Francesca Haig - Rebellion / The Map of Bones

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Das Feuerzeichen - Rebellion

4.1|5)

Verlag: Heyne Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 480

ISBN: 9783453270411

Termin: Mai 2016

  • Achtung! Diese Rezension enthält Spoiler zu Band 1!


    Verlagsinfo


    In der düsteren Welt der Zukunft herrscht eine Zweiklassengesellschaft: Die perfekten Alphas regieren und genießen alle Privililegien, die Omegas – ihre vermeintlich weniger perfekten Zwillinge – werden tagtäglich unterdrückt und gedemütigt. Nachdem die Insel der Omegas zerstört wurde, ist Cass, zusammen mit ihren Freunden Piper und Zoe, auf der Flucht. Irgendwo jenseits des Ozeans, so hoffen sie, gibt es ein Land, in dem das Omega-Brandzeichen auf ihrer Stirn keine Rolle mehr spielt. Doch dazu müssen sie erst einmal an die Küste gelangen, und Cass' ruchloser Zwillingsbruder Zach ist ihnen dicht auf den Fersen ...


    Meine Meinung


    Da der erste Band bei mir schon eine Weile her ist hatte ich Bedenken, wieder gut reinzukommen, aber die Autorin hat die früheren Ereignisse sehr geschickt in die Handlung eingefügt, so dass ich keine Schwierigkeiten hatte, der Geschichte zu folgen.


    Der Schreibstil ist sehr ruhig und leider noch etwas gestreckter wie im Vorgänger. Da hatten ja schon einige bemängelt, dass es langatmig ist (obwohl mir das bei mir gar nicht so ins Gewicht gefallen ist) aber ich finde, dass es sich hier noch mehr zieht. Während dem Lesen ist mir das zwar meistens gar nicht so aufgefallen, weil es schön flüssig ist, aber es hätte ruhig um 1/3 gekürzt werden können.


    Insgesamt passiert wirklich nicht viel, aber es steuert immer wieder auf kleine Höhepunkte hin - trotzdem hatte ich mir doch etwas mehr erwartet.


    Dafür ist man immer nah am Geschehen und alles ist eindrucksvoll beschrieben, auch die Charaktere, die jeder für sich besonders und untypisch sind.


    Cass ist ja mit den Zwillingen Piper und Zoe auf der Flucht, nachdem die Insel zerstört und die Widerstandskämpfer versprengt wurden. Bis sie dann endlich auf weitere Rebellen treffen und die Handlung an Fahrt aufnimmt, dauert es einen langen, einsamen Weg, der die Drei jedoch immer mehr zusammenschweißt.
    Cass steht durch ihre Rolle als Seherin im Mittelpunkt der Ereignisse, da sich alle auf ihre Vorhersagen verlassen - dabei hat sie aber immer vor Augen, welches Opfer ihre Begabung erfordern wird, denn alle Seher verlieren sich irgendwann in ihren Visionen und werden verrückt. Aber noch kann sie den Rebellen helfen, denn sie sind einem hoffnungsvollen, aber auch gefährlichem Geheimnis auf der Spur.


    Das besondere hier für mich ist immer noch das Motiv mit den Zwillingsgeburten und deren Verbindung, worüber man auch mehr erfährt, wie es dazu kam. Die Vorurteile, die Ausgrenzung von Menschen mit "Makeln" und der Wert jedes einzelnen steht auf subtile Weise immer wieder im Vordergrund, was ja leider auch in der heutigen Zeit immer noch ein Thema ist.


    Aber auch die Maschinen bzw. die fortschreitende Technik und ihre zerstörerische Kraft, der Respekt und vor allem auch die Angst, die in der Gesellschaft gewachsen ist, in der Cass aufwächst und die Frage, ob der Nutzen hier die Gefahr aufhebt, wird immer deutlicher. Welche Risiken wir Menschen eingehen, nur um einen Vorteil zu nutzen, der meist viel mehr Nachteile beinhaltet.


    Fazit 3.5 Sterne


    Der Widerstand von Cass und den Rebellen geht etwas stockend voran, dafür lässt uns die Autorin mühelos in eine unwirtliche Zukunft eintauchen, die einige besondere Themen aufgreift. Auch hier gibt es am Ende wieder einige Überraschungen, die meine Neugier auf den nächsten Band geweckt haben!


    © Aleshanee
    Weltenwanderer



    Das Feuerzeichen


    1 - Das Feuerzeichen
    2 - Rebellion
    3 - Rückkehr (ET April 2017)

  • :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:


    Nach wenigen Seiten war ich schon wieder mitten drin in dieser so originellen wie düster-dystopischen Welt. Die wichtigsten Ereignisse des ersten Bandes fließen im ersten Teil des Buches ganz natürlich und nahtlos in die Geschichte ein, so dass man sich schnell erinnern und wieder zurechtfinden kann.


    Eins vorneweg: mir ist inzwischen bewusst, dass es durchaus kritische Stimmen zu diesem zweiten Band gibt, aber das hat mich ehrlich gesagt sehr überrascht! Da sieht man mal wieder, wie unterschiedlich dasselbe Buch auf verschiedene Leser wirken kann, denn ich empfand es als würdigen Nachfolger und war wieder sehr begeistert.


    Zugegeben, die trostlose Stimmung ist manchmal beinahe schon erstickend und die Spannung baut sich eher langsam auf - aber dennoch war ich schlicht gefesselt von der Geschichte.


    Im ersten Teil sind Cass und ihre Freunde fast ständig unterwegs. Auf der Flucht. Auf der Suche nach alten Verbündeten. Auf der Mission, die Wahrheit über die Tanks zu verbreiten. Aber viele der Geheimverstecke sind verwaist, so dass die harte und entbehrungsreiche Reise sich immer weiter und weiter zieht. Viele Omegas wenden sich aus Verzweiflung an die Reservate, weil sie ja nicht wissen, dass sie dort in Tanks eingeschlossen werden sollen. Die Situation scheint aussichtslos.


    Dieser erste Teil lebt in meinen Augen weniger von der eigentlichen Handlung als von den Gedanken und Gefühlen der Charaktere, von ihren Ängsten, Erinnerungen und Hoffnungen. Ich hatte den Eindruck, sie mit jeder Seite besser kennen zu lernen, und mir hat sehr gut gefallen, dass die Autorin ihrer Geschichte dafür die nötige Zeit lässt.


    Cass hat schwer damit zu kämpfen, dass sie sich schuldig fühlt, überlebt zu haben. Es fällt ihr auch immer schwerer, nicht wegen ihrer Visionen den Verstand zu verlieren, und dennoch hat sie nicht aufgegeben und will ihren Bruder und seine Pläne, alle Omegas ihr Leben lang in Tanks einzusperren, aufhalten. Sie ist für mich immer noch eine sehr starke Heldin, gerade weil sie nicht perfekt ist, manchmal an sich selbst und ihren Zielen zweifelt und dennoch immer weitermacht. Besonders beeindruckt mich an ihr, dass sie nie aus den Augen verliert, dass es auch auf Seite der Alphas Opfer gibt, und dass es nur eine gemeinsame Zukunft (in welcher Form auch immer) geben kann.


    Die komplexe, merkwürdige Beziehung zwischen ihr und Zack nimmt besonders gegen Ende wieder viel Raum ein, und ich fand gut, dass Francesca Haig aus Zack zwar einen extremen Charakter macht, aber keinen einseitigen Superschurken. Und irgendwie macht das seine Taten nur umso schockierender...


    Im zweiten Teil gibt es dann wieder viel mehr Action, und man erfährt Schlag auf Schlag überraschende Dinge über diese Welt und ihre Geschichte. Unerwartete Allianzen werden geschlossen, und die Autorin hat mich mehr als einmal mit einer Szene heftigst getroffen... An einer Stelle musste ich das Buch erstmal zuklappen und für ein paar Minuten tief durchatmen. Francesca Haig hat wirklich ein Gespür dafür, einem das Grauen mit einem starken Bild direkt ins Gehirn zu pflanzen. Nichts ist tabu.


    Der Schreibstil hat mich wieder sehr beeindruckt. So düster und bedrohlich diese Welt auch ist, so grauenhaft manche Ereignisse - die Autorin findet dennoch oft poetische Beschreibungen und wunderschöne Bilder.


    Zitat:
    Obwohl sie mich bereits ein Leben lang verfolgten, trafen mich die Bilder jedes Mal wieder mit voller Wucht und wie aus heiterem Himmel. Alle meine Sinne flossen dann ineinander. Der Lärm war tiefschwarz, die Flammen von einem gellenden Weiß, und das Brennen der Hitze überbot selbst die unerträglichsten Schmerzen, bis der Horizont dem gigantischen Feuer erlag und in einem grenzenlosen Augenblick die Welt ein Raub der Flammen wurde.


    Dieser Band wurde von einer anderen Übersetzerin übersetzt als der erste Band, und in meinen Augen ist die Übersetzung deutlich besser gelungen - die des ersten Bandes hatte mich nicht ganz überzeugt. Natürlich geht in einer Übersetzung immer ein klein wenig von dem verloren, was den Schreibstil des Originals einzigartig macht, aber Viola Siegemund ist es meines Erachtens gelungen, so nahe daran zu bleiben wie möglich.


    Fazit:
    Über lange Passagen verläuft die Handlung in diesem zweiten Band eher langsam, mit viel Augenmerk auf den Gefühlen und Gedanken der Charaktere, aber ich fand auch das spannend und fesselnd. Dennoch hat das Buch durchaus auch rasante Szenen und Kämpfe zu bieten, und man erfährt viel Neues über diese komplexe Welt - ich war sehr beeindruckt davon, wie gut und detailliert die Autorin ihre Geschichte durchdacht hat. Der Schreibstil ist wieder wunderbar, und die Übersetzung ist meiner Meinung nach sehr gut gelungen.

  • In der düsteren Welt der Zukunft herrscht eine Zweiklassengesellschaft: Die perfekten Alphas regieren und genießen alle Privilegien, die Omegas – ihre vermeintlich weniger perfekten Zwillinge – werden tagtäglich unterdrückt und gedemütigt. Nachdem die Insel der Omegas zerstört wurde, ist Cass, zusammen mit ihren Freunden Piper und Zoe, auf der Flucht. Irgendwo jenseits des Ozeans, so hoffen sie, gibt es ein Land, in dem das Omega-Brandzeichen auf ihrer Stirn keine Rolle mehr spielt. Doch dazu müssen sie erst einmal an die Küste gelangen, und Cass' ruchloser Zwillingsbruder Zach ist ihnen dicht auf den Fersen ...


    "Rebellion" ist der zweite Band der "Das Feuerzeichen"-Trilogie von Francesca Haig.



    Mit nur einer kurzen zeitlichen Unterbrechung führt die Autorin die Geschichte um die Alphas und Omegas fort. Nach wie vor gefallen mir der Weltentwurf sowie die vielen Ideen hinter der Geschichte sehr gut, sodass ich sehr gespannt auf die Fortführung des Romans war.


    Zwar ist die Spannung in diesem zweiten Band nicht bahnbrechend, doch passiert so einiges, was für den weiteren Verlauf der Handlung elementar ist. Mir hat es jedenfalls viel Spaß gemacht, die Geheimnisse dieser Welt gemeinsam mit Cass zu erkunden. Dieses Erkunden besitzt meiner Ansicht nach eine gewisse Spannung, wenn man sich denn darauf einzulassen weiß. Auch wenn dieser Band ein Stück weit den typischen Mittelbandcharakter ausfüllt, so sind die dort stattfindenden Ereignisse sehr wichtig für den weiteren Verlauf und das große Finale.


    Auch die Atmosphäre ist nach wie vor recht düster und bedrohlich. Die Autorin weiß sehr gut, den Charakter dieser Geschichte herauszuarbeiten, sodass man sich als Leser ein Stück weit davon mittragen lassen und die teilweise grausamen Ereignisse direkt mitfühlen kann.


    Zwar ging mir die Hauptprotagonisten oft auch mal auf die Nerven, doch wusste mich die Geschichte eigentlich durchgängig zu fesseln. Vor allem das Ende weiß zu überraschen, sodass ich nun umso gespannter auf das große Finale und dessen Ausgang bin. Leider heißt es nun wieder warten.


    Fazit: Ein Mittelband, der mit kleinen Dingen dem Finale entgegenarbeitet, aber aufgrund seiner Geheimnisse und deren Lüftung doch einiges an Spannung bereithält.

  • Lange habe ich mich vor diesem Mittelband gedrückt, da mich die negativen Rezensionen abgeschreckt haben. Band 1 hat mir sehr gut gefallen, auch wenn er ein paar Längen hatte, doch dieser zweite Band, der in Trilogien ja oftmals der schwächste Band ist, konnte mich überzeugen und hat mir sogar besser gefallen, als der erste.
    Nach Kips Tod und dem Gemetzel auf der Insel, muss sich der Widerstand neu sortieren. Cass trauert um ihren Freund Kip und die vielen Opfer, die beim Kampf auf der Insel ihr Leben lassen mussten. Doch Zeit zum Ausruhen hat sie, gemeinsam mit ihren Weggefährten Piper und Zoe, nicht, denn sie müssen verhindern, dass die Omegas in die Tanks verbannt werden. Der zweite Band schließt nahtlos an den ersten Band an. Gekonnt hilft die Autorin Francesca Haig ihren Lesern, sich an die Geschehnisse des Vorgängers zu erinnern, ohne sich zu wiederholen. So hatte ich keinerlei Probleme mich in dem Buch zurecht zu finden, sondern konnte mich bereits ab der ersten Seite in die Geschichte fallen lassen.
    Eine Bereicherung für die Geschichte waren die verschiedenen Begegnungen mit sehr interessanten Charakteren, wie bspw. den Barden, die ein Lied über die wahren Machenschaften der Alphas bzw. der Regierung komponieren. Diese Stelle hat mich sehr bewegt, auch aufgrund des eindringlichen Textes. Doch auch die Begegnung mit Sally, einer legendären Widerstandskämpferin, und ihrem Schützling, dem Seher Xander, hat dem Buch zusätzlich Spannung verliehen. Xander ist aufgrund der Visionen sehr durcheinander und man bekommt von ihm kaum eine klare Antwort zu hören. Ein Schicksal, das viele Seher erwartet. Die Auseinandersetzung mit ihm setzt Cass sehr zu, da er ihr das eigene mögliche Schicksal direkt vor Augen führt. Xander spricht immer wieder von dem Rasseln der Knochen und anderen zunächst wirren Andeutungen, die im Nachhinein jedoch alle Sinn ergeben.

    Auch der Dompteur, der gemeinsam mit Zach (der sich "Der Reformer" nennt) und der Generalin die Spitze der Regierung bildet, nimmt in diesem Band eine größere Rolle ein, die mir sehr gut gefällt. Auch wenn er vor allem an die Gunsten der Alphas denkt und für diese kämpft, ist er mit der Handhabung des Reformers und der Generalin nicht einverstanden. Und genau das ist es, was mir an dem Buch so gefällt. Es gibt nicht nur "Die Guten" und "Die Bösen", sondern vor allem Menschen, die Angst haben und für ihre Rechte kämpfen, teilweise mit grausamen Mitteln. Und so ist auch Zach, der Bruder von Cass, nicht nur böse. Er litt in seiner Kindheit ebenso wie Cass unter der Splittung der Zwillinge, wenn auch auf andere Art und Weise und ist in der Lage zu lieben. Diese Vielschichtigkeit der Charaktere macht die Trilogie deshalb für mich zu etwas sehr besonderem.


    Die Atmosphäre des Buches ist für mich ebenfalls einzigartig. Von Beginn an ist das Buch sehr düster und zieht den Leser in seinen Bann. Man spürt die Verzweiflung, die Trauer, die Hoffnung und am besten gefällt mir, dass es in diesem Buch um die verschiedensten Arten von Liebe geht. Die Liebe zu seinem Bruder/ seiner Schwester, die Freundschaft unter Gleichgesinnten und dabei steht die Liebesgeschichte niemals im Vordergrund. Dies gefiel mich auch schon an Band 1 überragend gut: Dass das Buch nicht von der Liebesgeschichte um Cass und Kip getragen wurde, sondern dass sich diese eher im Hintergrund abspielte.


    Der Schreibstil von Francesca Haig gefällt mir auch hier wieder sehr gut. Teilweise liest sich das Buch zwar sehr ruhig, doch dabei wurde mir nie langweilig. Ich genoss die Beschreibungen von Gefühlen und Orten gleichermaßen. Auch die Charakterentwicklung hat mir sehr gut gefallen. Wir erfahren mehr über Zoes forsche Art und wodurch diese begründet ist und Cass entwickelt sich im Laufe der ersten zwei Bände stetig weiter, was aufgrund der Geschehnisse authentisch ist. Etwas schockiert hat mich die Brutalität des Buches, denn teilweise musste ich schon sehr schlucken. Ob diese schon in Band 1 so allgegenwärtig war, weiß ich leider nicht mehr, aber sie verdeutlicht noch mehr, in welcher Art Welt Cass & Co. leben.


    Auch in diesem letzten Band, konnte Francesca Haig mich wieder mit ihrer Originalität begeistern. Sie hat unglaubliche Ideen, die mir noch nicht in verschiedensten Formen als "neu" vorgesetzt wurden und schaffte es, mich wieder mehrfach zu überraschen. Auch an unerwarteten Wendungen spart die Autorin in diesem Buch nicht und schaffte es somit, mich die kompletten 480 Seiten über bei Laune zu halten. Das Ende war zwar kein ganz so böser Cliffhanger, wie der des ersten Bandes, doch ich kann es kaum erwarten, den finalen Band in den Händen zu halten.


    Fazit: Ein großartiger zweiter Band, voller Überraschungen, der mich nicht zuletzt durch die Entwicklung und Vielschichtigkeit aller Charaktere umgehauen hat. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

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