Stephenie Meyer - Biss in alle Ewigkeit: Twilight neu erzählt / Life and Death: Twilight Reimagined

  • Buchdetails

    Titel: Biss-Jubiläumsausgabe: Biss zum Morgengr...


    Lose Erzählung der

    Verlag: Carlsen

    Bindung: E-Book

    Seitenzahl: 848

    ISBN: 9783646928860

    Termin: Oktober 2015

  • Bewertung

    2.8 von 5 Sternen bei 7 Bewertungen

    55,7% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Biss-Jubiläumsausgabe: Biss zum Morgengr..."

    Feiert mit uns das zehnjährige Jubiläum von 'Biss zum Morgengrauen'! In dieser Sonderdoppelausgabe ist sowohl der erste Band von Stephenie Meyers 'Biss'-Saga als auch eine überraschende Neuerzählung des Romans enthalten - 'Biss in alle Ewigkeit'. Dieses Buch enthält über 400 Seiten neuen Lesestoff und ist mit einem außergewöhnlichem Doppelcover ausgestattet. Lasst euch aufs Neue von dieser romantischen Liebe verzaubern. In 'Biss in alle Ewigkeit' erzählt Stephenie Meyer die Geschichte über Bella und Edward mit umgekehrten Vorzeichen und lässt die Leser den Kultroman auf ganz neue Weise erleben: ein Teenager und eine Vampirin verstricken sich in eine Liebe gegen jede Vernunft - und bieten 'Biss'-Fans neuen Lesestoff mit Suchtpotenzial. 'Biss zum Morgengrauen' hat seit seiner Veröffentlichung 2005 (in Deutschland 2006) Millionen von Lesern in seinen Bann gezogen. Mit 155 Millionen verkauften Exemplaren weltweit ist die 'Biss'-Saga bis heute einer der größten internationalen Bucherfolge überhaupt und hat darüber hinaus genreprägend gewirkt. Die Geschichte von Bella und Edward ist längst ein moderner Klassiker, der wesentlich zur Popularität der romantischen All Age-Literatur beigetragen hat. 'Biss zum Morgengrauen' stand u. a. auf Platz 1 der New York Times Bestsellerliste, wurde als Time Magazine Young Adult Book of all Times und als New York Times Editor`s Choice ausgezeichnet. Zur 'Biss'-Saga gehören außer 'Biss zum Morgengrauen' die Bände 'Biss zur Mittagsstunde', 'Biss zum Abendrot', 'Biss zum Ende der Nacht', 'Biss zum ersten Sonnenstrahl: Das kurze zweite Leben der Bree Tanner' und 'Die Welt von Bella und Edward - Das Biss-Handbuch'.
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  • 450 Seiten
    Originaltitel: Life and Death. Twilight Reimagined (2015)


    Inhalt
    Beaufort Swans Leben ändert sich von Grund auf, als er der geheimnisvollen Edythe Cullen begegnet. Gerade erst ist er in die düstere Kleinstadt Forks gezogen und hätte nie gedacht, jemanden wie sie hier zu treffen. Edythes goldene Augen, ihre Haut wie Elfenbein und ihre übernatürlichen Fähigkeiten faszinieren ihn und ziehen ihn unwiderstehlich an.
    Beaufort sucht ihre Nähe. Erst nach und nach begreift er, in welche Gefahr er sich damit begibt. Doch da ist es fast schon zu spät...


    Die Autorin
    Phoenix, Arizona, ist die US-amerikanische Stadt, die ihren Fans sicher als erste einfällt: Hier lebt Stephenie Meyer seit ihrem 4. Lebensjahr, und auch Bella, die Heldin der "Bis(s)"-Romane, "wohnte" hier. Geboren wurde die Autorin jedoch in Connecticut (1973). Sie besuchte die Highschool und studierte englische Literatur. Ihre unglaubliche Karriere begann 2005 mit dem Erfolg von "Bis(s) zum Morgengrauen", es folgte Bestseller auf Bestseller. Privat liebt sie es unspektakulär: Ihren Mann Pancho kennt sie quasi aus dem Sandkasten, zusammen mit ihren Kindern führen die beiden ein normales Familienleben; oder besser: führten es. Denn irgendwie änderte sich doch alles, als Stephenie im Juni 2003 einen Traum träumte: den Traum, in dem ihr zum ersten Mal "ihre" Romanfiguren erschien...


    Aufbau
    Vorwort der Autorin
    Prolog
    24 Kapitel
    Epilog
    Nachwort


    Beaufort/Beau ist der Ich-Erzähler.
    Wendet man das Buch, kann man die ursprüngliche Geschichte ("Biss zum Morgengrauen") lesen. In dieser Ausgabe umfasst sie 393 Seiten.


    Meinung
    Ich bin an Biss in alle Ewigkeit mit keinen beziehungsweise sehr niedrigen Erwartungen herangegangen. Ich hatte zuvor schon viele negative Meinungen gehört und ehrlich gesagt hatte ich auch nur vor, mich über das Buch zu amüsieren. In Anbetracht dessen muss ich sagen, dass meine Erwartungen übertroffen wurden. An sich war die Lektüre ganz angenehm und ich habe mich recht gut unterhalten gefühlt. Dies liegt allerdings hauptsächlich daran, dass ich die Handlung von Twilight trotz aller Probleme, die das Buch hat, ganz gerne mochte und die Geschichte der Neuerzählung sich zu großen Teilen überhaupt nicht davon unterscheidet. Einige Szenen wurden zwar ausgebaut und es gibt kleinere Veränderungen/Ergänzungen, doch ansonsten ist der Inhalt mehr oder weniger gleich. Deshalb habe ich versucht, Biss in alle Ewigkeit nur in Bezug auf den Geschlechtertausch zu bewerten... und hierbei ist meine Meinung leider nicht gerade positiv.


    Im Vorwort führt Meyer aus, dass dieses Buch die Antwort auf die vielen Vorwürfe, dass Bella eine typische 'Jungfer in Nöten' sei, ist. Sie behauptet, dass eine Geschlechtsumwandlung nichts an der Geschichte geändert hätte und Bella ein Mensch in Nöten sei... und um dies zu beweisen, hat sie aus ihr Beaufort (kurz Beau) gemacht. Desweiteren behauptet Meyer, dass diese Umwandlung nur für 5-10% der Veränderungen in dieser Geschichte verantwortlich sei; den Rest habe sie überarbeitet, weil sie das schon lange tun wollte oder weil es Dinge waren, von denen sie sich wünscht, sie hätte sie damals so geschrieben. Ob dies die Wahrheit oder doch nur der Versuch ist, dem Vorwurf von Sexismus zu entgehen, sei dahin gestellt.
    Die Charakterisierung der Figuren wurde großteils übernommen, wobei es durchaus (durch das Geschlecht bedingte?) Änderungen gibt. Besonders deutlich ist dies beim Protagonisten selbst. Zwar kocht er und kümmert sich um den Haushalt (was ich positiv erwähnen muss, ebenso wie die Tatsache, dass Julie (Jacob) nach wie vor Autos repariert), doch er steht nun auch auf Actionfilme und Superhelden und liest statt Austen ein Werk von Jules Verne, vermutlich um 'männlicher' zu wirken. Charakterlich gibt es Ähnlichkeiten zu Bella - beispielsweise eine gewisse Zurückhaltung, dass er verantwortungsbewusst ist und Regen hasst -, aber auch große Unterschiede. So ist Beau zwar zurückhaltend und er sieht sich als normal und langweilig an, er ist aber dabei doch recht selbstbewusst und sagt sogar, dass er "ganz zufrieden" mit sich selbst ist. Bella schien sich selbst mehr abzuwerten, als er es tut und dies war einer dieser Aspekte, bei denen ich mich gefragt habe, ob die Änderung auf den Geschlechtertausch zurückzuführen ist oder nicht.
    Auch bei der Darstellung von Edythe habe ich mir diese Frage gestellt. In Szenen, in denen Edward aufgebracht war und fast schon bedrohlich wirkte, wurde sie eher traurig und niedergeschlagen, insgesamt reagierte sie sanfter ('weiblicher'). Hier lässt sich wieder argumentieren, dass Meyer sich vermutlich wünscht, sie hätte Edward so geschrieben, aber trotzdem fand ich es auffällig, wie sehr sie in die typische Rollenverteilung fällt. Gerade Beau sieht sie als verletzlich an und will sie dauernd beschützen, da sie wie eine kleine, "schwache" Frau wirkt und er darüber wohl nicht hinwegkommt, auch nachdem er weiß, dass sie ein Vampir ist. Es gibt hier ein paar gute Szenen, die das Muster unterbrechen; so bezahlt Edythe im Restaurant das Essen und als er sich beschwert sagt sie, er solle seine antiquierten Rollenvorstellungen loslassen, aber um ehrlich zu sein haben diese Momente sich angefühlt, als hätte die Autorin sie eingebaut um zu beweisen, wie fortschrittlich die Erzählung doch ist.


    Andere Aspekte der Geschichte passen ebenfalls zu dieser typischen Verteilung. So wird Beaus 'Ohnmacht' im Biologieunterricht viel mehr lächerlich gemacht als Bellas; sein Kumpel geht sofort davon aus, dass er und Edythe Sex hatten und als er erfährt, dass sie ihn nur nach Hause gebracht hat, bezeichnet er dies als "jämmerlichste Geschichte, die ich je gehört habe". Charlie ist stolz, dass sein Sohn so einen guten Fang gemacht hat, anstatt den besorgten Vater zu spielen. Beau hatte als Kind keine Tanzstunden. Und so weiter und so fort.
    Besonders auffällig fand ich, dass es keinerlei sexuelle Gewalt gibt. Royals (Rosalies) Hintergrundgeschichte wurde entsprechend geändert und auch die Szene in Port Angeles, als Beau/Bella gerettet werden muss, ist ganz anders. Während Bella ohne Grund (nur weil sie eine Frau ist) zum Opfer wird, gibt es bei Beau einen Grund und er soll auch nicht vergewaltigt, sondern erschossen werden. Einerseits finde ich das Fehlen von sexueller Gewalt sehr gut, andererseits ist das hier ganz offensichtlich ein Geschlechts-Unterschied - sexuelle Gewalt gegen Frauen wird als fast normal dargestellt, gegen Männer kommt sie dagegen nicht vor. Außerdem hat mich sehr gestört, dass Meyer einen Grund dafür, wieso Beau zum Opfer wird, konstruiert hat... es passt irgendwie nicht so ganz zu ihrer Behauptung, dass die Geschichte auch mit einem Geschlechtertausch noch die gleiche wäre, und es gibt noch ein paar weitere Szenen, wo dies der Fall ist. Andere funktionieren umgedreht einfach nicht wirklich und wieder andere sind unfreiwillig komisch.


    Was mich überrascht hat ist das Ende, das eine Alternative zu Twilight anbietet. Prinzipiell war dies für mich interessant, aber Meyer hat versucht, die komplette Hintergrundgeschichte der nächsten drei Bände in fünfzig Seiten zu packen und das hat nicht funktioniert. Außerdem wirkte Beau auf mich ziemlich gefühlskalt. Die Idee fand ich ganz gut, aber die Umsetzung ist nicht wirklich gelungen.


    Fazit
    Leider hat der Geschlechtertausch in Biss in alle Ewigkeit für mich nicht wirklich funktioniert. Edythe ist zwar sympathisch und Beau im Großen und Ganzen nicht unsympathisch, aber Meyer ist es nicht gelungen zu beweisen, dass die Geschichte mit umgedrehten Geschlechtern noch die gleiche wäre. Sie bedient immer noch die klassischen Rollenbilder (nur auf andere Art) und während Edythe weniger bestimmend ist, ist nun Beau ziemlich besitzergreifend. Zudem hat die Autorin meiner Meinung nach zu sehr versucht zu betonen, wie fortschrittlich die Geschichte ist.
    Da es aber ein paar wirklich gute Änderungen/Ergänzungen gab und ich gerade Edythe mochte, ist die Bewertung nicht noch schlechter ausgefallen.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Carpe Diem.
    :study: Cassandra Clare & Holly Black - Der kupferne Handschuh

    2021 gelesen: 26 Bücher mit 9250 Seiten | gehört: 23 Bücher mit 6824 Minuten

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