Katrin Schön - Ausgeplappert

  • Lissie die mal wieder ein Wochenende bei ihren Eltern verbringt, bekommt beim Frühstück von Carla der Freundin ihrer Mutter den neusten Klatsch des Ortes vorgesetzt. Kurz darauf findet man Carla erwürgt in ihrem Garten vor. Wer hat Carla so gehasst das er sie umbrachte? Sie war ja immer schon die Klatschbase des Ortes, in ihrer Boutique bekam man immer das neuste mit. Aber ermorden, das war ja dann schon heftig. Lissie die das alles sehr aufwühlt beginnt zu recherchieren, in Miss Maple Manier versucht sie heraus zu bekommen wer dahinter steckt. Leider wird bei ihrer abendlichen Recherche auch noch ihre Freundin Doris entführt. Kommissar Loch will den Ausführungen Lissies nicht recht glauben.
    Und dann taucht auch noch so eine Art Georg Clooney/Hercule Poirot Verschnitt auf. Wer mag dieser komische Typ sein ??
    Lissie ermittelt alleine weiter und kommt schließlich mit Hilfe zur Lösung des Falles.


    Meine Meinung:
    Ein leichtes,humorvolles Krimierlebnis das im hessischen Traunbach spielt. Ein bisschen fließt der hessische Dialekt und Humor mit hinein, was ich ganz toll finde weil es sehr gut zu dem Regionalkrimi passt.
    Da der Krimi selbst auf den vielen Seiten etwas zu kurz kam und auch viel privates von Lissie mit einfließt, wird es sicher nicht jedem zu sagen. Aber der Humor kommt in diesem Buch nicht zu kurz.
    Es ist jetzt keine große Literatur, aber wer gerne unterhalten werden möchte und was für leichte Stunden braucht der ist mit diesem Buch gut bedient. Ich hatte das Buch in 3 Tagen durchgelesen, weil es einfach Spaß machte es zu lesen, machen sie weiter so Katrin Schön.
    Das Cover ist sehr einfach aber passt sehr gut zum Krimi auf dem Land.
    Von daher bekommt das Buch von mir gute 4 von 5 Sternen.

  • Äppelwoi und Amateurdetektive


    "Ausgeplappert" ist das Debüt von Katrin Schön. Der erste Krimi führt mitten in eine hessische Idylle - die größte Klatschbase des Städtchens ist ermordet worden. Mitten drin bei den Ermittlungen: Lissie Sommer, Mitte dreißig, Reisefachfrau und zum Kummer ihrer Mutter immer noch ungebunden. Lissie hat die Tote zuletzt gesehen und weiß, dass ein komischer Hercule-Poirot-Verschnitt gerade die Gegend unsicher macht. Leider glauben ihr weder Lissies beste Freundin Doris noch der ermittelnde Kommissar Loch - eigentlich ein Mann zum Träumen, auch wenn eine Sommer ein kleines Problemchen mit diesem Loch hat. Lissie will daher selbst rausfinden, was eigentlich passiert ist. Erste Anlaufstelle ist "Das grüne Kränzchen", das örtliche Gasthaus. Da ahnt Lissie noch nicht, wie so ein bisschen Kneipenklatsch und Tratsch ein Leben für immer verändern kann.
    Das Cover ist sehr einfach gehalten und spiegelt eine ländliche Idylle. Eine bunt gescheckte Kuh grast auf einer Wiese unter einem dichten Laubbaum. Die Farben sind sehr dunkel; für meinen Geschmack hätte man den Bezug zum Inhalt mehr herausarbeiten können.
    Dahingegen ist der Titel ist kurz, knackig und gut gewählt. Allerdings weckt er in mir starke Assoziationen an die berühmten Krimis von Edda Minck, einer sehr bekannten Autorin aus dem Ruhrgebiet, in deren Mittelpunkt eine sehr extravagante Hobby-Schnüfflerin steht.
    Das Geschehen wird aus der Perspektive von Lissie Sommer geschildert, die sich während eines Urlaubs als Miss Marple in einem Dorf in Hessen betätigt. Allerdings ist sie viel Jünger, berufstätig, Mitte 30 und - zum Leidwesen ihrer Mutter - noch unverheiratet. Lissie Sommer ist eine sympathische Protagonistin, die sich durch einen trockenen Humor auszeichnet. Auch ihre Eltern und die Dorfbewohner sind sehr ausführlich beschrieben worden und spiegeln typische Eigenschaften, wie sie in einer Kleinstadt häufig anzutreffen sind.
    Dagegen sind manche Figuren wie der auffällig-unauffällige Detektiv Georg Schneider, die in Amerika lebende Schwester des Mordopfers oder der alternativ-esoterische Therapie-Coach gnadenlos überzeichnet worden.
    Katrin Schön schreibt in einem lockeren Stil, und der Krimi lässt sich gut lesen. Der Plot ist überzeugend, und das Setting gut gewählt. Die hessische Kleinstadt wird in ihrem Roman lebendig, zumal sie ihren Protagonisten manchmal erlaubt, in hessischer Mundarbeit zu sprechen.
    Leider weist ihr literarisches Debüt einige kleine logische Schwächen auf, was die Handlung des Krimis angeht. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass ihre Protagonistin Lissie Sommer relativ emotionslos auf die Entführung ihrer besten Freundin reagiert, sich mit gelegentlichen Anrufen bei der Polizei begnügt und ansonsten lieber in Frankfurt shoppen geht. Katrin Schön legt einige falsche Spuren, allerdings ist die Lösung des Falles relativ leicht zu fassen. In diesem Punkt ist in der Dramaturgie noch etwas Luft nach oben.
    Aus diesem Grunde kann ich nur 3,5 Sterne für einen amüsanten, mäßig spannenden Krimi vergeben, der sich gut in das literarische Genre des "cosy crime" einfügt.