Udo Ulfkotte - Die Asylindustrie

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  • Inhalt (sh. Verlagsseite Kopp Verlag):




    Meine Meinung:



    Ich bin seit über einer Woche auf Seite 55 und komme einfach nicht weiter: ich habe einen derartigen Widerwillen gegen den dieses Buch entwickelt, dass ich mich nicht überwinden kann weiterzulesen.
    Ich hatte mir eigentlich ein informatives Buch erwartet, also eines, das mir Fakten bringt und nicht ständig versucht, mich mental auf eine bestimmte Richtung einzunorden - zugegeben, Herr Dr. Ulfkotte bringt Quellen ohne Ende, in insgesamt 773 Fußnoten, die man alle im Internet nachlesen zu können scheint ... OK, man muss ihm auch zuerkennen, dass er relativ seriöse Medien bringt (ich schreibe "relativ seriös", weil zu diesem Thema einfach in allen Medien hin und wieder ziemlich offensichtlich versucht wird, dem Leser oder TV-Zuschauer vorzugeben, welche Meinung "die richtige" ist), er zitiert in seinen Quellen bsw. Die Süddeutsche, die FAZ, RP, den Spiegel, Dailymail, die Welt etc. etc.
    Soweit, so gut. Aber ich kriege irgendwie Panik, wenn ich schon im Vorwort Sachen lese wie:

    Zitat von Dr. Udo Ulfkotte

    Aber wir Steuerzahler sollen das alles nicht hinterfragen. Schon gar nicht sollen wir dagegen protestieren. Denn so, wie die Rüstungsindustrie die Friedensbewegung hasst, so hassen Politik, Leitmedien und Sozialindustrie jene, die gegen ihren Profit, den sie durch die Flüchtlingsströme erzielen, und die dahinterstehenden geostrategischen Ziele aufbegehren. Tatsache ist: Es gibt sogar nicht wenige gewinnorientierte Aktiengesellschaften und Banken, die im Flüchtlingsgeschäft an vorderster Front stehen. Das sins alles skandalöse Zustände.Aber unsere Leitmedien schauen weg. Sie berichten auftragsgemäß über Schlepper, die mit Flüchtlingen Millionen machen, während die reichsten europäischen Familien über Schweizer Briefkastenfirmen im Hintergrund Millionen in der Asyl-Industrie verdienen. Auch das kann man belegen.

    Bei so einer aggressiven Schreibe verspüre ich in mir eine echte Beunruhigung und fühle mich gleichzeitig abgestoßen: natürlich möchte ich über Missstände informiert werden, deshalb möchte ich ja ein Buch mit einem solchen Titel lesen - aber geht das nicht vielleicht auch auf eine Weise, in der man ruhig und sachlich an so etwas herangeht und den Leser selbst anhand von vorgestellten Fakten entscheiden lässt, ob er diese Fakten nun gutheißt oder ob er eine Gefährdung für eine oder verschiedene Bevölkerungsgruppen oder gar für nationale Stabilität sieht?
    Muss ich mir wirklich gleich zur Eröffnung solch eine Panikmache antun, wobei ich dem völlig hilflos gegenüberstehe, weil ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht einen einzigen Fakt erhalten habe?! Das gesamte Vorwort ist in einer Art Predigerstil abgefasst. Ich habe manchmal schon mit der Berichterstattung der Tagesschau meine Probleme, weil sie mir einseitig vorkommt oder sich gar auf nicht nachprüfbare Quellen beruft etc, Ähnliches gilt bei diversen Tageszeitungen und Wochenmagazinen, aber so enorm schlimm wie im Vorwort von Dr. Ulfkotte war meines Erachtens noch nichts.


    Die gleiche Panik empfinde ich angesichts der Titel im Inhaltsverzeichnis; da finden sich Überschriften wie "Kein Geld für Obdachlose und deutsche Kinder", "Wachstumsindustrie Migrantenimport", "Prostituierte für Asylbewerber", "Gangster mit Diplom: Akademie für professionelle Einbrecher" etc.: Da mag ja wirklich inhaltlich etwas dahinterstecken, ich will das ja gar nicht leugnen (zumindest nicht solange ich die betreffenden Kapitel nicht gelesen habe) ... aber wer um Himmels willen will ein Buch mit einem Inhaltsverzeichnis lesen, das aus ausschließlich solchen Kapitelüberschriften besteht?! Ich will informiert werden, aber doch nicht total einseitig! Ich will Information, sachlich und umfassend, aufgrund derer ich entscheiden kann, in welchen Aspekten ich meinen Informationsstand gerne noch vertiefen würde, damit ich mir selbst eine Meinung bilden kann, aber doch bitteschön nicht so etwas! Das ist etwas für Leute, die von vornherein eine feste Meinung haben und sich gerne noch stärker hineinsteigern möchten, nehme ich an. Mich persönlich treibt das Buch in Widerwillen und innere Beunruhigung hinein, weil mir bisher die entsprechende Gegenüberstellung fehlt und weil ich aus der Inhaltsangabe und den ersten 55 gelesenen Seiten nicht erkennen kann (und wohl auch nicht erwarten darf), dass Herr Dr. Ulfkotte Möglichkeiten aufzeigen wird, wo staatliche Kontrollorgane greifen würden, wo es evtl. schon Initiativen gibt, die Exzessen entgegenwirken.


    Das Buch ist im Oktober 2015 erschienen. Der Autor prangert z.B. vehement die exorbitanten Ausgaben für Sprach- und Integrationskurse an. OK, die sind exorbitant. Schließlich sind auch viele Migranten gekommen, also müssen sie ja auch exorbitant sein. Wäre dem nicht so, würde definitv argumentativ etwas auf der Bemühungsseite um Integrationshilfen nicht stimmen. Ich glaube außerdem, dass die allermeisten von uns sich bewusst sind, dass diese Sprachkurse ein kurzfristig recht effektives Konjunkturprogramm darstellen. Ob das volkswirtschaftlich jetzt wirklich die beste Lösung ist, darüber könnte man diskutieren, keine Frage. Dass in einigen Integrationskursangeboten vielleicht nicht unbedingt wahnsinnig effektiv gearbeitet wird, das wissen wir ja auch alle, die bisher fehlende Verpflichtung zur Teilnahme an Sprachkursen wird ja auch seit längerem diskutiert. Aber dass im Oktober 2015 jemand derartig plärrt und schreit, in einem Moment, in dem das ganze Problem erst so richtig ins Rollen kam, das kann ich nicht richtig ernst nehmen.


    Wie gesagt: man kann auch in einem ruhigeren und sachlicheren Ton darauf aufmerksam machen, wo nach Meinung des Autors Missstände vorliegen. Wir Leser sind auch nicht ganz und komplett verblödet.
    Leider habe ich das Buch allein vom Titel her in Plastik eingeschweißt aus dem Ständer heraus genommen und an die Kasse gebracht. Eine echte Enttäuschung, weil mich zwar die Thematik interessiert, ich aber auf all die dämliche und viel zu plumpe Rhetorik gerne verzichten würde. Es muss klar sein: ich möchte über Misstände, die mit der Migrationswelle einhergehen, informiert werden. Ich möchte mich ebensowenig von der "linken" Seite (Mittlerweile nerven mich die Begriffe "links" und "rechts" und "bunt" und "braun" in diesem Zusammenhang ungemein, meines Erachtens sollte man sich darauf konzentrieren, dass die finanziellen und humanitären Mittel zu Unterbringung und Integration möglichst effektiv eingesetzt werden. Denn je weniger sinnlose Verschwendung mit den finanziell zur Verfügung stehenden Mitteln betrieben wird, und zwar bereits seit vor dem Eintritt der Migranten in die Bundesrepublik, desto mehr wirklich hilfsbedürftigen Menschen kann mit den zur Verfügung stehenden Mitteln tatsächlich geholfen werden.)
    Es erscheint somit wirklich schwierig, sich ein neutrales und detailliertes Bild von der gegenwärtigen Situation in unserem Land zu machen. Auch die andere Seite von "Berichterstattung", die ständig mit dem "Argument" hausieren geht, das seien alles Kriegsflüchtlinge und Regimeverfolgte, alles ausnahmslos Schutzbedürtige, und wer sich traut, kritisch zu hinterfragen, der wird gleich mental in Einzelhaft genommen und grausam mit dem Argument niedergeschrien, er hätte sowieso keine Ahnung, weil er noch nie alles verloren habe und noch nie vor Krieg und politischer Verfolgung habe flüchten müssen, ist mir zutiefst zuwider.


    Wenn ich jedenfalls Zeilen lese wie diese:

    Zitat von Dr. Udo Ulfkotte

    Schreibt man ein Buch wie dieses, dann steht man als Autor mit einem Bein im Gefängnis - nicht nur aus Sicht der mich in strafrechtlichen Fragen beratenden Anwälte. Mit dem anderen Bein steht man zivilrechtlich gesehen am Rande des finanziellen Abgrundes. Je mehr Menschen dieses Buch lesen werden, umso größer wird die Gefahr. Denn jeder, der in diesem Buch in unschönem Zusammenhang namentlich erwähnt wird, kann straf- und zivilrechtlich dagegen vorgehen. Und je mehr Leser dieses Buch hat, umso höher werden die Strafen, wenn man auch nur einen kleinen Fehler gemacht hat. Genau aus diesem Grund gibt es im deutschsprachigen Raum kein einziges Buch, in dem Organisationen der Asyl- und Migrationsindustrie, ihre Mitarbeiter, die Profiteure in Politik und Medien und die dahinterstehenden gewinnorientierten Aktiengesellschaften und reichen Familien namentlich genannt werden. Niemand soll wissen, was da draußen im Land wirklich hinter den Kulissen passiert. Wer es dennoch wagt, darüber aufzuklären, der wird weggeklagt.

    ... dann frage ich mich einerseits, ob und wieviel wirklich hinter dem steht, was Herr Dr. Ulfkotte schreibt, aber andererseits kann ich ihn aufgrund der dramatischen Wortwahl einfach nicht ernst nehmen. Unmöglich. Dass wir hier Zustände wie in der Türkeihaben sollen, kann ich nun doch nicht glauben, oder etwa doch?
    Nein, ich hab's gerade eben nochmal versucht, auf S 56 weiterzulesen, aber ich ertrag's einfach nicht ...
    Ich muss sehen, ob ich in Zukunft irgendwo mal ein vernünftig geschriebenes Buch zu diesem Thema finde, aber eins ist sicher: Weitere Bücher von Herrn Dr. Ulfkotte werde ich wohl nicht kaufen.

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    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
    in Herzog

  • Danke für Deine ausführlichen Eindrücke;


    Deine Reaktion läßt aufhören, und ein erster Schritt bei mir ist dann, mal ein wenig zu schauen, was man denn so von diesem Ulfkotte weiß. Nun, vielleicht gehört wikipedia ja nicht zu den allerersten Informationsquellen; dennoch sind einige Stichwörter dort relativ aussagekräftig, und geben eine Idee, wo Ulfkotte inzwischen daheim ist, ideologisch:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Udo_Ulfkotte

  • Vielleicht ist es dabei auch interessant zu sehen, dass der Kopp-Verlag unter anderem das Compact-Magazin herausbringt, mit so schönen Titel wie "Diktatur Merkel", "Schwarzbuch Lügenpresse", "Asyl. Das Chaos" etc.. Oder auch Akif Pirinccis "Deutschland von Sinnen". Noch Fragen?

  • dennoch sind einige Stichwörter dort relativ aussagekräftig, und geben eine Idee, wo Ulfkotte inzwischen daheim ist, ideologisch:


    de.wikipedia.org/wiki/Udo_Ulfkotte

    Meine erste Reaktion: "Ach Du Schande, ich habe ein Pegida-Buch gekauft!" Andererseits: anlesen hätte ich es interessehalber dann doch wollen. Da ich, wie ich oben schon geschrieben habe, das pauschale In-die -Ecke-Stellen" nicht mag, bin ich durchaus dafür, sich auch mal Argumente von welcher Seite oder aus welcher mittigen Position heraus auch immer anzuhören, und danach erst zu urteilen. Schließlich höre ich mir in den Diskussionen auch Frau Kipping immer an, obwohl sie allen anderen Diskussionsteilnehmern ins Wort fällt, herumschreit und dann oft genug wenig Sachliches beiträgt, und sie mich dadurch regelmäßig um meine Geduld bringt. Aber wenn ich Gelegenheit und Zeit gehabt hätte, in das Buch Die Asylindustrie hineinzuschauen, hätte ich es definitiv nicht gekauft.
    Ich muss aber sagen, dass ich beim Überfliegen des wikipedia-Eintrages zu Herrn Dr. Ulfkotte sofort gedacht habe, dass die Darstellung zu den 55 Seiten passt, die ich gelesen habe.


    Ich habe mir mal ein Sachbuch von einem Herrn Kleine-Hartlage über den Islam ("Wie der Islam funktioniert", heißt es, glaube ich), da bin ich auch beim Vorwort schon fast an die Decke gegangen vor lauter Besserwisser-Rhetorik. Fairerweise muss ich dazu sagen, dass ich ann den Hauptteil eigentlich recht interessant und gut esbar fand. Im hinteren Teil stellte der Autor jedoch praktisch alle Muslime in Deutschland als potentiell kriminell hin, und da wir schon seit vielen Jahren zwischen einer Dreiviertel und zwei Millionen Muslime in Deutschland haben, ich diese Menschen aber nicht als eine mehrheitlich kriminelle Horde wahrgenommen habe, habe ich diese Darstellung doch stark angezweifelt, was die Seriosität betrifft. Später habe ich gelesen, dass er einer "neorechten" Bewegung oder so ähnlich angehört. Es zeigt sich also, dass es nicht erst einer Dämonisierung seitens etablierter Parteien und der Medien bedarf. So leicht fällt man auf simpel gestrickte "Argumente" gar nicht herein.
    Ich habe fast den Eindruck, dass dieses öffentliche Niederbrüllen und Dämonisieren die Tendenz, solche Bewegungen zu unterstützen. in einigen Teilen der Bevölkerung erst verstärkt.

    Vielleicht ist es dabei auch interessant zu sehen, dass der Kopp-Verlag unter anderem das Compact-Magazin herausbringt, mit so schönen Titel wie "Diktatur Merkel", "Schwarzbuch Lügenpresse", "Asyl. Das Chaos" etc.. Oder auch Akif Pirinccis "Deutschland von Sinnen". Noch Fragen?

    Wusste ich nicht. Danke für die Info. Das "Compact-Magazin" habe ich zum ersten Mal am Freitag in der "heute-Show" gesehen (Olaf Schubert war diesmal nicht schlecht als Bankberater, der Zelte und Wohncontainer anstatt Immobilien als Geldanlage empfiehlt.

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    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
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  • Wenn man nach Herrn Ulfkotte sucht, kommt als Erstes das Buch 'Gekaufte Journalisten'! Und auch die genannten Kapitelüberchriften "Kein Geld für Obdachlose und deutsche Kinder", "Wachstumsindustrie Migrantenimport", "Prostituierte für Asylbewerber", "Gangster mit Diplom: Akademie für professionelle Einbrecher" lasen erahnen, was Ulfkotte mit seinen Büchern bezweckt. Ohne jetzt das Buch gelesen oder irgendwelche Quellen überprüft zu haben, würde ich behaupten, das ist Politpropaganda am äussersten rechten Rand!

  • Ich habe ein Buch von ihm gelsen, das hieß: "So lügen Journalisten." und war genau so populistisch geschrieben, wie du es für dieses Buch beschreibst. und wenn ich dann den Wikipedia-Artikel über ihn lese, gerade einmal die ersten Zeilen reichen da schon. Nein, von ihm werde ich nichts mehr lesen. Es gibt genug seriöse Medien. Weiter werde ich mit diesem Menschen, der sich mit der AfD und Pegida abgibt, nicht befassen. So was menschenfeindliches.

  • Ohne jetzt das Buch gelesen oder irgendwelche Quellen überprüft zu haben, würde ich behaupten, das ist Politpropaganda am äussersten rechten Rand!

    Ich glaube sogar, dass Herr Dr. Ulfkotte noch nicht einmal der äußerste rechte Rand ist. Ich denke, der äußerste rechte Rand liegt noch ein Stückchen weiter rechts, aber das vermute ich nur daraus, dass er auf den paar Seiten, die ich gelesen habe, nicht wörtlich gegen Migranten gehetzt hat, sondern direkt nur gegen Hilfsorganisationen etc. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass in einigen Lesern auf diese Weise in Folge ein deutlicher Widerwillen gegen Migranten im Allgemeinen gefördert werden kann.
    Aber andererseits: bedeutet "Demokratie" nicht auch, dem Bürger Mündigkeit in Fragen der Meinungsbildung zuzugestehen? Und damit auch Mündigkeit in der Beurteilung der von ihm ersuchten Informationsquellen?
    Wobei ich mich persönlich nach der Lektüre von einigen wenigen Artikeln (u.a. auch im "Spiegel") frage, ob denn Hilfsorganisationen ausnahmslos und unbedingt altruistisch handeln. (Ich versuche allerdings, offen zu bleiben für weitere Informationen ... wobei wir wieder beim Grund wären, warum ich Ulfkottes Buch überhaupt gekauft habe ...). Außerdem: Hetze von rechts oder links und Hetze gegen rechts oder gegen links bringt nichts Positives oder Konstruktives (Kann man leider an der Idomeni-Flussaktion sehen, die drei Menschen das Leben gekostet hat und von linken Aktivisten angezettelt wurde. Das ist zumindest in meinen Augen auch nicht besser als brennende Asylunterkünfte.)


    Ich habe ein Buch von ihm gelsen, das hieß: "So lügen Journalisten." und war genau so populistisch geschrieben, wie du es für dieses Buch beschreibst. und wenn ich dann den Wikipedia-Artikel über ihn lese, gerade einmal die ersten Zeilen reichen da schon. Nein, von ihm werde ich nichts mehr lesen.

    Was ich schon fast witzig finde, ist die Kurzbiografie von Herrn Dr. Ulfkotte innen im Schutzumschlag - da finden Berührungspunkte zu AfD oder Pegida nämlich keinerlei Erwähnung. Zwischen all diesen polarisierten Informationen neutral und kritisch bleiben zu wollen und zu sollen, fällt wirklich schwer. Denn: auf der einen Seite habe ich etwas dagegen, mir eine Meinungsmache indoktrinieren zu lassen, wie es Herr Dr. Ulfkotte in seinem Buch tut. Auf der anderen Seite kriege ich die Krise, wenn auch sämtliche anderen Argumentationsversuche, die nicht so linkslastig sind, dass sie sofort umkippen, mit "rechts" etikettiert und mit einer Inbrunst niedergebrüllt werden, dass ich mich irgendwie unwillkürlich an historische Zeiten erinnert fühle, die man nicht unbedingt als "glänzend" bezeichnen kann.
    Aber ich finde es gut und irgendwie beruhigend, dass auch andere nicht so leicht auf den Autor hereinfallen, obwohl ich von Dir von vornherein nichts anderes erwartet hätte, @findo.



    :shock: Ach, DAS machst du mit Büchern? :-s

    :uups: Erwischt. Soll ich versuchen, mich damit 'rauszureden, dass meine Tastatur und meine Feinmotorik am Sonntag in der Frühe (verständlicherweise?) noch nicht allzu gut kooperieren, oder soll ich besser gleich zugeben, dass ich "Fresspapier" liebe? Das wäre übrigens eine ziemlich gute Idee im Fall von "Die Asylindustrie", denn wenn das Buch auf solchen Oblatenseiten gedruckt worden wäre, hätte ich es wenigstens noch bei einem richtig guten Buch in mich hineinmampfen können. Da hätte es wenigstens eine positive Verwendung gefunden. Sollte man dem Kopp-Verlag vielleicht mal vorschlagen ...

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  • Ich glaube sogar, dass Herr Dr. Ulfkotte noch nicht einmal der äußerste rechte Rand ist. Ich denke, der äußerste rechte Rand liegt noch ein Stückchen weiter rechts, aber das vermute ich nur daraus, dass er auf den paar Seiten, die ich gelesen habe, nicht wörtlich gegen Migranten gehetzt hat, sondern direkt nur gegen Hilfsorganisationen etc. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass in einigen Lesern auf diese Weise in Folge ein deutlicher Widerwillen gegen Migranten im Allgemeinen gefördert werden kann.Aber andererseits: bedeutet "Demokratie" nicht auch, dem Bürger Mündigkeit in Fragen der Meinungsbildung zuzugestehen? Und damit auch Mündigkeit in der Beurteilung der von ihm ersuchten Informationsquellen?
    Wobei ich mich persönlich nach der Lektüre von einigen wenigen Artikeln (u.a. auch im "Spiegel") frage, ob denn Hilfsorganisationen ausnahmslos und unbedingt altruistisch handeln. (Ich versuche allerdings, offen zu bleiben für weitere Informationen ... wobei wir wieder beim Grund wären, warum ich Ulfkottes Buch überhaupt gekauft habe ...). Außerdem: Hetze von rechts oder links und Hetze gegen rechts oder gegen links bringt nichts Positives oder Konstruktives (Kann man leider an der Idomeni-Flussaktion sehen, die drei Menschen das Leben gekostet hat und von linken Aktivisten angezettelt wurde. Das ist zumindest in meinen Augen auch nicht besser als brennende Asylunterkünfte.)

    Wie gesagt, ich habe nichts von ihm gelesen und werde auch nichts von ihm lesen. Vielleicht ist es nicht der äusserste rechte Rand, vielleicht ist es 'nur' der gut verkaufbare rechte Rand. Ich habe vor kurzem eine Reportage gesehen über ein von diesem Verlag veranstaltetes Treffen, in dem eben auch das Compact-Magazin erscheint und ich meine, da wurde auch Ulfkotte erwähnt. Da wird dann jegliche Berichterstattung als 'Lügenpresse' beschimpft, Berichte von 'internen Leuten' allerdings ungeprüft und als alleinige Wahrheit übernommen.
    Insgesamt finde ich es einfach bedenklich, wenn mit den Ängsten der Leute (die ja absolut verständlich sind), gespielt und Politik gemacht wird! Natürlich hat hier die traditionelle Politik viele Fehler gemacht, vor allem in der Kommunikation! Aber wenn eine Afd in Sachsen-Anhalt die Meisten Wähler von der Linken abzieht, dann stimmt doch irgendwas ganz grundsätzlich nicht! Dann haben die alten Parteien hier einfach versagt. Das kann man dann natürlich als Protest interpretieren und als 'gelebte Demokratie'! Hätte ich auch kein Problem damit. Wenn da nicht Flüchtlinge wären, denen es mal so richtig beschissen geht, und die das dann eben ausbaden müssen, weil mit ihnen diese Politik gemacht wird!

  • Wenn da nicht Flüchtlinge wären, denen es mal so richtig beschissen geht, und die das dann eben ausbaden müssen, weil mit ihnen diese Politik gemacht wird!

    Das sehe ich genauso. Das ist eine ganz perverse Partie Schach mit Menschen als Spielsteinen, die da auf politischer Ebene gespielt wird (nicht nur innerdeutsch, sondern europaweit und wohl sogar weltweit).

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