Tom Hillenbrand - Der Kaffeedieb

  • Buchdetails

    Titel: Der Kaffeedieb


    Verlag: KiWi-Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 480

    ISBN: 9783462050639

    Termin: November 2017

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 27 Bewertungen

    79,3% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Der Kaffeedieb"

    Ein historischer Abenteuerroman, farbenprächtig und spannend – ganz großes Kino. Wir schreiben das Jahr 1683. Europa befindet sich im Griff einer neuen Droge. Ihr Name ist Kahve. Philosophen in London, Gewürzhändler in Amsterdam und Dichter in Paris treffen sich in Kaffeehäusern und konsumieren das Getränk der Aufklärung. Aber Kaffee ist teuer. Und wer ihn aus dem jemenitischen Mokka herausschmuggeln will, wird mit dem Tod bestraft. Der Mann, der es trotzdem wagen will, ist der junge Obediah Chalon, Spekulant, Händler und Filou. Er hätte allen Grund sich umzubringen, nachdem er an der Londoner Börse Schiffbruch erlitten hat. Nur ein großes Geschäft, ein ganz großes, könnte ihn vor dem Ruin bewahren. Und so geht er aufs Ganze: Mit finanzieller Unterstützung der Vereinigten Ostindischen Compagnie stellt er eine Truppe internationaler Spezialisten zusammen, um den Türken den Kaffee zu klauen. Die spektakuläre Reise scheint zunächst zu gelingen, doch dann sind immer mehr Mächte hinter ihnen her …
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    nibri
    Die ersten 200 Seiten sind zäh, dann wirds besser, aber immer wieder Zeitsprünge in der Handlung.
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    Sinas
    Charaktere bleiben blass, wichtige Ereignisse werden übersprungen und das Ende ist sehr unbefriedigend.

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  • Titel: Der Kaffeedieb
    Autor: Tom Hillenbrand


    Produktinformation laut Amazon::
    Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    Verlag: Kiepenheuer&Witsch (10. März 2016)
    ISBN-10: 3462048511
    ISBN-13: 978-3462048513


    Biografie des Autors laut Amazon::
    Tom Hillenbrand studierte Europapolitik und war Ressortleiter bei Spiegel Online. Seine Krimis um den Luxemburger Koch Xavier Kieffer ("Teufelsfrucht", "Rotes Gold", "Letzte Ernte", "Tödliche Oliven") sind Bestseller.
    Sein Scifi-Roman "Drohnenland" wurde von der ZEIT zu einem der besten Krimis 2014 gewählt und mit dem Friedrich-Glauser-Preis sowie dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnet. Er lebt in München.


    Inhaltsangabe laut Amazon:
    Am Ende des 17. Jahrhunderts verfällt Europa dem Kaffee. Philosophen in London, Gewürzhändler in Amsterdam und Dichter in Paris: Sie alle treffen sich in Kaffeehäusern und konsumieren das Getränk der Aufklärung.
    Aber Kaffee ist teuer. Und wer ihn aus dem jemenitischen Mocha herausschmuggeln will, wird mit dem Tod bestraft. Der Mann, der es trotzdem wagt, ist der junge Obediah Chalon, Spekulant, Händler und Filou. Er hätte allen Grund sich umzubringen, nachdem er an der Londoner Börse Schiffbruch erlitten hat. Nur ein großes Geschäft, ein ganz großes, könnte ihn vor dem Ruin bewahren. Und so geht er aufs Ganze: Mit finanzieller Unterstützung der Vereinigten Ostindischen Compagnie stellt er eine Truppe internationaler Spezialisten zusammen, um den Türken den Kaffee zu klauen. Die spektakuläre Reise scheint zunächst zu gelingen, doch dann sind immer mehr Mächte hinter ihnen her..


    Meine Meinung:
    Als allererstes fällt einem natürlich das schöne Cover ins Auge. Das Buch verfügt jedoch auch über hilfreiche und nützliche Dinge wie
    Glossar,
    Lesebändchen,
    Kartenmaterial und
    Personenverzeichnis.
    Der Protagonist, Händler, Spekulant und Schlitzohr, versuchte, durch ein riskantes Betrugsmanöver seine Finanzen zu sanieren und scheiterte dabei grandios. Erwischt und eingekerkert, sah er schon alle Felle davonschwimmen, als ihm von einer der Führungspersonen der honorigen "Vereinigten Ostindischen Compagnie" ein bemerkenswerter Vorschlag gemacht wird.
    Die Geschichte des Versuches, den Türken den Kaffee zu klauen, wurde recht spannend erzählt, wobei die Suche nach den geeigneten Reisegefährten bedauerlicherweise mehr Raum einnahm als das eigentliche Abenteuer selbst. Natürlich sollte man bei der Auswahl der Mitstreiter gerade in so einer brisanten Angelegenheit eine gewisse Sorgfalt walten lassen, aber der Schilderung der tatsächlichen Umsetzung hätte ich mehr Platz gegönnt. Zudem ging es am Ende teilweise sehr rasant hin und her. Ich hätte mir da ein wenig mehr Ausgewogenheit gewünscht.
    Die Lotte von der Pfalz hieß übrigens nicht Charlotte sondern Liselotte*klugschietmodus aus*
    Fazit: Ein sehr interessanter Roman mit einem originellen Thema, ansprechendem Drumherum und einigen zu vernachlässigenden Schwächen.

  • Ende des 17. Jahrhunderts: In Europa wird Kaffeetrinken immer beliebter, aber leider liegt das Handelsmonopol bei den Osmanen. Die Vereinigte Ostindische Compagnie (VOC) will das nicht länger dulden und beauftragt Obediah Chalon damit, Kaffeesträucher direkt im Anbaugebiet zu stehlen. Klar ist, diese sind gut gesichert, Obediah benötigt also ein Team mit möglichst vielfältigen Fähigkeiten und einen guten Plan.


    Der Roman erfordert konzentriertes Lesen, denn er ist nicht ganz einfach zu lesen, wozu vor allem Begriffe beitragen, die dem Roman zwar Authentizität verleihen, die aber heutzutage nicht mehr verwendet werden. Dazu später noch etwas mehr. Der Roman ist aber auch recht komplex, denn Tom Hillenbrand erzählt seine Geschichte nicht immer linear, machmal werden kleine Umwege dazwischen geschoben, man erfährt z. B. etwas über die Saturnmonde, über Theorien der damaligen Zeit Leben auf anderen Sternen betreffend, über die Mühlensprache oder das binäre System. Auch das trägt zur Authentizität bei, lockert das Geschehen auf und bietet zusätzliche, immer interessante Informationen. Insgesamt zieht sich das Geschehen über mehrere Jahre, was mich zunächst erstaunt hat, was aber bei der großen Aufgabe einleuchtet.


    Die Charaktere gefallen mir allesamt wirklich gut, besonders Obediah, adeliger Abstammung, Spekulant, Fälscher, Naturphilosoph mit vielfältigen Interessen und Ideen. Er stellt sich eine illustere Mannschaft zusammen, jedes Mitglied für sich hat einen interessanten Hintergrund, und auch die Gegenspieler gefallen mir gut, jeder einzelne Charakter trägt zum Lesegenuss bei, auch wenn die meisten nicht sehr tiefgründig gezeichnet sind (das wäre im Rahmen dieses Romans auch zu viel), sind sie alle bemerkenswerte Typen.


    Sehr gut gefällt mir die Erzählweise, der Autor führt die Geschichte immer wieder durch Briefe fort, einmal wird die Handlung als eine Art Märchen erzählt, was ich ausgesprochen gelungen finde und gut in die Handlung passend. Gerade das „Märchen“ hat mich sehr überrascht und dann zum Schmunzeln gebracht. Chapeau! Übrigens sollte man nicht erwarten, hier nur etwas über den Diebstahl an sich zu lesen, viele Seiten sind der Vorbereitung gewidmet und der ein oder andere Leser könnte tatsächlich etwas ungeduldig werden. Dennoch lohnt sich jede einzelne Seite des Romans, denn er ist ausreichend spannend, oft überraschend und gleichzeitig anregend und lehrreich.


    „Der Kaffeedieb“ ist ein historischer Roman ganz nach meinem Geschmack, sehr gut recherchiert, mit einer spannenden Geschichte und interessanten Charakteren sowie vielen Zeit- und Hintergrundinformationen, auch Extras sind vorhanden, neben zwei farbigen Karten gibt es ein Glossar und ein Personenverzeichnis. Leider ist das Glossar nicht ganz ausreichend, gerade weil so viele Begriffe im Roman verwendet werden, die man heute in der Regel nicht mehr kennt, schaut man doch recht oft dort hinein und wird nicht immer fündig (bei mir waren es z. B. „antichambrieren“ und „Wolfspfirsich“), natürlich kann man die auch googeln, aber wenn schon ein Glossar, dann bitte auch vollständig. Dafür finden sich einige Begriffe darin, die auch durch den Text des Romans ausreichend erklärt werden (z. B. „Justaucorps“), die man sich im Glossar hätte sparen können, falls es eine Frage des Umfangs war. Weiterhin hätte ich mir ein Nachwort des Autors gewünscht, in dem er ein bisschen über Fakten und Fiktion referiert oder auch darüber, wie er recherchiert hat.


    Natürlich kann ich den Roman uneingeschränkt empfehlen, wer gerne Romane liest, in denen die historischen Hintergründe eine ebenso große Rolle spielen wie eine gute Geschichte und interessante Charaktere, sollte unbedingt zugreifen.

  • Ein historischer Roman, der über die Abenteuer des Obediah Chalon
    berichtet, der sich auf den Raubzug von Kaffee begibt. Kaffee ist um
    1683 gerade in Mode gekommen und die Osmanen haben ein Monopol darauf.
    Auch ist es bis dato unmöglich den Kaffee wegen des Klimas in nordischen
    Ländern anzubauen. Obediah der Fälscher und Betrüger flieht vor einer
    Gefängnisstrafe von London in die Niederlande. Doch auch hier landet er
    im Zuchthaus, da er sich an der Börse durch den Kauf von Nelken die er
    mit ungedeckten Wechseln gekauft hat verspekuliert hat. Durch seine
    Notlage und um aus dem Gefängnis zu kommen, läßt er sich von der
    Ostindien-Kompanie anwerben, um mit ein paar anderen Abendteuern die
    Kaffepfanzen den Osmanen abzujagen. Ein nicht einfaches Unternehmen, da
    auch andere Machenschaften an Obediahs Plan Interesse haben und ihn
    verfolgen. Er gerät in einen Sog voller Schwierigkeiten um an die
    ersehnten Kaffeeplanzen zu kommen.


    Der Schreibstil was etwas gewöhnungsbedürftig und zu ausschweifend.
    Stellenweise wurde die Handlung dardurch auch sehr langatmig.


    Trotzdem eine interessante Geschichte um den Kaffee dem jedoch
    Spannung fehlte und der eigentliche Diebstahl zu kurz abgefasst wurde.


    Das Cover eine historische Hafenszene passt 100% in das Zeitalter dieser Story.

  • Inhalt

    Obediah Chabon wäre vermutlich elend im Zuchthaus von Amsterdam verhungert, wenn sein Auftraggeber nicht ein Schlitzohr wie ihn für ein aberwitziges Projekt gesucht hätte. Der Londoner, der im 17. Jahrhundert wegen Betrug und Fälscherei im Kerker gelandet war, hatte im Milieu Londoner Kaffeehäuser gelernt, buchstäblich das Gras wachsen zu hören. Wer zu Zeiten berittener Boten oder wochenlanger Schiffsreisen zuerst von Warenpreisen, Schiffsmeldungen oder drohenden politischen Konflikten erfuhr, konnte hohe Erträge erzielen. Einem so vielseitig interessierten Ganoven wie Obediah hätte man vermutlich sogar zugetraut, dass er selbst Gold herstellen kann. Nun soll er im Auftrag eines Mittelsmanns der Ostindien-Kompanie den Diebstahl einiger sorgfältig bewachter Kaffeesträucher organisieren, um das Kaffee-Monopol der Türken zu brechen. Bisher war jeder Versuch europäischer Händler fehlgeschlagen, selbst Kaffeesträucher anzubauen, etwa indem sie Setzlinge aus exportierten Kaffeebohnen zogen. Mit dem Plan, Pflanzen aus einem fernen Land auf dem Kamelrücken und auf dem Seeweg nach Europa zu transportieren, von deren Anbau in Europa kaum jemand etwas versteht, hat Obediah sich auf ein gefährliches Abenteuer eingelassen.


    Superhirn Obediah interessiert sich für die sonderbarsten Wissensgebiete und scheint skrupellos genug zu sein für Ausrüstung und Durchführung des Kaffee-Raubzugs. Kenntnisse in Seefahrt, Botanik, Handel, Feinmechanik, Verschlüsselungstechniken, Fremdsprachen, Benimm in fremden Kulturen sind für das Projekt gefordert, ganz zu schweigen von der Landeskunde der zu durchquerenden Staaten. Mit seinem vielfältigen Netzwerk von Spezialisten war Obediah offenbar damals bereits ein Pionier des Netzwerkens. Auch wenn er seine Briefe aufwendig verschlüsselt, kann er nicht verhindern, dass seine Aktivitäten genau beobachtet und sein Schriftverkehr ausspioniert werden. Obediahs verdächtiges Treiben lässt seinen Verfolger eine raffinierte Verschwörung vermuten. Die Agenten- Berichte bieten in Form eingeschobener Briefe zusätzlich zum auktorialen Erzähler eine zweite Perspektive. Während dem Agenten als Basis seiner Verschwörungstheorien wie durch ein Fernglas gesehen nur Ausschnitte des Geschehens zugänglich sind, befinden sich Hillenbrands Leser dem Mann stets einige Schritte voraus. Die Zeit der Handlung lässt sich um das historisches Ereignis des Erdbebens von Smyrna am 7.11.1688 herum datieren.


    Der Einblick in eine Vielfalt von Berufen, Fertigkeiten und Kulturen macht für mich den Reiz historischer Romane aus. Hillenbrands Held und sein gewagtes Projekt liefern mir diese farbenprächtige Vielfalt ferner Länder und vergangener Zeiten. Was genau Obediah organisiert und wie es sich anfühlt, im Gewand eines Gentleman-Gauners zu stecken, das wird für meinen Geschmack hier nicht tiefgehend genug dargestellt. Eine schillernde Gestalt wie Obediah Chabon weiß offenbar selbst nicht so genau, was seine Persönlichkeit ausmacht. Obwohl ich mich gut unterhalten fühlte, blieben für mich zu viele Fragen zu den Figuren offen und die eher flachen Nebenfiguren konnten mich wenig begeistern. Empfehlenswert finde ich Hillenbrands historischen Abenteuerschmöker für unerschrockene, geduldige Leser, die weniger Wert auf die Entwicklung der Personen legen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    :study: -- Ryan - Green Island

    :study: --

    "The three most important documents a free society gives are a birth certificate, a passport, and a library card.!" E. L. Doctorow

  • Meine Meinung:


    Mir hat das Buch gefallen. Der Erzählstil war flüssig und gut, wobei ich allerdings trotzdem der Meinung bin, dass gerade das Ende zu kurz gefasst wurde und auch die Entwicklung der anderen Charaktere hätte auch noch ein paar Seiten vertragen. Langatmig fand ich das Buch nicht wirklich, aber ich würde schon zustimmen, dass die Gewichtung nicht ganz ausgeglichen wirkte, was eventuell daran liegt, dass der Weg von England, Holland bis nach Mocha relativ kurz abgehandelt wird, obwohl dies natürlich mehrere Kilometer weg beinhaltet, was zu damaliger Zeit jede Menge Zeit beanspruchte, deswegen kommt mir auch die Gewichtung etwas unpassend vor. In der Tat fehlt am Ende auch eine Begründung was Fakt war und was Fiktion im Buch war. Eine reale Person im Buch lebt nämlich gefühlt etwas länger als in der Realität bzw. in der Zeit in welcher sich die Protagonisten gerade bewegen. Das sind so die Kleinigkeiten, die einem auffallen, wenn man ein wenig selber nachforscht zu manchen Personen. Nach einigen kritischen Punkten möchte ich aber trotzdem betonen, dass ich mit der Gruppe mitgefiebert habe und ich den Inhalt und die Erzählweise als durchaus spannend erlebt habe. Ich hätte mir an manchen Stellen ein anderen Ausgang gewünscht bzw. mehr Action bei der Ausführung des eigentlichen Raubes.


    Fazit:


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study: Ich hatte nicht immer, was ich wollte, aber alles, was ich brauchte (Björn Natthiko Lindeblad) 35 / 224 Seiten

    :study: Der Komponist (Jeffery Deaver) 265 / 607 Seiten


    SUB: 736

  • Dieser historische Roman erzählt das Abenteuer des Engländers Obediah Chalon, der so eine Art "A-Team" zur Zeit der Musketiere zusammenstellt, um die zur damaligen Zeit noch nicht so weit verbreitete Kaffeepflanze zu stehlen. Die Geschichte an sich habe ich als lebendig, abwechslungsreich und unterhaltsam empfunden. Wie bei diesem Thema zu erwarten war, kommen in der Geschichte auch einige blutige Stellen vor, die aber meist nicht bis ins letzte Detail geschildert werden.


    Insgesamt ist das ein tolles Buch, vor allem wegen der vielen historischen Aspekte, die er, zum Teil auch nur am Rande, thematisiert und die in die Geschichte verwoben sind.

    Der Einblick in eine Vielfalt von Berufen, Fertigkeiten und Kulturen macht für mich den Reiz historischer Romane aus. Hillenbrands Held und sein gewagtes Projekt liefern mir diese farbenprächtige Vielfalt ferner Länder und vergangener Zeiten.

    Genau, das hat mir an diesem Buch sehr gut gefallen. Ich finde, dass es Tom Hillenbrand gelungen ist, viele historische Fakten auf lebendige Art und Weise in der Geschichte unterzubringen. Beim Lesen hatte ich mich phasenweise gefragt, ob es ihm vielleicht sogar in erster Linie darum ging.

    Sehr gut gefällt mir die Erzählweise, der Autor führt die Geschichte immer wieder durch Briefe fort

    Der Erzählstil hat mir auch zugesagt. Ich sehe das auch als eine Kunst, die Geschichte nicht immer direkt, sondern in Teilen fragmentarisch und aus wechselnden Perspektiven durch Briefe und ähnliches zu erzählen.

    Zudem ging es am Ende teilweise sehr rasant hin und her. Ich hätte mir da ein wenig mehr Ausgewogenheit gewünscht.

    Langatmig fand ich das Buch nicht wirklich, aber ich würde schon zustimmen, dass die Gewichtung nicht ganz ausgeglichen wirkte

    Das Gefühl, dass der Roman nicht ganz ausgeglichen ist und es am Ende ein bisschen schnell geht, hatte ich auch.

    Ich hätte mir an manchen Stellen ein anderen Ausgang gewünscht

    Ja, da ging es mir ähnlich...

    Weiterhin hätte ich mir ein Nachwort des Autors gewünscht, in dem er ein bisschen über Fakten und Fiktion referiert oder auch darüber, wie er recherchiert hat.

    Da gebe ich dir Recht. So ein Nachwort wäre interessant gewesen. Die Frage, was davon sich wirklich so zugetragen hat oder haben könnte, stellt sich bei einem Buch dieser Art fast

    automatisch. Ich versuche mich mal an einem kleinen Faktencheck auf Basis von Wikipedia und eigenem Wissen:

    Im Großen und Ganzen habe ich den Eindruck, dass die Geschichte an sich zwar unrealistisch sein mag, der Roman aber ansonsten schon relativ nah an dem ist, was man aus historischer Sicht weiß.

    Die Lotte von der Pfalz hieß übrigens nicht Charlotte sondern Liselotte*klugschietmodus aus*

    Laut Wikipedia hieß die Frau tatsächlich Charlotte, auch wenn sie eher unter dem Namen Liselotte bekannt ist.

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