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Nicole Obermeier - Ben & Judy: Riskier dein Herz

Ben & Judy: Riskier dein Herz

4 von 5 Sternen bei 4 Bewertungen

Band 1 der

Verlag: Forever

Bindung: E-Book

Seitenzahl: 336

eISBN: 9783958181243

Termin: August 2016

  • Judy hängt in den Seilen. Sie hat sich von ihrem Freund getrennt und muss nach dem Abi herausfinden, was sie mit ihrem Leben überhaupt anfangen will. Kurzerhand nimmt sie einen Job in einem Café an, um erst mal an Geld zu kommen. Ihre neue Kollegin dort kann Judy jedoch so gar nicht leiden. Und deren Bruder Ben noch weniger, der offenbar jede Woche eine andere im Bett hat. Klar, er sieht unverschämt gut aus und löst irgendwie ein Kribbeln in ihrem Bauch aus. Aber Judy ist sich ziemlich sicher, dass es mit ihnen niemals klappen könnte …


    Ben lässt keine Gefühle mehr zu. Zu sehr haben die ihm in der Vergangenheit Kummer bereitet, in der er viel zu früh erwachsen und für seine kleine Schwester da sein musste. Jetzt will er bloß kein Drama. Lieber hängt er mit seinen Jungs ab und schiebt eine schnelle Nummer mit einer Frau, die genauso ungebunden ist wie er. Doch immer wieder läuft ihm diese Judy über den Weg und er bekommt sie nicht mehr aus seinem Kopf. Und plötzlich glimmen Emotionen auf, die Ben längst begraben geglaubt hatte …


    Quelle: Amazon.de



    Im Gesamten betrachtet, habe ich die Geschichte gerne gelesen. Es gab aber Aspekte, die mir nicht so sehr gefallen haben. Der Lesespaß begann für mich erst so richtig nach Tonis Ansagen :wink:


    Ben & Judy. Riskier dein Herz behandelt die Probleme der heutigen Zeit. Es entführt einen in eine Welt, in der nicht alles in Ordnung ist, auch wenn es so scheint.
    Ben und Toni müssen ihre Päckchen tragen und kommen gerade so über die Runden. Die Angst, dass ein Fehler alles zerstören könnte und die Angst, den Job zu verlieren, sind spürbar.
    Und auch bei Judy ist die heile Familie nur Oberfläche. Nach dem Abitur weiß sie nicht, was sie studieren soll. Von ihren Eltern wird sie unter Druck gesetzt, etwas aus ihrem Leben zu machen, was ein Studium natürlich miteinschließt.


    Die Charaktere fand ich gut gezeichnet. Judy, die nicht weiß, was sie mit ihrer Zukunft machen soll. Ben, der die Verantwortung für seine Schwester Toni übernommen hat, ansonsten aber nichts vorweisen kann, was ihm zu schaffen macht. Und Toni, die man auf den ersten Blick nicht verurteilen sollte.


    Von den Nebencharakteren hat mich nur Marco, der Inhaber des Coffee Lovers überzeugt. Er war die gute Seele, immer guter Laune und die Wahrheit auf den Punkt bringend.


    Ich gebe zu, dass ich Bücher, in denen geraucht bzw. wie hier auch gekifft und (zu viel) Alkohol getrunken wird, nicht besonders mag. Und deshalb konnte mich der Beginn wahrscheinlich auch nicht ganz mitreißen. Diese Punkte haben zwar nicht so viel Raum eingenommen (dessen bin ich mir bewusst), gerne lesen muss ich es deshalb noch lange nicht.
    Auch Bens Versuche, Gefühlen aus dem Weg zu gehen, bekommen von mir keine Pluspunkte.


    Die Liebesgeschichte zwischen Ben und Judy las ich darüber hinaus gerne. Die „Einmischung“ von Toni und Marco waren dann sozusagen das i-Tüpfelchen.


    Die Geschichte handelt zum Großteil in der Stadt, aber auch in dem Dorf, aus dem Judy stammt. Namentlich werden beide zwar nicht genannt, aber das ist auch nicht notwendig. Jedes Viertel hat seinen Charakter, ohne dass es einen Namen braucht.


    Am Ende hätte ich mir noch ein paar mehr Informationen gewünscht. Es gab sie zwar, aber in meinen Augen hätten diese ausführlicher sein können.


    Schlussendlich kann ich gute :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: vergeben und freue mich, die Bekanntschaft von Judy, Ben, Toni und Marco gemacht zu haben.

    :study: Rendezvous in zehn Jahren von Judith Pinnow

    :musik:Wolkenschloss von Kerstin Gier

  • "Ben und Judy: Riskier dein Herz" wird abwechselnd aus der Sicht beider Protagonisten erzählt.


    Zu Beginn des Buches treffen sich beide Protagonisten flüchtig, lernen sich jedoch nicht kennen. Die Autorin nimmt sich Zeit, beide einzeln vorzustellen und ihre Lebenssituation und ihre Probleme aufzuzeigen.
    Judys Eltern wünschen sich für ihre Tochter einen anständigen Beruf mit guter Bezahlung. Judy jedoch weiß nicht, was sie studieren soll, und probiert sich erstmal in verschiedenen Praktika aus. Sie ist schon lange Zeit heimlich in einen ehemaligen Schulfreund verliebt, und als er eines Abends Interesse an ihr zeigt, schwebt sie im siebten Himmel. Am nächsten Tag jedoch schlägt sie hart auf dem Boden der Realität auf. Dennoch lässt sie sich davon nicht unterkriegen. Judy ist sehr stark und geht den Weg, den sie gehen will.
    Ben ist sehr unzufrieden mit seinem Job, er macht jeden Tag Überstunden und verdient kaum genug zum Leben. Doch er ist auf diese Arbeit angewiesen, denn er muss nicht nur für sich selbst, sondern auch für seine kleine Schwester sorgen. Ben sieht wahnsinnig gut aus und kann sich vor Verehrerinnen kaum retten, doch mit ernsthaften Beziehungen hat er nach einer schlechten Erfahrung längst abgeschlossen. Obwohl er sich selbst oft schlecht redet, merkt man als Leser schnell, dass er sehr intelligent ist. Er ist ein sehr fürsorglicher und pflichtbewusster Mensch.


    Ben und Judys Wege kreuzen sich immer wieder zufällig, und beide spüren, dass etwas zwischen ihnen ist. Einerseits hat mir sehr gefallen, dass man beide Protagonisten für sich kennen lernt und sie sich nur langsam annähern. Andererseits war mir diese Phase etwas zu lang, ich hätte mir gewünscht, dass es schon etwas früher ernst zwischen den beiden wird.
    Die Nebencharaktere haben mir sehr gefallen, allen voran Bens Schwester. Sie war die vernünftige Seele im Buch, die des Öfteren nachhelfen musste, obwohl sie zu Beginn ganz anders wirkt. Bens Freunde waren am Anfang sehr präsent, kamen in der zweiten Hälfte aber zu kurz, sie waren plötzlich einfach weg.
    Bens Hintergrund war sehr bewegend, hätte für meinen Geschmack aber noch eine größere Rolle im "Finale" spielen können. Dieses schien mir nämlich ein wenig zu konstruiert. Das Ende war für mich stimmig, auch wenn es noch etwas ausführlicher sein könnte.


    Fazit:
    Eine schöne Liebesgeschichte, die sich langsam und authentisch entwickelt. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: Sterne.

    Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen. Kurt Tucholsky :wink: