmt, denn was wir heutzutage als selbstverständlich annehmen, also ein ruhiges und zufriedenes Leben, ist eben nicht selbstverständlich. Denn überall gibt es verrückte Menschen, die das Leben von anderen Menschen einfach so beenden. Schlussendlich möchte ich sagen, dass das Buch definitiv eins meiner vielen Highlights ist. Von mir gibt es hierfür 5 Sterne!

  • "DNA" war mein erstes Buch der Autorin und es hat mir gut gefallen. Der Fall war erschreckend, spannend und gut aufgebaut, die Protagonisten sind sympathisch (aber mit Schwächen) und dazu kam noch eine Auflösung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet hatte, obwohl ich sehr viele verschiedene Theorien aufgestellt hatte.


    Ich habe schon einige Krimis und Thriller gelesen, aber die Autorin hat hier eine Tötungsart gefunden, die ich sehr originell (und grausam) fand. Da man zudem noch die Perspektive der Opfer auf ihre letzten Momente bekommt, muss die Beschreibung nicht einmal wirklich graphisch werden - der Horror, den sie erleben, ist auch so sehr eindringlich dargestellt und die Vorstellungskraft wird ausreichend angeregt. Ich hatte wirklich Mitgefühl mit ihnen, vor allem, da man sie vor ihre Tod noch ein wenig kennen lernen konnte. Man fragt sich die ganze Zeit, wieso der Täter sie tötet, was sie ihm angetan haben und nichts passt zusammen... bis der Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja schließlich auf die Spur des Täters kommen und den Fall lösen. Gerade am Ende wurde hier noch einmal alles sehr spannend und dramatisch, aber auch zwischendurch konnte die Autorin die Stimmung gut aufbauen und die Spannung bewahren. Dadurch, dass ein Kind in das Verbrechen involviert war, geht alles mehr unter die Haut und natürlich ist alles gleich alles noch viel brenzliger und gefährlicher.


    Die Protagonisten selbst sind gut ausgearbeitete Charaktere mit Stärken und Schwächen. Dass zwischen ihnen eine gewisse Spannung herrscht, weil sie sich bereits ... intim kennen und er damals einfach verschwunden ist, hat die Dynamik zwischen ihnen interessanter gemacht als wenn sie Fremde wären, aber meiner Meinung nach hätte man auf diesen Aspekt auch verzichten können. Er hat mich nicht gestört, aber für mich hat er nicht viel zur Geschichte beigetragen. Mal sehen, wie es sich in den nächsten Bänden weiter geht.
    Die Nebenfiguren haben auf jeden Fall Potential, sind aber noch ein bisschen blass geblieben, was sich hoffentlich noch ändern wird.


    "DNA" hat mir davon abgesehen aber gut gefallen. Weitere Bände der Reihe werde ich auf jeden Fall lesen und ich bin jetzt umso gespannter auf ihre andere Serie, die ich schon hier stehen habe.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Carpe Diem.
    :study: Rick Riordan - Der verschwundene Halbgott

    2018 gelesen: 174 Bücher mit 64.798 Seiten | gehört: 3 Bücher mit 2266 Minuten

  • Yrsa Sigurdardóttir – DNA


    Nach einer schweren Familientragödie werden im Jahr 1987 drei Geschwister voneinander getrennt und in separaten Familien untergebracht. Die Betreuer des Waisenhaus sind sich fast einig, das alles nur zum Schutz der Kinder passiert.


    Jahre später erschüttert der brutale, grausame Mord an Elisa Reykjavik mit einem Haushaltsgegenstand Kommissar Huldar, der gerade seinen ersten Fall in leitender Position aufgrund Unstimmigkeiten bei seiner Arbeit, bekommen hat. Die Grausamkeit mit der der Täter das Opfer zugerichtet hat, ist auch für den leitenden Pathologen schwer zu fassen. Aber es gibt eine Zeugin, die kleine Margaret lag unter dem Bett ihrer Mutter und hat den Täter gesehen. Doch das Mädchen will nicht reden und die Beamten befürchten, dass sie als Tatzeugin in Gefahr schwebt.
    Im Kinderhaus arbeitet die Psychologin Freya mit ihrem Team, die ihre eigenen Probleme hat: Der Bruder ist im Gefängnis, sie sucht eine Wohnung, und der Hund des Bruders mag sie wohl auch nicht leiden. Dazu kommt, das sie auf der Suche nach einem festen Freund ist.
    Als sich die Wege von Huldar und Freya kreuzen, erkennt sie ihn ihm eine Bettbekanntschaft, der ihr einige Unwahrheiten erzählt hat, was die Ermittlungen und auch das Miteinander-Umgehen nicht einfacher macht, zumal Freya wenig später das Kind unter ihre Obhut bringt.
    Ein weiterer brutaler Mord lässt kleine Einblicke in die Motive des Täters zu, der gerne mit Rätseln um sich wirft.
    Doch wie passt der Amateurfunker Karl in die ganze Sache hinein, der über eine Funksendung wertvolle Hinweise zu den Opfern bekommt?


    Als ich die Leseprobe bei einem Buchportal gelesen hatte, dachte ich: Das Buch musst du unbedingt haben.
    Leider hält das Buch nicht so wirklich, was mir die Leseprobe versprochen hat.
    Der Schreibstil ist meistens gut lesbar, aber auch auch wenn es unendliche, zähe Ausschweifungen gibt, die über Seiten anhalten und dann ganz plötzlich wieder zum Ursprungsthema zurückfinden, hat mich das im Lesefluss sehr gestört. Irgendwie wollte sich bei mir nicht die Thriller-Spannung einstellen, obwohl die Grundidee sehr interessant war und man deutlich mehr aus dem Buch hätte heraus holen können.
    Die immer dazwischen geschobenen Gedankengänge von Huldar oder Freya wirken oft so deplatziert, dass mich die streckenweise langatmige Story nach einer Weile wirklich Überwindung gekostet hat, das Buch zu beenden.
    Die Handlung selbst war voller Überraschungen und Wendungen, einige waren vorhersehbar, so wie das Motiv des Täters, anderes war wiederum wirklich gut erzählt.
    Trotzdem wollte der Funke einfach nicht überspringen, was echt schade ist.


    Die Figuren waren aber sehr detailliert, lebendig (wenn auch emotional meistens eher düster gestimmt), facettenreich und auch überwiegend glaubhaft beschrieben, sodass ich mir die Personen gut vorstellen konnte.
    Freya wirkte distanziert, irgendwie mit sich nicht ganz im Reinen, aber es wurde im Verlaufe des Buches deutlich besser und sie wurde mir auch von Seite zu Seite etwas sympathischer.
    Übersprudelnde Sympathie konnte ich allerdings auch nicht bei Kommissar Huldar hervorbringen, der einige Ecken und Macken hat, die ich einfach nicht gut heißen kann. Mal eben mit der Frau des Partners in die Kiste springen gehört zum Beispiel dazu.


    „DNA“ war für mich das erste Buch der Autorin und ich bin mir ehrlich nicht sicher, ob ich ein weiteres von ihr lesen werde, auch wenn die Bewertungen generell sehr positiv ausfallen. Ich denke hier stimmt einfach die Chemie leider nicht.


    Das Cover ist interessant, obwohl ziemlich dezent gehalten, hat es mich sofort angesprochen.


    Fazit: Wer einen sehr detailreichen, in aller Ausführlichkeit beschriebenen Thriller mag, wird hier wohl seine Freude haben. Ich hatte sie leider nicht. Aber ich kann auch nicht sagen, dass das Buch absolut schlecht war.


    Von mir gibt es eine eingeschränkte Leseempfehlung und 2-3 Sterne.

  • Ein düsterer Islandthriller


    In Reykjavik wird eine junge Mutter in ihrem eigenen Haus überfallen und bestialisch ermordet, während ihre siebenjährige Tochter Margrét unter dem Ehebett Zuflucht sucht. Ein Fall, dessen enorme Brutalität nicht nur den ermittelnden Kommissar Huldar Jonás zutiefst beunruhigt, sondern auch die Mitarbeiter eines Kinderhauses, in dem Margrét von Psychologen vernommen wird. Als dann auch noch eine zweite Frau auf ähnliche Weise stirbt, wird klar, dass ein zu allem entschlossener Mörder grausame Rache übt. Zur gleichen Zeit erhält ein Amateurfunker kryptische Zahlennachrichten, die er zunächst nicht entschlüsseln kann. Erst ein Zufall hilft ihm weiter und schon bald folgt er der Spur der beiden Opfer und gerät dabei in höchste Gefahr.


    „DNA“ ist der erste Fall einer neuen Thriller-Serie der bekannten isländischen Autorin Yrsa Sigurdardóttir, die mit ihren Kriminalromanen um die Rechtsanwältin Dóra Gudmundsdóttir mehrfach bewiesen hat, dass sie das Schreiben von Spannungsromanen beherrscht. Nun schickt sie mit dem in Leitungsdingen noch unerfahrenen Kriminalkommissar Huldar Jonás und der versierten Kinderpsychologin Freyja ein Duo ins Rennen, das entsprechend der Ankündigung des Verlages noch einige gemeinsame Fälle zu bestreiten hat. Dumm nur, dass sich Huldar unter Nennung einer falschen Identität eine Nacht mit Freyja erschlichen hat, um sich am nächsten Morgen ohne Abschied davonzustehlen.


    Überaus spannend, mit einem undurchsichtigen Prolog, einem brutalen Mord und einer daraufhin einsetzenden Ermittlung beginnt der Thriller und lässt in seiner Dramatik zu keiner Zeit nach. So erlebt der Leser das aus verschiedenen Perspektiven heraus erzähltes Handlungsgeflecht, das mit grauenhaften Bildern, verstörenden Szenen und einer düsteren Atmosphäre einhergeht und am Ende nicht einmal mehr an das Gute im Menschen glauben lässt. Dabei nimmt sich die Autorin viel Zeit, ihre Figuren dem Leser vorzustellen, bevor dieser erfährt, ob derjenige Ermittler oder Opfer, Zeuge oder Freund, Kollege oder Nachbar oder vielleicht sogar der Mörder ist.


    Fazit:
    Ein tiefer Blick in menschliche Abgründe ist bei diesem Thriller garantiert, wie auch ein kniffliger und abwechslungsreicher Fall und eine am Rande verlaufende Auseinandersetzung mit vorherrschenden Schwächen bei der isländischen Polizei.

  • Hm,... wie soll ich anfangen. Ich muss leider sagen dass ich mir von dem Buch viel mehr erwartet habe. Bis jetzt war mir die Autorin noch komplett unbekannt und daher war dies auch mein erstes Buch der viel gelobten Yrsa Sigurdardóttir. Ich kam einfach überhaupt nicht richtig in das Buch rein und die Geschichte hat mich leider auch überhaupt nicht gefesselt. Ich fand das die ganze Story total zusammenhanglos dargestellt wurde. Ich hatte bis zum Schluss nicht mal den Hauch eines Verdachtes wer dahinter stecken konnte und dass ist sehr schade, dass ich dies eigentlich be Krimis liebe. Und die Auflösung am Schluss war mir leider zu abgehackt als müsste die Autorin das Buch jetzt beenden. Ich musste mich stellenweise mehr oder weniger durch das Buch durchquälen, und die versuchten "Cliffhanger" am Ende einiger Kapitel waren leider viel zu "gewollt" und wirkten daher fehlplatziert.


    Fazit:
    Für mich war das Buch leider vergeudete Zeit, das einzig gute an dem Buch war, dass ich es als Hardcover günstige bekommen habe. Ich werde mir auch den 2. Teil nicht besorgen. Ansonsten kann ich leider nichts positives über das Buch sagen und muss es für mich leider mit :bewertung1von5: bewerten.

    :study: Wiebke Lorenz - Alles muss versteckt sein

    :montag: Gelesen in 2016: Bücher 23 / Seiten 9862
    :montag: Gelesen in 2017: Bücher 14 / Seiten 5901
    :montag: Gelesen in 2018: Bücher 8 / Seiten 3341


    Ziel 2018: 7.500 Seiten

  • Ich hatte bis zum Schluss nicht mal den Hauch eines Verdachtes wer dahinter stecken konnte und dass ist sehr schade,

    Bei mir war es genau andersrum. Es war für mich so offensichtlich, dass es schon weh tat.
    Ich habe mich nicht durch das Buch gequält, da es grottenlangweilig war. Den Anfang und dann das Ende lesen hat gereicht um mich zu bestätigen. Das Buch war vertane Zeit.

  • Zum Buch:


    Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts. Zuerst trifft es eine junge Mutter nachts in ihrer Wohnung in Reykjavik. Einzige Zeugin ist ihre siebenjährige Tochter, die wider Erwarten den Angriff überlebt. Als wenig später eine zweite Frau unter ähnlich brutalen Vorzeichen ihr Leben verliert, steht die Polizei vor einem Rätsel. Kommissar Haldur, der die Ermittlungen leitet und sich erstmals in einem so wichtigen Fall beweisen muss, hat darüber hinaus ein weiteres Problem. Er ist gezwungen, mit der Psychologin Freyja zusammenzuarbeiten, mit der er vor kurzem nach einer Kneipentour unter falschen Angaben die Nacht verbracht hat - er behauptete, ein Zimmermann aus den Westfjorden zu sein. Währenddessen beschließt ein junger Amateurfunker, auf eigene Faust zu ermitteln, nachdem ihn kryptische Botschaften zu den beiden Opfern erreichen. Dass er sich damit selbst in Gefahr bringt, kann er nicht wissen.


    Meine Meinung:


    Zu Beginn des Buches wirklich spannend geschrieben, aber dann langsam abflauend. Leider wird es, je weiter man kommt, ziemlich unglaubwürdig und verworren.


    Die Idee war super und der Anfang auch. Aber irgendwie bin ich danach nicht mehr richtig in das Buch bzw. die Geschichte gekommen. Den Amateurfunker Karl konnte ich nun überhaupt nicht verstehen und bin mit seinem Charakter und seinen Einstellungen so gar nicht warm geworden.


    Der One-Night-Stand des Kommissars mit der Psychologin, über den er sich dann gedanklich immer wieder ereifert hat und sich im Prinzip nicht getraut hat, mal ein offenes Wort mit ihr zu reden. Auch nicht wirklich nachvollziehbar.


    Leider hatte ich auch des Öfteren mit den Namen so meine Schwierigkeiten und war daher gezwungen, ein paarmal zurückzublättern, was mir irgendwie auch nicht gepasst hat.


    Das Motiv eh unverständlich und dann die Auflösung des Falls - nun ja *hüstel*. ?( Um sich hier etwas zusammen zu reimen, als Kommissar, muss man eigentlich schon Superman sein.


    Fazit:


    Auch wenn sich jetzt alles negativ anhört, so war das Buch nicht gänzlich schlecht. Aber es war halt einfach nur mittelmäßig. Nicht mehr. Leider. Ich hatte mir viel mehr von dem Buch versprochen und bin nun ein wenig enttäuscht.

  • Das Buch hatte leider seine Längen und ein sehr nervigen Hauptkommissar. Suhlt sich in Selbstmitleid wegen seiner verpatzten Affären/One Night Stands. Das hätte gern eine kleinere Rolle spielen können. Die Passagen übers Funken fand ich sehr langatmig, auch wenn das Thema natürlich eine wichtige Rolle spielt. Die letzten 80 Seiten kam dann so etwas wie Spannung auf, am Ende muss man aber auch aufpassen, dass man bei den vielen Personen und deren Beziehung zueinander nicht den Überblick verliert. Die letzten 80 Seiten haben es dann noch etwas rausgerissen, sodass ich dem Thriller :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: gebe. Evtl. werde ich den zweiten Band der Reihe ("Sog") auch irgendwann mal lesen. Manchmal werden die Folgebücher ja besser und ich bin schon interessiert wie, bzw. ob es mit Huldar und Freyja weitergeht.

  • Letztens nach Ewigkeiten wieder mal Sigurdadóttir gelesen, überhaupt erst zum zweiten - aber sicher nicht zum letzten Mal :)


    Beschreibung

    In Islands Hauptstadt Reykjavik wird eine Frau grausam ermordet, eine ihrer drei Kinder ist währenddessen im selben Zimmer und bekommt alles mit. Damit ist sie eine wichtige Zeugin; aber sie spricht nicht. Damit steht Huldar vor einer kniffligen Aufgabe. Ohnehin kann er nur wenig mit Kindern anfangen, weshalb sich andere damit befassen müssen, Stück für Stück Informationen aus Margrét herauszubekommen.

    Wesentlich mehr Informationen hat unwissentlich der Funkamateur Karl, der seine Freizeit damit verbringt, mit Leuten aus der ganzen Welt zu funken. Eines Abends stößt er auf eine Funkerin, die Zahlenkollonnen durchgibt. Karl ahnt nicht, auf welch brisante Infos er hier gestoßen ist, denn die Zahlen sind mit Menschen verbunden – unter anderem mit der Ermordeten …


    Rezension

    Island ist ein faszinierendes Land. Hoch oben im Norden Europas mit etwas mehr als 300.000 Einwohnern wurde das Land vor Hunderten von Jahren von Wikingern besiedelt. Heute sind die Wikinger ausgestorben und Island übt sich etwa in Sportarten wie Fußball – 2016 hat das Nationalteam die Europameisterschaft gerockt. Das ist, als ob der Karlsruher SC Erfolge bei der Champions League feiern würde (also eigentlich unmöglich). Etwas heikel ist das Daten in Island, denn nahezu alle Menschen sind miteinander verwandt und aufgrund der komplizierten Nachnamen-Struktur (die Nachnamen leiten sich vom Vornamen einer der Eltern ab), ist es nicht ganz so einfach, etwaige Verwandte zu eruieren. Um inzestuöse Zustände zu verhindern, gibt es eine eigene App, mit der man die Verwandtschaftsverhältnisse des jeweiligen Dating-Partners prüfen kann – womit wir auch schon bei „DNA“ von Yrsa Sigurdadóttir wären, wo die Familie eine geradezu namensgebende Rolle spielt.


    Huldar ist eigentlich normaler Ermittler in der Mordkommission von Reykjavik; dass er plötzlich Ermittlungsleiter wird, ist wie eine unbefleckte Empfängnis. Nicht nur einmal bereut der Neo-Chef, der Beförderung zugestimmt zu haben – dann kommt noch dazu, dass er Freyja bei den Ermittlungen begegnet, mit der er einen One-Night-Stand hatte und ihr dabei erzählt hat, dass er eigentlich Tischler sei und Jónas hieß. Deshalb, aber auch, weil er auch noch Sex mit der Frau seines Kollegen Rikarður hatte, nagt das schlechte Gewisse ziemlich an ihm. Denn sein Sexleben ist alles andere als gezügelt, weshalb er sich Hoffnungen darauf macht, ob ihm Freyja nicht doch noch eine Chance geben könnte. Jetzt weiß sie ja, wer er wirklich ist. Vorher muss er aber den Fall mit dem grausamen Mord lösen. Er hätte nie gedacht, dass man mit einem einfachen Haushaltsgerät wie einem Staubsauger morden könnte.


    Skandinavische Autoren sind bekannt für ihre grausamen und kreativen Morde in ihren Büchern, dafür muss man nur einen Mankell oder Nesbø gelesen haben. Yrsa Sigurdadóttir, ihres Zeichens die erfolgreichste Thriller-Autorin Islands, schlägt in die selbe Kerbe. „DNA“ kommt zwar völlig ohne Blut aus, ist bei den Morden aber umso abartiger. Neben Huldar gibt es noch einige andere Charaktere, die in der Geschichte vorkommen – wenn ich jeden einzelnen hier ausführen würde, wäre die Rezension aber dreimal so lange. Einige davon bekommen von Sigurdadóttir viel Platz eingeräumt, weshalb man immer den Überblick behält. Vor allem bekommt man mit, was die Charaktere denken – und sie denken viel. Generell lässt sich die Autorin viel Zeit mit der Einführung der Charaktere, Freyja wird zum Beispiel erst nach der Hälfte näher vorgestellt. Dass einiges davon überflüssig ist, was Sigurdadóttir uns über die Charaktere erzählt, muss ich nicht extra erwähnen. In der Tat habe ich mich erst an den ausschweifenden Erzählstil gewöhnen müssen, obwohl ich Sigurdadóttir davor schon kannte, es aber ungefähr zwei Ewigkeiten her ist, dass ich etwas von ihr gelesen habe. Aber man gewöhnt sich daran und irgendwann macht diese Erzählweise sogar Spaß.

    Das „Kommissar Huldar und Psychologin Freyja“ im Titel deutet darauf hin, dass die zwei gemeinsam ermitteln – dem ist aber mitnichten so, Freyja ist nicht mal in der Ermittlung involviert und arbeitet auch bei einer anderen Institution – ob das beim Nachfolger „SOG“ auch so ist, kann ich nicht sagen, vermute es aber. Was ich sagen kann, ist, dass die Befragung der kleinen Margrét, die Tochter des ersten Opfers, den Kern der Geschichte bildet. Um diesen baut Sigurdadóttir die Handlung auf.


    Und das ist vermutlich auch der größte Schwachpunkt des Buches. Dadurch, dass die Befragung von Margrét lange Zeit das spannendste im Buch ist, kommt einem – oder zumindest mir – alles andere weitgehend als redundant vor. Auch ist im Buch lange Zeit die Rede von diversen IDs, auf die oben erwähnter Karl stößt und von denen nie genau erklärt ist, was das eigentlich ist. Selbst eine Google-Suche hat mir da nicht weitergeholfen. Dennoch hat dieses Buch etwas, das es mich weiterlesen ließ und ich war am Ende froh, wieder einmal etwas von Sigurdadóttir gelesen zu haben.


    Tl;dr: „DNA“ von Yrsa Sigurdadóttir schlägt in die Kerbe von Mankell und anderen skandinavischen Autoren und inszeniert in „DNA" besonders grausame, gleichwohl unblutige Morde. Die Autorin hat eine sehr ausschweifende Erzählweise und lässt sich mit der Einführung der Charaktere teilweise sehr viel Zeit. Nach und nach wird es aber immer spannender.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

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