Frank-Peter Hansen - Fördemord

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  • Klappentext:
    "Spätherbst 1975. Die Schüler der Abschlussklasse der Auguste-Viktoria-Schule haben Besseres zu tun, als sich auf den Schulstoff einzulassen. Sie lesen Abseitiges und machen sich einen Spaß daraus, den überforderten Lehrkörper von einer Verlegenheit in die nächste zu stürzen. Das könnte sich rächen. Und tatsächlich: Ein Serienmörder ist dabei, sein Profil zu schärfen. Im Sommer wurde eine Mädchenleiche an der Förde entdeckt. Aber das war erst der Anfang. Oberinspektor Ole Iwersen tappt im Dunkeln. Doch dann ein plötzlicher Kälteeinbruch mit Schneesturm sorgt für chaotische Verhältnisse schlägt der Würger wieder
    zu und ... versagt. Nichtsdestotrotz: Der Täter ist der nächsten Schülerin bereits ganz nah und schmiedet seine finalen Pläne. Da setzt der trottelige Untergebene des Ermittlers diesem ein Licht auf. Zu spät für die junge Frau? Die Jagd durchs winterliche Flensburg hat längst begonnen."


    Der Autor: (laut Buchumschlag)
    Frank-Peter Hansen wurde 1956 in Flensburg geboren. Er studierte Philosophie und Germanistik in Berlin und promovierte 1984 mit einer Arbeit über Hegels Logik. Er hat zahlreiche wissenschaftliche Fachbücher, Aufsätze, Essays und Rezensionen publiziert und ist der Herausgeber der CD-ROM Philosophie von Platon bis Nietzsche. 2009 erschien sein Romandebüt Schlütt. Frank-Peter Hansen lebt als freier Autor in Berlin.


    Meine Meinung:
    Ich weiß nicht, was ich an diesem Krimi schlimmer fand: die banale, absolut unspannende Handlung, die sich hauptsächlich auf das Abiturientenleben in den 70ern konzentrierte; die dilettantische Ermittlungsarbeit der Polizei (bei einer Hausdurchsuchung werden mütterkritische Zitate gefunden, das muss der Mörder sein); der bemühte Jargon der Jugendlichen, der so herrlich künstlich klang; oder die endlos verschachtelten Sätze, die das Verständnis des Textes erschwerten, weil man am Ende des (Ab)satzes nicht mehr wusste, wie der Satz begonnen hatte. Dazwischen immer wieder Auszüge aus einem abstrusen fiktiven Roman, der in verqueren Manierismen Kritik üben wollte, auf mich aber den Eindruck machte, hier versuche jemand mit dem Holzhammer subtil zu sein.


    Die handelnden Figuren blieben flach, weil sie fast nur nach ihren äußeren Attributen beschrieben wurden (z.B. wird der Assistent des Oberinspektors kapitelweise mit sämtlichen Synonymen der Fettleibigkeit bezeichnet, bevor zum ersten Mal sein Name fällt). Es gibt Stilmittel, um zu zeigen, wie unsympathisch oder lächerlich eine Figur ist, man muss das nicht alle paar (Schachtel)sätze ausdrücklich schreiben.


    Die Verbrechen wurden schließlich zufällig durch die Abiturienten aufgeklärt, und der anschließende Showdown war an gekünstelter Dramatik nicht zu unterbieten, sprich: der jugendliche Held rettet seine Angebetete in allerletzter Minute vor dem irren Mörder.


    Insgesamt erinnerte mich der Roman an schlechte Fernsehkrimiserien aus den 70er Jahren. Schade um die Lesezeit.

    Verführung Volljähriger zum Bücherkauf sollte nicht unter 5 Jahren Stadtbibliotheksmitgliedschaft bestraft werden!

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