Welche Bücher lest Ihr momentan, die Ihr mit mindestens 4,5 Sternen bewertet.

  • Squirrel Es gibt schon einen Thread dazu, könnten beide zusammengelegt werden oder könnte evtl. dafür ein eigener Thread eröffnet werden?

    RE: Die Anonymen Bücher-Süchtigen (ABS)

    Ich denke, es würde eher in den Lesewichtel-Thread passen. :wink:

    Finde ich nicht. Eine Einzelperson lässt sich leichter verführen/versorgen als eine Gruppe, das ist hohe Kunst der Diplomatie ...

    :study: -- Lents - Diversität
    :study: -- Le Guin - Der Tag vor ...
    :study: --
    :musik:-- Neumann - Die Tote von Kalkgrund (1.)

    "The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card!" E. L. Doctorow

    --> Merkzettel: Serie: Buchtitel (Originaltitel), Erscheinungsjahr d. Erstausg. d. Originaltitels, ISBN d. Übersetzung
    Buchseite betreffend: direkt auf d. BS melden

  • Mit der Autobiografie von Clara Nordström bin ich fast fertig. Ein paar Seiten fehlen mir nur noch. Ich bewundere diese Frau, für ihr Gottvertrauen, obwohl sie viel Schlimmes erlebt hat. Zwei Scheidungen, zwei Kriege, ihr Sohn ist in Russland gefallen, sie selbst war von kleinauf ihr ganzes Leben krank. Aber immer, wenn sie meinte, es geht jetzt nichts mehr, kommt von irgendwoher Hilfe.

    Es ist ein sehr stilles Buch, für manchen vielleicht zu unaufgeregt. Denn selbst, wenn es um das Schlimme in ihrem Leben geht, bleibt sie ruhig in ihrer Erzählweise.

    Ich habe meiner Antiquariatsbuchhändlerin geschrieben, ob sie von ihr das Buch "Bengta" hat, da hat sie über ihre Eltern und ihre Kindheit geschrieben.

    Apropos Bücherkauf:

    "Eine Versuchung wird man nur los, indem man ihr nachgibt."

    Oscar Wilde

  • Nochmals danke an Farast! :friends: Ein sehr schöner, aber auch nachdenklich und traurig stimmender Roman, der mich von der melancholischen Atmosphäre her ein wenig an Kazuo Ishiguros "Was vom Tage übrig blieb" erinnert hat:

    Katalonien in den späten Zwanzigern. Sechs Sommer lang beobachtet der Gärtner eines Herrenhauses über dem Meer das Kommen und Gehen der jungen Besitzer Francesc und Rosamaria. Sie feiern ausgelassene Partys und leben einen beneidenswerten Sommernachtstraum. Doch dem Gärtner entgehen auch die feinen Risse in dem Idyll nicht. Spätestens, als auf dem Nachbargrundstück jemand eine noch größere Villa errichtet, werden die unübersehbar, denn der neue Nachbar ist niemand anderes als Rosamarias Jugendliebe Eugeni...
    Quelle: amazon.de

    :study: Marjane Satrapi - Persepolis (Reread)
    :montag: Eva Demski - Gartengeschichten

  • Ein sehr schöner, aber auch nachdenklich und traurig stimmender Roman, der mich von der melancholischen Atmosphäre her ein wenig an Kazuo Ishiguros "Was vom Tage übrig blieb" erinnert hat

    Es freut mich, dass Dir dieser Roman gefallen hat! Ich hatte es zwar bereits in meiner Rezi damals geschrieben, aber mich hatte die Stimmung und der Verfall der gehobenen Gesellschaft stark an Eduard von Keyserling erinnert. Seine Texte sind zwar schon über 100 Jahre alt, aber ich denke, das stört Dich nicht? Daher folgender Lesetip; ich zitiere mich mal selbst aus dem "Lese-Gerade-Thread":


    Die Erzählungen des Impressionisten strotzen nur so von Eindrucksbeschreibungen: den Blick über die Wiesen, der Geruch von Blumen, den Eindruck, den spielende Kinder auf die älteren Beobachter machen, usw. ... Stark im Kontrast zu den leuchtenden Feldern, der Ernte, dem Herrschaftssitz auf dem Land, der jugendlichen Liebe, etc ist dann jedesmal der Verfall, der Tod, die Einsamkeit, die in diesem Idyll versteckt liegt. Ich will nicht sagen "hereinbricht", denn es schwelt bereits im beschriebenen Zustand, die "Katatstrophe / der Schicksalsschlag" liegt in der Luft und tritt dann eben zu Tage.

  • Seine Texte sind zwar schon über 100 Jahre alt, aber ich denke, das stört Dich nicht?

    Nein. :lol: Danke für deinen Lesetipp! Leider hat keine meiner Onleihen das Buch, aber ich habe diesen Roman dort gefunden und mir direkt auf die Merkliste gesetzt:

    :study: Marjane Satrapi - Persepolis (Reread)
    :montag: Eva Demski - Gartengeschichten

  • Nochmals danke an Farast! :friends: Ein sehr schöner, aber auch nachdenklich und traurig stimmender Roman, der mich von der melancholischen Atmosphäre her ein wenig an Kazuo Ishiguros "Was vom Tage übrig blieb" erinnert hat:

    Das freut mich, dass dir dieser Roman auch so gut gefallen hatte :D

    Nungesser Danke für den Tipp. Wenn er auch an Sarange direkt ging. Band 2 habe ich mir auf meine Wunschliste gelegt. Dort sind 2 Romane enthalten, die mich interessieren würden; Wellen und Fürstinnen.

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen. (Unbekannt)

    Mein Anliegen ist zu malen, was ich sehe, und nicht das, was dort ist. (William Turner)

    SuB-Leichen-Challenge: Bücher bis 2025 [-X

    Klassiker-Challenge 2026

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  • Kann man ein Buch, das man für absolut deprimierend hält und bei dem man sich nicht vorstellen kann, dass jemand anderes das anders sieht, so gut bewerten? Während meiner Krankheit hätte es mich wahrscheinlich so richtig runtergezogen. Von daher bin ich froh, dass es mir erst jetzt in die Hände fiel.

    Protagonisten sind die Ich-Erzählerin, deren Namen ich nicht erfahren habe, ihre beiden Schwestern Ada und Adel, die Hotelgäste, zwei, drei Handwerker und die Hauptfigur ist meiner Meinung nach das Hotel Splendid selbst.

    Ada ist krank, lässt sich bedienen und macht ihrer Schwester (der Ich-Erzählerin) nur Vorwürde. Irgendwie ist sie mit dem Hotel verbunden: geht es dem schlecht, geht es ihr auch schlecht. Nach entsprechenden Reparaturen wirkt sich das positiv auf sie aus. Und das geht immer so im Wechsel.

    Adel ist eine verkappte Schauspielerin, die keine Rollen oder Theaterauftritte mehr bekommt. Sie lebt in ihrer Fantasiewelt.

    Die Großmutter, obwohl schon lange tot, spielt auch noch eine wichtige Rolle. Die Ich-Erzählerin ruft sie sich in ihren Gedanken immer wieder in Erinnerung.

    Das Hotel, so dicht am Moor, verfällt immer mehr. Der Arbeitstag der Ich-Erzählerin findet kein Ende. Kein Ende finden auch die permanenten Aufzählungen, was alles kaputt geht und alles zu tun ist. Und es ist kein Licht am Horizont zu sehen.

    Ehrlich gesagt weiß ich zum ersten Mal nicht, warum ich einem Buch nicht weniger als 4 Sterne geben möchte.

    Apropos Bücherkauf:

    "Eine Versuchung wird man nur los, indem man ihr nachgibt."

    Oscar Wilde

  • Ich hatte in den letzten Wochen gleich zwei Highlights.

    "In memoriam" von Alice Winn habe ich vorhin schon rezensiert, ein unglaublich eindrucksvolles Antikriegsbuch, das von mir 4,5 Sterne erhalten hat.

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • Und diese wundervolle Geschichte ist schwer zusammenzufassen, weil es so banal klingt (aus Kindheitsfreunden werden erfolgreiche Spieleentwickler, und sowohl die Freundschaft der beiden als auch der berufliche Erfolg ist eine ziemliche Achterbahnfahrt , dazu gibt's jede Menge 90er-Jahre- und frühe-2000er-Vibes und ganz viel Einfühlungsvermögen), aber das Buch hat mir unglaublich gut gefallen bis hin zum für mich perfekten Schluss.

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • Kann man ein Buch, das man für absolut deprimierend hält und bei dem man sich nicht vorstellen kann, dass jemand anderes das anders sieht, so gut bewerten?

    Ich wüsste nicht, wieso nicht. :D Auch ein schwermütiges, düsteres und depremierendes Buch kann doch wunderbar und wertvoll sein. Du hast wahrscheinlich das rhetorisch gemeint.O:-) Aber ich höre oft, dass Leser meinen, ein Buch schlechter zu bewerten, weil es so deprimierend sei. Werde ich wohl nie verstehen. :-k

    2026: Bücher: 35 Seiten: 15 745
    2025: Bücher: 168 Seiten: 75 214
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    Mein Blog: Zauberwelt des Lesens
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von Etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz "
    Dalai Lama
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  • Kann man ein Buch, das man für absolut deprimierend hält und bei dem man sich nicht vorstellen kann, dass jemand anderes das anders sieht, so gut bewerten?

    Ich wüsste nicht, wieso nicht. :D Auch ein schwermütiges, düsteres und depremierendes Buch kann doch wunderbar und wertvoll sein. Du hast wahrscheinlich das rhetorisch gemeint.O:-) Aber ich höre oft, dass Leser meinen, ein Buch schlechter zu bewerten, weil es so deprimierend sei. Werde ich wohl nie verstehen. :-k

    Bei mir ist das Buch auf die Wunschliste gewandert. Wie du es beschreibst, klingt es ziemlich gut. :)

  • Kann man ein Buch, das man für absolut deprimierend hält und bei dem man sich nicht vorstellen kann, dass jemand anderes das anders sieht, so gut bewerten?

    Ich wüsste nicht, wieso nicht. :D Auch ein schwermütiges, düsteres und depremierendes Buch kann doch wunderbar und wertvoll sein. Du hast wahrscheinlich das rhetorisch gemeint.O:-) Aber ich höre oft, dass Leser meinen, ein Buch schlechter zu bewerten, weil es so deprimierend sei. Werde ich wohl nie verstehen. :-k

    Irgendwie ja, aber vielleicht habe ich auch gehofft, zu lesen, was ihr meint. Ich glaube, ich habe noch keine fünf Bücher gelesen, die wirklich absolut deprimierend sind. Meistens war am Schluss immer noch ein Hoffnungsschimmer zu erkennen. Wenn der aber nicht mehr da ist? Okay, ich kann den Schreibstil bewerten, die kurzen Sätze, die mich nur so durchs Buch fliegen lassen haben, aber die Geschichte an sich gefiel mir irgendwie nicht. Weil sie so durchweg negativ ist. Und trotzdem: 4 Sterne.

    Apropos Bücherkauf:

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    Oscar Wilde

  • Ich glaube, ich habe noch keine fünf Bücher gelesen, die wirklich absolut deprimierend sind. Meistens war am Schluss immer noch ein Hoffnungsschimmer zu erkennen.

    Da spielen wahrscheinlich die unterschiedlichen Bewertungsarten eine Rolle. Wir sind ja alle individuell. Ich kann zum Beispiel mit Überzeugung sagen, dass ein extrem deprimierendes Buch mir gut gefallen hat oder ein Buch in dem traumatischen Erlebnisse beschrieben werden. Es ist nicht schön, aber ich nenne es trotzdem: Es hat mir gefallen.

    Aber ich kenne auch bloß eine handvoll Bücher, wie du sie beschreibst. Wo kein Fünkchen Hoffnung am Ende ist. Emotional sehr schwer zu verdauen. :friends:

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  • Ich habe gleich noch ein 5-Sterne-Buch. Tommie Goerz beschreibt ganz wunderbar mit knappen und sehr treffenden Worten das Leben eines Mannes, der zeitlebens ein Außenseiter bleibt.

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • Puuh - harter Tobak. Lukas Bärfuss setzt sich mit seiner Mutter auseinander, nach deren Tod. Und mit seiner Kindheit, die geprägt war durch Lieblosigkeit, Ablehnung, durch die Vulgarität seiner Mutter, durch Chancenlosigkeit, Armut, Betrug, und schließlich die von seiner Mutter verursachte Obdachlosigkeit. Aber der Autor sucht nach strukturellen Ursachen dieser Jugend und findet sie im gesellschaftspolitischen System der Schweiz, das die Armen und Schwachen bekämpft.

    Lesenswert!

    "Der echte Bibliophile liebt mehr als Form und Inhalt eines Buches seine Existenz; er muss es erst gar nicht lesen" (Werfel, Die vierzig Tage des Musa Dagh, S. 49).

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