Carmen Cocaeder - Traum Theater

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  • Eigenzitat aus amazon.de:


    Carmen Cocaeder ist das Pseudonym einer Autorin, die wünscht, bis auf Weiteres unerkannt zu bleiben. Und mit diesem Büchlein hat sie mich mal dazu gebracht, Seiten zu zählen. Die letzte bedruckte Seite trägt die Zahl 45 – die ersten nach dem Inhaltsverzeichnis die Zahl 3. Dazwischen gibt es sechs Seiten, die bis auf eine kleine Zwischenüberschrift weiß sind. Bleiben also 36 bedruckte Seiten mit dem „Haupttext“, wenn man so will. Von denen sind – weil Gedichte dabei sind – auch nicht unbedingt alle um mehr als die Hälfte bedruckt. Also streng genommen etwa 32 bis 33 Seiten Text. Das ergibt bei € 12.- für die vorliegende Ausgabe € 0,36 pro Seite und im Hardcover (€ 28.-) immerhin bereits € 0,84. Atemberaubend. Aber vielleicht sind die Texte ja so außergewöhnlich, dass sie den Preis rechtfertigen. Beginnen wir mal von hinten – und holen gleich mal eine Bibel heraus. Tatsächlich. Die letzten beiden Seiten beinhalten 2. Korinther 13 ziemlich genau, wie er in meiner alten Bibel steht. Auf der Seite davor steht „Hohelied“, was ein wenig irritiert, denn das „Hohelied der Liebe“ steht eigentlich weiter vorne im Alten Testament und ist sicherlich einer der erotischeren Texte der Bibel. Wie auch immer, diesen Text hat vor ein paar tausend Jahren jemand anderes geschrieben, so dass noch 31 Seiten bleiben, was den Schnitt für die Autorin noch einmal verbessert.


    Dabei wurde dann auch weitgehend auf ein Lektorat verzichtet, was natürlich auch sehr kostengünstig ist. Kommata werden ja sowieso überschätzt und ich habe den Verdacht, dass die gelegentliche Binnengroßschreibung in einigen Fällen sogar gewollt ist. Das wäre natürlich leichter zu unterscheiden, wenn dort, wo dies ziemlich sicher nicht gewollt wurde, besser beachtet worden wäre. Es geht übrigens interessanterweise dabei immer um den Buchstaben „L.“


    Die Gedichte und Textsequenzen sind eher durchschnittlich und zeigen Potential, das aber noch nicht wirklich realisiert worden ist. Insgesamt erschien mir insbesondere eine Geschichte wirklich merkenswert: „Froschrätsel.“ Aber auch die rechtfertigt die € 12.- nicht wirklich.


    Fazit: Noch einmal Lektorieren und Korrigieren wäre schon nett – und dann noch einmal darüber nachdenken, was man wirklich für so ein Buch nehmen kann. Denn ein etablierter, mehrfach preisgekrönter Autor wie Ballard bekommt für seinen Klassiker „Highrise“ (272 Seiten) gerade mal € 11,90. Das sind € 0.04 pro Seite.

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