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John Jakes - Liebe und Krieg / Love and War

Liebe und Krieg

4.3 von 5 Sternen bei 23 Bewertungen

Band 2 der

Verlag: Heyne Verlag

Bindung: Broschiert

ISBN: 9783453026292

Termin: Juli 1993

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  • Mit Ausbruch des amerikanischen Bürgerkrieges wird für die alten Freunde Orry Main und George Hazard alles anders. Bereits vorher wurde die enge Freundschaft zwischen einem Yankee und einem Südstaatler von vielen Seiten naserümpfend betrachtet, aber da nun die Fronten dermaßen verhärtet sind, bleiben ihnen nur noch gelegentliche geschmuggelte Briefe, um in Kontakt zu bleiben.


    Und auch an den weit verzweigten Familien beider Männer geht der Krieg nicht spurlos vorüber. Orrys Cousin Charles und Georges jüngster Bruder Billy sind im Kriegseinsatz und erleben einen Horror nach dem anderen. Billys Frau Brett, Orrys Schwester, findet sich als gebürtige Südstaatlerin Anfeindungen ausgesetzt, während sich auf der Plantage der Mains die Sklaven zu emanzipieren versuchen und Georges Schwester Virgilia immer noch militant für deren Rechte kämpft.


    Ein bildgewaltiges und detailverliebtes Epos über den blutigen Krieg zwischen Norden und Süden hat John Jakes hier als zweiten Teil seiner Trilogie um die Mains und die Hazards abgeliefert, das sich über weite Strecken sehr lebendig und spannend liest und anhand vieler Einzelschicksale einen tiefen Einblick in dieses traurige Kapitel der amerikanischen Geschichte gewährt. Es geht nicht nur um den Kampf auf den Schlachtfeldern, sondern auch um politische Ränkespiele, militärische Planung, die Verbesserung der Eisenbahnlinien und die Entwicklung erster U-Boot-Prototypen, und eine zentrale Rolle spielt natürlich auch der Streit um die Abschaffung der Sklaverei und die Lage der Schwarzen (unfassbar, dass erst geschlagene hundert Jahre nach den Geschehnissen in diesem Buch die Rassentrennung offiziell abgeschafft wurde!)


    Abgesehen von ein paar Bösewichtern sind die Figuren differenziert dargestellt. Jakes illustriert seine Charaktere mit lebensechten Details und ergreift keine Partei für Nord oder Süd, sondern schildert die Geschehnisse gleichermaßen von beiden Seiten.


    Die politischen Intrigen und manche eher knapp gehaltenen Verweise auf geschichtliche Figuren, die nicht jedem Leser etwas sagen dürften, machen die Lektüre gelegentlich etwas anstrengend und stellenweise auch langatmig, doch diese Momente sind selten. Alles in allem ein sehr dicker, aber auch spannender, dramatischer und mitreißender Roman über eine sehr bewegte und historisch bedeutende Zeit.

    Why say 'tree' when you can say 'sycamore'?
    (Leonard Cohen)

  • Inhaltsangabe:


    Die Freundschaften der Familie Main aus dem Süden und der Familie Hazard werden durch den beginnenden Krieg 1861 auf eine harte Probe gestellt. Nichts ist mehr so, wie es einst war. Im Verlaufe der Gefechte fallen die Würfel der Schicksale neu. Orry Main, inzwischen glücklich mit seiner langjährigen Liebe Madeline verheiratet, verrichtet im Kriegsministerium Dienst. Seine Schwester Brett ist inzwischen mit Billy Hazard verheiratet und wartet treu und voller Sehnsucht im Norden auf ihn.


    Ashton, mit James Huntoon, einem erfolglosen Anwalt, verheiratet, sinniert weiterhin nach Macht und Ruhm. Ihre Gier kennt keine Grenzen, das sie sogar Verrat begeht. Charles Main leistet seinen Dienst als Scout der Konförderierten-Armee und lernt in den Wirren des Krieges Augusta Barclay kennen.

    Die Familie Hazard sind ebenso eng mit dem Krieg verknüpft wie die Mains. George leistet seinen Beitrag im Waffenamt in Washington, während Billy Hazard als Pionier seinen Aufgaben nachkommt. Stanley Hazard, von seiner Frau Isabell beherrscht, mausert sich zu einem Politiker mit einer gewissen Macht und zu einem Kriegsgewinnler.


    Virgilia Hazard, eine starke Anhängerin der Abschaffung der Sklaverei, geht ebenso ganz eigenwillige Wege, um den Tod ihres farbigen Gatten O’Grady zu rächen.


    Mein Fazit:


    Von diesem Epos, wohl durch die Ausstrahlung der Mini-Serie voreingenommen, erwartete ich mehr von den persönlichen Aktivitäten der Familienmitglieder als vom Krieg. Die knapp 800 Seiten sind sehr detailgetrau geschrieben, aber wohl eher für einen Fan dieser Epoche gedacht. Mir waren die vielen Erzählungen über Generäle, Feldzüge und Schlachten einfach zu uninteressant.


    Daher hatte ich Mühe, dem Buch länger als eine halbe Stunde des Tages zu widmen. Die Verfilmung paßt nicht so sehr mit dem Buch überein, dennoch hat es mir in Bild und Ton besser gefallen!


    Anmerkung: Die Rezension stammt aus Mai 2004.

    LG, Elke :wink:

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