Melanie Raabe - Die Wahrheit

  • Buchdetails

    Titel: Die Wahrheit


    Verlag: btb Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 464

    ISBN: 9783442716906

    Termin: Mai 2018

  • Bewertung

    3.6 von 5 Sternen bei 35 Bewertungen

    72% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Die Wahrheit"

    Vor sieben Jahren ist der Geschäftsmann Philipp Petersen während einer Südamerikareise spurlos verschwunden. Seither zieht seine Frau Sarah den gemeinsamen Sohn alleine groß. Doch dann erhält Sarah wie aus heiterem Himmel die Nachricht, dass Philipp am Leben ist. Die Rückkehr des vermeintlichen Entführungsopfers löst ein gewaltiges Medieninteresse aus. Sarah hat zwiespältige Gefühle. Sie hat eine harte Zeit hinter sich. Gerade war sie dabei, sich von der Vergangenheit zu lösen. Was wird werden? Gibt es eine gemeinsame Zukunft? Sie ist auf alles vorbereitet, nur auf das eine nicht: Der Mann, der aus dem Flugzeug steigt, ist nicht der, als der er sich ausgibt. Es ist nicht ihr Ehemann. Es ist ein Fremder – und er droht Sarah: Wenn sie ihn jetzt bloßstelle, werde sie alles verlieren: ihren Mann, ihr Kind, ihr ganzes scheinbar so perfektes Leben …
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  • Reihenfolge nicht beachtet. Sammelthread? Bin neu hier, aber das ist mir zu unübersichtlich. Ich wollte lediglich meine Rezension zum Buch einstellen. Dann verschwinde ich halt wieder von dieser Seite. Tschüß!

    Normalerweise informiert man sich vorher wie es in einem Forum läuft. Fehler macht jeder, aber dann so einen Kommentar finde ich unter aller Kanone. [-(

  • Normalerweise informiert man sich vorher wie es in einem Forum läuft. Fehler macht jeder, aber dann so einen Kommentar finde ich unter aller Kanone. [-(

    Ich war auch baff.
    Selbst habe ich auch mehrmals meine Rezis falsch veröffentlicht und war recht hilflos. Jetzt habe ich es endlich kapiert. Aber so einen Kommentar hätte ich mich nicht gewagt zu schreiben.

  • Hallo Sqirrel, dank Dir habe ich herausgefunden, dass ich mich vertan habe. Entschuldigung! Ich habe den Titel vom Buch Melanie Raabes "Die Wahrheit" beim Übertragen mit dem Text von DNA gekoppelt. Inzwischen habe ich das korrigiert. Hatte schon an meinem Verstand gezweifelt.

  • dank Dir habe ich herausgefunden, dass ich mich vertan habe. Entschuldigung!

    ist in Ordnung :wink: Und wenn Du jetzt noch vorher schaust, ob ein Buch bereits hier bei uns rezensiert wurde und dort Deine Rezensionen einfügst, dann ist alles bestens :)

    viele Grüße vom Squirrel


    :study: Stephan Thome - Pflaumenregen MLR


  • Habe ich das nicht getan? Ich meine geschaut, ob schon Rezensionen zum Buch vorhanden sind? Vorhin habe ich noch Bühlerhöhe von Brigitte Glaser eingestellt. Da bin ich über Rezensionen gegangen und habe das Buch gesucht und den Sammelthread auch gefunden.Ist das nun richtig? Ich habe zwei Möglichkeiten auf den Button zu drücken: Neues Thema oder Antworten. Ist das egal, was ich dort drücke? Oder?

  • Da bin ich über Rezensionen gegangen und habe das Buch gesucht und den Sammelthread auch gefunden.Ist das nun richtig? Ich habe zwei Möglichkeiten auf den Button zu drücken: Neues Thema oder Antworten. Ist das egal, was ich dort drücke? Oder?

    Ja, das ist der richtige Weg, nur der Button war der falsche - "Neues Thema" erstellt einen neuen Thread, "Antworten" öffnet einen neuen Post im Thread. Das ist leider schnell passiert, dass man den falschen Button erwischt, da die beiden nebeneinander stehen - das passiert auch uns alten Hasen immer mal wieder. :wink:


    Schön, dass Du wieder zurückgekommen bist. :)

    viele Grüße vom Squirrel


    :study: Stephan Thome - Pflaumenregen MLR


  • Vielen Dank für Deine Antworten und Deine Hilfe! :love: Da bin ich sehr froh, dass ich doch das Prinzip nicht ganz missverstanden habe. Ich werde jetzt noch 3 Rezensionen einstellen. Nun aber richtig. :wink: Das nächste Mal werde ich mich wahrscheinlich aus zeitlichen Gründen erst wieder melden, wenn ich meine neuen Bücher gelesen habe.
    1. "Mooresschwärze" von Catherine Sheperd (Thriller)
    2. "Wintergewitter" von Angelika Felenda (historischer Krimi, um 1920)
    Liebe Grüße von hennie :):)

  • In dem Buch ‚Die Wahrheit’ von Melanie Raabe geht es um eine junge Frau, die nach sieben Jahren ihrem entführten Ehemann wieder begegnet – und erkennen muss, dass es sich um einen Betrüger handelt, der an das Familienvermögen möchte. Keiner glaubt ihr, dass es sich nicht um Ihren Mann handle, obwohl selbst die eigene Mutter ihn nicht zu erkennen vermag. Nach und nach stellt sie Ermittlungen an, um ihn zu überführen – doch mit jeder ihrer Handlungen setzt ihr der Fremde immer mehr zu, dass sie sogar in ihrem eigenen Heim sich nicht mehr sicher fühlt. Sie ist mittlerweile bereits am Durchdrehen, sie muss schließlich ihren Sohn schützen – und als ihre beste Freundin ihr in den Rücken fällt und sie sich von einem ihrer besten Bekannten eine Tirade anhören muss, verzweifelt sie völlig. Irgendwer muss ihr doch glauben und helfen können…


    Das Cover des Buches ist in grau-weiß gehalten…es wirkt harmlos mit dem abgeschnittenen Haarbüschel auf der Schulter der nackten Frau – die blutrote Schrift des Autorinnen-Namens fällt somit stark ins Auge und unterstreicht den erwarteten Thriller ungemein. Sehr gelungen…


    Die Story wechselt sich zwischen der Sicht der Protagonistin Sarah und die des Fremden ab – zu Beginn erhält man auch eine kurze Sequenz von Phillipp, Sarahs Mann, was jedoch nicht weiter verfolgt wird, da dieser schließlich entführt wird und jeder ihn als tot erachtet.
    Die Schreibweise der Autorin ist sehr rasant – ich ertappte mich immer wieder, dass ich schneller las – ein wahrer Page-Turner! Selbst mein Herzschlag wurde des Öfteren immer etwas schneller, da man durch die hervorragende Schreibweise fast ein Teil des Geschehens wurde; und ich auch einmal heftigst erschrak, als mein Telefon klingelte (passend: genau wie im Buch der Telefonterror begann).


    Es war mein erstes Buch von Melanie Raabe – aber mit Sicherheit nicht mein letztes – ein wahres Muss für einen Thriller-Fan, denn hier wird er mehr als bedient mit seiner Leidenschaft!
    ‚Die Falle’ habe ich mir die Tage ebenfalls im Buchhandel besorgt, und bin jetzt schon gespannt, was diese Wahnsinnsfrau noch so alles aus ihrer Feder fließen lässt…

  • Eigentlicht müsste Sarah ein glückliches Leben führen, sie arbeitet gerne in ihrem Job als Lehrerin, hat einen achtjährigen Sohn, ein großes Haus und viel Geld. Doch ihr Ehemann Philipp wurde vor sieben Jahren bei einer Geschäftreise in Südamerika entführt, seitdem fehlt jede Spur von ihm. Langsam scheint es jedoch, als würde Sarah über ihren Verlust hinwegkommen und nimmt wieder am Leben teil, sie trifft sich mit Arbeitskollegen, hat eine beste Freundin gefunden und auch mit Mirko scheint es Aussichten auf eine neue Beziehung zu geben. Bis eines Tages ihr Telefon klingelt und man ihr mitteilt, man habe Philipp gefunden und er kehre nach Hause zurück. Sarah ist völlig überrumpelt und bei der Begrüßung am Flughafen steht ein Mann vor ihr, den sie noch nie gesehen hat. Aber woher weiß er soviel über sie? Wer ist er? Wo ist Philipp? Und vor allem, wer ist dieser Mann, der sich als Philipp Petersen ausgibt? Eine Suche nach der Wahrheit beginnt.
    Meine Meinung:
    Das Buch beginnt gleich mit dem Einstieg in Sarahs Versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen und der Schreibstil ist so prägnant, dass ich mich sehr schnell in der Geschichte befand. Die Sätze sind kurz und schnörkellos und vermitteln gleich ein gutes Bild von der derzeitigen Situation. Erzählt wird das ganze aus zwei Perspektiven zum einen die Sicht Sarahs und zum anderen die Sicht des Fremden. Dadurch bekommt man einen sehr guten Einblick in die Gedankenwelt der Beiden. Durch die kurzen Kapitel und der immer verworrener werdenden Gedanken der Beiden wird das Buch zu einem rasanten Pageturner, weil man einfach wissen muss wie es weitergeht. In meinem Kopf kreisten permanent die Fragen, wer sagt die Wahrheit? Wer ist der Mann? Ist Sarah doch nicht unschuldig? Wie ein Mantra spulten sich diese Fragen immer und immer wieder ab und so wurde ich völlig wirr im Kopf, weil ich einfach keine Ahnung hatte, wohin mich das alles führen sollte. Es schien, als gäbe es hier viele dunkle Geheimnisse, das gegenseitige Misstrauen der Hauptcharaktere, das durch die Ich-Erzählung noch umso eindringlicher wird, machte es noch undurchsichtiger für mich.
    Die Hauptcharaktere sind hier eher undurchsichtig, denn auch wenn man Sarahs Perspektive verfolgen kann, so erfährt man recht wenig über die Person, die dort hintersteckt. Was allerdings zu den ganzen Rätseln perfekt passt und noch gleich mehr Fragen aufkommen läßt. Ich denke trotzdem, dass hier ein paar Hintergrundinfos zu ihrer Person das ganze noch ein wenig mehr intensiviert hätte, denn so blieb mir auch Sarah viel zu wenig greifbar und ich konnte mich kaum in sie und ihre Situation hineinversetzen. Auch der Fremde gibt wenig über sich preis, was dem ganzen Rätsel um die Vergangenheit natürlich noch eine große Portion Spannung aufsetzt. Die Nebencharaktere bleiben hier eine Nebensache, die allerdings mit bestimmten kurzen Passagen noch einmal zusätzlich für Verwirrungen sorgten.
    Die ganze Handlung und Situation ist komplett verzwickt und Vieles, was wie ein großes Rätsel erscheint, bekommt eine simple Auflösung. Genau wie die Lösung um das Rätsel nach der Wahrheit zwischen Sarah und dem Fremden eine Auflösung bekommt, die mir nicht ganz so schlüssig erscheint und mich dann leider ein wenig ernüchtert hat.
    Mein Fazit:
    Ein wirklich brillanter Schreibstil, der schnörkellos und eindringlich ist, kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven und dazu noch ganz viele Rätsel und Geheimnisse lassen dieses Buch zu einem Pageturner werden. Ich selber habe das Buch an nur einem Abend komplett verschlungen. Die Charaktere bleiben komplett undurchsichtig und man erfährt sehr wenig, so dass ich wirklich nur noch wissen wollte, was denn nun wirklich passiert ist. Leider hat das Ende dann nicht den großen Aha-Effekt gehabt, sondern eher ein: hm, wirklich? Denn dieser Schluss klingt für mich nicht ganz nachvollziehbar. Trotzdem ist das Buch temporeich und ein spannendes Verwirrspiel, das ich gerne weiterempfehlen möchte.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Eigene Inhaltsangabe:
    Sarahs Mann ist vor 7 Jahren auf einer Geschäftsreise in Kolumbien verschwunden. Die Jahre waren für Sarah hart, aber sie kann sich endlich lösen, hat einen neuen Freund und beginnt ihr Leben neu zu ordnen. Doch gerade dann als sie zu diesem Schritt bereit ist, taucht ihr Mann urplötzlich wieder auf. Doch der Fremde den sie am Flughafen abholen will ist nicht ihr Phillip! Doch keiner will ihr glauben und der Fremde nistet sich in ihr Haus ein...Ein Martyrium beginnt für Sarah...


    Schreibstil:


    Der Schreibstil von Melanie Raabe lässt sich flüssig lesen, ist jedoch sehr detailliert was manchmal langatmig ist. Die Geschichte wird größtenteils aus Sarahs Sicht geschildert, aber vereinzelt gibt es auch Kapitel aus der Sicht des Fremden. Die sind jedoch sehr kurz gehalten, obwohl die Kapitel die einzigen waren die mich bei der Stange gehalten haben das Buch weiter zu lesen.


    Allgemeine Meinung:


    352 Seiten in denen viel steht und doch wieder nichts. Der Schreibstil von Melanie Raabe lässt sich wirklich flüssig und auch spannend lesen, jedoch passiert in dem Buch einfach nicht viel. Der Spannungsbogen der Geschichte ist permanent flach. Sarah lernt man gut kennen, da 80% der Seiten von ihr geschildert werden und ich konnte ihr Verhalten und ihre Gefühle gut nach empfinden bis kurz vor dem Schluss. Das Ende war dann zwar sehr überraschend, aber meiner Meinung nach nicht glaubwürdig. Definitiv kein Thriller. Da ich mich trotz der fehlenden Ereignisse nicht zu sehr gelangweilt habe und die Seiten verflogen, gibt es noch 3 wohlwollende Sterne!

  • Zum Inhalt:
    Seit Sarahs Mann Philipp vor 7 Jahren auf einer Geschäftsreise nach Kolumbien verschwand, wartet sie auf ein Lebenszeichen von ihm. Vieles deutet auf eine Entführung hin, aber niemand weiß, ob er noch am Leben ist. Mit den Jahren arrangiert sich Sarah mit der Situation und lebt ihr eigenes Leben. Sie ist finanziell unabhängig und zieht den gemeinsamen Sohn groß. Auch scheint es wieder Platz für einen neuen Mann in ihrem Leben zu geben. Doch dann geschieht plötzlich das Unfassbare: Sarah erhält einen Anruf vom Auswärtigen Amt, in dem man ihr mitteilt, dass Philipp lebt und er nach langer Geiselhaft endlich wieder nach Hause kommt. Mit gemischten Gefühlen steht sie am Flughafen, um ihn abzuholen, und traut ihren Augen nicht: ein Fremder steigt aus dem Flugzeug. Und zu allem Überfluss droht er ihr damit, ihr Leben zu zerstören, wenn sie nicht mitspielen werde und ihn bloßstelle. Also lässt sie den fremden Mann in ihr Leben und versucht herauszufinden, was da vor sich geht.


    Meine Meinung:
    Der Debütroman „Die Falle“ von der Autorin hatte mich seinerzeit restlos überzeugt. Und so war ich gewaltig gespannt auf ihr neues Werk und habe mich sehr auf´s Lesen gefreut, zumal der Klappentext auf eine spannende Geschichte hoffen ließ. Doch leider wurde ich zutiefst enttäuscht.
    Allein der Anfang zieht sich sooooo unglaublich mit Beschreibungen über Nebensächlichkeiten in die Länge, ohne dass wirklich etwas passiert. Dazu kommt mit Sarah eine Protagonistin, mit der ich nichts, aber auch rein gar nichts anfangen konnte. Sie legt ein nahezu neurotisches Verhalten an den Tag. Dabei ist sie komplett unglaubwürdig und ihr Verhalten nicht nachvollziehbar. Dadurch konnte ich keinerlei Sympathie zu ihr aufbauen; im Gegenteil: sie hat mich nachher einfach nur genervt. Besonders schlimm fand ich ihre Schwindel-, Kotz-, oder Kälteanfälle trotz Hochsommers. Besonders gefehlt haben mir auch spannende und interessante Dialoge, die den Fluss des Buches voranbringen.


    In einigen Kapiteln kommt der „Fremde“ selbst zu Wort, aber auch das trägt nur zur Verwirrung des Lesers bei.


    Leider gab es auch inhaltliche Fehler in dem Buch. Gegen Ende der Geschichte legt Sarah ihren Ehering in eine Schublade, obwohl sie ihn 200 Seiten zuvor im Garten vergraben hat. So etwas dürfte bei einem vernünftigen Lektorat einfach nicht passieren.


    Das Cover wiederum hat mir gut gefallen. Es löst so eine perfide Beklemmung bei mir aus: die blanken Schultern einer Frau, deren Gesicht man nicht sieht und auf denen eine abgeschnittene Strähne ihre Haares liegt. Das ist gut gemacht und passt eigentlich prima zu dem verheißungsvollen Klappentext; vorausgesetzt, das wäre hier wirklich ein spannender Thriller. Der Verlag hat sich wirklich größte Mühe gegeben, einem an sich langweiligen Buch den Anstrich eines Psychothrillers zu geben. Leider führt das in diesem Fall aber, wie bereits gesagt, total in die Irre.


    Fazit: ACHTUNG SPOILER!!!
    Zusammenfassend kann man sagen, dass es sich um eine völlig absurde Geschichte handelt. Selbst wenn ein Mensch sich in sieben Jahren äußerlich sehr verändern kann, hätte Sarah ihren Mann doch an der Stimme erkennen müssen – die bleibt nämlich gleich. Es ist mir ein Rätsel, warum dieser Roman als „Thriller“ angepriesen wurde. Leider kann ich keine Leseempfehlung für dieses Buch abgeben.


    :bewertung1von5:

  • Viele Widersprüche und Logikfehler…


    Sarahs Mann, Philipp Petersen, verschwand vor sieben Jahren auf einer Geschäftsreise in Südamerika. Er war vom Hotel aus alleine losgegangen, um einen Investor zu treffen – doch er erreichte ihn nie. Seine Ehefrau hält aber noch immer an ihm fest, weswegen sie nur langsam und unter großer Anstrengung Veränderungen ertragen kann. Die langen Haare kurz geschnitten und einen Kollegen, der in sie verliebt ist, scheint es, als würde endlich ein neuer Lebensabschnitt beginnen. Die alleinerziehende Mutter beginnt wieder mehr zu leben…
    Doch dann erreicht sie ein alles verändernder Anruf: Philipp ist aufgetaucht. Er lebt. Allerdings möchte er weder mit ihr skypen, telefonieren oder sonst Kontakt aufnehmen, noch möchte er, dass der gemeinsame Sohn ihn mit vom Flughafen abholt. Sarah stimmt dies ein wenig skeptisch, sie ist von der Nachricht aber viel zu aufgewühlt als dass sie sich irgendwelche Gedanken machen könnte.
    Auch wenn die 37jährige auf Philipps erste Bitte eingeht, nimmt sie ihren Sohn Leo dennoch mit. Endlich wird er seinen Vater sehen; immerhin kennt er ihn so gut wie gar nicht, da er dafür noch zu jung ist.
    Voller Aufregung und Vorfreude blickt sie dem Tag entgegen, an dem sie ihren Mann wiedersehen soll. Und als dieser kommt, das Flugzeug zur Landung ansetzt, Passagiere aussteigen, das Blitzlichtgewitter der Fotografen beginnt und alles nur viel zu warm und stickig wird, kann sie es kaum glauben: Offensichtlich war Philipp nicht an Bord… Erst glaubt sie an eine große Verwechslung oder einen gewaltigen Irrtum, solange, bis ein Mann vor ihr steht und behauptet ihr Mann zu sein.
    Aus lauter Verwirrung bringt sie kein Wort des Protestes heraus; auch dann nicht, als der Fremde Leo hochhebt und seelenruhig in die Kameras blickt. Sarah ist klar, dass diese Person gefährlich ist und etwas im Schilde führt. Deswegen und weil der Fremde es vorab so gewünscht hat, verbringt Leo die nächste Zeit bei seinem besten Freund.
    Zuhause angekommen bricht Sarah zusammen: All die Hoffnung, all das Bangen und Warten all die Jahre lang – und nun diese Enttäuschung. Worum geht es dem Fremden? Um Geld? Er spielt mit ihr, so viel ist klar. Doch je mehr sie andere von der falschen Identität des Mannes zu überzeugen versucht, desto weniger Menschen glauben ihr. Die wenigsten aus ihrem Freundes- und Bekanntenkreis kennen Philipp, weswegen der Hochstapler freies Spiel hat. Nur Philipps Mutter oder ein Nachbar, der Herrn Petersen schon als kleinen Jungen kannte, erkennen den Betrüger als solchen. Doch ist das nicht von Belang…
    Der Fremde weiß etwas aus Sarahs Vergangenheit, dass sie daran hindert zur Polizei zu gehen. Etwas Dunkles lauert in der Vergangenheit. Niemals darf es ans Licht gezerrt werden. Kann sich Sarah dennoch von dem Mann befreien?
    „Erstens, denke ich: Ich bin eine Betrügerin. Zweitens: Ich habe jemanden umgebracht. Drittens: Ich habe ein Tattoo an einer verborgenen Stelle. Eines davon ist gelogen.“ (S.37)


    Nachdem ich auf der Buchmesse eine Lesung der Autorin verfolgen konnte, war ich auf „Die Wahrheit“ ganz gespannt. Der große Hype um das Buch trug sicherlich noch zu meiner Neugierde bei, allerding muss ich gestehen, dass ich von diesem Werk etwas enttäuscht bin…
    Ein Grund wären die groben Logikfehler, die gar nicht so viel zur Handlung beitragen, aber dennoch stören. So möchte der Fremde Sarah beispielsweise tagelang auf etwas in ihrer Vergangenheit aufmerksam machen – etwas, wegen dem er sich in ihrem Haus einnistet. Er möchte die Wahrheit über das Schlimmste, was Sarah jemals in ihrem gesamten Leben getan hat, erfahren. Sarah zermartert sich das Hirn und kommt einfach nicht darauf, was dieser Mensch wohl meinen könnte. Merkwürdig, denn abgesehen davon, dass selbst die besten Verdrängungsmechanismen nur schwerlich derart gute Arbeit leisten könnten ein so großen Kapitel aus ihren Erinnerungen zu verbannen, hat sie bereits in den ersten Kapiteln gezeigt, dass sie sich erinnert. Da spielt sie nämlich nicht nur auf besagte Handlung an, nein, sie nennt sie auch genau. Das passt einfach nicht… Ebenso unmöglich ist es, dass ein im Garten vergrabener Ehering ca. 200 Seiten später aus der Schublade genommen wird.
    Ein anderer Grund wären die groben Logikfehler, die die gesamte Handlung überhaupt ermöglichen. Hierauf kann ich leider nur ungenau eingehen, um nicht zu viel zu verraten. Nur so viel: Menschen schrumpfen nur sehr selten (in jungen Jahren) mehrere Zentimeter, wechseln die Augenfarbe oder Ähnliches… Ich muss mich wirklich beherrschen, nicht weiter auszuholen…
    Möglicherweise lässt sich meine Enttäuschung auch damit begründen, dass die Figuren zu einem guten Teil nicht stimmig sind. Da wenige Kapitel aus der Sicht des Fremden geschrieben sind, erhält man einen Einblick in seine Gedanken und Gefühle, die aber nur schwerlich mit der Lösung des Falles vereinbar sind.
    Zugute halten muss man dem Buch hingegen, dass die Idee des Werkes wirklich vielversprechend ist. Über einen längeren Zeitraum wird Spannung aufgebaut, Knoten und Verpflechtungen entwickelt, die am Ende aber nicht gekonnt gelöst, sondern gewissermaßen einfach durchgeschnitten wurden. Das Ende war viel zu abrupt, zu unrealistisch, zu simpel und daher sehr enttäuschend. Prinzipiell ist es ja kein Hexenwerk, die Neugierde und das Misstrauen des Lesers zu wecken: meines Erachtens anspruchsvoller ist es da eher, das Gewirr aus Handlungssträngen und falschen Fährten zum Schluss so zu lösen, dass ein schlüssiges Konstrukt entsteht. Wenn man um das Ende weiß und das Buch nochmal überdenkt, muss es Sinn ergeben. Dem war hier leider nicht so… Ein derart konstruiertes Ende zieht das ganze restliche Buch in meinen Augen mit runter…
    Dabei war das Buch sonst angenehm zu lesen, da der Schreibstil ansprechend ist. Zwar hat es manchmal seine Längen – allgemein wären 100 Seiten sicherlich problemlos einsparbar gewesen – aber auf diese Weise erhält man auch viele Einblicke in das (Familien-) Leben von Sarah. Schade ist meines Erachtens jedoch, dass immer wieder, teilweise beinahe krampfhaft, Beweise, Untermauerungen, Indizien, Fallen, Irreführungen, Wendungen oder Dergleichen aus dem Ärmel geschüttelt werden, aber stets belanglos bleiben. Hin und wieder stolperte ich über die ein oder andere Ausdrucksweise wie „Es machte mich lächeln“… Noch immer bin ich mir nicht sicher ob das als Faust-Anspielung gedacht war… Wohl eher nicht…
    Die Charaktere sind sehr unterschiedlich. Auch von Szene zu Szene… Sarah ist mal stark, unglaublich tough und eine Kämpfernatur, dann kann sie vor lauter Stress und Übelkeit das Badezimmer gar nicht mehr verlassen. Nun gut, man verhält sich ja nicht immer gleich. Dass sie aber, kurz nachdem sie sich seelenruhig mit dem Fremden unterhalten hat, wie eine reizvolle Herausforderung für den nächsten Psychologen bewaffnet durch die Gegend eilt, ist dann schon wieder etwas abstrus…
    Der Fremde bleibt sich allerdings auch nicht gerade treu und spielt – mit welchem Grund auch immer – mit der zunehmend von Leid erfüllten Sarah. Ich konnte mir kein schlüssiges Bild von ihm machen…


    So beginnt „Die Wahrheit“ sehr spannend und weckt dank des Klappentextes die Neugierde des Lesers. Dieser muss dann zwar immer wieder längere Passagen abwarten bis wieder etwas geschieht, kann sich aber in der Zwischenzeit bereits einige Gedanken zur möglichen Auflösung des Falles machen. Diese werden aufgrund zahlreicher Fehlinformationen – und einiger Logikfehler – wohl eher nicht mit dem von der Autorin vorgesehenen Ende übereinstimmen. Auf diese langatmigeren Abschnitte folgen äußerst spannende, was zum Weiterlesen motiviert. Irgendwann hat sich die Handlung aufgrund der vielen falschen Fährten dann jedoch in eine Sackgasse manövriert, sodass keine plausible Möglichkeit mehr übrig bleibt – weswegen die Mauer am Ende der Straße sich plötzlich in ein „Kehren Sie zurück zum Los“-Feld verwandelt. Das Buch hört wirklich sehr enttäuschend auf und lässt den Leser fassungslos mit einem „Das soll es gewesen sein?“ zurück.
    Auch, wenn mich das als Thriller betitelte Buch unterhalten konnte und sicherlich seine guten Elemente sowie eine vielversprechende Idee hatte, bleibe ich nach der letzten Seite sehr enttäuscht zurück. Daher bin ich mir auch recht unsicher ob der Bewertung…


    Ich vergebe 2,5 von 5 Sternen

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