Joël Dicker - Die Geschichte der Baltimores / Le Livre des Baltimore

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Die Geschichte der Baltimores

4.4|25)

Verlag: Piper Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 512

ISBN: 9783492310796

Termin: September 2017

  • Die Buchrückseite:


    Bis zum Tag der Katastrophe gab es die Goldmans aus Baltimore und die Goldmans aus Montclair.
    Die Baltimores hatten alles, was man sich vom Leben wünschen kann: Talent, Geld, Erfolg, ein prachtvolles Heim, zwei hochbegabte Söhne. Marcus Goldman, inzwischen erfolgreicher Schriftsteller, gehörte zu den weniger glamourösen Montclairs. Er verbrachte all seine Sommer bei den Baltimores und war für sie wie ein Sohn. Nun, acht Jahre nach der Katastrophe, beginnt Marcus die Geschichte der Baltimores aufzuschreiben - und erkennt erst jetzt die wahren Gründe für die schrecklichen Ereignisse.


    Der erste Satz:


    Morgen muss mein Cousin Woody ins Gefängnis.


    Meine Meinung:


    Die unzerstörbare, legendäre Goldman-Gang


    Lange, lange habe ich auf einen neuen Roman von Joël Dicker gewartet. Nach dem Debüt »Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert«, das ich sowohl gelesen als auch als Hörbuch gehört habe, ist nun endlich »Die Geschichte der Baltimores« erschienen: ein Familienroman mit demselben Protagonisten: Marcus Goldman.
    Weil ich bereits das Erstlingswerk von Dicker so überwältigend fand, hatte ich hier nun selbstverständlich hohe Erwartungen ... die absolut erfüllt worden sind! Nein, mit dieser Geschichte hat mich der Autor ganz und gar nicht enttäuscht! - Auf jeden Fall ein Lesehighlight in diesem Jahr.


    Schon allein der Klappentext hat mich unheimlich neugierig auf den Inhalt gemacht. Marcus Goldman, der berühmte Schriftsteller, der in seiner Jugend zu den weniger glamourösen Montclair-Goldmans gehört hat und nun ein Buch über ›die‹ Katastrophe der Baltimore-Goldmans schreibt?


    ~ Waren sie wirklich diese außergewöhnlichen Menschen, die ich so sehr bewundert hatte? Und wenn das alles
    nur eine Schöpfung meiner Fantasie gewesen wäre? Und wenn ich seit jeher mein eigener Baltimore gewesen wäre? ~

    (S. 433)


    Was ist das denn für eine verheerende Katastrophe, über die hier die ganze Zeit drumherum geschrieben wird? - Ich konnte mir keinen Reim darauf machen.
    Marcus hat also begonnen, die Geschichte seiner Jugend zu erzählen, in der die Baltimores natürlich eine große Rolle spielen. Das muss er auch, denn es ist wichtig über all die vorkommenden Protagonisten zu lesen und deren Vorgeschichten und Beziehungen untereinander zu kennen, ansonsten würde einen ›die‹ Katastrophe gar nicht so mitnehmen. Es war wichtig, dass ich Onkel Saul, Tante Anita, Marcus' Cousin Hillel und Woody, den Adoptivsohn der Baltimores, kennenlerne.
    Je mehr Marcus von ihnen geschrieben/erzählt hat, desto sympathischer fand ich sie alle. Ja, ich habe mich sogar regelrecht verliebt in die Protagonisten. Und genau deshalb hatte diese Katastrophe für mich etwas sehr Tragisches an sich. Ich kann es gar nicht beschreiben ... Es hat mich mitgenommen, obwohl ich weiß, dass es "nur" eine Geschichte ist. Aber wenn man liest, wie die liebgewonnenen Charaktere anfangen zu zerbrechen und langsam aber sicher auf ihren Abgrund zusteuern ... mir war wirklich zum Heulen zumute!


    ~ »Versprich mir, mein lieber Neffe, dass du uns wieder gut machst. Mach die Baltimores wieder gut.
    »Wie denn? «
    »Bring uns wieder zusammen. Nur du kannst das. « ~

    (S. 506)


    Was mir besonders gefallen hat, war das Gefühl, das der Autor bei mir hervorgerufen hat, als er von der Goldman-Gang geschrieben hat. Hillel, Woody und Marcus waren ein Dreiergespann, das nichts und niemand (auf Dauer) auseinanderreißen konnte. Durch diese drei Jungs wird einem erst so richtig bewusst, was wahre Freundschaft wirklich bedeutet. Keine Frau, kein Streit und keine Eifersucht hat die Macht über deren Freundschaft ... und das ist einfach wundervoll zu lesen gewesen. - Ein ganz eigenes, überwältigendes Gefühl!


    ~ Es gab immer Katastrophen, es wird immer Katastrophen geben, und das Leben geht trotzdem weiter.
    Katastrophen sind unvermeidlich. Sie haben im Grunde keine große Bedeutung. Wichtig ist nur, wie wir sie überwinden. ~

    (S. 505)


    Ich habe dieses Buch geliebt, denn einen tragischeren Familienroman, der derart fesselt, habe ich noch nie gelesen. Das, was der Autor uns hier über Freundschaft, Familie und Zusammenhalt erzählt, ist Gold wert und lässt einen das Buch mit einem ganz eigenen, zufriedenen Gefühl zuklappen.


    (Weitere Buchzitate findet ihr HIER!)


    5 verdiente :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: !

  • ein Familienroman mit demselben Protagonisten: Marcus Goldman.

    muss man den ersten Roman gelesen haben, um bei diesem folgen zu können oder sind sie unabhängig voneinander?

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Stephan Thome - Gott der Barbaren
    :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)

  • muss man den ersten Roman gelesen haben, um bei diesem folgen zu können oder sind sie unabhängig voneinander?

    Nein, muss man nicht gelesen haben, es baut nicht aufeinander auf. Es ist lediglich der Protagonist derselbe. Aber das sollte dich nicht daran hindern, auch den ersten Roman zu lesen, den kann ich nämlich auch nur empfehlen. ;)

  • Die Baltimores, das sind Marcus Goldmans Verwandte, die, erfolgreich und wohlhabend, in eben jener Stadt leben, während er selbst mit seinen Eltern in schlichten Mittelklasseverhältnissen im unspektakulären Städtchen Montclair aufwächst und jedes Jahr erneut auf den Sommer hinfiebert, den seine Familie mit Onkel Saul, Tante Anita, Cousin Hillel und dessen Quasi-Adoptivbruder Woody verbringt. Die drei gleichaltrigen Jungs sind ein Herz und eine Seele und allsommerlich ein unzertrennliches Dreigestirn, bis eines Tages eine Vierte im Bunde auftaucht, die hübsche Alexandra, die den dreien gewaltig die Köpfe verdreht, wenngleich sie sich schwören, sich nie auseinanderbringen zu lassen.


    Doch Leben ist nun mal das, was passiert, während man noch andere Pläne schmiedet. Schon gleich zu Beginn weiß der Leser, dass es eine "Katastrophe" geben wird, nach der nichts mehr so sein wird wie zuvor - nicht die Freundschaft der drei, nicht der Familienverbund und auch, wie sich zeigen wird, nicht der Glanz der Baltimores.


    Marcus erzählt die Geschichte seiner Familie nämlich nicht chronologisch, sondern puzzleartig im Rückblick. Als erfolgreicher Schriftsteller (Alexandra hat derweil als Sängerin eine Traumkarriere gemacht) sitzt er an seinem Schreibtisch und bringt nichts zustande, bis ihm klar wird, dass er sich erst einmal seine persönlichen Erfahrungen und Traumata von der Seele schreiben muss.


    Trotz der Zeitsprünge, die sich aus dieser Erzählweise ergeben, fällt es jedoch nicht schwer, den Überblick zu behalten, und man wird in einen Strudel von Ereignissen hineingezogen, der einen nicht so schnell wieder loslässt. Dabei geht Dicker gar nicht plakativ zu Werke. Sein Ton ist bei aller inhaltlichen Dramatik angenehm ruhig und unaufgeregt. Er nimmt sich Zeit, die Charaktere einzuführen, wobei wir alle Protagonisten ausschließlich aus Marcus' Perspektive zu sehen bekommen, und baut die Spannung sehr geschickt und ganz allmählich auf.


    Verzichtbar wären dabei allerhöchstens die recht häufigen Teaser im Stil von "... noch x Jahre bis zur Katastrophe" oder "... das sollten wir noch erfahren ...". Solche billigen Tricks hat Dicker eigentlich überhaupt nicht nötig.


    Doch das ist auch mein einziger kleiner Kritikpunkt an diesem dicken, fesselnden Familienroman. Dieses großartige Buch wird zwar dramatisch und tragisch, jedoch nie kitschig, die Sprache ist schlicht, aber wunderschön, und man erlebt förmlich die Empfindungen aus der eigenen Jugend mit, während man über Marcus' Teenagerjahre liest, und verspürt gemeinsam mit ihm die leise Trauer beim Rückblick auf diese im Nachhinein so sorglose Zeit und den Stich der Enttäuschung, wenn wieder ein Stück Kindheit entzaubert wird. Dicker bringt überhaupt viele Aspekte des Familienlebens und des Reflektierens über die eigene Rolle in diesem Gefüge ganz wunderbar auf den Punkt.


    Schön auch die kleinen Randbemerkungen über das Handwerk des Schriftstellers, wenn man Marcus quasi beim Schreiben über die Schulter schauen darf, und die liebevoll gezeichneten Nebenfiguren.


    Eine dicke Empfehlung mit Kompliment an die sehr gelungene deutsche Übersetzung von Brigitte Große und Andrea Alvermann.

  • Mein Fazit:


    Dies ist mein erster Roman von Joel Dicker. Mir ist das Buch durch den einen oder anderen Blog schon „über den Weg gelaufen“ und so kaufte ich dieses Buch, als ich einen Geburtstags-Gutschein einlöste. Was mich allerdings wirklich erwartete, konnte ich beim besten Willen nicht wissen, da viele Rezensionen doch eher vage blieben.


    Der Autor beschreibt eine vielschichtige Charakterstudie von einer erfolgsverwöhnten – aber durchaus liebevollen – Familie – den Goldmans in Baltimore. Onkel Saul, der als Anwalt sehr viel Ruhm erfährt (da er nie verliert), Tante Anita, die als Internistin im John Hopkins Hospital arbeitet und Hillel, der zwar sehr intelligent ist, aber das schützt ihn nicht vor Mobbing allerübelster Sorte. Seine Art die Dinge zu betrachten bringen auch die Lehrkräfte und Direktoren auf die Palme, wobei da schon deutlich wird, wo das System erhebliche Defizite hat. Die allseits bekannte amerikanische Doppelmoral kommt erheblich zum Tagen so wie auch die Verblenung durch Ruhm und Ansehen. Jede Medaille hat eben zwei Seiten und die zweite Seite der Baltimores kommt nach und nach zum Vorschein.


    Und natürlich steht auch die unverbrüchliche Kinderfreundschaft zwischen Hillel, Woody und Marcus im Vordergrund, welche gemeinsamen Dinge sie erlebten, wie sie ihre Versprechen hielten und gemeinsam jedes Problem anpackten. Nichts und niemand konnte sie auseinanderbringen. Woody galt dabei meine größte Sympathie. Er hatte das Herz auf dem rechten Fleck und setzte sich immer für die Schwächeren ein, auch wenn es dabei ernsthafte Konsequenzen drohte. Die, die er liebte, wollte er nie enttäuschen und doch war er manchmal nah dran – aus völlig heroischen Gründen.


    Joel Dicker hat bei der Erzählung immer wieder Zeitsprünge eingesetzt. Die ersten Seiten musste ich mich daran gewöhnen, aber dann hatte ich keine Schwierigkeiten mehr, so sehr nahm mich die Geschichte gefangen. Ich musste beim Lesen lachen und weinen, Gefühle fuhren Achterbahn! Und dann immer wieder vage Andeutungen von der Katastrophe oder ein anderer Satz, die mich dann dazu veranlassten, einfach weiter zu lesen. Während der Pausen spukten mir die Geschichten um die Baltimores in meinem Kopf herum, ich ließ Passagen Revue passieren und versuchte zu rätseln, was denn die Katastrophe sein könnte. Die Auflösung ist erschreckend wie auch logisch und konsequent! Die vielen Personen erhalten ihren Platz zur Entwicklung und freien Entfaltung, man kann sie sich bildlich vorstellen. Manchmal glaubte ich, ich säße neben ihnen und würde die Geschehnisse live miterleben.


    Das Buch wird mir lange im Kopf bleiben und es wird einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal haben. Den Vorgänger-Band werde ich mir auf jeden Fall noch kaufen und lesen. Der Autor schreibt einfach grandios und packend – defintiv ein Highlight in 2016. Von mir gibt es begeisterte fünf Sterne und eine klare Lese-Empfehlung für Fans von Familien-Sagas.

    LG, Elke :wink:

    • in 2016 gelesen: 83 Bücher/ 30.850 Seiten/ 506 Minuten gehört
    • in 2017 gelesen: 84 Bücher/ 34.387 Seiten/ 20 Hörbücher/ 10.930 Minuten gehört
    • in 2018 gelesen: 48 Bücher/ 18.318 Seiten/ 13 Hörbücher/ 7.651 Minuten gehört/ SuB: 112 Bücher :-,

    Bücher suchen ein neues Zuhause!

  • klar doch, schon geschehen. Wobei Amazon den Fehler auch drin stehen hat. :loool:

    Ich weiß, ich habe es damals blind aus Amazon rüberkopiert und erst jetzt gesehen, dass ich es in meinem zweiten Post beim Originaltitel sogar richtig geschrieben habe ... :lol: Danke!

  • Ein Schweizer Autor muss nicht unbedingt einen Schweizer Roman oder einen, der dort spielt, vorlegen, aber Dicker schreibt eindeutig für den amerikanischen Markt, wo nur Bücher zu verkaufen sind, die entweder von Landsleuten verfasst sind oder im Land spielen. Aus seiner Vita erfährt man, dass er als Kind jeden Sommer in New England verbrachte.
    Es sind nicht nur die Handlungsorte, sondern auch die Familienbeziehungen, die amerikanisch dargestellt sind, die Zuneigungen in Superlativen, die unverbrüchlichen Beziehungen, der Altruismus – und das Zerbrechen des Ganzen. Und die Figuren: Starke Menschen, die aus ihrem sozialen Abstieg das Beste machen, gute Menschen, die ausschließlich das Beste für die anderen wollen, und über allem das Familiengeheimnis, über dem der Mantel des Schweigens liegt. (Warum eigentlich?)


    Nicht immer kann man das Tun der Figuren nachvollziehen, auch finden sich Brüche und am Ende eine Katastrophe, die vermeidbar gewesen wäre, wenn man Missverständnisse aufgeklärt und wenn XY statt mit AB mit CD geredet hätte. Und zu der einen Katastrophe kommt knüppeldick noch die zweite, dann die dritte, …


    Ob es hilfreich ist, dass der Autor immer wieder ankündigt: Noch „so viel Monate“ bis zur Katastrophe oder „x Jahre vor der Katastrophe“? Stilmittel, die so offensichtlich die Spannung voran treiben sollen, hat Dicker eigentlich nicht nötig.


    Denn auch wenn ich einige Kritikpunkte habe und die Liebesgeschichte, die parallel zur Erinnerungsgeschichte läuft, aufgesetzt fand, hat mich das Buch nicht befriedigend, aber spannend unterhalten.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Gleich nachdem ich "Die Wahrheit über den Fall Herry Quebert" beendet habe, musste ich mir Joel Dickers zweites Buch kaufen. Und auch von dem bin ich total begeistert. Mir gefällt sein Schreibstil. Flüssig und trotz den Zeitsprüngen immer übersichtlich.


    Ich schliesse mich @Marie an. Auch für mich war es nicht immer nachvollziehbar warum die Figuren so gehandelt haben. Vieles hätte einfach verhindert werden können. Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich vergebe dafür gerne :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Marcus Goldman ist Schriftsteller. Gerade plant er einen neuen Roman und hat sich nach Florida zurückgezogen. Doch ständig kommen Erinnerungen in ihm hoch, an seine Familie, an eine Katastrophe die die Familie seines Onkels Saul heimsuchte, an eine vergangene Beziehung, an sein eigenes Leben – am Ende wird der Roman, an dem er schreibt, von all dem handeln.


    Bereits mit „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“ konnte der Autor mich überzeugen. Marcus Goldman spielt übrigens auch dort eine wesentliche Rolle. Die Erzählweise ist gleich geblieben, mit vielen Zeit- und Perspektivewechseln erzählt der Autor eine Geschichte, die sich dem Leser erst nach und nach gänzlich erschließt. Ich finde das sehr spannend, es bedarf aber einiger Aufmerksamkeit beim Lesen, die verschiedenen Stränge nicht außer Acht zu lassen, die erst am Ende alle verknüpft sind und dann erst das Gesamtbild ergeben. Dabei geht es dem Leser wie dem Protagonisten, der auch erst nach und nach die Wahrheit erfährt, vieles stellt sich für ihn – und den Leser – am Ende anders dar, als zunächst gedacht.


    Die titelgebenden Baltimores sind Verwandte Goldmans, die in Baltimore leben. Er selbst und seine Eltern leben in Montclair und sind daher die Montclairs. Dieser Unterschied ist wesentlich. Die Balitmores sind Onkel Saul, Tante Anita, deren Sohn Hillel und Woody, ein Junge, den Saul und Anita aufgenommen haben, und der bald zur Familie gehört. Ihre Geschichte ist es, die hier erzählt wird, der Autor als Verwandter ist ihnen sehr verbunden, und hat viel Zeit mit den Baltimores verbracht.


    Man lernt die Charaktere gut kennen, aber auch sie erschließen sich erst nach und nach, Marcus und mit ihm der Leser wird viele Überraschungen erleben, und manch einen Charakter am Ende mit anderen Augen sehen. Manches kommt einem vielleicht etwas überspitzt vor, aber nichts unwahrscheinlich.


    Es ist hohe Erzählkunst, die der Autor hier abliefert, immer das Gesamtwerk im Auge zu behalten, sich nicht zu verzetteln, alles logisch herzuleiten und dem Leser einen spannenden Roman zur Verfügung zu stellen, diesen dabei nicht zu überfordern, aber auch nicht zu langweilen – das kann der Autor in der Tat perfekt. Nebenbei bringt er den Leser noch dazu, sich den Kopf zu zerbrechen, was gewesen sein könnte, und manches vielleicht sogar zu erraten. Ich bin sehr gespannt auf sein nächstes Werk, mit dem er sich vielleicht endgültig in die Riege meiner Lieblingsautoren schreiben wird.


    Mich hat der Roman begeistert, ich konnte ihn kaum aus der Hand zu legen. Wer bereit ist, aufmerksam zu lesen, sich nicht nur auf mehrere Perspektiven, sondern auch mehrere Zeitebenen einzulassen, auf einen Roman, der nicht chronologisch erzählt wird, und der im Laufe der Erzählung manches auf den Kopf stellt, der erhält hier ein sehr lohnenswertes Werk, das ich absolut empfehlen kann, und dem ich gerne volle Punktzahl gebe.

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